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Episode 9 - Schmerzhafte Gewissheit Part 2

OneEyed Monkey

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....Part 1 findet ihr hier....

Kapitel 8

"Commander Kardan? Das sollten sie sich ansehen! Scheint als hätte unser Captain es tatsächlich geschafft"

Der Kommunikationsoffizier deutete auf seinen Bildschirm.

Kardan konnte es fast nicht glauben.

"Auf den Hauptschirm, schnell!"

Die Videoübertragung der Helmkamera erhellte augenblicklich die Brücke.

"Leiten sie das Signal an die Flotte weiter! Das sollten sie nicht verpassen."

Tilgorn hatte den Durchflug unbeschadet überstanden und befand sich in einer Art Sturm. So etwas bekamen nur sehr wenige Menschen jemals zu Gesicht.

Der Captain meldete sich über das Kom.

"Northstorm? Könnt ihr das sehen? Meine Anzeigen spielen völlig verrückt. Die Schildenergie sinkt stetig. Das gesamte System scheint kurz vor dem Kollaps zu stehen. Das Zentralgestirn befindet sich, in einem äußerst labilen Zustand. Die äußeren Hüllen sind bereits abgestoßen und der kritischen Masse nach zu urteilen sind wir hier Zeuge einer Geburt."

Kardan blickte zu seinem Wissenschaftsoffizier.

"Der Captain hat recht. Wenn die übertragenen Daten stimmen und davon gehe ich aus, dann wird dort in den nächsten Wochen ein schwarzes Loch entstehen."

Damit hatte nun keiner gerechnet. Hatte der Feind diesen Ort absichtlich ausgewählt? Das grenzte an Schwachsinn. Wie sollte man an einem solchen Ort lange Zeit überleben?

"Können wir antworten?" wollte Kardan wissen.

"Leider nein Commander, die Empfangsleistung der Hornet ist dafür nicht ausgelegt. In diesem Sturm wird alles verschluckt! Es ist ein Wunder das wir ihn empfangen können!"

Tilgorn berichtete weiter und die Helmkamera übertrug dabei alles was auf der anderen Seite passierte.

"Ich übermittel ihnen jetzt die Daten der Durchflugsroute. Aber warten sie noch auf einen Befehl meinerseits! Ich werde versuchen mehr herauszufinden. Vielleicht ist es eine Falle."

Tilgorns Hände huschten über die Amaturen. Er verstärkte die Schilde und lies die Hornet weiter in das System gleiten.

"Hier gibt es nichts was eine Orientierung ermöglicht. Eine ganze Flotte, kann sich doch nicht so einfach in Luft auflösen!"

Der Captain sprach sehr laut. Die Wechselwirkung zwischen den Schilden und dem Sturm schienen mehr Lärm zu verusachen als es in der Übertragung den Anschein hatte.

"Ich entferne mich weiter in Richtung Zentrum. Auf grader Linie vom Austrittspunkt. Das ist die einzige Möglichkeit, wie wir hier drinne Navigieren können. Aber es ist nicht einfach das Schiff auf Kurs zu halten."

Eine Warnleuchte der Hornet sprang an und Tilgorn kontrollierte erneut die Anzeigen.

"Scheint als hätten wir einen Treffer gelandet. Ich empfange Signale einer Navigationsboje. Ich ändere den Kurs und sehe es mir an. Schilde sind bei 75 Prozent."

Die gesamte Crew der Nortstorm blickte wie gebannt auf die Monitore.

Keiner sagte auch nur ein Wort oder wagte es laut zu atmen. Eine unheimliche Stille, nur durchbrochen vom Knistern des Kom und dem gedämpften Tosen des Sturms.

Kardan wäre am liebsten sofort hinterher. Seinen Captain bei dieser Aufgabe alleine zu lassen, entsprach in keinster Weise seiner Natur.

Aber Befehl war Befehl.

Erneut durchbrach Tilgorns Stimme die Stille.

"Eine weitere Boje ist von den Scannern entdeckt worden. Eindeutig ein Pfad. So navigieren sie hier drin. Ich werde weiter hineinfliegen. Schilde bi 60 Prozent."

Die eletrische Ladung des Sturms liesen die Partikel, welche durch den Raum jagten aufglühen. Wie feine Schweife kleiner Raketen jagten sie um das Cockpit herum. Immer wieder flammten die Schilde auf und rissen jedes Mal etwas der verbleibenden Energie mit sich. Sehr bald würde ihr Captain den Punkt erreichen, an dem es keine Rückkehr mehr geben konnte. Das musste ihm doch klar sein, doch schien es nicht so als wolle ihr Captain den Rückweg antreten. Er hatte doch alles gefunden was sie wissen mussten. Kardan war zutiefst beunruhigt.

"Ich glaube ich habe da etwas gefunden." meldete sich Tilgorn zurück.

"Es scheint eine ruhige Zone innerhalb dieses Mahlwerks zu geben. Ich bin nur noch wenige Kilometer davon entfernt. Schilde sind bei 35 Prozent. Eine Wahl habe ich nicht mehr, ich fliege da rein. Macht alles bereit für einen Angriff. Aber wartet auf mein Signal."

Der Sturm wurde ruhiger. Die Sicht etwas besser. Langsam aber stetig näherte sich die Hornet dem Rand des Sturms, bis der Jäger ihn schließlich hinter sich lies. Tilgorn schaute sich um und zeigte seiner Crew, was er zu sehen bekam.

Ungläubig schaute Kardan auf den großen Schirm der Northstorm.

"Was ist das? Wie ist das möglich?"

Keiner auf der Brücke hatte eine Antwort parat. Es blieb vollkommen still.

Der Sturm wütete noch immer. Nur wurde er einfach draußen gehalten.

Wie eine gigantische Blase hielt irgendwas das Chaos aus diesem Bereich fern. Tilgorn wandte sich von diesem unglaublichen Anblick ab und gab Schub und steuerte auf das vermeintliche Zentrum der Blase zu.

In der Ferne schälten sich Konturen aus der Dunkelheit hervor.

Je näher er kam desto deutlicher wurden ihre Strukturen. Hunderte Schiffe umringten etwas großes in ihrer Mitte.

"Eine Station?" schoss es Kardan in den Kopf, nur um den Gedanken kurz darauf wieder zu verwerfen! Das da auf dem Schirm, war keine Station. Das war etwas ganz anderes.

Plötzlich und äußerst abrupt wurde Tilgorn nach vorn geworfen, so als wäre er vor eine Wand gestoßen. Die Hornet bewegte sich keinen Meter mehr weiter.

Schmerzverzerrt und außer Atem röchelte Tigorn in das Kom.

"Verdammte Scheiße, was war das? Die Antreibe sind auf vollen Touren, aber ich komme nicht vorran."

Ihr Captain schrie auf.

"Was ist hier los? Hier ist irgendwas bei mir im Schiff! Ich kann es fühlen, aber ich sehe nichts"

Hektisch wechselte das Bild die Perspektiven. Tilgorn blickte sich im Cockpit um. Schaute nach oben, zur Seite und nach hinten. Nichts zu sehen außer den Amaturen.

"Mein Helm! Er öffnet sich! Was passiert hier? Bleibt wo ihr seit, irgendwas stimmt hier......."

Die Stimme ihres Captains verstummte. Stattdessen konnte man nun sein Gesicht sehen. Entschlossen wie immer blickte er in die vor ihm schwebende Helmkamera.

Kardan fluchte los.

"Wir müssen ihm helfen! Allarmiert die Flotte, wir fliegen rein!"

"Aber sein Befehl..." wandte einer der Offiziere ein.

"Ist mir völlig egal! Ich lasse ihn da drin nicht verrecken! Das ist ein Befehl!"

Wärend der Offizier den Anweisungen folge leistete, starrte der Rest weiter fassungslos auf die Übertragung.

Teile der Hornet begannen sich zu lösen und durch das Cockpit zu schweben. Mehr und mehr zerlegte sich das Schiff in seine Einzelteile.

Die Kamera hielt weiter auf Tilgorns Gesicht, welcher nicht das geringste Anzeichen von Angst aufkeimen lies.

Es war nur ein kurzer Augenblick, nichtmal ein Wimpernschlag, als die Hornet in tausende Teile zersprang und ihren Captain in die Leere des Alls entlies. Die Bruchstücke tänzelten um ihn herum, wärend sein Gesicht sich zu einer grotesken Grimasse verzog und sich sein Blut aus Augen, Mund und Nase den Weg nach draußen bahnte. Er starb vor ihren Augen einen qualvollen Tod, ohne das sie das geringste hätten tun können.

Die Übertragung brach ab.

Kapitel 9

Die Spider kam in Sichtweite.

Man konnte es kaum glauben, aber Doran hatte sie relativ sicher ins Zentrum Cathcards gebracht.

Es hat lange gedauert.

Die Constellation war zu einem reinen Frachter umgebaut worden und Doran hatte keinerlei Geld in bessere Antriebe oder sonstige Erweiterungen investiert. Fast einen ganzen Tag waren sie nun unterwegs gewesen, doch endlich würden sie sich um Monkeys letzte Anweisung kümmern können.

Während des Fluges hatten sie kaum ein Wort gewechselt. Legard hatte lediglich angemerkt, das ihm ein Treffen mit dem Fürsten der Piraten nicht sonderlich behagen würde und er es als großen Fehler einordnete.

Aber eine andere Lösung gab es nicht und sie mussten darauf vertrauen das der Kontaktmann von dem Monkey gesprochen hatte, wirklich genug Einfluss auf Jokks haben würde.

Tarek hatte ihn kurz vor ihrer Ankunft kontaktiert und ein Treffen am Dock ausgemacht.

In wenigen Minuten würden sie erfahren ob dieser ominöse V, wie er sich selbst nannte, vertrauenswürdig war.

Die Constellation setzte zur Landung an.

Ein letztes Aufheulen der Schubdüsen stabilisierte das Schiff ehe das metallische Schaben das Aufsetzen auf dem Landedeck bestätigte.

Doran bat darum im Schiff zu bleiben und versprach auf die Beiden zu warten.Tarek willigte ein.

Es war ihm auch völlig egal, ob dieser Mann sein Versprechen halten würde. Es galt jetzt andere Probleme zu bewältigen.

Monkey vertraute ihnen und sie durften ihn nicht enttäuschen.

Der Fahrstuhl der Constellation senkte sich zu Boden und noch ehe er diesen berührte, winkte ihnen bereits eine in hautenges schwarzes Leder gekleidete Frau zu.

Tarek und Legard staunten nicht schlecht als sie sich als V vorstellte und ihnen klarmachte nicht hier über ihr Vorhaben sprechen zu wollen.

Sie führte sie durch die Docks zu einem Büro in den Randbereichen der Station.

Die Tür schloss sich hinter den Dreien.

"So So!" begann sie "Ihr zwei seit also Freunde von Monkey?"

Tarek nickte und Legard setzte sich eingeschüchtert auf einen Sessel.

Er traute hier auf Spider niemanden.

"Was hat dieser Tölpel wieder angestellt? Erzählt mir alles was geschehen ist, sonst könnt ihr von mir keine Hilfe erwarten! Wenn ich euer Anliegen gutheise, habt ihr Glück und wenn nicht, seht ihr besser zu das ihr die Beine in die Hand nehmt. Und lasst bloß nichts aus, sonst kann ich äußerst ungemütlich werden."

Tarek war nicht wohl bei der Sache. War diese Frau wirklich vertrauenswürdig? Was wenn sie zum Feind übergelaufen ist? Monkey könnte sich in ihr irren. Aber welche Wahl hatten sie schon. Wohl keine.

Tarek begann ihr alles zu erzählen was sie wissen musste. So weit es ihm möglich war unterschlug er einige Details und hoffte das sie es nicht bemerken würde.

Es dauerte eine ganze Weile und V verfolgte geduldig seine Ausführungen.

Kaum hatte er seine Erzählung beendet,verwandelte sich die bislang besonnene Frau in eine regelrechte Furie.

"Wollt ihr mich eigentlcih verarschen? Eine geheime Loge? Telepathische kleine Mädchen? Ein Kampf um das Schicksal der Welt? Und eine von den Toten zurückgekehrte Piratenlegende? Ich hätte euch beseitigen sollen, ehe ich mir diesen Blödsinn anhören musste."

Tarek zuckte zusammen und Legard sprang auf.

Man konnte den Zorn in seiner Stimme spüren als er V entgegentrat.

"Es ist die Wahrheit! Monkey schickt uns um die Piraten um Hilfe zu bitten. Es rollt etwas großes auf uns zu und nur gemeinsam können wir es aufhalten!"

Die Frau winkte ab.

"Mag sein das ihr die Wahrheit sprecht. Aber das Faith noch am Leben sein soll, hat mich stutzig gemacht! Jeder in Cathcard weiß wie sie starb und noch schlimmer ist, das es die Schuld dieses Möchtegernhelden ist das sie sterben musste. Ich habe Faith immer vor ihm gewarnt aber sie sah so viel in ihm und nichts davon hat sich bewahrheitet.

Sie war geblendet von ihren Gefühlen zu ihm! Und Monkey wusste, das wir ihm allein deswegen niemals helfen werden!"

"Monkey weiss nichtmal das sie noch lebt!" wandte Tarek ein

"Er weiß nicht das wir es wissen und jede Nacht in seinen Träumen schreit er ihren Namen! Niemand auf dieser Welt betrauert ihren Tod mehr als er und trotzdem glaubt er an euch, das ihr uns helfen werdet!"

Tarek trat einen Schritt auf sie zu und baute sich drohend vor ihr auf.

"Also wer seid ihr wirklich und warum glaubt Monkey das ihr ihn nicht hängen lasst? Und wehe ihr lasst ein Detail aus!"

V rümpfte die Nase und drehte sich zum Ausgang.

"Das war ein Fehler! Seht selber, wie ihr zu Jokks gelangt! Ich hab eigene Probleme und muss mich nicht um Monkeys irre Ideen kümmern! Von sowas hab ich genug!"

Sie schritt zur Tür und sagte kein Wort mehr.

Legard platzte der Kragen.

"Hier geblieben du kleine Schlampe, wir sind hier noch nicht fertig!"

Er nahm den Lauf seiner Pistole und hämmerte der Frau mit voller Kraft den Griff auf den Schädel. Bewusstlos sackte sie zu Boden.

"Hast du sie noch alle?" fauchte Tarek seinen Freund an.

"Glaubst du im ernst, das sie uns jetzt noch helfen wird?"

Legard zuckte mit den Schultern.

"Wir werden sehen. Fesseln wir sie erstmal an den Stuhl und reden später noch mal in Ruhe mit ihr. Du weisst doch, ein Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen!"

Tarek schüttelte den Kopf.

"Ich bin nur von Irren umgeben! Aber gut, jetzt ist es eh zu spät!"

Kapitel 10

Wie lange war er hier schon gefangen? Monkey wusste es nicht. Seid er vor Stunden erwachte, marterten Sophie´s Schreie sein Bewusstsein. Obwohl er sie nicht hören konnte und er ihren Aufenthaltsort nicht kannte, spürte er ihre Angst und ihre verzweifeltes Flehen um Hilfe. Sophie hielt die Verbindung aufrecht, seid man sie von ihm fortgerissen hatte und umklammerte seinen Geist so fest sie nur konnte. In Gedanken sprach er ihr Mut zu und gab sich selbst der Pein preis, um ihre Schmerzen ein wenig zu lindern.

Monkey hatte sein Versprechen sie zu beschützen gebrochen. Unfähig sich zu bewegen, fixiert an eine stählerne Pritsche, hatte er stundenlang in die Leere der gläsernen Zelle gebrüllt.

"Lasst sie in Ruhe ihr Schweine! Ihr Monster! Ich komme hier raus und dann hole ich euch, einen nach dem anderen!"

Nun war sein Mund ausgetrocknet und seine Kehle blutig. Nur noch ein leises Zischen ging von ihm aus.

"Vater, was tust du nur? Wer bist du, das du zu sowas im Stande bist? Komm her und rede mit mir!"

Ein Wärter trat an die Tür und aktivierte die Sprechanlage.

"Hast du denn noch immer nicht genug? Winselst hier rum und ruinierst dich selbst. Gib es doch endlich auf, Mr. Brown wird sich noch früh genug um dich kümmern!"

"Wie heist du?" röchelte Monkey dem Mann entgegen.

"Holland! Aber ich wüsste nicht fast dich das interresieren sollte!"

Monkey spuckte das Blut was sich immer wieder in seinem Mund sammelte zur Seite und drehte seinen Kopf soweit er konnte nach hinten und blickte dem Wärter direkt in die Augen.

"Ich wollte nur wissen, wen ich als erstes töten werde! Aber schon gut, du wirst es merken wenn es soweit ist!"

Lachend wandte sich Holland von dem Eingang ab und schritt wieder den Flur entlang.

"Du armer Irrer. Du kannst dich ja nichteinmal........."

Ein lautes Zischen war durch die noch aktiven Lautsprecher zu hören, gefolgt von einem ungesunden Knacken und die Worte brachen mitten im Satz abruppt ab. Blut spritzte von außen gegen die gläserne Wand.

"So ein nerviges etwas!" tönte eine weibliche Stimme über die Lautsprecher.

"Der Typ fragt gut und gerne zwei dutzend mal am Tag die neusten Wetterdaten ab. Was will der damit frag ich mich? So kann ich wirklich nicht arbeiten! Nur Amateure hier in dem Laden!"

Monkey versuchte seinen Kopf noch etwas weiter zu drehen um die Besitzerin der Stimme auszumachen. Es war nichts zu sehen.

"Wer ist da?" rief er so laut er konnte.

"Ja jetzt brüll doch nicht so! Meine Sensoren zeigen starke Reizungen des Kehlkopfes. Das muss doch wirklich weh tun."

"Woher wissen sie......?" wollte Monkey grade zu einer Frage ansetzten, als die Fixierungen wie von Geisterhand aufsprangen.

"Ach Verzeihung! Wo war ich nur wieder mit meinen Gedanken? Ist nicht mehr so wie in meinem alten Zuhause. Hier ist es wirklich eng und ich konnte nicht mal ansatzweise alles mitnehmen. Wie auch immer, nennen sie mich Siri!"

Monkey war verwirrt! Was ging hier vor?

Langsam richtete er sich auf der Pritsche auf. Das lange Liegen hatte seinen Beine taub werden lassen und es dauerte eine Weile bis das Gefühl wieder zurückkam.

"Siri? Ok, wie sie meinen. Wo sind sie, warum helfen sie mir?"

Die Stimme wirkte etwas beleidigt.

"Was soll das heißen, wo ich bin? Was kann ich dafür das ich keinen Körper habe? Was soll das? Reden sie immer mit ihren Rettern auf so eine ungehobelte Art und Weise?"

Die Frau schien große Probleme zu haben, da war sich Monkey sicher. Aber das tat jetzt nichts zur Sache.

"Tut mir leid, das kommt nicht wieder vor. Also warum helfen sie mir?"

"Nicht ihnen! Zumindest nicht direkt! Ich konnte nicht tiefer in die Systeme dieses Komplexes eindringen. Wie schon gesagt, musste ich einges zurücklassen. Ich wandle sozusagen nur an den Grenzen meiner Möglichkeiten." antwortete Siri schnipisch.

"Komm auf den Punkt." beharrte Monkey.

"Nunja, sie sollen mir helfen Mrs Assada zu retten! Sie wird in einem Bereich festgehalten, der mir nicht zugänglich ist."

Monkey kannte niemanden mit diesem Namen. Er deutete auf die anderen Zellen.

"Und warum hast du mich für diese glorreiche Aufgabe ausgewählt? Hier gibt es doch sicherlich noch andere Kandidaten."

Siri zögerte einen Moment ehe sie antwortete.

"Mrs Assada war auf der Suche nach ihnen. Da hielt ich es für......"

Monkey unterbrach sie.

"Warte mal! Auf der Suche nach mir? Warum das? Ich kenne diese Frau nicht."

"Dazu habe ich keine Informationen, tut mir leid. Wir sollten uns jedoch beeilen. Laut der Datenbank steht die Exekution kurz bevor. Zusammen mit einer Versuchsreihe. Codename Sophie."

"Sophie?" platzte es aus Monkey heraus "Wo ist sie?"

"So wie es scheint, haben die zwei gleich ein Rendezvous. Nur wird das sicherlich nicht sonderlich romantisch. Begeben sie sich auf Ebene 3 Labor 26. Ich führe sie soweit es mir möglich ist." drängte Siri.

Die Tür zischte zur Seite.

"Das gibts doch nicht. 2,856 Sekunden. Das ist wirklich nicht zu fassen. Wer ist für diese miserrable Hardware verantwortlich? Sowas nennt sich Hochtechnologie? Wenn sie auf ihrem Weg, den Administrator dieser Einrichtung aus Versehen umkommen lassen, würden sie mir einen riesen Gefallen tun."

Monkey sprang auf und lief in den Korridor. Holland, hatte es übel erwischt. Sein halb gespaltener Körper, blockierte noch immer den Schließmechanismus der nächsten Tür, welche beharrlich auf und zu fuhr. Das schmatzende Geräusch erfüllte Monkey mit einer besorgnisseregenden Genugtuung. Tür um Tür öffnete sich wie von Geisterhand, während er den Wegweisern zu den Fahrstühlen folgte.

"Ich komme Sophie, halte durch!"

Monkey hatte es bislang nicht gemerkt, aber die Verbindung zu der Kleine war abgebrochen.

Kapitel 11

Monkey erreichte das Labor mit der unscheinbaren Aufschrift 26 ohne größere Probleme. Siri hatte ihm den Weg bis zur dritten Ebene freigeräumt.

Hier unten war ihr allerdings ein weiterer Zugriff verwehrt.

Ohne weitere Zeit verstreichen zu lassen trat Monkey in den weißen Raum hinter der steril glänzenden Tür.

Ihm stockte der Atem als er den Grund erblickte, welcher für das Abreißen der mentalen Verbindung zu Sophie verantworlich war.

Das kleine Mädchen hing regungslos in einem zylindrischen Tank, gefüllt mit einer milchigen Flüssigkeit. Fingerdicke Kanülen erweiterten ihren Blutkreislauf auf eine Reihe von Pumpen und ihm unbekannte Geräte. Ein Strang aus Kabel war über Sensoren und Nadeln mit ihrem Körper verbunden. Es handelte sich um einen ähnlichen Tank wie der im Labor der Loge. Scheinbar blockierte er ihre Fähigkeiten.

Monkey vergaß seine Vorsicht und rannte zu ihr hinüber.

Sie reagierte nicht auf sein Klopfen und in seinen Gedanken blieb es still.

Sie lebte noch, da war er sich sicher, doch wie er sie aus diesem Albtraum befreien konnte, war ihm zu diesem Zeitpunkt völlig schleierhaft.

Was wurde hier gespielt? Wo ist mein Vater und der Rest dieser Monster?

Monkey wandte sich von Sophie ab. Der Anblick schmerzte ihn zutiefst.

Er musste sie da raus holen.

Grade als er began nach einer Lösung zu suchen, sprang eine Tür auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes auf.

"Na dann haben wir ja alle beisammen!" Monkeys Vater stolzierte gewohnt überheblich in den Raum, gefolgt von mehreren Wachen.

"Nicht das ich dich jetzt enttäusche, aber du störst uns grade in einer sehr spannenden Phase unseres kleinen Experimentes und wie hast du es eigentlich aus deinem Zimmer geschafft?"

Monkey wusste nicht was er antworten sollte. Was waren das für dämliche Fragen? Sein Vater verhielt sich nicht wie er es erwartet hatte.

"Sprachlos mein Junge? Du bist doch sonst nicht auf den Mund gefallen."

Der Mann hob mahnend den Zeigefinger.

"Deine Mutter wäre wirklich enttäuscht. Dieses Experiment wäre ihr sehr wichtig gewesen! Es wird die Welt verändern."

Monkey verlor die Beherrschung und es sprudelte alles aus ihm heraus.

"Halt deinen Mund! Was soll das alles hier? Was sind das für Experimente?

Bist du wirklich ein Mitglied der Loge? Hast du einfach dabei zugesehen was sie mir angetan haben?"

Sein Vater zuckte nur mit den Schultern.

Und ein Stromstoß warf Monkey von den Beinen.

"Packt ihn euch! Bringt ihn zu unserem zweiten Gast und seht zu das er nicht wieder entkommt!"

Die Wachen packten ihn unter den Armen und zerrten ihn aus dem Raum.

"Und schafft die Kleine hier raus. Das Experiment ist abgeblasen. Bringt sie zu meinem Schiff. Wir werden schnellstmöglich hier verschwinden. Langsam tauchen einfach zu viele Störenfriede auf."

Monkey war durch den Stromstoß wie gelämt und konnte sich nicht wehren, als ihn die zwei Wachen an die Vorrichtung fixierten.

Ein weiteres Mal war er zur Bewegunslosigkeit verdammt.

Im Augenwinkel bemerkte er einen weiteren Gefangenen. Eine junge Frau. Er hatte sie niemals zuvor gesehen, doch sie starrte fassungslos zu ihm hinüber.

Grade wollte sie etwas sagen, als Monkeys Vater zu ihnen in den Raum trat.

"Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, ob ich wirklich der Loge angehöre?"

Ein Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht.

"Nunja. Wenn man es aus deinen Augen betrachtet, lautet die Antwort wohl eindeutig ja."

Monkey hatte bis jetzt gehofft, das es eine andere Erklärung für alles geben würde. Das sich Sophie geirrt hatte, das alles ein Trugschluss war, doch nun musste er die bittere Wahrheit erkennen.

"Wie konntest du nur? Warum hast du zugelassen, das sie mir das alles antun?"

"Was haben sie dir denn angetan?" unterbrach er Monkey harsch.

"Das sie dir die Wächter implantierten? Das sie dich ach so schreckliche Dinge haben tun lassen? Das sie dich zwangen ein Mitglied des Ordens zu werden?"

Monkey brüllte ihn an.

"Ja verdammt! Wie konntest du das zulassen? Bei deinem eigenen Kind?"

Sein Vater lachte ihn aus.

"Du weisst garnichts! Willst du wirklich die Wahrheit hören? Sie wird dir nicht gefallen?"

"Ich weiß schon alles! Bellani hat es mir erzählt bevor ich ihn tötete."

Das Lachen des alten Mannes wurde noch lauter.

"Bellani? Haha, der Typ war ein Niemand. Er wusste nur das, was wir ihn wissen liesen. Er war auf eine Art nichts anderes wie du selbst. Ein Werkzeug um unseren Zwecken zu dienen. Nichts von alledem ist wahr. Den Orden dem er glaubte anzugehören und von dem du glaubst versklavt worden zu sein. Es gibt ihn nicht. Es hat ihn nie gegeben. Du selbst hast bis vor acht Jahren noch garnicht existiert."

Monkeys Blick wurde starr und sein Gesicht bleich.

"Was sagst du da?" stammelte er "Das ist doch Blödsinn! Ich erinnere mich noch genau an den Tag als mich Kommander Jenkins vom Millitärdienst enthob. Wie ich auf dieser dreckigen Station an den Speicherchip geriet.

Ich sehe alles vor mir. Die geheime Station. Die seltsamen Zeichen. Das Verhör und die Injektion."

Monkey wusste nicht mehr was er glauben sollte. Was passierte hier? Er hatte doch schon genug Leid erfahren. Irgendwann musste es doch mal genug sein.

"Was fällt dir denn noch so ein?" forderte sein Vater ihn heraus "Was hast du an dem Tag gegessen? Was gab es in der Station sonst zu sehen? Wie war das Training im Hauptquatier des Ordens? Wen hast du dort kennengelernt? Wie hast du zwischen den vielen Missionen, in denen du ach so viele Menschen getötet hast, deine Zeit verbracht? Hast du Hobbys? Hast du dich niemals darüber gewundert, das du solche Fragen nicht beantworten kannst?"

Monkey konzentrierte sich so gut es ging. Versuchte seine Erinnerungen zu sortieren. Etwas zu finden was es sonst noch gab. Er fand nichts.

In letzter Hoffnung klammerte er sich an sein Treffen mit Gregory in dem Labor in dem er auch Sophie gefunden hatte.

"Gregory Higgs! Wir waren während der Zeit beim Millitär gute Freunde! Wie erklärst du mir das?"

Sein Vater applaudierte hochachtungsvoll.

"Bravo mein Lieber! Da hast du ja mächtig tief in deinen Erinnerungen gegraben. Du warst ja nicht das einzigste unserer Experimente.

Wir wollten mehrere von deiner Sorte erschaffen. Ihr solltet später alle zusammenarbeiten und daher haben wir diese Erinnerung bei jedem von euch eingebaut. Ein Fehler wie wir später festellen mussten!"

Er ging einen Schritt auf Monkey zu.

"Und das ist es, was dein gesammtes Leben ausmacht. Es ist nur eine Erinnerung die wir für dich geschrieben haben."

Monkeys Innereien schienen sich zu zersetzen. Übelkeit stieg in ihm auf und mehr und mehr schenkte er den Worten seinen Vaters Glauben. Nein, es war nicht sein Vater und die letzte Hoffnung versiegte in der Leere seiner Gedanken.

"Wozu das alles? Wofür habt ihr mich denn erschaffen? Sag mir wenigstens wofür."

"Nun gut. Ich denke das bin ich dir schuldig. Und auch sie Mrs. Assada!"

er wandte sich der Frau zu, welche ungläubig das Gespräch verfolgte. "Es dürfte sie auch sehr interessieren. Nicht das ihr zwei noch lange davon profitieren könntet."

Der Alte holte sich einen Stuhl und setzte sich vor die zwei Gefangenen und begann ruhig und gelassen seine Geschichte zu erzählen.

"Wo fangen wir an? Erschaffen wurdest du zum Schutz dieses Kindes!"

Er deutete auf den Raum in dem sich Sophie befunden hatte.

"Zumindest diese Aufgabe hast du ja recht gut hinbekommen."

Monkey reagierten nicht weiter darauf.

"Du warst der erste von fünf. Ihr fünf solltet das sein was du unter den fünf Assassinen kennst. Untersuchungen hatten ergeben, das Klone wie du einer bist nicht lebensfähig waren, sollange sie über keine Erinnerungen verfügten. Ihnen fehlte einfach einen Seele. Ich und eine meiner engeren Assistentinen gaben unser Erbgut und schufen den ersten Prototypen. Dich!"

Ein eiskalter Schauer lief durch Monkeys Körper.

"Wenn man es also genau nimmt, bin ich tatsächlich dein Vater und sie deine Mutter. Daher bauten wir die Erinnerungen auf diesem Grundgerüst auf. Es funktionierte hervorragend und innerhalb weniger Wochen hattest du das Alter eines erwachsenen Mannes."

Rinako war schockiert über diese schonungslose Ausbreitung der Wahrheit.

"Sie sind doch wahnsinnig. Wie sollte so etwas überhaupt möglich sein? Eine solch ausgereifte Klontechnik ist mir nicht bekannt!"

Der Mann wandte sich gelassen zu ihr um.

"Dazu komme ich noch, Mrs Assada. Haben sie noch ein wenig Geduld!

Damit du deine Aufgabe ohne Fragen zu stellen ausführen würdest, fütterten wir deine Erinnerungen mit den Geschehnissen die du bereits kennst. Die Entlassung, der Orden, die Injektion und alles was dazu gehörte.

Nunja, die Injektion fand wirklich statt, aber da warst du noch ein Fötus in einem Glaskasten. Wir wussten ja nicht ob du unseren Anforderungen genügst."

Ein wenig verärgert fügte er hinzu.

"Und das hast du ja leider nicht. Deine erste Mission war ein verherender Fehlschlag. Du solltest die kleine Sophie aus ihrem Dorf entführen.

Das es keine Zeugen geben sollte klappte ja noch ganz gut, aber die Situation mit Sophies Schwester brachte deine Synapsen durcheinander.

Wie wir später entdeckten, lag es an den Erinnerungen an deine Kindheit. Sie brachten zuviel Menschlichkeit ins Spiel und weckte Skrupel und Mitleid in dir.

Wir versuchten diesen Effekt rückgängig zu machen indem wir diese Erinnerungen wieder aus deinem Kopf entfernten, doch wie du ja weißt ohne Erfolg.

Als du dann auch noch einen Weg fandest deine Wächter los zu werden und verschwandest, verloren wir dich vollständig aus den Augen."

Monkey schien seinen Verstand zu verlieren. Er versuchte verzweifelt seinem Leben etwas echtes anzudichten. Er wollte kein Experiment sein. Niemals wirklich existiert zu haben war für seinen Verstand nicht zu fassen.

Eine Träne ran an seiner Schläfe hinab und Rinako warf sich wieder dazwischen.

"Jetzt lassen sie es gut sein, verdammt. Quälen sie ihn doch nicht noch länger."

"Aber aber Mrs Assada, ich bin doch noch garnicht fertig. Das beste kommt doch erst." fuhr der Alte lachend fort.

"Wie ich ja eben schon sagte, waren fünf von deiner Sorte geplant und konnten nach den Erfahrungen mit dir verbessert in Produktion gehen! Fürs erste reichten uns die verbliebenen vier Exemplare um unsere Pläne vorran zu treiben. Fünf Kinder waren für unseren großen Plan von Nöten. Fünf telepathisch hochbegabte Kinder."

Wieder unterbrach ihn Rinako abruppt.

"Sie reden völligen Unsinn. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben das Menschen nicht zu größeren telepathischen Leistungen imstande sind. Ihnen fehlt ein wichtiger Bereich im Stirnlappen. Sie haben diesen Schritt der Evolution noch nicht erreicht."

"Ahh ich sehe schon, ich muss noch weiter ausholen. Sie sind einfach zu schlau für mich. Also passen sie auf.

Sie sind ja ebenfalls auf der Suche nach diesem ominösen Orden. Hier und da werden sie wohl auch vereinzelte Spuren gefunden haben, sonst hätten sie uns ja nicht solch einen Ärger bereiten können.

Was würden sie sagen wenn dieses ganze Unterfangen, seinen Anfang bereits vor einigen hundert Jahren genommen hat? Als eine Gruppe von Sammlern in einem abgelegenen Asteroidenfeld, eine ausgebranntes Schiff einer unbekannten Rasse fand. Der größte Fund, ein Kristall, sich allerdings nach genaueren Untersuchungen als Datenspeicher offenbarte. Niemand konnte diese Daten lesen und so wanderte der Kristall von einer Hand in die andere, von Sammler zu Liebhaber bis zu meinem Großvater. Durch einen dummen Zufall, traf er damals auf einen gewieften Mathematiker, mit dessen Hilfe er einen Teil der Daten entschlüsseln konnte.

Was sie darin fanden übertraf alles was sie sich jemals hätten erträumen können. Wissen das die menschliche Vorstellungskraft bei weitem überstieg."

Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.

"Eine uralte Rasse, in der Evolution weiter vorrangeschritten, wie jede uns bekannte Zivilisation. Telepathisch hoch begabt. Sie hatten Techniken entwickelt, welche es ihnen ermöglichte diese Telepathie zu verstärken und effektiv zu nutzen. Als Waffe, als Maschine, oder eben auch als unendlichen Datenspeicher.

Monkeys Vater bemerkte wie Rinako unbewusst zusammenzuckte.

"Ja genau Mrs Assada, sie haben schon davon gehört. Ich habe ihre Arbeiten dazu gelesen. Es ist das selbe Prinzip wie ihr String Field Distance Coding.

Telepathie ist nichts anderes wie die Veränderung dieser kleinen Stringfelder, aus denen alle Materie besteht. Durch den zusätzlichen Bereich im Gehirn, war es dieser Rasse möglich eine Verbindung zu diesen Felder aufzubauen und sie zu beeinflussen."

"Jahrzehnte bevor die UEE das SFDC durch puren Zufall entdeckte, war mein Großvater bereits dabei es tiefgreifend zu erforschen.

Er war Chef einer großen Bergbaufirma und besaß genügend Gelder um sich ein erstes Labor in einem alten Asteroidenbergwerk einzurichten und einige herausragende Wissenschaftler anzuheuern.

Die Forschungen gingen gut vorran und bald fanden sie einen Weg, den Rest der Daten aus dem Kristall lesbar zu machen. Eine schier unglaubliche Menge an Wissen. Über Jahrtausende zusammengetragen. Selbst bis heute haben wir nur einen Bruchteil davon analysieren können."

"Es tut mir leid, ich schweife ab. Jedenfalls witterte mein Großvater große Macht und Einfluss, ja vielleicht auch den Weg um uns Menschen wieder an die Spitze der Evolution zu setzten.

Dieses Ziel zu erreichen sollte Jahrzehnte der Vorbereitungen nach sich ziehen und verschlang gigantische Mengen an Ressourcen und Geldern.

Als mein Vater sein Erbe antrat, stand das Projekt kurz vor dem Aus.

Die Bergbaugesellschaft stand vor dem Ruin.

Das Schiff, welches mein Großvater begonnen hatte nach den Plänen der fremden Rasse zu entwickeln, war viel zu groß um mit seinen begrenzten Mitteln fertiggestellt zu werden.

Mein Vater begann sich in die elitären Kreise der Gesellschaft einzuschleichen. Er ging in die Politik und schmiedete Bündnisse in allen Schichten der Gesellschaft.

Mächtige Geldgeber schlossen sich dem Vorhaben an. Gewaltige Schwarzmärkte wurden im Verborgenen hochgezogen. Gedeckt von Politik, Konzernen und sogar dem Millitär.

Selbst die großen Piratenclans schlossen sich unserer Sache an."

"Natürlich gab es immer wieder vereinzelte Fragensteller. Neugierige Individuen, welche zu tief in den Büchern wälzten. Wir streuten vereinzelte Hinweise auf einen mysteriösen Orden, welcher die Geschicke der Menschheit lenken wollte. So hatten die Suchenden ein Ziel vor Augen und schnell ging die Wahrheit in diesen Theorien unter.

Als ich dann schließlich in die Fußstapfen meines Vaters trat, war das Projekt kurz vor seiner Vollendung. Aus dem Wissen der alten Rasse hatten wir Techniken entwickelt die uns entgültig erlaubten, diesen Traum Realität werden zu lassen. Was uns fehlte waren die Telepathen. Alles auf dem Schiff wurde durch Telepathie gesteuert."

"Unsere Wissenschaftler hatten zu diesem Zeitpunkt, in den Daten die DNA der alten Rasse entdeckt und schlugen vor diese mit Menschen zu kreuzen. Eine zeitaufwendige Sache, wenn man sie unter Laborbedingungen in die Wege leiten wollte. Solch ein Unterfangen barg eine zu große Fehlerquote. Doch hatte sich unsere Unternehmung in einen Molloch verwandelt. Kaum mehr zu kontrollieren und mit einer gefährlichen Eigendynamik ausgestattet. Viele der großen Investoren drängten auf eine Fertigstellung. Sie wollten Ergebnisse und das noch zu Lebzeiten."

"Also beschlossen wir die Sache ein wenig zu beschleunigen.

Wir begangen also die künstliche Befruchtung in den Krankenhäusern zu manipulieren und unsere eigenen Versionen einzusetzten. Zuerst in den Randgebieten und später auch in den Inneren Sektoren.

Den plötzlichen Anstieg der Fehlgeburten und den teilweisen unschönen Todesfällen von Schwangeren, konnten wir grade noch vertuschen. Aber es dauerte einige Jahre ehe wir Ergebnisse erzielten.

Gleichzeitig zu dieser Maßnahme starteten wir das Assassinenprogramm."

"Diese Kinder wahren von solch unschätzbarem Wert, das wir sicherstellen mussten das ihnen nichts geschieht. Mittlerweile haben wir unsere Kanditaten zusammen. Wir wären sogar noch einen Schritt weiter, hättest du das fünfte Kind nicht aus den Laboren entführt. Aber jetzt ist sie wieder Zuhause und kann ihreren Platz neben ihren Geschwistern einnehmen um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu führen. Es ist schade das wir dabei auf deine Fähigkeiten verzichten müssen, aber das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Daher verabschiede ich mich nun und überlasse euch euren Henkern."

Monkeys Geist war zerbrochen. Kein Wort hatte er während der Ausführungen dieses Mannes, den er einst als seinen Vater angesehen hatte, verloren. Nur eine alles verzehrende Leere breitete sich immer weiter in ihm aus. Er hörte wie die Frau neben ihn auf ihn einredete. Wie sie versuchte ihn aufzurütteln. Aber sein Bewusstsein verarbeitete diese Laute nicht weiter.

Irgendetwas passierte um ihn herum, doch alles war wie in einem Traum.

Die Zeit schien still zu stehen.



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Hat ja auch lange genug gedauert ;)
Aber das warten hat sich definitiv gelohnt.

 

Wirklich eine Wendung mit der ich absolut nicht gerechnet hatte, war echt buff und fügt sich trotzdem alles schön zusammen. 
Deine Befürchtung, dass es plump wirken könnte, kann ich nicht bestätigen. Hier und da sind noch kleinere Fragen offen, aber denke das wird noch geklärt^^

 

hoffe das wir dieses mal nicht wieder so lange warten müssen.....

 

grüßßlleee

 

SEV

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