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HAUPTMENÜ

20. November 2999

Talby´s Schiff näherte sich der Funkbarke. Ein schwaches Signal und auch noch gut getarnt. Er ahnte, wer hier auf Hades II auf ihn warten könnte und dass hier eine Funkbarke ein gut getarntes Rettungssignal von sich gab, verhieß nichts Gutes. Ein Kommunikationssignal ging ein, Captain Talby Bowman, seit Dekaden ein Fährmann in den dunklen Gewässern der Milchstraße tippte mit leicht zitternder Hand auf seine Konsole und öffnete den Kanal. "Hier Talby, bitte sag mir, dass du es bist, du verdammter Narr!" Auch andere Finger auf anderen Schiffen öffneten Komm-Kanäle, die Exchange Corp und Ihre Koalitionspartner sind mit ihrer gesamten getarnten Flotte ins System gekommen. Die Koalitionsflotte selbst stellte auch nur einen kleinen Teil der intergalaktischen Flotte dar, die sich aus allen Völkern zusammensetzt und hier ums nackte Überleben kämpfen soll. Die finale Schlacht, deren erfolgreicher Ausgang so wichtig für das weitere Überleben der Menschheit sein wird, ist nicht mehr fern. Und einer musste Vorbereitungen in stiller Heimlichkeit treffen, damit die Unterzahl etwas "ausgeglichen" wird.

"N´abend Ihr Höllenhunde, Kefka hier. Ich habe es geschafft. Ich habe alles in die Wege geleitet. Ich weiß nicht wie lange ich es noch mache, die Wunden scheinen tiefer zu sein, als vermutet. Lungenschuss... na ja... das war wohl die letzte "gute Gelegenheit". Schön, dass ich Euch noch einmal sehen darf, auch wenns nicht gerade das Hilton ist." *nghhh*

Es knisterte kurz, dann waren ungewollte Zuhörer geblockt und das Gespräch lief nur noch über die verschlüsselte EXCO-Comverbindung. Eine inoffizielle Neuentwicklung des technisch versierten Terence Skill.

"So, besser. Nun sind wir unter uns. Wenn ich tot bin... *nngh.. argh* wenn ich tot bin, dann schafft meine Leiche... ...meine Leiche hier weg. Ihr wisst doch, dass ich vor 3 Jahren nach dem "Unfall" im Cathcard-System mit einem Kunstherzen ausgerüstet worden bin. In dem *hust* in dem Scheissteil findet Ihr einen bioadaptiven Datenstick. Is wie´n kleines Gehirn. Na ja... schaut mal in die Schlafnische auf meiner Lancer. Reißt die kleine Leselampe ab, dahinter ist ein grauer Port. Rein biologisch, sieht aus wie´n Arschloch, harrrharrr *hust nghh*

Da steckt ihr das Ding rein. Der Rest läuft dann automatisch. Was Ihr und NUR Ihr sehen werdet, kann man fast als meine Memoiren bezeichnen. Mein Leben, meine Geheimnisse und auch meine innersten Gedanken - alles auf diesem Biostick. Für UEE-Techniker natürlich nicht auszulesen. Der Stick und die dahinter stehende... die dahinterstehende Technologie ist im allgemein bekannten Teil dieser Galaxie nicht bekannt. Jetzt macht nicht so große Augen. Die Geschichte, wie ich an diesen Stick kam, ist auch drauf. *hust* Ich glaube nicht, dass ich das Ende dieses Weges noch sehen werde. Versprecht mir, dass Ihr die Menschheit beschützt. Ha, wer hätte gedacht, dass wir am Ende unserer Tage noch zu wahren Samaritern werden *hust* Jetzt bringt mich erst mal raus hier verdammt, es ist nass und schuppig."

Nach der Landung eilten sie in den Tunnel, in dem Kefka im Sterben lag. Sie barten ihn auf und trugen ihn so schnell es ging auf das provisorische Krankendeck von Chueche´s Conni. Die Laderampe fuhr in zeitlupenartiger Zähflüssigkeit herunter, jede Sekunde dehnte sich bei den alten Raumfahrern zu einem Leben. Während goox noch genau diese Gedanken verfluchte, schlossen sich schwache, kalte Finger um sein Handgelenk. "goox, mein Bester..." Es war Kef, sein rasselnder Atem im Wind und im Regen, veranlasste goox sich zu ihm hinunter zu beugen: "Was ist, alter Kamerad?"

"... ich habe mein Bestes gegeben. Haaahaahahahaha" *hust hust hust* "Spar Dir deine Kraft, Kef, du bist gleich in Sicherheit und dann bringt dich Chueche so schnell es geht raus hier. I-Flow wird euch den Rücken frei halten."

"Nun, ich musste einfach lachen, hab mich grad an meine Zeit als Rekrut erinnert... ich hab doch kurz unter Goldsteen auf der Eisenstein gedient. Tja, habe Euch jemals erzählt, was er in meine Empfehlung geschrieben hat?"

"Mindestens hundert Mal im Laufe der letzten 50 Jahre, Kef, mindestens hundert Mal. Er schrieb, dass du ein ´Mann mit einem Gespür für gute Gelegenheiten´ wärst! Und weißt du was Kef? Ich glaube Goldsteen hatte verdammt recht! Kef? KEF??? SCHEISSE NEIN MANN, NEIN NEIN NEIN! WACH AUF, MANN!"

Kefka war tot, doch er konnte seinen bescheidenen Beitrag für den Sieg der Menschheit noch beisteuern und was für ihn persönlich noch viel wichtiger war - er konnte seinen Freunden, seinen einzigen Vertrauten das Geheimnis des Biosticks weitergeben. Sein Vermächtnis wusste er im Moment seines letzten Atemzugs in den besten Händen, die er sich nur vorstellen konnte.

Zwei Wochen vergingen, schwere Verluste auf beiden Seiten. Ein unbekannter Feind, der in schierer technologischer Überlegenheit und erdrückender Übermacht in die Milchstraße eindrang, konnte für dieses Mal abgewehrt werden. Die Menschheit feierte in einem glückseligen Kollektiv, die Kr´Thak, die Xi´An, selbst die Reste des Vanduul-Territoriums, die Banu und alle anderen Völker, deren Existenzen kurz vor der Auslöschung gestanden hatten, erhoben sich in einem frenetischen Aufschrei des Überlebens.

Doch nicht jeder fand Grund zum Feiern. In ruhiger Andacht öffnete Talby die Einstiegsluke von Kefkas Freelancer mit einem alten Trick. Wie oft hatte er Kefka gesagt, dass er den Steuerungsmechanismus austauschen soll? Die Mitglieder der Exchange Corp gingen langsam, ja beinahe zögernd in Kefkas Allerheiligstes. Nun, nach seinem Tod, erweckte das Schiff den Anschein eines Mausoleums. goox hielt den Biostick in Händen. Unruhig und von Trauer erfüllt fummelte er die angeklebte Leselampe ab. Dahinter sah man den... durchaus ekligen Bioport. Er steckte ein.

Plötzlich ging der Schiffsalarm los, die Schotts schlossen sich, rotes Warnlicht flutete den Innenraum und der kleine Monitor neben dem Captain´s Chair leuchtete auf. Die Lautsprecher ertönten: "Hallo Leute" begann eine fröhliche, beinahe provokante Stimme, die einen verschmitzten, wenn nicht gar amüsierten Unterton hatte. Sie gehörte Kefka.

"Keine Panik, wenn Ihr das hier hört, muss ich wohl tot sein. Ihr wisst ja, ein letzter Scherz musste einfach sein, dachte es kommt gut, wenn Ihr trauerklöße ein wenig roten Alarm auf die Lauscher bekommt. Ich konnte einfach nicht anders. Ich habe also das Zeitliche gesegnet und ihr herzallerliebsten Bruchpiloten seid doch tatsächlich in der Lage gewesen, diesen Biostick samt meines Schiffs sicher nach Hause zu bringen. Dafür gebührt Euch mein aller größter Dank."

Die Lautsprecher verstummten und sollten auch nie wieder einen Ton von sich geben. Alles was nun kam, kam in reinem Text und Bildern. Ordnerweise Daten, Terabyte mit Kartenmaterial, Koordinatentabellen, Listen, Texten, Personenprofilen und vieles mehr.

Alles war fein säuberlich dokumentiert und gelistet...

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