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Teil 6: Letzter Start

Ginko

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Teil 6: Letzter Start

Ginko ging noch ein letztes Mal um ihre Maschine herum während sich der Rest der Staffel bereits vor einer Bühne in der Mitte des festlich geschmückten Hangars versammelt hatte.

Sie wollte ein letztes Mal jede Kante, jede Kurve und jede Delle ihres Schiffes spüren, bevor sie es für immer verlassen müsste.

Langsam ging Sie an den Außenlinien des Schiffes entlang während sie mit ihrer linke Hand über Diese strich.

Schließlich blieb sie auf Höhe des Cockpits stehen und betrachtete ihren unter die Kanzel lackierten Namen.

Sie seufzte betrübt bevor sie sich zu den Anderen begab.

Kaum war sie bei Dizzy angekommen rief der Captain der Staffel von der Bühne herab: „Achtung, Admiral an Deck!“

Wie ein Blitz durchzuckte diese Ankündigung die Piloten, sodass sie in gewohnter Manier in ihre Aufstellung liefen, sich ausrichteten und salutierten.

Ein leicht übergewichtiger, groß gewachsener Mann betrat von ein paar anderen Offizieren gefolgt die Bühne.

Während sich seine Gefolgschaft auf die vorhandenen Sitzplätze verteilte, trat der als Admiral erkennbare Mann an das Rednerpult, schaute auf die unten stehende Menge herab und erwiderte den Salut.

Ginko musterte die Leute, die wie Schießbudenfiguren auf der Bühne saßen: „Ein Fest für jeden Terroristen.“ flüsterte sie in Dizzys Richtung, der neben ihr stand.

Dizzy grinste zu ihr herüber und flüsterte: „Ist denn heute Weihnachten? So viel Lamette...“

Noch bevor die beiden weiter lästern konnten fing der Admiral an zu sprechen: „Verehrte Kammeraden, tapfere Warwolfs, heute ist ein schwerer Tag für mich.“

„Ich wurde mit der Aufgabe betraut diese Staffel auf zu lösen.“

während er dies sprach begab sich der Captain der Staffel, welcher sich in der ersten Reihe postiert hatte in eine bequeme Standhaltung, sodass die anderen Mitglieder der Staffel es ihm gleich tun konnten.

„Für die Meisten von Ihnen geht die Arbeit im planerischen und taktischen Bereich weiter, auf Einige von Ihnen jedoch wartet der wohl verdiente Ruhestand.“

Während der Admiral über den planerischen und taktischen Bereich sprach legte sich Ginko bereits einen passenden Spruch für Kato und Frank zurecht, der beinhalten sollte, dass die beiden in ein paar Monaten genauso aussehen würden wie der Admiral selbst, doch als der Admiral bei dem Ruhestand angekommen war vergaß sie ihre Neckerei.

„Ruhestand...verdienter Ruhestand mit 27?“ dachte sie und versuchte sich dabei wieder auf den Admiral zu konzentrieren, der seine ein studierte Rede abspulte.

„Sie Alle haben Ihren Beitrag als operative Einheit in diesem Krieg geleistet.“

„Ihnen ist es zu verdanken, dass siebzig Prozent aller Transporte durch das Vanguardsystem ohne Piratenangriffe durchgeführt werden können.“

„Sie haben viel dafür opfern müssen,“ der Admiral hielt kurz Inne und fuhr dann mit leiserer und bedächtiger Stimme fort: „ein paar von Ihnen sogar ihr Leben.“

„Die UEE wird diese Warwolfs als Helden des Vanguard Systems in Erinnerung behalten.“

Der Admiral legte den ersten Zettel seiner vorbereiteten Rede zur Seite.

Für einen Moment war es so still in dem Hangar geworden, dass man hören konnte wie der Admiral bei dem nächsten Abschnitt seiner Rede Schlucken musste.

Mit einem leichten Wimmern in der Stimme versuchte er fort zu fahren:

„An dieser Stelle..“ Der Admiral atmete tief durch, er schien wegen etwas auf diesem Zettel aus der Fassung geraten zu sein.

„An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis die Namen derer vor zu lesen, die ihre Leben für die Freiheit dieses Systems gegeben haben.“

„Ensign Kaori Moto“

„Ensign Frank Becker“

„Ensign Roberto Lopez-Guerra“

„Lieutenant Junior Grade Henri Dürau“

„ Lieutenant Klaus Werner“

„ Lieutenant Stavros Papadopulos“

„ Lieutenant Tarik Akibi“

„ Lieutenant Mark Merrer“

„ Lieutenant Commander Pierce Angel“

„ Lieutenant Commander Josh Renner“

„ Lieutenant...........“

Bei der Erwähnung von Joshs Namen kamen bei Ginko wie Erinnerungen wieder hoch und ihre Augen füllten sich mit Tränen.

Sie hörte nicht mehr, was der Admiral sagte, ihre Gedanken waren einzig und allein bei Josh.

Erst als die Salutschüsse für die Gefallenen aus den großen Bordgeschützen des Trägers, den Hangar zum dröhnen brachten wachte sie aus ihrer Starre auf.

Sie riss sich zusammen, keiner der Anderen sollte sehen wie sehr Joshs Tod ihr selbst nach einem halben Jahr noch nahe ging.

Als sie sich wieder gefangen hatte setzte der Admiral gerade zum zweiten Teil seiner Rede an.

„Zum Abschluss habe ich noch eine gute Nachricht für Sie.“

„In Anerkennung Ihrer Leistungen wurde entschieden, Ihnen die Maschinen zu schenken, welche Sie so lange für die UEE im Namen des Friedens und der Freiheit geflogen sind.“

Die gerade noch in Reih und Glied stehenden Piloten drehten sich irritiert zueinander, um sich zu versichern, dass es sich nicht um einen Scherz seitens des Admirals handelte.

Dizzy neigte sich näher zu Ginko und spottete: „Ahja, Einsparungen....am Arsch.“

Ginko erwiderte Dizzys Kommentar lachend: „zu wenig für den Unterhalt einer Staffel aber zu viel um die Maschinen wieder zu verwenden.“

„Aber Hey, dann muss ich wenigstens nicht zurück zur Erde trampen.“

Der Admiral löste sogleich die Zusammenkunft auf als er bemerkte, dass es für die Piloten kein Halten mehr gab.

Auf dem Weg aus aus dem Hangar rissen sich jedoch alle nochmals zusammen und salutierten vor dem Admiral und seiner Gefolgschaft welche den Gruß erwiderten, bevor diese in Richtung der Gästequartiere verschwanden.

Ungefähr eine Stunde nach Beendigung der Festivitäten trafen sich die ehemaligen Mitglieder der Warwolfs mit gepackten Sachen an ihren Schiffen.

Ein letztes Mal würden Sie gemeinsam starten doch jeder betrat ohne große Verabschiedung seine Maschine.

Einer nach dem Anderen startete aus dem Hangar und reihte sich in die typische Warwolfformation ein, die wie eine Wolfsklaue geformt war.

Als die Formation vollständig war, drehten sie eine Ehrenrunde um den Träger welche im Vorbeiflug an der Kommandobrücke des Trägers endete, wo sich in der Zwischenzeit der Admiral mit seinem Gefolge eingefunden hatte um Ihnen ein letztes Mal zu salutieren.

Im Anschluss an die Ehrenrunde setzte die Formation Kurs auf die verschiedenen Jumppoints, sodass ein Schiff nach dem Anderen die Formation verließ.

Kaum flog die Formation am Jumppoint zur Erde vorbei, lösten sich Ginko, Kato und Dizzy aus der Formation und setzten Kurs auf die Erde.

In diesem Teil setzte ich etwas Wissen über die Verfahrensweise auf Flugzeugträgern voraus.

Daher wird sich wohl der eine oder Andere beim Lesen gewundert haben warum die Waffen nicht vorher abmontiert wurden, bevor die Schiffe verschenkt wurden.

Es ist so: Nur ein gewisser Teil einer Staffel, im Regelfall zwei bis vier Maschinen stehen auf einem Träger voll bewaffnet rum.

Der Großteil der Maschinen hat nur Minimalbewaffnung, sprich Maschinengewehrmunition an Bord.

Auch habe ich eine Stelle eingefügt, welche ein kleines Fragezeichen beim Leser aufwerfen dürfte, da ich die Situation nicht auflöse.

Mich würde mal interessieren wer es findet und wer es gefunden hat, kann gern seine Theorien im Offplay Thread äußern.

LoreKarnickelsmall.jpg

Hier mal ein kleines Bisschen Lore.

Lorekarnickel hat sich in die UEE Datenbank gehackt und um euch die Formation zu erklären:

Die Wolfskralle ist eine Formation welche ausschließlich von den Mitgliedern der Warwolf Staffel geflogen wird.

Diese Formation ist in keinem Lehrbuch verzeichnet und wurde vom ersten Captain der Staffel entwickelt.

Wolfsklaue1small.jpgWolfsklaue2small.jpg



6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Schön und gut :-) Ich würd mich aber freuen wenn die einzelnen Parts länger und ausgeschmückter wären.

Aber es kommt ja noch mehr^^

 

Zu deiner Frage nach dem unbeantworteten Fragezeichens. Da kommt eigentlich nur der omminöse Teil auf dem Zettel in Frage! Oder hab ich das falsch interpretiert und der Admiral kam nur ins straucheln weil er die Gefallenen vorlesen sollte? Kann ich mir ja nicht vorstellen, sowas dürfte er ja schon öfter mal gemacht haben.

 

Ne Idee was da hinter steckt habe ich allerdings nicht. Aber da die Geschichte ja noch nicht beendet ist, wird es schon was Großes sein ;-)

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Es wird definitiv noch mehr kommen jedoch muss ich berufsbedingt eine Pause einlegen.

Ich habe vor Kurzem einen weiteren Teil geschrieben jedoch fest gestellt, dass das Schreiben unter der höheren Belastung auf Arbeit gelitten hat.

Darum habe ich mich dazu entschieden noch ca. 3 Wochen zu pausieren da dann die fehlenden Kollegen ersetzt und die Neuen eingearbeitet sind.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle für die Pause entschuldigen jedoch sehe ich diese als zwingend an da mir die Geschichte zu wichtig ist als diese nur halbherzig zu schreiben.

Ich hoffe nach meiner Pause auf wiederkehrende Leser und auch auf Neue. ;-)

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Mööp soviel zum Thema 3 Wochen und eingearbeitet...

Ich hatte endlich etwas Urlaub und Zeit mich mit meiner Geschichte zu beschäftigen. So stay tuned, ein neuer Teil kommt bald. ;-)

Zum Thema des kleinen Ratespiels.

Ein Soldat muss immer damit rechnen, dass eine Mission seine letzte wird.

Väter verlieren Söhne, Mütter ihre Töchter, egal was man schon gesehen hat, selbst wenn der Vater selbst ein Soldat ist und der Umstand der Verlustgefahr bewusst so ist es dennoch schwer den Verlust zu verkraften.

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