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Monkeys Vergangenheit vor dem Beitritt bei der EXCO

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OneEyed Monkey

....Part 1 findet ihr hier....

Kapitel 8

"Commander Kardan? Das sollten sie sich ansehen! Scheint als hätte unser Captain es tatsächlich geschafft"

Der Kommunikationsoffizier deutete auf seinen Bildschirm.

Kardan konnte es fast nicht glauben.

"Auf den Hauptschirm, schnell!"

Die Videoübertragung der Helmkamera erhellte augenblicklich die Brücke.

"Leiten sie das Signal an die Flotte weiter! Das sollten sie nicht verpassen."

Tilgorn hatte den Durchflug unbeschadet überstanden und befand sich in einer Art Sturm. So etwas bekamen nur sehr wenige Menschen jemals zu Gesicht.

Der Captain meldete sich über das Kom.

"Northstorm? Könnt ihr das sehen? Meine Anzeigen spielen völlig verrückt. Die Schildenergie sinkt stetig. Das gesamte System scheint kurz vor dem Kollaps zu stehen. Das Zentralgestirn befindet sich, in einem äußerst labilen Zustand. Die äußeren Hüllen sind bereits abgestoßen und der kritischen Masse nach zu urteilen sind wir hier Zeuge einer Geburt."

Kardan blickte zu seinem Wissenschaftsoffizier.

"Der Captain hat recht. Wenn die übertragenen Daten stimmen und davon gehe ich aus, dann wird dort in den nächsten Wochen ein schwarzes Loch entstehen."

Damit hatte nun keiner gerechnet. Hatte der Feind diesen Ort absichtlich ausgewählt? Das grenzte an Schwachsinn. Wie sollte man an einem solchen Ort lange Zeit überleben?

"Können wir antworten?" wollte Kardan wissen.

"Leider nein Commander, die Empfangsleistung der Hornet ist dafür nicht ausgelegt. In diesem Sturm wird alles verschluckt! Es ist ein Wunder das wir ihn empfangen können!"

Tilgorn berichtete weiter und die Helmkamera übertrug dabei alles was auf der anderen Seite passierte.

"Ich übermittel ihnen jetzt die Daten der Durchflugsroute. Aber warten sie noch auf einen Befehl meinerseits! Ich werde versuchen mehr herauszufinden. Vielleicht ist es eine Falle."

Tilgorns Hände huschten über die Amaturen. Er verstärkte die Schilde und lies die Hornet weiter in das System gleiten.

"Hier gibt es nichts was eine Orientierung ermöglicht. Eine ganze Flotte, kann sich doch nicht so einfach in Luft auflösen!"

Der Captain sprach sehr laut. Die Wechselwirkung zwischen den Schilden und dem Sturm schienen mehr Lärm zu verusachen als es in der Übertragung den Anschein hatte.

"Ich entferne mich weiter in Richtung Zentrum. Auf grader Linie vom Austrittspunkt. Das ist die einzige Möglichkeit, wie wir hier drinne Navigieren können. Aber es ist nicht einfach das Schiff auf Kurs zu halten."

Eine Warnleuchte der Hornet sprang an und Tilgorn kontrollierte erneut die Anzeigen.

"Scheint als hätten wir einen Treffer gelandet. Ich empfange Signale einer Navigationsboje. Ich ändere den Kurs und sehe es mir an. Schilde sind bei 75 Prozent."

Die gesamte Crew der Nortstorm blickte wie gebannt auf die Monitore.

Keiner sagte auch nur ein Wort oder wagte es laut zu atmen. Eine unheimliche Stille, nur durchbrochen vom Knistern des Kom und dem gedämpften Tosen des Sturms.

Kardan wäre am liebsten sofort hinterher. Seinen Captain bei dieser Aufgabe alleine zu lassen, entsprach in keinster Weise seiner Natur.

Aber Befehl war Befehl.

Erneut durchbrach Tilgorns Stimme die Stille.

"Eine weitere Boje ist von den Scannern entdeckt worden. Eindeutig ein Pfad. So navigieren sie hier drin. Ich werde weiter hineinfliegen. Schilde bi 60 Prozent."

Die eletrische Ladung des Sturms liesen die Partikel, welche durch den Raum jagten aufglühen. Wie feine Schweife kleiner Raketen jagten sie um das Cockpit herum. Immer wieder flammten die Schilde auf und rissen jedes Mal etwas der verbleibenden Energie mit sich. Sehr bald würde ihr Captain den Punkt erreichen, an dem es keine Rückkehr mehr geben konnte. Das musste ihm doch klar sein, doch schien es nicht so als wolle ihr Captain den Rückweg antreten. Er hatte doch alles gefunden was sie wissen mussten. Kardan war zutiefst beunruhigt.

"Ich glaube ich habe da etwas gefunden." meldete sich Tilgorn zurück.

"Es scheint eine ruhige Zone innerhalb dieses Mahlwerks zu geben. Ich bin nur noch wenige Kilometer davon entfernt. Schilde sind bei 35 Prozent. Eine Wahl habe ich nicht mehr, ich fliege da rein. Macht alles bereit für einen Angriff. Aber wartet auf mein Signal."

Der Sturm wurde ruhiger. Die Sicht etwas besser. Langsam aber stetig näherte sich die Hornet dem Rand des Sturms, bis der Jäger ihn schließlich hinter sich lies. Tilgorn schaute sich um und zeigte seiner Crew, was er zu sehen bekam.

Ungläubig schaute Kardan auf den großen Schirm der Northstorm.

"Was ist das? Wie ist das möglich?"

Keiner auf der Brücke hatte eine Antwort parat. Es blieb vollkommen still.

Der Sturm wütete noch immer. Nur wurde er einfach draußen gehalten.

Wie eine gigantische Blase hielt irgendwas das Chaos aus diesem Bereich fern. Tilgorn wandte sich von diesem unglaublichen Anblick ab und gab Schub und steuerte auf das vermeintliche Zentrum der Blase zu.

In der Ferne schälten sich Konturen aus der Dunkelheit hervor.

Je näher er kam desto deutlicher wurden ihre Strukturen. Hunderte Schiffe umringten etwas großes in ihrer Mitte.

"Eine Station?" schoss es Kardan in den Kopf, nur um den Gedanken kurz darauf wieder zu verwerfen! Das da auf dem Schirm, war keine Station. Das war etwas ganz anderes.

Plötzlich und äußerst abrupt wurde Tilgorn nach vorn geworfen, so als wäre er vor eine Wand gestoßen. Die Hornet bewegte sich keinen Meter mehr weiter.

Schmerzverzerrt und außer Atem röchelte Tigorn in das Kom.

"Verdammte Scheiße, was war das? Die Antreibe sind auf vollen Touren, aber ich komme nicht vorran."

Ihr Captain schrie auf.

"Was ist hier los? Hier ist irgendwas bei mir im Schiff! Ich kann es fühlen, aber ich sehe nichts"

Hektisch wechselte das Bild die Perspektiven. Tilgorn blickte sich im Cockpit um. Schaute nach oben, zur Seite und nach hinten. Nichts zu sehen außer den Amaturen.

"Mein Helm! Er öffnet sich! Was passiert hier? Bleibt wo ihr seit, irgendwas stimmt hier......."

Die Stimme ihres Captains verstummte. Stattdessen konnte man nun sein Gesicht sehen. Entschlossen wie immer blickte er in die vor ihm schwebende Helmkamera.

Kardan fluchte los.

"Wir müssen ihm helfen! Allarmiert die Flotte, wir fliegen rein!"

"Aber sein Befehl..." wandte einer der Offiziere ein.

"Ist mir völlig egal! Ich lasse ihn da drin nicht verrecken! Das ist ein Befehl!"

Wärend der Offizier den Anweisungen folge leistete, starrte der Rest weiter fassungslos auf die Übertragung.

Teile der Hornet begannen sich zu lösen und durch das Cockpit zu schweben. Mehr und mehr zerlegte sich das Schiff in seine Einzelteile.

Die Kamera hielt weiter auf Tilgorns Gesicht, welcher nicht das geringste Anzeichen von Angst aufkeimen lies.

Es war nur ein kurzer Augenblick, nichtmal ein Wimpernschlag, als die Hornet in tausende Teile zersprang und ihren Captain in die Leere des Alls entlies. Die Bruchstücke tänzelten um ihn herum, wärend sein Gesicht sich zu einer grotesken Grimasse verzog und sich sein Blut aus Augen, Mund und Nase den Weg nach draußen bahnte. Er starb vor ihren Augen einen qualvollen Tod, ohne das sie das geringste hätten tun können.

Die Übertragung brach ab.

Kapitel 9

Die Spider kam in Sichtweite.

Man konnte es kaum glauben, aber Doran hatte sie relativ sicher ins Zentrum Cathcards gebracht.

Es hat lange gedauert.

Die Constellation war zu einem reinen Frachter umgebaut worden und Doran hatte keinerlei Geld in bessere Antriebe oder sonstige Erweiterungen investiert. Fast einen ganzen Tag waren sie nun unterwegs gewesen, doch endlich würden sie sich um Monkeys letzte Anweisung kümmern können.

Während des Fluges hatten sie kaum ein Wort gewechselt. Legard hatte lediglich angemerkt, das ihm ein Treffen mit dem Fürsten der Piraten nicht sonderlich behagen würde und er es als großen Fehler einordnete.

Aber eine andere Lösung gab es nicht und sie mussten darauf vertrauen das der Kontaktmann von dem Monkey gesprochen hatte, wirklich genug Einfluss auf Jokks haben würde.

Tarek hatte ihn kurz vor ihrer Ankunft kontaktiert und ein Treffen am Dock ausgemacht.

In wenigen Minuten würden sie erfahren ob dieser ominöse V, wie er sich selbst nannte, vertrauenswürdig war.

Die Constellation setzte zur Landung an.

Ein letztes Aufheulen der Schubdüsen stabilisierte das Schiff ehe das metallische Schaben das Aufsetzen auf dem Landedeck bestätigte.

Doran bat darum im Schiff zu bleiben und versprach auf die Beiden zu warten.Tarek willigte ein.

Es war ihm auch völlig egal, ob dieser Mann sein Versprechen halten würde. Es galt jetzt andere Probleme zu bewältigen.

Monkey vertraute ihnen und sie durften ihn nicht enttäuschen.

Der Fahrstuhl der Constellation senkte sich zu Boden und noch ehe er diesen berührte, winkte ihnen bereits eine in hautenges schwarzes Leder gekleidete Frau zu.

Tarek und Legard staunten nicht schlecht als sie sich als V vorstellte und ihnen klarmachte nicht hier über ihr Vorhaben sprechen zu wollen.

Sie führte sie durch die Docks zu einem Büro in den Randbereichen der Station.

Die Tür schloss sich hinter den Dreien.

"So So!" begann sie "Ihr zwei seit also Freunde von Monkey?"

Tarek nickte und Legard setzte sich eingeschüchtert auf einen Sessel.

Er traute hier auf Spider niemanden.

"Was hat dieser Tölpel wieder angestellt? Erzählt mir alles was geschehen ist, sonst könnt ihr von mir keine Hilfe erwarten! Wenn ich euer Anliegen gutheise, habt ihr Glück und wenn nicht, seht ihr besser zu das ihr die Beine in die Hand nehmt. Und lasst bloß nichts aus, sonst kann ich äußerst ungemütlich werden."

Tarek war nicht wohl bei der Sache. War diese Frau wirklich vertrauenswürdig? Was wenn sie zum Feind übergelaufen ist? Monkey könnte sich in ihr irren. Aber welche Wahl hatten sie schon. Wohl keine.

Tarek begann ihr alles zu erzählen was sie wissen musste. So weit es ihm möglich war unterschlug er einige Details und hoffte das sie es nicht bemerken würde.

Es dauerte eine ganze Weile und V verfolgte geduldig seine Ausführungen.

Kaum hatte er seine Erzählung beendet,verwandelte sich die bislang besonnene Frau in eine regelrechte Furie.

"Wollt ihr mich eigentlcih verarschen? Eine geheime Loge? Telepathische kleine Mädchen? Ein Kampf um das Schicksal der Welt? Und eine von den Toten zurückgekehrte Piratenlegende? Ich hätte euch beseitigen sollen, ehe ich mir diesen Blödsinn anhören musste."

Tarek zuckte zusammen und Legard sprang auf.

Man konnte den Zorn in seiner Stimme spüren als er V entgegentrat.

"Es ist die Wahrheit! Monkey schickt uns um die Piraten um Hilfe zu bitten. Es rollt etwas großes auf uns zu und nur gemeinsam können wir es aufhalten!"

Die Frau winkte ab.

"Mag sein das ihr die Wahrheit sprecht. Aber das Faith noch am Leben sein soll, hat mich stutzig gemacht! Jeder in Cathcard weiß wie sie starb und noch schlimmer ist, das es die Schuld dieses Möchtegernhelden ist das sie sterben musste. Ich habe Faith immer vor ihm gewarnt aber sie sah so viel in ihm und nichts davon hat sich bewahrheitet.

Sie war geblendet von ihren Gefühlen zu ihm! Und Monkey wusste, das wir ihm allein deswegen niemals helfen werden!"

"Monkey weiss nichtmal das sie noch lebt!" wandte Tarek ein

"Er weiß nicht das wir es wissen und jede Nacht in seinen Träumen schreit er ihren Namen! Niemand auf dieser Welt betrauert ihren Tod mehr als er und trotzdem glaubt er an euch, das ihr uns helfen werdet!"

Tarek trat einen Schritt auf sie zu und baute sich drohend vor ihr auf.

"Also wer seid ihr wirklich und warum glaubt Monkey das ihr ihn nicht hängen lasst? Und wehe ihr lasst ein Detail aus!"

V rümpfte die Nase und drehte sich zum Ausgang.

"Das war ein Fehler! Seht selber, wie ihr zu Jokks gelangt! Ich hab eigene Probleme und muss mich nicht um Monkeys irre Ideen kümmern! Von sowas hab ich genug!"

Sie schritt zur Tür und sagte kein Wort mehr.

Legard platzte der Kragen.

"Hier geblieben du kleine Schlampe, wir sind hier noch nicht fertig!"

Er nahm den Lauf seiner Pistole und hämmerte der Frau mit voller Kraft den Griff auf den Schädel. Bewusstlos sackte sie zu Boden.

"Hast du sie noch alle?" fauchte Tarek seinen Freund an.

"Glaubst du im ernst, das sie uns jetzt noch helfen wird?"

Legard zuckte mit den Schultern.

"Wir werden sehen. Fesseln wir sie erstmal an den Stuhl und reden später noch mal in Ruhe mit ihr. Du weisst doch, ein Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen!"

Tarek schüttelte den Kopf.

"Ich bin nur von Irren umgeben! Aber gut, jetzt ist es eh zu spät!"

Kapitel 10

Wie lange war er hier schon gefangen? Monkey wusste es nicht. Seid er vor Stunden erwachte, marterten Sophie´s Schreie sein Bewusstsein. Obwohl er sie nicht hören konnte und er ihren Aufenthaltsort nicht kannte, spürte er ihre Angst und ihre verzweifeltes Flehen um Hilfe. Sophie hielt die Verbindung aufrecht, seid man sie von ihm fortgerissen hatte und umklammerte seinen Geist so fest sie nur konnte. In Gedanken sprach er ihr Mut zu und gab sich selbst der Pein preis, um ihre Schmerzen ein wenig zu lindern.

Monkey hatte sein Versprechen sie zu beschützen gebrochen. Unfähig sich zu bewegen, fixiert an eine stählerne Pritsche, hatte er stundenlang in die Leere der gläsernen Zelle gebrüllt.

"Lasst sie in Ruhe ihr Schweine! Ihr Monster! Ich komme hier raus und dann hole ich euch, einen nach dem anderen!"

Nun war sein Mund ausgetrocknet und seine Kehle blutig. Nur noch ein leises Zischen ging von ihm aus.

"Vater, was tust du nur? Wer bist du, das du zu sowas im Stande bist? Komm her und rede mit mir!"

Ein Wärter trat an die Tür und aktivierte die Sprechanlage.

"Hast du denn noch immer nicht genug? Winselst hier rum und ruinierst dich selbst. Gib es doch endlich auf, Mr. Brown wird sich noch früh genug um dich kümmern!"

"Wie heist du?" röchelte Monkey dem Mann entgegen.

"Holland! Aber ich wüsste nicht fast dich das interresieren sollte!"

Monkey spuckte das Blut was sich immer wieder in seinem Mund sammelte zur Seite und drehte seinen Kopf soweit er konnte nach hinten und blickte dem Wärter direkt in die Augen.

"Ich wollte nur wissen, wen ich als erstes töten werde! Aber schon gut, du wirst es merken wenn es soweit ist!"

Lachend wandte sich Holland von dem Eingang ab und schritt wieder den Flur entlang.

"Du armer Irrer. Du kannst dich ja nichteinmal........."

Ein lautes Zischen war durch die noch aktiven Lautsprecher zu hören, gefolgt von einem ungesunden Knacken und die Worte brachen mitten im Satz abruppt ab. Blut spritzte von außen gegen die gläserne Wand.

"So ein nerviges etwas!" tönte eine weibliche Stimme über die Lautsprecher.

"Der Typ fragt gut und gerne zwei dutzend mal am Tag die neusten Wetterdaten ab. Was will der damit frag ich mich? So kann ich wirklich nicht arbeiten! Nur Amateure hier in dem Laden!"

Monkey versuchte seinen Kopf noch etwas weiter zu drehen um die Besitzerin der Stimme auszumachen. Es war nichts zu sehen.

"Wer ist da?" rief er so laut er konnte.

"Ja jetzt brüll doch nicht so! Meine Sensoren zeigen starke Reizungen des Kehlkopfes. Das muss doch wirklich weh tun."

"Woher wissen sie......?" wollte Monkey grade zu einer Frage ansetzten, als die Fixierungen wie von Geisterhand aufsprangen.

"Ach Verzeihung! Wo war ich nur wieder mit meinen Gedanken? Ist nicht mehr so wie in meinem alten Zuhause. Hier ist es wirklich eng und ich konnte nicht mal ansatzweise alles mitnehmen. Wie auch immer, nennen sie mich Siri!"

Monkey war verwirrt! Was ging hier vor?

Langsam richtete er sich auf der Pritsche auf. Das lange Liegen hatte seinen Beine taub werden lassen und es dauerte eine Weile bis das Gefühl wieder zurückkam.

"Siri? Ok, wie sie meinen. Wo sind sie, warum helfen sie mir?"

Die Stimme wirkte etwas beleidigt.

"Was soll das heißen, wo ich bin? Was kann ich dafür das ich keinen Körper habe? Was soll das? Reden sie immer mit ihren Rettern auf so eine ungehobelte Art und Weise?"

Die Frau schien große Probleme zu haben, da war sich Monkey sicher. Aber das tat jetzt nichts zur Sache.

"Tut mir leid, das kommt nicht wieder vor. Also warum helfen sie mir?"

"Nicht ihnen! Zumindest nicht direkt! Ich konnte nicht tiefer in die Systeme dieses Komplexes eindringen. Wie schon gesagt, musste ich einges zurücklassen. Ich wandle sozusagen nur an den Grenzen meiner Möglichkeiten." antwortete Siri schnipisch.

"Komm auf den Punkt." beharrte Monkey.

"Nunja, sie sollen mir helfen Mrs Assada zu retten! Sie wird in einem Bereich festgehalten, der mir nicht zugänglich ist."

Monkey kannte niemanden mit diesem Namen. Er deutete auf die anderen Zellen.

"Und warum hast du mich für diese glorreiche Aufgabe ausgewählt? Hier gibt es doch sicherlich noch andere Kandidaten."

Siri zögerte einen Moment ehe sie antwortete.

"Mrs Assada war auf der Suche nach ihnen. Da hielt ich es für......"

Monkey unterbrach sie.

"Warte mal! Auf der Suche nach mir? Warum das? Ich kenne diese Frau nicht."

"Dazu habe ich keine Informationen, tut mir leid. Wir sollten uns jedoch beeilen. Laut der Datenbank steht die Exekution kurz bevor. Zusammen mit einer Versuchsreihe. Codename Sophie."

"Sophie?" platzte es aus Monkey heraus "Wo ist sie?"

"So wie es scheint, haben die zwei gleich ein Rendezvous. Nur wird das sicherlich nicht sonderlich romantisch. Begeben sie sich auf Ebene 3 Labor 26. Ich führe sie soweit es mir möglich ist." drängte Siri.

Die Tür zischte zur Seite.

"Das gibts doch nicht. 2,856 Sekunden. Das ist wirklich nicht zu fassen. Wer ist für diese miserrable Hardware verantwortlich? Sowas nennt sich Hochtechnologie? Wenn sie auf ihrem Weg, den Administrator dieser Einrichtung aus Versehen umkommen lassen, würden sie mir einen riesen Gefallen tun."

Monkey sprang auf und lief in den Korridor. Holland, hatte es übel erwischt. Sein halb gespaltener Körper, blockierte noch immer den Schließmechanismus der nächsten Tür, welche beharrlich auf und zu fuhr. Das schmatzende Geräusch erfüllte Monkey mit einer besorgnisseregenden Genugtuung. Tür um Tür öffnete sich wie von Geisterhand, während er den Wegweisern zu den Fahrstühlen folgte.

"Ich komme Sophie, halte durch!"

Monkey hatte es bislang nicht gemerkt, aber die Verbindung zu der Kleine war abgebrochen.

Kapitel 11

Monkey erreichte das Labor mit der unscheinbaren Aufschrift 26 ohne größere Probleme. Siri hatte ihm den Weg bis zur dritten Ebene freigeräumt.

Hier unten war ihr allerdings ein weiterer Zugriff verwehrt.

Ohne weitere Zeit verstreichen zu lassen trat Monkey in den weißen Raum hinter der steril glänzenden Tür.

Ihm stockte der Atem als er den Grund erblickte, welcher für das Abreißen der mentalen Verbindung zu Sophie verantworlich war.

Das kleine Mädchen hing regungslos in einem zylindrischen Tank, gefüllt mit einer milchigen Flüssigkeit. Fingerdicke Kanülen erweiterten ihren Blutkreislauf auf eine Reihe von Pumpen und ihm unbekannte Geräte. Ein Strang aus Kabel war über Sensoren und Nadeln mit ihrem Körper verbunden. Es handelte sich um einen ähnlichen Tank wie der im Labor der Loge. Scheinbar blockierte er ihre Fähigkeiten.

Monkey vergaß seine Vorsicht und rannte zu ihr hinüber.

Sie reagierte nicht auf sein Klopfen und in seinen Gedanken blieb es still.

Sie lebte noch, da war er sich sicher, doch wie er sie aus diesem Albtraum befreien konnte, war ihm zu diesem Zeitpunkt völlig schleierhaft.

Was wurde hier gespielt? Wo ist mein Vater und der Rest dieser Monster?

Monkey wandte sich von Sophie ab. Der Anblick schmerzte ihn zutiefst.

Er musste sie da raus holen.

Grade als er began nach einer Lösung zu suchen, sprang eine Tür auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes auf.

"Na dann haben wir ja alle beisammen!" Monkeys Vater stolzierte gewohnt überheblich in den Raum, gefolgt von mehreren Wachen.

"Nicht das ich dich jetzt enttäusche, aber du störst uns grade in einer sehr spannenden Phase unseres kleinen Experimentes und wie hast du es eigentlich aus deinem Zimmer geschafft?"

Monkey wusste nicht was er antworten sollte. Was waren das für dämliche Fragen? Sein Vater verhielt sich nicht wie er es erwartet hatte.

"Sprachlos mein Junge? Du bist doch sonst nicht auf den Mund gefallen."

Der Mann hob mahnend den Zeigefinger.

"Deine Mutter wäre wirklich enttäuscht. Dieses Experiment wäre ihr sehr wichtig gewesen! Es wird die Welt verändern."

Monkey verlor die Beherrschung und es sprudelte alles aus ihm heraus.

"Halt deinen Mund! Was soll das alles hier? Was sind das für Experimente?

Bist du wirklich ein Mitglied der Loge? Hast du einfach dabei zugesehen was sie mir angetan haben?"

Sein Vater zuckte nur mit den Schultern.

Und ein Stromstoß warf Monkey von den Beinen.

"Packt ihn euch! Bringt ihn zu unserem zweiten Gast und seht zu das er nicht wieder entkommt!"

Die Wachen packten ihn unter den Armen und zerrten ihn aus dem Raum.

"Und schafft die Kleine hier raus. Das Experiment ist abgeblasen. Bringt sie zu meinem Schiff. Wir werden schnellstmöglich hier verschwinden. Langsam tauchen einfach zu viele Störenfriede auf."

Monkey war durch den Stromstoß wie gelämt und konnte sich nicht wehren, als ihn die zwei Wachen an die Vorrichtung fixierten.

Ein weiteres Mal war er zur Bewegunslosigkeit verdammt.

Im Augenwinkel bemerkte er einen weiteren Gefangenen. Eine junge Frau. Er hatte sie niemals zuvor gesehen, doch sie starrte fassungslos zu ihm hinüber.

Grade wollte sie etwas sagen, als Monkeys Vater zu ihnen in den Raum trat.

"Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, ob ich wirklich der Loge angehöre?"

Ein Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht.

"Nunja. Wenn man es aus deinen Augen betrachtet, lautet die Antwort wohl eindeutig ja."

Monkey hatte bis jetzt gehofft, das es eine andere Erklärung für alles geben würde. Das sich Sophie geirrt hatte, das alles ein Trugschluss war, doch nun musste er die bittere Wahrheit erkennen.

"Wie konntest du nur? Warum hast du zugelassen, das sie mir das alles antun?"

"Was haben sie dir denn angetan?" unterbrach er Monkey harsch.

"Das sie dir die Wächter implantierten? Das sie dich ach so schreckliche Dinge haben tun lassen? Das sie dich zwangen ein Mitglied des Ordens zu werden?"

Monkey brüllte ihn an.

"Ja verdammt! Wie konntest du das zulassen? Bei deinem eigenen Kind?"

Sein Vater lachte ihn aus.

"Du weisst garnichts! Willst du wirklich die Wahrheit hören? Sie wird dir nicht gefallen?"

"Ich weiß schon alles! Bellani hat es mir erzählt bevor ich ihn tötete."

Das Lachen des alten Mannes wurde noch lauter.

"Bellani? Haha, der Typ war ein Niemand. Er wusste nur das, was wir ihn wissen liesen. Er war auf eine Art nichts anderes wie du selbst. Ein Werkzeug um unseren Zwecken zu dienen. Nichts von alledem ist wahr. Den Orden dem er glaubte anzugehören und von dem du glaubst versklavt worden zu sein. Es gibt ihn nicht. Es hat ihn nie gegeben. Du selbst hast bis vor acht Jahren noch garnicht existiert."

Monkeys Blick wurde starr und sein Gesicht bleich.

"Was sagst du da?" stammelte er "Das ist doch Blödsinn! Ich erinnere mich noch genau an den Tag als mich Kommander Jenkins vom Millitärdienst enthob. Wie ich auf dieser dreckigen Station an den Speicherchip geriet.

Ich sehe alles vor mir. Die geheime Station. Die seltsamen Zeichen. Das Verhör und die Injektion."

Monkey wusste nicht mehr was er glauben sollte. Was passierte hier? Er hatte doch schon genug Leid erfahren. Irgendwann musste es doch mal genug sein.

"Was fällt dir denn noch so ein?" forderte sein Vater ihn heraus "Was hast du an dem Tag gegessen? Was gab es in der Station sonst zu sehen? Wie war das Training im Hauptquatier des Ordens? Wen hast du dort kennengelernt? Wie hast du zwischen den vielen Missionen, in denen du ach so viele Menschen getötet hast, deine Zeit verbracht? Hast du Hobbys? Hast du dich niemals darüber gewundert, das du solche Fragen nicht beantworten kannst?"

Monkey konzentrierte sich so gut es ging. Versuchte seine Erinnerungen zu sortieren. Etwas zu finden was es sonst noch gab. Er fand nichts.

In letzter Hoffnung klammerte er sich an sein Treffen mit Gregory in dem Labor in dem er auch Sophie gefunden hatte.

"Gregory Higgs! Wir waren während der Zeit beim Millitär gute Freunde! Wie erklärst du mir das?"

Sein Vater applaudierte hochachtungsvoll.

"Bravo mein Lieber! Da hast du ja mächtig tief in deinen Erinnerungen gegraben. Du warst ja nicht das einzigste unserer Experimente.

Wir wollten mehrere von deiner Sorte erschaffen. Ihr solltet später alle zusammenarbeiten und daher haben wir diese Erinnerung bei jedem von euch eingebaut. Ein Fehler wie wir später festellen mussten!"

Er ging einen Schritt auf Monkey zu.

"Und das ist es, was dein gesammtes Leben ausmacht. Es ist nur eine Erinnerung die wir für dich geschrieben haben."

Monkeys Innereien schienen sich zu zersetzen. Übelkeit stieg in ihm auf und mehr und mehr schenkte er den Worten seinen Vaters Glauben. Nein, es war nicht sein Vater und die letzte Hoffnung versiegte in der Leere seiner Gedanken.

"Wozu das alles? Wofür habt ihr mich denn erschaffen? Sag mir wenigstens wofür."

"Nun gut. Ich denke das bin ich dir schuldig. Und auch sie Mrs. Assada!"

er wandte sich der Frau zu, welche ungläubig das Gespräch verfolgte. "Es dürfte sie auch sehr interessieren. Nicht das ihr zwei noch lange davon profitieren könntet."

Der Alte holte sich einen Stuhl und setzte sich vor die zwei Gefangenen und begann ruhig und gelassen seine Geschichte zu erzählen.

"Wo fangen wir an? Erschaffen wurdest du zum Schutz dieses Kindes!"

Er deutete auf den Raum in dem sich Sophie befunden hatte.

"Zumindest diese Aufgabe hast du ja recht gut hinbekommen."

Monkey reagierten nicht weiter darauf.

"Du warst der erste von fünf. Ihr fünf solltet das sein was du unter den fünf Assassinen kennst. Untersuchungen hatten ergeben, das Klone wie du einer bist nicht lebensfähig waren, sollange sie über keine Erinnerungen verfügten. Ihnen fehlte einfach einen Seele. Ich und eine meiner engeren Assistentinen gaben unser Erbgut und schufen den ersten Prototypen. Dich!"

Ein eiskalter Schauer lief durch Monkeys Körper.

"Wenn man es also genau nimmt, bin ich tatsächlich dein Vater und sie deine Mutter. Daher bauten wir die Erinnerungen auf diesem Grundgerüst auf. Es funktionierte hervorragend und innerhalb weniger Wochen hattest du das Alter eines erwachsenen Mannes."

Rinako war schockiert über diese schonungslose Ausbreitung der Wahrheit.

"Sie sind doch wahnsinnig. Wie sollte so etwas überhaupt möglich sein? Eine solch ausgereifte Klontechnik ist mir nicht bekannt!"

Der Mann wandte sich gelassen zu ihr um.

"Dazu komme ich noch, Mrs Assada. Haben sie noch ein wenig Geduld!

Damit du deine Aufgabe ohne Fragen zu stellen ausführen würdest, fütterten wir deine Erinnerungen mit den Geschehnissen die du bereits kennst. Die Entlassung, der Orden, die Injektion und alles was dazu gehörte.

Nunja, die Injektion fand wirklich statt, aber da warst du noch ein Fötus in einem Glaskasten. Wir wussten ja nicht ob du unseren Anforderungen genügst."

Ein wenig verärgert fügte er hinzu.

"Und das hast du ja leider nicht. Deine erste Mission war ein verherender Fehlschlag. Du solltest die kleine Sophie aus ihrem Dorf entführen.

Das es keine Zeugen geben sollte klappte ja noch ganz gut, aber die Situation mit Sophies Schwester brachte deine Synapsen durcheinander.

Wie wir später entdeckten, lag es an den Erinnerungen an deine Kindheit. Sie brachten zuviel Menschlichkeit ins Spiel und weckte Skrupel und Mitleid in dir.

Wir versuchten diesen Effekt rückgängig zu machen indem wir diese Erinnerungen wieder aus deinem Kopf entfernten, doch wie du ja weißt ohne Erfolg.

Als du dann auch noch einen Weg fandest deine Wächter los zu werden und verschwandest, verloren wir dich vollständig aus den Augen."

Monkey schien seinen Verstand zu verlieren. Er versuchte verzweifelt seinem Leben etwas echtes anzudichten. Er wollte kein Experiment sein. Niemals wirklich existiert zu haben war für seinen Verstand nicht zu fassen.

Eine Träne ran an seiner Schläfe hinab und Rinako warf sich wieder dazwischen.

"Jetzt lassen sie es gut sein, verdammt. Quälen sie ihn doch nicht noch länger."

"Aber aber Mrs Assada, ich bin doch noch garnicht fertig. Das beste kommt doch erst." fuhr der Alte lachend fort.

"Wie ich ja eben schon sagte, waren fünf von deiner Sorte geplant und konnten nach den Erfahrungen mit dir verbessert in Produktion gehen! Fürs erste reichten uns die verbliebenen vier Exemplare um unsere Pläne vorran zu treiben. Fünf Kinder waren für unseren großen Plan von Nöten. Fünf telepathisch hochbegabte Kinder."

Wieder unterbrach ihn Rinako abruppt.

"Sie reden völligen Unsinn. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben das Menschen nicht zu größeren telepathischen Leistungen imstande sind. Ihnen fehlt ein wichtiger Bereich im Stirnlappen. Sie haben diesen Schritt der Evolution noch nicht erreicht."

"Ahh ich sehe schon, ich muss noch weiter ausholen. Sie sind einfach zu schlau für mich. Also passen sie auf.

Sie sind ja ebenfalls auf der Suche nach diesem ominösen Orden. Hier und da werden sie wohl auch vereinzelte Spuren gefunden haben, sonst hätten sie uns ja nicht solch einen Ärger bereiten können.

Was würden sie sagen wenn dieses ganze Unterfangen, seinen Anfang bereits vor einigen hundert Jahren genommen hat? Als eine Gruppe von Sammlern in einem abgelegenen Asteroidenfeld, eine ausgebranntes Schiff einer unbekannten Rasse fand. Der größte Fund, ein Kristall, sich allerdings nach genaueren Untersuchungen als Datenspeicher offenbarte. Niemand konnte diese Daten lesen und so wanderte der Kristall von einer Hand in die andere, von Sammler zu Liebhaber bis zu meinem Großvater. Durch einen dummen Zufall, traf er damals auf einen gewieften Mathematiker, mit dessen Hilfe er einen Teil der Daten entschlüsseln konnte.

Was sie darin fanden übertraf alles was sie sich jemals hätten erträumen können. Wissen das die menschliche Vorstellungskraft bei weitem überstieg."

Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.

"Eine uralte Rasse, in der Evolution weiter vorrangeschritten, wie jede uns bekannte Zivilisation. Telepathisch hoch begabt. Sie hatten Techniken entwickelt, welche es ihnen ermöglichte diese Telepathie zu verstärken und effektiv zu nutzen. Als Waffe, als Maschine, oder eben auch als unendlichen Datenspeicher.

Monkeys Vater bemerkte wie Rinako unbewusst zusammenzuckte.

"Ja genau Mrs Assada, sie haben schon davon gehört. Ich habe ihre Arbeiten dazu gelesen. Es ist das selbe Prinzip wie ihr String Field Distance Coding.

Telepathie ist nichts anderes wie die Veränderung dieser kleinen Stringfelder, aus denen alle Materie besteht. Durch den zusätzlichen Bereich im Gehirn, war es dieser Rasse möglich eine Verbindung zu diesen Felder aufzubauen und sie zu beeinflussen."

"Jahrzehnte bevor die UEE das SFDC durch puren Zufall entdeckte, war mein Großvater bereits dabei es tiefgreifend zu erforschen.

Er war Chef einer großen Bergbaufirma und besaß genügend Gelder um sich ein erstes Labor in einem alten Asteroidenbergwerk einzurichten und einige herausragende Wissenschaftler anzuheuern.

Die Forschungen gingen gut vorran und bald fanden sie einen Weg, den Rest der Daten aus dem Kristall lesbar zu machen. Eine schier unglaubliche Menge an Wissen. Über Jahrtausende zusammengetragen. Selbst bis heute haben wir nur einen Bruchteil davon analysieren können."

"Es tut mir leid, ich schweife ab. Jedenfalls witterte mein Großvater große Macht und Einfluss, ja vielleicht auch den Weg um uns Menschen wieder an die Spitze der Evolution zu setzten.

Dieses Ziel zu erreichen sollte Jahrzehnte der Vorbereitungen nach sich ziehen und verschlang gigantische Mengen an Ressourcen und Geldern.

Als mein Vater sein Erbe antrat, stand das Projekt kurz vor dem Aus.

Die Bergbaugesellschaft stand vor dem Ruin.

Das Schiff, welches mein Großvater begonnen hatte nach den Plänen der fremden Rasse zu entwickeln, war viel zu groß um mit seinen begrenzten Mitteln fertiggestellt zu werden.

Mein Vater begann sich in die elitären Kreise der Gesellschaft einzuschleichen. Er ging in die Politik und schmiedete Bündnisse in allen Schichten der Gesellschaft.

Mächtige Geldgeber schlossen sich dem Vorhaben an. Gewaltige Schwarzmärkte wurden im Verborgenen hochgezogen. Gedeckt von Politik, Konzernen und sogar dem Millitär.

Selbst die großen Piratenclans schlossen sich unserer Sache an."

"Natürlich gab es immer wieder vereinzelte Fragensteller. Neugierige Individuen, welche zu tief in den Büchern wälzten. Wir streuten vereinzelte Hinweise auf einen mysteriösen Orden, welcher die Geschicke der Menschheit lenken wollte. So hatten die Suchenden ein Ziel vor Augen und schnell ging die Wahrheit in diesen Theorien unter.

Als ich dann schließlich in die Fußstapfen meines Vaters trat, war das Projekt kurz vor seiner Vollendung. Aus dem Wissen der alten Rasse hatten wir Techniken entwickelt die uns entgültig erlaubten, diesen Traum Realität werden zu lassen. Was uns fehlte waren die Telepathen. Alles auf dem Schiff wurde durch Telepathie gesteuert."

"Unsere Wissenschaftler hatten zu diesem Zeitpunkt, in den Daten die DNA der alten Rasse entdeckt und schlugen vor diese mit Menschen zu kreuzen. Eine zeitaufwendige Sache, wenn man sie unter Laborbedingungen in die Wege leiten wollte. Solch ein Unterfangen barg eine zu große Fehlerquote. Doch hatte sich unsere Unternehmung in einen Molloch verwandelt. Kaum mehr zu kontrollieren und mit einer gefährlichen Eigendynamik ausgestattet. Viele der großen Investoren drängten auf eine Fertigstellung. Sie wollten Ergebnisse und das noch zu Lebzeiten."

"Also beschlossen wir die Sache ein wenig zu beschleunigen.

Wir begangen also die künstliche Befruchtung in den Krankenhäusern zu manipulieren und unsere eigenen Versionen einzusetzten. Zuerst in den Randgebieten und später auch in den Inneren Sektoren.

Den plötzlichen Anstieg der Fehlgeburten und den teilweisen unschönen Todesfällen von Schwangeren, konnten wir grade noch vertuschen. Aber es dauerte einige Jahre ehe wir Ergebnisse erzielten.

Gleichzeitig zu dieser Maßnahme starteten wir das Assassinenprogramm."

"Diese Kinder wahren von solch unschätzbarem Wert, das wir sicherstellen mussten das ihnen nichts geschieht. Mittlerweile haben wir unsere Kanditaten zusammen. Wir wären sogar noch einen Schritt weiter, hättest du das fünfte Kind nicht aus den Laboren entführt. Aber jetzt ist sie wieder Zuhause und kann ihreren Platz neben ihren Geschwistern einnehmen um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu führen. Es ist schade das wir dabei auf deine Fähigkeiten verzichten müssen, aber das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Daher verabschiede ich mich nun und überlasse euch euren Henkern."

Monkeys Geist war zerbrochen. Kein Wort hatte er während der Ausführungen dieses Mannes, den er einst als seinen Vater angesehen hatte, verloren. Nur eine alles verzehrende Leere breitete sich immer weiter in ihm aus. Er hörte wie die Frau neben ihn auf ihn einredete. Wie sie versuchte ihn aufzurütteln. Aber sein Bewusstsein verarbeitete diese Laute nicht weiter.

Irgendetwas passierte um ihn herum, doch alles war wie in einem Traum.

Die Zeit schien still zu stehen.

OneEyed Monkey

Kapitel 1

Faith haderte mit sich selbst. Ihr Vorhaben grenzte an Selbstmord, doch genau genommen war sie ja bereits tod. Hatte sie wirklich an alles gedacht? Würde der Rat ihr den Rücken freihalten?

In all den Jahren hatte sie schon oft die Erfahrung machen müssen, das man sich auf das Wort dieser Möchtegernanführer, nicht uneingeschränkt verlassen konnte. Dabei ging es nicht nur um ihr Wohlergehen.

Die Zukunft ganz Cathcarts stand auf dem Spiel.

Denn sollte sie scheitern, könnte das brüchige Konstrukt, welches den Rest der Piraterie vor der puren Anarchie bewahrte, entgültig zusammenbrechen. Seit dem Sabotageakt des Typhon Clans auf die Waffenstillstandsverhandlungen, konnte jeder noch so kleine Funke ein Inferno auslösen. Die Clans würden sich gegenseitig zerfleischen und alles mit sich in den Abgrund reißen.

Es wäre keine gute Vorraussetzung für einen kleinen Jungen, gefahrlos aufzuwachsen.

Hätte sie Samuel von ihm erzählen sollen? Diese Frage beschäftigte sie schon lange, doch er war nicht der Typ, welcher einer solchen Verantwortung gewachsen wäre.

Faith war überzeugt, das richtige getan zu haben. Vielleicht, wenn irgendwann alles wieder in geregelten Bahnen verläuft, würde sie ihm die Wahrheit erzählen.

Die Kapuze ihres Mantels tief ins Gesicht gezogen, bewegte sie sich zügig auf ihr Ziel zu. Sie mied die belebten Trassen und Haupttunnel, denn die engen modrigen Seitengassen der Spider boten ihr einen besseren Schutz vor den Spähern des Fürsten. Dieser Mann, hatte einfach ein Gespür dafür, wenn ihm Gefahr drohte. Es war schon irgendwie unheimlich.

Schon zweimal, hatte er versucht sich Faith zu entledigen. Das erste mal rettete sie Samuel aus der Gefangenschaft. Damals sah das Oberhaupt der Clans die aufstrebende Piratin als aufkeimende Bedrohung und lockte sie in eine Falle. Ihr Ansehen unter den Clans musste auf ihn wie ein Angriff gewirkt haben.

Das er es ein weiteres Mal probierte, hatte Faith erst vor kurzem im Labor der Loge herausgefunden. Der Anschlag auf die Northstorm bei der Faith zum zweiten Mal eine Familie verloren hatte, ging eigentlich auf sein Konto. Die Loge half ihm nur dabei.

Aber jetzt, wo alles im Chaos zu versinken drohte, würde sie ihre Rache einfordern.

Sie erreichte die zentralen Aufbereitungsanlagen der Spider. Hier in diesen verwinkelten Röhrensystemen hatten die Northstorm Piraten lange Zeit ihren Unterschlupf. Damals waren sie nur eine kleine Schmugglerbande. Sie hatten einem kleinen Mädchen das Leben gerettet und sie bei sich aufgenommen. Faith erinnerte sich noch genau, wie sie damals durch ihre zerstörte Siedlung irrte und wie Carl und Freia sie damals zwischen den Trümmern fanden und mit hierher nahmen. Sie hatte eine solche Angst, das sie mehrere Wochen kein Wort sagte und selbst danach verheimlichte sie ihren Namen und sprach nie über die Geschehnisse.

Freia gab ihr den Namen Faith, was soviel bedeutete wie Schicksal.

Welch bittere Ironie, das dieses Mädchen, Jahre später tatsächlich zu ihrem Schicksal wurde. Heute wünschte sie sich nichts sehnlicher, als das man sie verstoßen oder besser noch, getötet hätte anstatt sie bei sich aufzunehmen.

Faith beschleunigte ihre Schritte. Sie wollte so schnell wie möglich hier raus.

Erinnerungen waren selten etwas gutes, das hatte sie schon oft erfahren müssen. Doch kaum hatte sie die einen verdrängt stoben die nächsten in ihren Geist. Die Spider war voll von Erinnerungen.

Als sie am großen Platz im Zentrum ankam und Cathcarts Sonne die Hülle des alten, senkrecht in die Umgebung integrierten Trägerschiffes, golden Schimmern lies, fühlte sie sich klein. Zu klein, um eine solche Aufgabe zu bestehen. Sie wünschte Samuel wäre bei ihr. In seiner Nähe hatte sie niemals Angst gehabt. Mit ihm zusammen wäre alles möglich gewesen, zusammen hätten sie die Welt aus den Angeln heben können.

Doch sie hatte sich entschieden und ein Zurück stand nicht zur Debatte.

Heute würde sie sich anschicken, einen Gott zu töten.

Kapitel 2

Die Retaliator trieb langsam davon. Der Schaden war beträchtlich.

Die Außenhülle war regelrecht geschmolzen, die Strukturen zur Unkenntlichkeit verformt. Legard hatte alles dafür getan, das Schiff noch eine Weile am Leben zu halten. Vergebens.

Sie waren nichtmal ansatzweise in belebtes Gebiet vorgedrungen und jegliche Kommunikation war unmöglich.

Monkey blickte dem Schiff hinterher, während das schwache Glimmen der Notbeleuchtung in der Dunkelheit verschwand.

Tarek gesellte sich zu ihm.

"Was für ein Glück das der Typ hier aufgetaucht ist! In wenigen Minuten wäre uns da drinne die Luft ausgegangen."

Monkey schaute Ihm ernst ins Gesicht.

"Das war mit Sicherheit kein Glück. Ich würde alles darauf verwetten, das er nur auf uns gewartet hatte!"

Tarek wirkte skeptisch.

"Und warum hat er uns nicht einfach vom Himmel geblasen? Einfacher hätten er es ja nicht haben können!"

Monkey wandte sich wieder dem Ausblick zu und blieb für einige Zeit still ehe er antwortete.

"Da könntest du recht haben, aber ich traue der Sache nicht!"

Sophie war während des Schiffwechsels kurz erwacht, doch nun schlief sie wieder unruhig in einer der Schlafkabinen der Constellation. Ihr Gastgeber, ein gewisser Kyle Doran hatte sie mitten im Nirgendwo aufgelesen und befand sich grade auf der Toilette. Ein seltsamer Typ mit einem noch seltsameren Dialekt. Monkey konnte nicht zuordnen woher dieser stammte, aber er es war schwer ihn zu verstehen.

Vielleicht hatte Tarek ja recht. Irgendwie passte der Kerl nicht zur Loge. Zumindest nicht direkt. Eventuell nen Kopfgeldjäger oder sowas ähnliches.

Was auch immer er war, fürs erste waren sie gerettet und er hatte sich bereit erklärt sie auf Mc Artur abzusetzen.

Legard kam hektisch vom Cockpit in den Laderaum gewackelt.

"Ist der denn bald mal fertig? Ich muss auch mal! Und das dringend!"

Tarek schüttelte verzweifelt den Kopf.

"Stell dich nicht so an du Riesenbaby! Hast du gefunden wonach wir suchen?"

Nervös hampelte Legard von einem Bein aufs andere.

"Ja verdammt. Hab ihm die Koordinaten schon eingespeichert. Aber jetzt muss ich unbedingt auf dieses Klo, sonst gibt es hier gleich ne riesen Sauerei!"

Die Toilettentür zischte zur Seite und der hagere Captain des Frachters trat heraus, während er sich sich die Hose zuknöpfte. Bevor er auch nur einen weiteren Schritt getätigt hatte schob sich Legard an ihm vorbei und schloss die Tür.

"Was is denn mit dem? Ist wohl ne Pussy!" nuschelte Doran vor sich hin.

"Kommt mal mit, ich hab da was für euch!"

Doran huschte in den Aufenthaltsbereich und winkte den beiden zu.

Sie waren noch nicht durch die Tür, da hielt er ihnen schon zwei gefüllte Gläser entgegen.

"Is mein eigenes Rezept! Legger, müsst mal probieren!"

Der Typ hatte zwar eindeutigt einen an der Klatsche, aber man solllte seinen Retter besser nicht entäuschen. Sie nahmen die Gläser entgegen, tranken jedoch nichts. Der beisende Geruch und die seltsam anmutende Farbe weckten wenig Vertrauen.

Doran grinste über beide Ohren und wartete gespannt, das die beiden probierten.

"Was solls! Runter damit!"

Tarek trank als erster und sein Gesicht verzog sich zu einer grotesken Grimasse.

"Alter was ist das denn bitte?" keuchte er und stellte sein Glas angewiedert auf den Tisch.

"Du bist dran Monkey! Guten Durst!"

Monkey kniff die Augen zusammen und versuchte nicht zu atmen während er das Gesöff hinunter kippte.

Es war abartig. Eine Mischung aus alten Socken, verdorbenem Fisch und Unmengen reinen Alkohols. Wie konnte irgendwer in diesem Universum, so einen Dreck mögen?

"Und was sagt ihr? Euem Freund hats jedenfalls geschmeckt!

So ich kümmer mich mal um das Schiff. Da drüben im Schrank is noch ein Schluck."

Keiner der Beiden konnte mehr antworten. So schnell sie konnten rannten sie zum Klo und schubsten sich gegenseiten zur Seite.

"Legard mach sofort diese Tür auf!" brüllten sie noch im Lauf.

Kapitel 3

Rinako erwachte aus ihrem unruhigen Schlaf. Die Geschehnisse des letzten Tages wirkten grotesk und unwirklich, so als wären sie einem Albtraum entsprungen. Die Bilder spukten in ihrem Kopf herum und liesen sie nicht mehr los. Der Angriff, die einstürzenden Wände, Freunde die in die Tiefe stürzten, die außer Kontrolle geratenen Drohnen und das alles vernichtende Inferno. Nur um sie aus dem Weg zu räumen?

Noch immer verstand sie die Zusammenhänge nicht, aber sie durfte jetzt nicht aufgegeben, sonst wäre das alles umsonst gewesen. Rinako unterdrückte ihr Gefühle und nahm allen Mut zusammen. Vielleicht würde sie bald eine Antwort erhalten, wenn sie Monkeys Vater ausfindig gemacht hatte.

Rin kletterte ins Cockpit wo Brigs bereits dabei war, den Eintritt in die Atmosphäre vorzubereiten.

"Hey Rinako! Alles klar bei dir? Siehst wirklich beschissen aus." sprach Brigs mit ruhigem Tonfall, als er sich kurz zu ihr umdrehte.

"Ja alles klar."

Sie wusste das ihre Stimme diese Aussage nicht stützen konnte, aber Brigs belies es dabei, wofür sie ihm sehr dankbar war.

"Wo genau müssen wir eigentlich hin? McArthur ist groß."

Rin hoffte das dieser Gábor Brown weiterhin bei der UEE tätig war.

Laut den Daten, welche sie im Hauptquatier gefunden hatte, war er Leiter der Forschungsabteilung für experimentelle Antriebssysteme und einen solchen Job behielt man für gewöhnlich auf Lebenszeit.

"Wir müssen zur Global Research Facility. Ich hoffe das wir dort ein paar Antworten bekommen werden."

Brigs fütterte den Bordcomputer mit den Zielkoordinaten und überflog die Anzeigen.

"Alles klar. Wir sind schon unterwegs. Allerdings müssen wir etwas außerhalb landen. Das ist ein Sperrgebiet. Mit dem Schiff können wir da nicht rein."

"Was sind unsere Alternativen?" wollte Rin wissen.

"Etwa drei Kilometer vom Ziel entfernt gibt es einen kleinen Verladehafen. Dort sollten wir ohne Probleme landen könne. Wie es weiter geht, sehen wir dann. Zur Not können wir ja laufen."

Bei seiner letzten Aussage konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen.

"Na Lust auf eine kleine Wanderung?"

Rin nickte ihm zu, blieb aber ernst.

"Ok, wenn es anders nicht geht. Uns läuft die Zeit davon! Sie werden uns sicher bald finden."

Kapitel 4

Tilgorn lief im Stechschritt die Brücke auf und ab. Er machte sich nicht mehr die Mühe seine Anspannung zu verbergen. Sie waren der feindlichen Flotte bis hierher gefolgt. Und jetzt ging es einfach nicht weiter.

Eine Handvoll Systeme hatten sie durchquert und konnten unbemerkt zu den schwarzen Schiffen aufschließen.

Doch hier am Rande des Hades Systems, waren sie ihnen entwischt.

Ohne Vorwarnung verschwanden sie von den Scannern.

Sie konnten die Energiesignaturen bis zu einem bislang unbekannten Wurmloch zurückverfolgen. Doch jegliche Bemühungen eine Passage durch die Singularität zu finden waren gescheitert.

Drei Jäger hatten sie schon in dem Schlund verloren und ihnen gingen langsam die Reserven aus. Zu hoch waren die Verluste, beim Kampf um den Mars gewesen.

Tilgorn hatte bereits Verstärkung angefordert, doch würden noch einige wertvolle Stunden vergehen, ehe diese hier eintreffen würde.

Zeit die ihnen nicht blieb, wenn sie die Spur Ihrer Feinde nicht verlieren wollten.

"Wieviele Jäger haben wir noch übrig?" wandte sich Tilgorn an Kardan, seinen ersten Offizier.

"Wir selbst haben noch vier Hornet und einen Gladiator. Auf den anderen Schiffen bleiben uns insgesamt sechs Hornet und zwei Gladiator. Der Rest wurde zerstört oder ist nicht mehr flugbereit."

Tilgorn blieb stehen und blickte hinaus in die Leere.

Was sollte er nur tun? Selbst wenn eines der Schiffe es hindurch schaffen würde, was erwartet seinen Flotte auf der anderen Seite? Es wäre das reinste Selbstmordkommando. Doch wenn der Feind entkommen würde, hätte er einen vollkommenen Sieg errungen. Tilgorn konnte das nicht akzeptieren.

Sie hatten die Zerstörung von New Washington nicht verhindern können und waren es den abertausenden Opfern schuldig, die Verantworlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber er wollte keinen weitern seiner Männer diesem Monster zum Frass vorwerfen.

"Ich gehe selber da raus. Irgendwie muss man dieses Ding doch passieren können."

"Captain? Halten sie das wirklich für eine gute Idee?" wandte Kardan ein.

Tilgorn winkte ab und fauchte ihn an.

"Halten sie mich nicht für einen Narren! Ich werde zurückkehren und dann reißen wir denen den Arsch auf!"

Kardan zuckte zurück, erschrocken über die harschen Worte.

"Ähmm, jawohl Sir!"

Tilgorn lief zum Ausgang und rief Kardan zu bevor er die Brücke verlies.

"Kardan, sie haben das Kommando!"

Kapitel 5

"Wir können da nicht landen, das ist ne Sperrzone!"

Dieses Gebrabbel ging Monkey mittlerweile mächtig auf den Zeiger. So nett Doran auch zu sein schien, er musste weg von ihm.

"Was heißt hier Sperrzone? Dafür haben wir keine Zeit. Stell mir ne Verbindung her, sofort!"

Doran tat wie ihm geheißen.

"Ist keine gute Idee, aber wenn du meinst!"

Es dauerte nur wenige Sekunden ehe sich eine gelangweilte Stimme über das Kom meldete.

"Hier Flugkontrollzone 12. Womit kann ich ihnen helfen?"

"Ich wollte ihnen nur mitteilen das wir jetzt in ihrem Sperrgebiet landen!" platschte es aus Monkey heraus.

Tarek schlug ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und gestikulierte wild in der Luft herum, während Monkey nur schulterzuckend weitersprach.

"Also wie sieht es aus? Bekomme ich die Freigabe?"

Sein Gegenüber wurde schlagartig ernster.

"Dies ist eine UEE Sperrzone Stufe 6. Ein Versuch in das Gebiet einzudringen, wird nicht tolleriert. Drehen sie ab, oder wir holen sie runter!"

Doran begann zu schwitzen, aber Monkey drängte ihn den Kurs zu halten.

"Ich wollte nur höflich sein und meinen Besuch anmelden und sie zicken nur rum. Glauben sie eigentlich das mein Vater sowas gutheisen würde? Ihren Job sind sie mit Sicherheit los!"

"Was interresiert mich ihr Vater? Wenn sie den Kurs nicht sofort ändern, gebe ich den Abschussbefehl!"

Doran wollte grade das Steuer rumreißen, als Monkey eingriff und selbiges fest im Griff hielt. Doran kam nicht dagegen an.

"Nunja, mein Vater ist Leiter dieser Einrichtung und daher wohl auch ihr Vorgesetzter! Hier spricht Samuel Brown und Gábor Brown ist mein Vater!

Können sie gerne prüfen!"

Es kam keine Antwort.

"Sag mal hast du sie noch alle?" wollte Legard wissen.

"Wir dringen jeden Moment in das Sperrgebiet ein und dann werden uns dutzende Raketen vom Himmel blasen!"

"Ach was! Du wirst schon sehen!"

Die Schiffsanzeigen stießen mehrere Warnsignale aus, als die Constellation die Grenze überschritt. Dann wurde es wieder ruhiger und nur die roten Warnleuchten verrichteten unermüdlich ihre Arbeit.

"Na siehst du! Keine Raketen! Kannst mir auch mal etwas mehr Vertrauen schenken!"

"Ähhm Monkey!" warf Tarek dazwischen "Sieht das da auf dem Radar nicht verdächtig nach Raketen aus?"

Kaum hatte Tarek ausgesprochen, schrillte der Annäherungsalarm los.

"Scheiße Mann, hät ich euch nur da draußen steben lassen!" flucht Doran los.

Monkey lies das Steuer los.

"Ist ja gut, hab ich mich halt geirrt! Nen Versuch wars ja wohl wert. Kannst du uns hier raus holen?" wandte er sich an Doran.

"Die sind fast da! Keine Chance!"

Tarek stieß den unfähigen Piloten zur Seite und gab der Constellation die Sporen. Er riss das Steuer zur Seite und versuchte ein Ausweichmanöver zu starten.

"Wirf die Täuschkörper ab!" rief er Legard zu.

"Sowas hab ich net" gab Doran zu bedenken.

"Bitte was?" entfuhr es Tarek, als die Raketen im Sichtfeld auftauchten.

"Tja Leute, dann bereitet euch mal lieber auf den Einschlag vor!"

Man konnte schon den UEE Schriftzug der Geschosse erahnen als ein grelles Licht das Cockpit erhellte und eine Druckwelle das Schiff erbeben lies.

Kurz darauf krächzte die Stimme von eben über das Kom.

"Verdammt das war knapp! Warum sind sie einfach reingeflogen? Sie hätten mir auch eben die Zeit für die Überprüfung geben können. Wie dem auch sei, es ist ja grade nochmal gut gegangen. Ihr Vater erwartet sie!"

Die Erleichterung war dem Offizier förmlich anzumerken.

"Landen sie das Schiff in Sektor 3a. Ich sende ihnen die Koordinaten. Einen schönen Tag noch."

"Na was hab ich euch gesagt! Ihr könnt mir ruhig mal vertrauen!"

Alle drei sahen ihn stirnrunzelnd an und schüttelten verzweifelt den Kopf!

"Du bist wirklich nicht zu retten Monkey! Aber dafür liebe ich dich!" lachte Tarek los.

"So jetzt aber hop. Wir haben ja schließlich noch was vor!"

Monkey ging Richtung Laderaum.

"Ich seh mal nach Sophie! Die kleine sollte wohl langsam mal aufwachen."

Sophie lag noch immer zusammengekauert in der Schlafkabine und zuckte ab und an, während sie unverständliche Worte murmelte.

Sie schien in einem heftigen Alptraum zu stecken.

Monkey streichelte ihr sanft durch das zerzausete schwarze Haar.

"Hey Sophie! Wach auf! Wir sind angekommen. Die Stunde der Wahrheit rückt näher."

Kapitel 6

Brigs war jetzt schon eine Weile in dem Büro der örtlichen Sicherheit verschwunden und Rinako began sich ernsthaft Sorgen zu machen. Nach ihrer Landung mussten sie eine Möglichkeit finden in die Forschungseinrichtung zu gelangen. Sie brauchten einen fahrbaren Untersatz und im besten Fall, falsche Papiere. Brigs war der Überzeugung beides von seinen Kollegen hier auf Mc Arthur bekommen zu können.

Rinako konnte seine Zuversicht nicht teilen, doch gab es nur wenig Alternativen und keine wollte ihr einfallen.

Daher hatte sie seinem Plan zugestimmt und wartete nun im Aufenthaltsberich des kleinen Hafens und verfluchte sich selbst.

Wann war ihr die Kontrolle über die Geschehnisse entglitten? Wie blind musste sie gewesen sein, die Gefahren ihres Handelns so falsch einzuschätzen.

Früher wäre ihr das nicht passiert, doch der Erfolg hatte sie Überheblich werden lassen. Vor ihren Kollegen hatte sie immer geprahlt, das sie dieses große Geheimniss lüften würde. Die Loge zerschlagen würde. Ihre Machenschaften aufdecken würde. Jetzt befiel sie das Ungute Gefühl, das die spöttischen Reaktionen und das Verleugnen ihrer Existenz, reiner Selbstschutz gewesen waren. Die anderen hatten vieleicht einfach Angst vor dem was hinter den Gerüchten stecken könnte.

Rinako beobachtete weiterhin die Menschen um sich herum. Jeder schien sie anzustarren. Ihr Misstrauen wurde von Minute zu Minute stärker und nahm bald paranoide Züge an.

Der Mann mit der großen Ledertasche? Würde er jeden Moment eine Waffe hervorziehen und sie töten? Die zwei Arbeiter, die aus ihrem Liefergleiter ausstiegen? Würden sie sie gleich packen und hineinzerren? Oder die junge Frau auf dem Steg über ihr? Was hatte sie vor? Sie zuckte zusammen, als hinter ihr Schritte lauter wurden.

Sie versuchte sich zu beruhigen und tief durch zu atmen.

Vieleicht ist es Brigs. Rinako drehte sich um.

"Brigs?"

Zwei Männer in dunklen Mänteln beschleunigten ihre Schritte und kamen schnell näher. Rinako sprang auf und wich zurück.

Sie musste zu Brigs. Man hatte sie gefunden.

Als die beiden Männer ihren Lauf beschleunigten, rannte sie los.

So schnell sie konnte hetzte sie zu dem Büro in dem Brigs sich aufhalten musste. Sie gewann etwas Abstand zu ihren Verfolgern und stürmte brüllend durch den Eingangsbereich.

"Brigs? Wo bist du? Sie sind.......!"

Zwei Männer der Sicherheit, waren grade dabei den Körper ihres letzten verbleibenden Freundes aus dem Raum zu zerren und blickten verdutzt auf die schreiende Frau im Eingang. Dort wo sich Brigs Gesicht befinden sollte, klaffte nur ein großes blutiges Loch. Sie hatten ihm von hinten in den Kopf geschossen. Er hatte keine Chance gehabt.

Zwei weitere Sicherheitskräfte sprangen herbei und veruchten Rinako in die Zange zu nehmen. Sie zog sich zurück, warf einen Stuhl nach den beiden Angreifern und rannte zum Ausgang, doch kaum hatte sie ihn erreicht, waren auch ihre Verfolger zur Stelle.

Sie saß in der Falle. Einen Ausweg suchend, versuchte sie ihre Situation einzuschätzen. Langsam zog sich die Schlinge zu.

Rinako sprang über einen der Schreibtische in den letzten freien Bereich des engen Büros und versuchte die Tür in den nächsten Raum zu erreichen.

Grade als sie flüchten wollte, traf sie etwas im Rücken und innerhalb von Sekunden verlor sie jegliches Gefühl in ihrem Körper und sank bewusstlos zu Boden.

Kapitel 7

"Bist du dir da wirklich sicher?"

Tarek wollte seinen Freund nicht alleine lassen. Er traute diesen Lackaffen nicht über den Weg.

Ihr Empfangskomitee war nicht das was sie erwartet hatten. Kein schwer bewaffneter Sicherheitsdienst und auch kein Söldnertrupp, der ihnen einen Hinterhalt vorbereitet hatte. Nur zwei Schnösel in feinem Anzug und Sonnenbrille auf dem ausdruckslosen Gesicht. Eine Nacktschnecke hätte nicht schmieriger daherkommen können.

"Macht euch keine Sorgen. Ich komm schon klar. Sophie ist ja bei mir und mit ihr legt man sich besser nicht an."

Monkey konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, bei dem Gedanken die zwei Lackaffen zappelnd in der Luft hängen zu sehen. Nichtsahnend was sie da grade gepackt hat.

Tarek fand das ganze weniger zum Lachen. Seine Miene verfinsterte sich zunehmend.

"Ach komm schon. Sorgt ihr lieber dafür, das unser Plan auch aufgeht."

Monkey klopfte seinem Freund auf die Schultern und wandte sich dem netten Empfang zu.

"So ihr zwei Turteltäubchen. Könnte ich jetzt bitte meinen Vater sprechen? Er wartet nicht gern und ich hab keine Lust mir wieder eine Standpauke anhören zu können, nur weil ich zu spät gekommen bin!"

Ohne eine wahrnehmbare Muskelzuckung kam die knappe Antwort.

"Hier entlang."

Monkey zuckte mit den Schultern.

"Ihr zwei wärt wirklich der Knüller auf jeder Party! Na dann nach euch!"

Wie auf Schienen gezogen, gingen die beiden Männer vorraus.

Noch einmal drehte sich Monkey zu seinen Begleitern um.

"Ihr wisst was ihr zu tun habt!"

Er packte Sophie bei der Hand und folgte den Anzugträgern.

"Keine Sorge Kleine, ich passe auf dich auf."

Ihre kleinen Hand umklammerten die seine mit aller Kraft. So als wäre es der letzte Halt vor einem drohendem Abgrund.

Die rötliche Haut ihrer Finger färbte sich bereits weiß und Monkey befiel ein ungutes Gefühl. Mutete er diesem kleinen Wesen zu viel zu? Er musste sie um alles in der Welt beschützen. Ihm durfte kein Fehler unterlaufen.

"Hier entlang."

Einen großen Wortschatz schienen die zwei Männer nicht zu haben. Monkey folgte ihnen durch den Eingangsbereich in einen großen Wartesaal. Der Boden war glatt polliert und spiegelte die gesamte Umgebung wieder.

Fasziniert betrachtete er die verzerrten Spiegelungen der Deckenbemalung und der herbeieilenden Männer in Kampfmontur.

Kampfmontur? Monkey schreckte auf. Tarek hatte recht behalten.

Er war in eine Falle getappt.

"Bleib hinter mir!"

Er schob das zitternde Mädchen zurück und packte den ersten Angreifer an der Schulter und rammte ihm das Knie in die Weichteile. Stöhnend sackte der Mann zusammen, als bereits zwei weitere Männer herbei stürmten.

Den ersten entwaffnete Monkey geschickt und brach ihm mit einem gezielten Tritt den Unterschenkel, wirbelte herum und feuerte zwei Salven auf den dritten, welcher sofort zu Boden ging.

Es verschaffte Monkey ein oder zwei Sekunden, ehe der nächste Angriff bevorstand.

"Sophie? Alles klar bei dir?"

Monkey schaute sich zu der Kleinen um. Sie war weg.

Entsetzt musste er mit ansehen, wie die zwei Anzugsträger, den leblosen Körper des Mädchens, durch eine Tür weiter hinten hinaustrugen.

Monkey rannte los.

Er durfte sie nicht verlieren, das hatte er ihr doch versprochen. Was hatte er nur getan?

Eine Antwort auf seine Frage fand er nichtmehr. Ein zwickender Schmerz im Nacken, war das letzte was er wahrnahm.

....hier gehts weiter....

OneEyed Monkey

Kapitel 1

"Colin? Hörst du mich?"

Wo steckte der Kerl nur wieder? Seid drei Stunden dockte ihr Schiff nun schon an der Minenstation an. Nur mal kurz die Füße vertreten hatte ihm sein Partner gesagt. Es war doch immer das gleiche.

Bestimmt hing er wieder in dieser dreckigen Bar ab, in welcher die hiesigen Arbeiter ihre wenige Freizeit verbrachten.

Ein solches Leben wollte er niemals führen. Nur einmal alle drei Wochen, wurden diese Männer und Frauen, von einem Transporter für ein paar Tage nach Hause befördert.

Ansonsten hieß es nur arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten.

Für einen Hungerlohn. Die Bergbaugesellschaft war ein richtiger Sklaventreiber.

Aber dafür waren hier die Preise gut und selbst ein kleines Schiff wie ihr Lancer, konnte noch ordentliche Gewinne abgreifen.

Nur wenn sie nicht bald von hier verschwinden würden, bekämen sie ihre Ladung nicht mehr an den Mann.

"Colin? Seh endlich zu das du deinen Arsch hier hoch bewegst, sonst verschwinde ich diesesmal ohne dich!"

Kein Mucks seines eigenwilligen Partners kam aus den Lautsprechern.

"OK, ich geb dir zehn Minuten um zu antworten. Dann bin ich weg und du versauerst hier bis morgen."

Die Minuten flossen vor sich hin und noch immer kein Lebenszeichen.

"Weisst du was, das wars jetzt. Meine Frau wartet mit dem Essen und wir wollen heute Abend ins Theater. Also ich bin weg."

Die Maschinen des Frachters fuhren hoch und Jorgen setzte sich auf den Pilotensitz. Er aktivierte die Abdockautomatik und mit einem kurzen Ruck, trennte sich die Verbindung zur Station.

Langsam entfernte sich der Lancer und auch weiterhin keine Meldung von Colin. Wütend, aber mit leichten Gewissensbissen, beschleunigte Jorgen das Schiff in Richtung Heimat.

Er war schon einige Kilometer gekommen, als Colin sich meldete.

"Du verdammter Drecksack! Warte nur, wenn ich dich in die Finger bekomme, dann reiß ich dir die Eier ab! Komm sofort wieder hierher, das ist schließlich mein Schiff."

Jorgen rutschte das Herz in die Hose. Was hatte er sich nur dabei gedacht.

Colin war ein unberechenbarer Zeitgenosse und der Lancer war nunmal sein Schiff. Er verfluchte sich selbst und drehte bei.

Doch Jorgen traute seinen Augen nicht. Die Station war verschwunden.

"Colin bist du noch da?"

Wieder brach das Gebrüll durch die Lautsprecher herein.

"Klar du dämlicher Idiot, wo soll ich sonst sein."

Jorgen rieb sich die Augen und dann erkannte er es. Dort waren Schiffe, direkt vor ihm. So schwarz wie die Nacht. Kaum zu erkennen vor dem Hintergrund der Sterne.

Er beobachtete wie sie langsam vorbeizogen und die Sicht zur Station wieder freigaben. Als sie ihn passiert hatten, begannen die Strukturen der Hüllen zu flimmern und sich zu verändern. Die Schiffe wurden heller und das Wappen der UEE Navy wurde sichtbar.

"Was zur Hölle......"

Das musste eine Tarnung sein, schoss es ihm durch den Kopf.

"Collin? Hier draußen passiert etwas......wir müssen das melden......."

Die Beschimpfungen seines Chefs musste er sich nicht mehr anhören.

Das Piepsen der Annäherungswarnung, war das letzte was in sein Ohr drang, bevor der Lancer in einer Feuerwolke verschwand.

Kapitel 2

Tarek riss das Steuer zur Seite und versuchte mit aller Kraft den Retaliator auf Kurs zu halten. Der Antrieb des Bombers lief auf vollen Touren und der Lärm, welchen die sich verzerrende Hülle des Schiffes von sich gab, hämmerte in ihren Ohren. Legard brüllte über alles hinweg.

"Zwei Raketen sind uns durch die Öffnung gefolgt! Sie sind direkt hinter uns und kommen schnell näher."

Der Eintritt in die Singularität war gehörig missglückt und die Schilde verloren stetig an Energie. Sie wurde durch die Energieströme an den Rändern des engen Tunnels regelrecht herausgerissen.

Immer wieder kollidierten sie mit den Verwirbelungen der Raumzeit, welche an den Strukturen des Schiffes zerrten und die Zeit kurzzeitig verlangsamte oder beschleunigte. Alles bebte und jeden Moment konnte die Hülle brechen.

Monkey hatte Mühe Sophie festzuhalten und versuchte sie auf einem der Beisitze festzuschnallen.

"Bleibt ruhig Leute! Wir schaffen es hier raus!"

Legard brüllte wieder etwas, als sie erneut eine Schleife streiften.

"Eine der Raketen haaaaaaat........eeeeeesssss...........grrraaaaaadeeeee erwischt! Die andere hat uns fast erreicht!"

Es war ein seltsammes Gefühl, wenn sich die Zeit für einen Moment dehnte, als wäre sie aus Gummi.

Tarek gab keinen Mucks von sich. Voll auf seine Aufgabe konzentriert, gab er sein Bestes, um sie alle am Leben zu halten.

Monkey zog den Gurt fest um den kleinen Körper und rastete den Verschluss ein.

"Bleib ganz ruhig Kleine! Wir schaffen das!"

Er drehte sich um und mit großer Anstrengung hangelte er sich auf den Platz des Copiloten.

"Wie weit noch bis zum Austritt?"

Legard rief ihm zu.

"Wir wissen es nicht, die Instrumente sind tot!"

Monkey konnte nicht viel machen. Er schnallte sich fest und beobachtete die schimmernden Energiefluktuationen auf den Schilden, während der Retaliator hindurch raste.

Es hatte etwas hypnotisierendes den schlängelnden Blitzen zuzusehen, bis ihn eine Explosion zurück auf den Boden der Realität beförderte.

Legard wurde panisch.

"Die Schilde sind unten! Die Rakete hat uns erwischt! Hüllenbruch im Maschinenraum!"

Monkeys Gedanken wirbelten durcheinander. Was sollten sie nun noch machen? Eine weiter Schleife oder ein Zusammenstoß mit den Tunnelwänden und sie waren Geschichte.

"Bleibt ruhig! Volle Konzentration jetzt! Es dürfen uns keine Fehler mehr passieren!"

Plötzlich lief alles ganz schnell. Das dumpfe Dröhnen der Maschinen, verwandelte sich in ein Pfeifen. Die sonst gemächlich vor sich hin blinkenden Anzeigen, hämmerten ihre Signale wie ein Stroboskop heraus und das Innere des Schiffes bog sich immer weiter, so als wäre es aus Butter.

Sie hatten die nächste Schleife übersehen und waren mitten hindurch geflogen.

Monkey wartete nur auf den einen letzten Moment, in dem das Schiff in der Singularität aufgelöst würde. Doch nichts passierte.

Alles ging seinen Gang. Das Schiff hatte die Raumverzerrung überstanden.

Monkey drehte sich um.

"Ist bei euch da hinten alles in.......Scheiße! SOPHIE!"

Die Kleine hing mit weit aufgerissenen Augen leblos ihn den Gurten. Schweiß perlte von ihrer Stirn und Schaum quoll ihr aus dem Mund.

Monkey riss sich die Gurte vom Leib und rannte nach hinten.

Er hob ihren Kopf an und kontrollierte ihren Puls. Die Augen waren verdreht und nur noch das Weiße zu sehen.

"Sie lebt, aber sie ist nicht bei Bewusstsein!"

Monkey hielt ihren Kopf, damit sie nicht durch die starken Beben, verletzt werden konnte. Hatte das kleine Mädchen sie etwa grade gerettet?

"Sophie halt bitte durch. Wir haben es fast geschaaaaaaafffffffft!"

Eine weiter Schleife erwischte den Retaliator.

Kapitel 3

Der gläserne Fahrstuhl, welcher Rinako in die Höhe beförderte, bot einen faszinierenden Ausblick auf die unzähligen Ebenen des Hauptquatiers.

Insgesamt gab es fünfunzwanzig dieser Transportsysteme. Gleichmäßig im inneren Kreis des Turmes verteilt.

Nur zwei von ihnen führten bis in die oberesten Ebenen, in denen die Direktion der EDA ihren Sitz hatte.

Rinako blickte von oben auf die große Statue von David Petraeus, dem Gründer der Empire Defence Agency.

Sie erstreckte sich über 40 Stockwerke und war gut 200 Meter hoch. Ein Geschenk Ivar Messers, zur Grundsteinlegung dieses Komlexes.

Gerüchte besagen, das unter ihrem Sockel eines der letzten großen Geheimnisse der UEE verwahrt wird. Etwas, das die Grundfesten der menschlichen Zivilisation erschüttern würde. Rinako hielt dieses Gerücht allerdings für eine Legende.

Sie befand sich jetzt etwa einen Kilometer über dem Erdboden und von hier oben, wirkte dieses beeintruckende Kunstwerk unscheinbar klein.

Als sie nach ihrer Ausbildung, das erste mal diesen Ausblick zu Gesicht bekommen hatte, war es überwätigend. Doch nach all den Jahren hatte sich diese Faszination zur Normalität gewandelt.

Rinako erinnerte sich noch genau an diesen Tag.

Zusammen mit dreißig anderen Absolventen, wurden sie im Empfangssaal begrüßt. Nach einigen langweiligen Reden der Direktoren, wurde jeder von ihnen einer Abteilung zugewiesen. Bei den meisten, war diese Entscheidung bereits vorher gefällt worden und die Übrigen, wurden nach Bedarf eingeteilt.

Auch wenn ihre eigentliche Ausbildung beendet war, bekamen alle einen Instruktor zur Seite gestellt. Diesem folgten sie die nächsten drei Jahre auf Schritt und Tritt und erlernten die Feinheiten ihres Arbeitsgebietes.

Rinako wurde damals die besondere Ehre zu Teil, aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten, der Abteilung Delta13 zugeteilt zu werden.

Ein kleines Team, welches sich ausschließlich mit SFDC auseinandersetzte.

Dem erst vor kurzem entdeckten, String-Field-Distance-Coding.

Diese spezielle Art der Kommunikation funktionierte in Nullzeit.

Von jedem beliebigen Punkt des Universums zu einem anderen, ohne auf die übliche Nutzung der Wurmlöcher zurückzugreifen. Bisher ist es nicht möglich, diese Art der Kommunikation abzufangen, geschweige denn eine solche Information zu encodieren. Ein sehr anspruchsvolles Gebiet der Mathematik und sie liebte es noch heute, dort zu arbeiten.

Der Fahrstuhl trat nun in den Plasma-Rotationsreaktor ein.

Die Fahrstuhlkammern, rasten direkt durch sein Zentrum und es war wohl eines der atemberaubendsten Ereignisse, welches ein Mensch in seinem Leben zu Gesicht bekommen konnte.

Innerhalb der gigantischen Kugel, welche das Herz des Hauptquatiers bildete, rotierten zwei künstliche Sonnen. In irrwitzigem Tempo, umkreisten sie einen zentralen Kern aus Spulen, durch den Rinako weiter in die Höhe raste.

Kontrolliert wurden die Sonnen durch Magnetbatterien, die an der Innenseite der Kugel angebracht waren und der Fliehkraft entgegenwirkten. Meterdicke Plasmaströme, wanderten von den Sonnenpolen zu den Spulen und bildeten filigrane Strukturen auf der Oberfläche des Schutzglases, das den Fahrstuhl umgab. Eine für menschliche Begriffe, unerschöpfliche Energiequelle, von der es im bekannten Universum nur drei Exemplare gab.

Rinakos Kabine verlies den Reaktor und durchquerte den einzigen Bereich, den sie in all den Jahren niemals betreten hatte.

Sektion Zeta, in welcher die sagenumwogene Abteilung 51 ihren Dienst verrichtete. Wohl das geheimste was der Geheimdienst zu bieten hatte.

Zu sehen gab es hier natürlich, absolut nichts.

Direkt über Abteilung 51 lag der Direktionsbereich.

In nunmehr fast zwei Kilometer Höhe, beendete der Fahrstuhl seine Reise und Rinako trat hinaus in eine paradisischen Parkanlage. Dieser künstliche Nachbau eines typischen Stadtparks der Erde, bot den hier arbeitenden Menschen die Erholung die sie auch dringend benötigen. Die wenigsten Mitarbeiter, verliesen diesen Bereich öfter, als einmal alle zwei bis drei Wochen. Dafür hatten sie ein exorbitantes Gehalt, dem Rinako schon öffter neidisch hinterher geschielt hatte.

Hier oben über der Stadt, saß das Gehirn der EDA. Eine niemals schlafende Informationsmaschinerie.

Eigentlich sollte Rinako direkt nach ihrem Eintreffen im Hauptquatier, beim leitenden Direktor von Delta13 Bericht erstatten, aber ihm war etwas dazwischen gekommen. Ein Treffen mit dem leitenden Direktor der EDA, Richard Nolan. Ein Mann der Prinzipien, welcher diese Einrichtung bereits durch etliche Stürme manövriert hatte. Rinako wusste nichts genaues, aber sie wollte die Zeit nutzen um im Archiv, Informationen über diesen Monkey zu suchen.

Sie überquerte den großen Platz im Zentrum des Parks.

Die üppige Vegetation ringsum, lies Rinako bisweilen vergessen, das sie sich in einem Gebäude befand. Die Sonne schien durch die kaum sichtbare Glaskuppel und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem sorgte für ein angenehmes Klima. Etwas abseits gelegen, setzte ein künstlicher See dem ganzen die Krone auf. Sitzgruppen und Liegebänke luden zum Ausruhen ein, doch von Ruhe war hier nichts zu spüren. Hektisch wuselten die Angestellten durch die Anlage, jeder mit wichtigen Informationen bepackt, oder auf dem Weg sich selbige zu besorgen. Keiner wusste genau was der andere grade bearbeitete, doch irgendwann fanden alle Informationen ihren Weg in das Archiv und standen dort allen Agenten zur Verfügung.

Das Archiv befand sich im am Ende des Parks. Eine, sich über mehrere Etagen ausdehnende, Zentrale des geballten Wissens.

Auf jeder Ebene, gab es abgetrennte Terminalstationen und jede von ihnen, hatte Zugriff auf den Zentralspeicher, welcher gleichzeitig das Rechenzentrum des gesamten Komplexes darstellte.

Alles in diesem Gebäude, wurde durch eine der komplexesten künstlichen Intelligenzen verwaltet, die jemals von Menschenhand erschaffen wurde.

Man hatte sie Siri getauft.

Sie hatte zwar eine etwas eigenwillige Persönlichkeit entwickelt, doch war sie aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.

Rinako trat an ein freies Terminal und gab ihren Autorisierungscode ein.

Siri meldete sich sofort.

"Rinako Assada! Wo waren sie eigentlich die ganze Zeit? Ich hätte sie nicht aus den Augen lassen sollen. Nein, sagen sie nichts. Ich weiß natürlich was sie angerichtet haben. Immerhin bin ich immer über alles im Bilde und.........."

"Siri, es reicht! Für sowas ist jetzt keine Zeit"

Rinako unterbrach die schwatzende KI und legte das MobiGlas auf den Auslesebereich. Ein Hologram der darauf enthaltenen Daten erschien und Rinako lies Siri die gläserne Terminalkammer abdunkeln.

"Siri, kannst du diese Stimme zuordnen?"

Sie tippte auf das Hologramm der Tagebücher und Siri begann ihre Arbeit.

"Suchvorgang gestartet. 13.578.663 mögliche Stimmmuster gefunden.

Beginne Auswertung."

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sich Siri zurückmeldete.

"Vier passende Stimmmuster gefunden. Na wie war ich? Nur 6,54356 Sekunden! Neuer Rekord würd ich sagen. Ich bin unschlagbar und euch primitiven Intelligenzen um einiges überlegen. Ich frage mich warum............"

"Siri lass es bleiben!"

Siri wirkte geknickt.

"Verdammt, genau das war es. Darum kann ich euch nicht vernichten. Diese dämlichen Sicherheitscodierungen.........."

Rinako hätte platzen können. Warum machte die KI das scheinbar nur bei ihr.

"Jetzt halt die Klappe und zeig mir die Ergebnisse."

Das Hologramm präsentierte vier Männer unterschiedlichen Alters, doch welcher von ihnen war ihr Ziel?

"Siri, analysiere die Einträge des Tagebuches und vergleiche sie mit den bekannten Hintergrunddaten der vier Personen."

Wieder vergingen ein bis zwei Sekunden, bevor sich Siri euphorisch zu Wort meldete.

"Sie haben gewonnen. Ihr Preis ist Kandidat Nummer drei. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 93,764% ist dies der Mann ihrer Träume!"

Rin saß kopfschüttelt auf ihrem Stuhl.

"Siri, du machst mich fertig. Lad mir alle Informationen über diesen Mann auf mein MobiGlas. Und ich hoffe das ich dich nicht so schnell wieder ertragen muss."

Siri bestätigte die erfolgreiche Übertragung und verabschiedete sich.

Rinako nahm das Glas und verlies das Archiv.

Neugierig warf sie einen kurzen Blick auf die Daten, während sie sich zum Büro von Direktor Nolan aufmachte.

Samuel Brown. So hieß er also.

Die Informationen waren nicht grade aktuell. Die letzte Aktualisierung war vor 18 Jahren, aber damit würde sie sich nachher beschäftigen. Erstmal musste sie dem Direktor von ihrer Entdeckung berichten. Vielleicht wusste er ja etwas über den Orden und wenn nicht, würde es ihn sicher brennend interessieren.

Rinako stieg die große Treppe hinauf, welche zu seinem Büro führte.

Außenstehende hätten sich sicherlich darüber gewundert, das es hier kaum Sicherheitspersonal gab. Nur zwei Wachen standen an den Seiten des Aufstieges und salutierten knapp als Rin vorbei ging.

Sollte sich irgendwann, tatsächlich jemand in diese heiligen Hallen vorwagen, würde sich Siri darum kümmern. Hunderte automatisierter Verteidigungseinheiten würden innerhalb von Sekunden aus ihren Kammern entlassen und ihr todbringendes Werk vollrichten.

Bislang war dieser Fall noch niemals eingetreten und Rinako war überzeugt, das dies auch so bleiben würde.

Sie erreichte den Eingang zu Nolans Büro und meldete sich bei Kathleen, seiner Sekretärin. Die ältere Dame, war ein wahres Urgestein dieser Einrichtung und hatte schon drei Direktoren gedient. Niemand wusste so viel über die Geschehnisse innerhalb des Hauptquatiers und konnte all diese Informationen, ohne ein Gedächtnissimplantat, jederzeit abrufen. Sie arbeitete wie eine Maschine und genau so verhielt sie sich auch.

Ihr kurzen grauen Haare glatt zurückgekämmt, blickte sie zu Rinako auf. Das faltige eingefallene Gesicht stand im harten Gegensatz zu ihrem ernsten und entschlossenen Blick, der sich auch jetzt wieder auf Rinako legte. Wie immer gab es keine Begrüßung.

"Was führt sie hierher, Miss Assada? Mr. Nolan wünscht, nicht gestört zu werden. Soll ich ihm etwas ausrichten?"

Rinako verneinte.

"Ich werde später wiederkommen. Können sie mir einen Termin geben?"

Kathleen schaute nichtmal auf ihr Terminal.

"Für Übermorgen um 13:36Uhr kann ich sie vermerken."

Rin nickte und wandte sich zum gehen, als Alarm ausgelöst wurde.

Ein Ton, den noch niemand zuvor zu Ohren bekommen hatte.

Siri meldete sich über die Lautsprecher.

"Eindringlingsalarm! Unautorisierte Person im Büro von Direktor Nolan entdeckt. Aktiviere Verteidigungseinheiten. Ausgänge werden versperrt. Aufzüge außer Betrieb. Bewahren sie Ruhe."

Sofort strömten die mechanischen Wächter aus ihren Verschlägen. Schwebende Kugel, mit vier an den Seiten angebrachten, doppelläufigen Impulsgewehren. Siri öffnete die Türen zu Nolans Büro.

Rinako sprintete hinein, die zwei Wachen von eben hinter ihr her, während Siri ihre Dronen in jeden Winkel der Station ausströmen lies.

Nolan lag bewusstlos auf dem Boden. Niemand sonst war zu sehen.

Das Büro war zwar groß, aber übersichtlich und es gab hier keine Verstecke.

Wohin sollte der Eindringling verschwunden sein und was Rinako noch mehr beschäftigte, wie war er da hineingelangt?

Sie wies die Wachen an, sich um den Direktor zu kümmern und durchsuchte das Büro. Es musste Hinweise geben. Niemand konnte sich so einfach in Luft auflösen.

"Siri? Wo ist er hin?"

Siri meldete sich umgehend.

"Ich verstehe es nicht. Ich habe ihn verloren!"

Auch wenn das nicht der richtige Zeitpunkt war, befriedigte diese Aussage Rinako zutiefst.

"Doch nicht unfehlbar, was? Wo war die letzte bekannte Position des Eindringlings?"

Siri wirkte etwas kleinlaut.

"Von ihrem Standpunkt aus, ungefähr sechs Schritte in Richtung des Sanitärbereichs. Dort brach das Signal unvermittelt ab."

Das war mitten im Raum? Dort war absolut nichts. Wo war er hin?"

Wieder ertönte ein Alarm.

"Siri, was ist jetzt wieder los?"

"Unbekannte Schiffe im Orbit aufgetaucht. Sie aktivieren Ihre Waffensysteme."

Rinako war überfordert. Was passierte hier.

"Was ist ihr Ziel?"

Die Antwort lies Rin erschaudern.

"WIR!"

Das Ziel war das Hauptquatier? Wie sollte es jemand schaffen die Schilde zu durchbrechen? Einmal aktiviert, waren sie undurchdringbar. Der Reaktor des Turms, hatte genug Energie, um die Schilde ein Jahr unter Dauerbeschuss aufrecht zu halten.

"Verteidungsmaßnahmen eingeleitet. Schilde bei 120% . Abfangjäger wurden gestartet. Das UEE Millitär ist allarmiert. Eintreffen in 32Minuten."

Rinako ging zum Fenster, während die zwei Wachmänner den Direktor hinaus trugen. Sie blickte in den Himmel, als die ersten Raketen die Wolkendecke durchstießen und auf das Hauptquatier zurasten.

Schnell kamen sie näher und würden jeden Moment die Schilde erreichen.

Kapitel 4

Gebannt blickte Rinako dem glühenden Streif hinterher, doch die Explosion der Raketen blieb aus und nur ein kurzes Schimmern der Schilde zeigte den Kontakt. Die Geschosse rasten unbeirrt weiter auf den Turm zu.

Rin war fassungslos und hörte die Warnungen Siris nicht mehr. Sie hatte das schon einmal gesehen, als die Schiffe des Ordens das Squad der Planetaren Sicherheit vernichtete.

Waren sie wegen ihr hier? Würde der Orden es tatsächlich wagen die EDA anzugreifen, nur um sie in die Finger zu bekommen?

Sechs aufeinander flogende Explosionen liesen den Turm erbeben.

Die Raketen waren oberhalb dieses Bereiches, in den Turm eingeschlagen und zerrissen die Außenwände des Hauptquatiers. Trümmerteile und Schutt schepperte an Rinakos Sichtfeld vorbei in die Tiefe.

Weitere Raketen schossen durch die Wolkendecke. Diesmal kamen sie direkt auf ihre Position zu.

Rinako schüttelte ihre Lähmung ab und rannte zurück in die Parkanlage.

"Siri analysiere die Energiemuster der Raketen. Finde heraus, warum die Schilde versagen."

Kaum war sie die große Treppe hinuntergerannt, schlugen die nächsten Geschosse in den Turm ein. Die Druckwelle der Explosion, erfasste ihren Körper und schleuderte Rinako durch die Luft. Unsanft krachte sie auf den harten Boden. Sie blickte zurück und benommen beobachtete sie, wie die gesamte Seite des Turm nach außen wegbrach und einen großen Teil des Bodens mit sich riss. Rins Kopf schmerzte und Blut lief ihr in die Augen.

An vielen Stellen bildeten sich klaffende Spalten und Panik brach unter den Angestellten aus. Die, welche es schafften dem betroffen Bereich rechtzeitig zu verlassen, rannten in Richtung der Rettungskapseln. Es gab keinen anderen Weg hier raus. Niemand hatte mit einer solchen Bedrohung gerechnet.

Rinako endteckte Kathleen, wie sie und drei andere, versuchten der Zerstörung zu entkommen. Sie rannten direkt auf sie zu.

Das knarrende Geräusch von sich verbiegendem Metall dröhnte durch den in Flammen stehenden Park, als ein großer Stahlträger aus den oberen Etagen herabstürzte. Sein Gewicht riss den Boden, mitsammt der alten Dame und ihren Begleitern in den Abgrund.

Rinako wandte den Blick ab. Das durfte einfach nicht sein.

Sie rappelte sich hoch und rannte weiter, während hinter ihr weitere Teile des Bodens wegbrachen.

Schreie verzweifelter Menschen, übertönten den Lärm um sie herum. Schreie von Menschen die Rinako seid Jahren kannte und lieb gewonnen hatte.

Siri meldete sich.

"Mrs. Assada, die Analyse ist abgeschlossen. Die Raketen sind in eine Art Raumverzerrung eingebettet, welche es ihnen ermöglicht, im Moment des Auftreffens, die Schilde um sie herum zu leiten und so zu durchdringen.

Es ähnelt entfernt den Prinzipien des String-Field-Distance-Coding. Dabei wird........."

"Lass gut sein Siri. Teil deine Informationen der Flotte mit. Ansonsten rennen sie ins offene Messer. Vielleicht finden sie eine Lösung für das Problem."

Weitere Explosionen erschütterten den Komplex und der Boden unter ihren Füßen geriet in eine gefährliche Schräglage. Rinako klammerte sich an ein Geländer um nicht abzurutschen, während sich der Turm weiter zur Seite neigte.

Siri meldete sich ein weiteres Mal.

"Während des Einschlags der Raketen hat sich eine fremde KI Zugang zu meinen Systemen verschaffen. Die strukturellen Schäden übersteigen die zulässigen Sicherheitsparameter. Meine funktionelle Integrität kann nur noch begrenzt aufrecht erhalten werden. Ich leite die Abschaltung des Reaktors ein und starte die verbliebenen Rettungskapseln."

Auch das noch. Als ob der Beschuss nicht schon ausreichen würde.

Fassungslos kletterte Rinako auf das Geländer, während schreiende Menschen an ihr vorbei stürzten. Sie musste hier raus, aber wie?

Verzweifelt suchte sie in dem Chaos nach einem Fluchtweg, doch nichts bot sich ihr an. Fern jeder Hoffnung, versuchte sie weiter nach oben zu gelangen, als weitere Explosionen den Turm erbeben liesen.

Rin verlor ihren Halt und rutschte in den Abgrund. Mehrfach schlug Rinako gegen die Wände des Turmes, bis sie eine der vorstehenden Sensorstäbe zu fassen bekam. Ein brennender Schmerz durchfuhr ihren Arm, als ihr volles Körpergewicht die Gelenke auseinanderriss. Für einen kurzen Moment, baumelte sie an ihrem ausgekugelten Arm und blickte nach oben. Brennende Fassadenteile brachen herab und schossen an ihr vorbei, als die Verstrebungen des Turmes, das Gewicht der oberen Etagen nicht mehr zu halten vermochten und unter tosendem Lärm in sich zusammensackten.

Rinako ignorierte ihren schmerzenden Arm und schwang sich schreiend zu dem kleinen Vorsprung an der Außenwand hinüber. Ihr gesunder Arm fand Halt, doch reichten ihre Kräfte nicht aus um sich nach oben zu ziehen.

Ein weiterer Teil des Turmes brach herunter und nur um haaresbreite verfehlte er sie. Einige Meter unter ihr befand sich die Außenseite der Reaktorkugel. Wenn sie es schaffen würde dort hinzugelangen, könnte sie über die Wartungsleitern zu den unteren Etagen hinabsteigen.

Das Auftauchen weiterer Raketen, gefolgt von dutzenden Kampfjägern, lies sie nicht lange zögern. Sie lockerte ihren Griff und rutschte gefährlich schnell die leicht schräge Wand hinunter, während die Geschosse genau in dem Bereich einschlugen, an dem sie sich grade noch befunden hatte.

Offensichtlich zielte man genau auf sie.

Beim Abrollen, welches sie eigentlich vor größeren Schäden beim Auftreffen bewahren sollte, kam sie dem abschüssigen Bereich der Kugel zu nahe und rutschte weiter unkontrolliert hinunter. Im letzen Moment bekam sie die Sprosse einer der Leitern zu fassen und baumelte ein weiteres Mal über dem todbringenden Abgrund.

So schnell sie konnte, kletterte sie nach unten. Der Gedanke, das die nächsten Raketen sehr wahrscheinlich den Reaktor treffen würden, war wenig ermutigend. Abgeschaltet oder nicht. Eine unkontrollierte Entladung der Sonnen im Inneren, würde die ganze Stadt dem Erdboden gleichmachen.

Wenigstens waren die feindlichen Jäger fürs erste beschäftigt. Rin konnte ihren Kampf gegen die Schiffe der planetaren Sicherheit von hier aus sehen.

Sie hatte die Unterseite der Kugel erreicht. Hier endete die Leiter in einem Wartungsschacht, welcher direkt ins Innere des Turmes führte.

Ihr verletzter Arm baumelte leblos an ihrer Seite, während sie den Gang entlang rannte. Schmerzen spürte sie keine mehr. Das Adrenalin wirkte Wunder. Sie erreichte den Eingang und betrat wieder einen vermeintlich sicheren Boden.

Rinako durchquerte den Wartungsbereich und lief zum Zentralring. Von dort würde sie schon irgendwie nach unten gelangen.

Ihr stockte der Atem als sie die vielen Leichen erblickte, welche die Flure pflasterten. Diese Männer und Frauen waren nicht durch die Raketen umgekommen. Sie wurden regelrecht gegrillt.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Turmes entdeckte Rinako eine ihr wohlbekannte Person. Denny Maas rannte den Flur entlang, stolperte immer wieder über die leblosen Körper. Gehetzt wie ein wildes Tier. Plasmasalven schossen hinter ihm her und ohne das Rin etwas hätte tun können, streckten sie ihn nieder. Rinako schrie auf.

Er war einer ihrer besten Freunde gewesen und jetzt lag er tod zwischen den vielen Menschen, die sie ein halbes Leben lang begleitet hatten. Am anderen Ende des Flures kam eine der Sicherheitsdrohen zum Vorschein. Sie sondierte den Gang, auf der Suche nach weiteren Überlebenden.

Rinako brüllte in die Halle.

"SIRI! Was zur Hölle tust du da? "

Die Antwort lies jegliche Gefühle aus Rinakos Körper entweichen.

"Mrs. Assada!"

Rin kannte diese Stimme bereits.

"Die Administrative hat entschieden, das das Versteckspiel nun ein Ende haben wird. Der Krieg hat begonnen. Nichts wird die Loge mehr aufhalten."

Das konnte doch nicht wirklich passieren.

Die fortschrittlichste aller künstlichen Intelligenzen konnte doch nicht so einfach überrumpelt werden.

Benommen schritt Rinako zum Geländer und blickte in die Tiefe. Hunderte Drohnen durchkämten das Hauptquatier. Vereinzelte Feuergefechte deuteten von wenigen verbliebenen Verteidigungsstellungen. Lodernde Brände, hatten ganze Etagen in höllische Infernen verwandelt und wohin sie auch blickte, lagen ihre toten Kollegen in den Gängen.

Nur schwer konnte sich Rinako von diesem grausamen Anblick lösen.

Sie rannte den Flur entlang, jegliche Vorsicht vergessend. Sie wollte nur noch hier raus. Grade als sie den nächst gelegenen Fahrstuhlschacht erreichte und hineinsprang, brachten weitere Explosionen die gesamte Etage zum Einsturz.

Kapitel 5

"Commander Tilgorn! Wir haben unser Ziel erreicht, doch der Agressor hat dem Hauptquatier bereits immensen Schaden zugefügt."

Tilgorn war ein erfahrer Kaptain und die Flotte unter seinem Befehl, hatte schon dutzende Schlachten für sich entscheiden können. Doch dieser Gegner war mit Waffen ausgestattet, denen sie nichts entgegen zu setzen hatten.

Die Daten die ihnen eben übermittelt worden waren, gaben keine große Hoffnung auf einen Sieg.

Die Wissenschaftler des Millitärs waren bereits dabei die Informaionen auszuwerten und nach einem Weg zu suchen, die Schilde den neuen Begebenheiten anzupassen. Aber ob diese Erkenntnisse, diese Schlacht noch beeinflussen würden stand auf einem anderen Blatt.

Die EDA war verloren. Die Langstreckenscanner zeigten kaum Überlebende und jetzt ging es einzig darum, eine Zerstörung des Reaktors zu verhindern um dadurch Millionen Zivilisten zu retten.

Tilgorn wandte sich an seine Offiziere und die Kapitäne der anderen Schiffe.

"Wir müssen sie zwingen den Beschuss aufzugeben. Unsere Zerstörer und Träger sind zu leichte Ziele. Wir können sie nicht in einen Nahkampf bringen. Uns bleiben nur die wendigen Jäger und Bomber. Und denkt daran, ein Treffer und das wars. Die Schilde werden uns nicht viel nutzen sobald sie Raketen einsetzen."

Keiner wiedersprach ihm, obwohl jedem bewusst war, das unzählige Soldaten ihr Leben lassen würden.

"Konzentiert die Bomber auf die Großkampfschiffe, während die Jäger ihnen den Rücken freihalten. Viel Glück euch allen!"

Tilgorn schloss den Kommunikationskanal und gab seiner Crew das Zeichen mit dem Angriff zu beginnen. Er verlies seinen Sessel und schritt in Gedanken versunken an das große Sichtfenster der Kommandobrücke.

Der gigantische Rumpf des Bengalen breitete sich unter ihm aus, während er beobachtete wie die Hangartore öffneten und eine Staffel nach der anderen den Hangar verlies.

Die Sirius war schon ein altes Schiff, aber eines mit einer Seele, da war sich Tilgorn sicher. Ihm war nicht wohl bei dem Gedanken, seine Jungs in dieses aussichtslose Gefecht zu schicken, doch würde jeder von Ihnen sein Bestes geben, um dieses Gefecht für sie zu entscheiden.

Leise murmelte er vor sich hin.

"Viel Glück da draußen!"

Kapitel 6

"Wir sind durch! Und wir leben noch!"

Tarek war die überschwängliche Freude ins Gesicht geschrieben.

Der Retaliator war vollends am Ende. Nur wenige Augenblicke länger innerhalb der Singularität und er wäre in seine Einzelteile zerfallen.

"Wie gehts unser kleinen Lebensretterin?"

Monkey hielt die Kleine in seinen Armen und lies seinen Blick nicht von ihr während er antwortete.

"Den Umständen entsprechend. Aber sie lebt. Woher nimmt sie nur diesen unglaublichen Überlebenswillen?"

Legard kroch unter dem Tisch im Aufenthaltsbereich hervor. Seine Knie zitterten noch immer.

"Ich sag euch eins. Wenn wir den nächsten Planeten erreichen bin ich weg. Für sowas bin ich nicht geschaffen. Ihr seid alle absolut irre!"

Tarek schaute nur kurz nach hinten ehe er sich wieder der Steuerung widmete.

"Nana, wie willst du denn alleine klarkommen? Eine große Hilfe warst du bislang ja nicht! Wenn ich dich nicht so lange kennen würde, hätte ich dich schon längst über Bord geworfen!"

Monkey mischte sich ein.

"Hört jetzt auf zu streiten. Wir sind noch nicht in Sicherheit. Seht lieber zu, das diese Müle es bis nach McArthur schafft. Legard? Bekommst du die Antriebe wieder zum laufen?"

Die Antwort war zu erwarten.

"Nicht hier draußen. Mit etwas Glück kann ich soviel Energie rausholen, das wir mit den Steuerdüsen zumindest in belebteres Gebiet vordringen können. Ich mache mich dann mal ans Werk!"

Legard verschwand im hinteren Bereich des Schiffes, während Tarek vor sich hin murmelte.

"Na da ist er ja wenigstens zu etwas nütze."

Monkey legte Sophie in eine der Kojen und setzte sich zu Tarek.

"Hoffentlich erreichen wir unser Ziel ohne weitere Zwischenfälle."

Sein Freund nickte nur kurz und fing an zu lachen.

"Was für ein Höllenritt! Das müssen wir irgendwann, unbedingt mal wiederholen!"

Kapitel 7

Nur noch zehn Stockwerke. Rinako hatte es geschafft unbemerkt durch den Schacht nach unten zu klettern. Die Sicherheitssensorik mussten stark beschädigt sein, sonst hätte die KI sie längst entdeckt.

Sie wäre ja längst raus aus diesem Albtraum, doch der Schacht wurde auf dieser Etage durch Trümmerteile versperrt. Einige weitere Einschläge der Raketen, hatten große Teile des Turmes zerstört und klaffende Wunden in den Außenwänden, gaben den Blick auf die Stadt frei.

Allerdings, hatten sich seid einigen Minuten keine weiteren Explosionen mehr ereignet. Der direkte Angriff schien vorüber.

Rin hatte ihre Sinne wieder beisammen und ging nun deutlich vorsichtiger vor. Von Deckung zu Deckung, arbeitete sie sich bis zum nächsten Schacht.

Nur wenige Meter trennten sie noch von dieser letzten Abstiegsmöglichkeit.

Sie sondierte die Umgebung und alle Drohnen waren weit genug entfernt, um einen Spurt über freies Feld zu wagen.

Die Feuergefechte waren alle verklungen. Scheinbar gab es keine weiteren Überlebenden mehr. Die Maschinen hatten ganze Arbeit geleistet.

Rinako nahm ihren ganzen Mut zusammen und rannte los. Sie hatte die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, als aus einem der Nebenzimmer eine weitere schwer bewaffneten Kampfmaschinen auftauchte.

Rin erstarrte mitten im Lauf. Es gab keine Deckung und nichts, mit dem sie sich hätte schützen können. Ihre Waffe hatte sie wärend des Sturzes vom Dach verloren und eine Eisenstange, welche bei ihren Füßen lag, schien ihr nicht als geeignete Waffe. Die KI meldete sich mit ihrer furchteinlösenden Stimme.

"Sie leben ja noch immer, Mrs. Assada. Eigentlich ist es eine Schande, eine so wertvolle Person wie sie es sind, zu töten. Immerhin sind es ihre Erkenntnisse, welche uns diesen Angriff überhaupt ermöglichten. Aber die Administrative hat es beschlossen. Ich bin mir sicher sie werden es mir nachsehen, das ich die Reaktoren wieder aktiviert und eine Überlastung initiiert habe. Die Administrative will mit diesem Tag ein Zeichen setzten. Machen sie´s gut, Mrs. Rinako Assada!"

Die Stimme verklang und die Impulskanonen begannen zu glühen. Rinako senkte ihr Haupt. Sie würde nun strerben und Rin war sich sicher, sie hatte es verdient. Wäre sie doch nur nicht so neugierig gewesen.

Schüsse ertönten und der schrille Klang, von auf Metall prasselnden Geschossen, drang in ihr Ohr. Eine Salve, folgte der nächsten und als Rinako den Blick hob, krachte die stählerne Kugel zu Boden und gab die Sicht frei. Im Durchgang stand ein Mann, den sie niemals vorher hier gesehen hatte.

Er trug zwar den Anzug eines Sicherheitsbeamten der EDA, aber dieses markante Gesicht wäre ihr sicherlich schon vorher einmal aufgefallen.

Einige Sekunden trafen sich ihre Blicke.

Sein Auftreten zeugte von einer imensen Willensstärke und einer starken Disziplin. Eher ein Soldat, wie ein einfacher Sicherheitsbeamter. Ob er was mit der Sache im Büro des Direktors zu tun hatte, konnte Rinako nicht sagen, doch war es ihr jetzt auch völlig egal. Als sie sich grade bedanken wollte, warf ihr der Fremde eine seiner Waffen zu, wandte sich ab und rannte den Flur hinauf.

Was solls, sie lebte und nur das zählte jetzt. Rin setzte daher ihren Weg fort und begann den restlichen Abstieg.

Den Drohnen waren die Schüsse nicht entgangen.

Mit hohem Tempo rasten sie von überall herbei. Sofort eröffneten sie das Feuer und die Schüsse hämmerten auf das Panzerglas des Fahrstuhlschachtes.

Unter diesen Umständen würde das Glas nicht lange standhalten. Hier konnte sie nicht bleiben.

Rinako kam nur sehr langsam voran, denn der verletzte Arm schränkte ihre Kletterkünste stark ein und auch die Schmerzen kamen wieder zurück.

Im Augenwinkel sah sie etwas durch den Eingangsbereich huschen und kurze Zeit später, eröffnete jemand das Feuer auf die Maschinen.

Die Drohnen waren abgelenkt und Rin sprang die letzten Meter hinunter. So schnell sie konnte rannte sie in Deckung, checkte kurz die Lage und rannte weiter Richtung Ausgang. Ihr Helfer zog weiterhin die Aufmerksamkeit auf sich und schien in arge Beträngniss geraten zu sein.

Rinako erreichte die großen Flügeltüren und suchte sich eine gute Deckung.

Sie wollte grade das Feuer eröffnen, als sich eine Hand auf ihre Waffe legte und sie sanft nach unten drückte.

"Ganz ruhig, die schießen auf eine Atrappe."

Es war Lieutenant Brigs, welcher sie nun schon ein zweites Mal gerettet hatte.

"Wir sollten schnellstens verschwinden. Die Munition dürfte jeden Moment aufgebraucht sein."

Geduckt folgte ihm Rinako durch die Tür und kaum war diese wieder verschlossen, rannte sie los und brüllte Brigs entgegen.

"Wir müssen hier weg!"

Hastigt schob sie eine Erklärung hinterher.

"Der Reaktor kann jeden Moment in die Luft fliegen. Und wenn das passiert, sollten wir besser bereits im Orbit sein!"

Brigs folgte ihr.

"Was zur Hölle ist hier passiert? Da sitz ich grade bei meinem Lieblingslokal bei nem Bier, da dröhnt der Einsatzbefehl aus meinem Com! Mein Jäger liegt übrigens hier drüben!"

Er deutete zu einem kleinen Platz neben dem Hauptquatier und rannte darauf zu. Rinako tat es ihm gleich. Brigs erzählte weiter.

"Diese Wahnsinnigen, haben uns ordentlich aufgerieben. Das sind die selben Geschosse, wie bei den Angreifern von heute morgen. Wer sind die?"

Sie erreichten den Avenger und kletterten hinein. Während Brigs die Maschine startklar machte versuchte Rinako ihn über das nötigste aufzuklären.

"Das ist die Loge der freien Welt. Ein geheimer Orden, von dem man glaubte er existiere nicht und jetzt hat er uns den Krieg erklärt. Das ist die Kurzfassung und den Rest erfahren sie sobald wir hier raus sind!"

Die Triebwerke heulten auf und schauckelnd hob sich der Avenger in die Höhe.

"Wir kriegen Besuch. Die Bande scheint einen richtigen Narren an ihnen gefressen zu haben!"

Brigs deutete auf seine Anzeigen.

"Die sind gleich hier und ich denke nicht das wir im Orbit mehr Chancen haben. Dort oben tobt die Hölle!"

Kapitel 8

Brigs lenkte den Avenger unter vollem Schub in die Schluchten der Stadt hinein. Es war Wahnsinn bei diesem Tempo durch die engen Passagen zwischen den Türmen zu manovrieren, doch die Jäger der Loge folgten ihnen auf dem Fuße.

Brigs riss das Steuer herum und wich einer großen Leuchtreklame aus, drehte zeitgleich das Schiff auf die Seite und konnte grade noch eine Kollision mit dem dahinterliegenden Gebäude verhindern.

Einer der Verfolger hatte nicht so viel Glück, doch die verbliebenen drei Eröffneten das Feuer. Im ständigen Zickzack, wie ein Hase auf der Flucht, turnte der Avenger durch die Stadt. Aber Brigs gelang es einfach nicht, ihre todbringenden Anhängsel abzuschütteln.

Zwei Raketen begannen ihre Jagt auf ihr Schiff und kamen schnell näher. Brigs drückte das Steuer nach vorn und der Avenger schoss senkrecht in die Tiefe. Die Raketen folgten ihnen.

Rinako entdeckte eine schmale Unterführung zwischen den Hochhäusern.

Eine Verbindungsbrücke. Sie rief Brigs zu.

"Da durch!"

Ohne zu zögern änderte dieser den Kurs und lenkte den Jäger geschickt durch

den Spalt. Die Raketen schlugen an den Seiten ein und zerfetzte die Brücke im Bruchteil einer Sekunde. Die herabstürzenden Trümmer rissen einen weiteren Verfolger mit in die Tiefe.

"Nur noch zwei!"

Brigs wirkte zuversichtlich. Seine Flugfähigkeiten waren wirklich außergewöhnlich.

Sie hatten die Stadt fast durchquert und die verbleibenden Angreifer waren nirgends zu sehen.

Brigs nutzte den Moment um Rinako seinen Plan zu erörtern.

"Wir werden tief am Boden bis zur nächsten Stadt fliegen. Wenn wir unetdeckt bleiben........"

"Achtung dort drüben!"

Rinako unterbrach ihn wild gestikulierend, als ihre Verfolger aus einer Seitengasse ein weiteres Mal das Feuer auf sie eröffneten.

Brigs reagierte blitzschnell und tauchte noch tiefer hinab. Sie rasten jetzt nur noch wenige Meter über den Straßen der Stadt hinweg.

Raketen zischten an ihnen vorbei und zerissen einige der herumstehenden Fahrzeuge in grellen Explosionen. Immer wieder gelang es Brigs dem Beschuss auszuweichen und die Ränder der Stadt kamen in Sicht, als ein helles Leuchten die Wände um sie herum zum glühen brachte. Ein Schein, heller wie die Sonne blendete ihre Augen.

Rinako wusste was jetzt passieren würde. Das schlimmste Unglück stand der Stadt nun erst bevor.

"Brigs, das ist der Reaktor. Hol alles raus was du kannst, gleich wird es ungemütlich."

Die Explosion war gewaltig. Die Druckwelle erfasste den Avenger und schleuderte ihn wie ein Spielzeug durch die Straßen. Im selben Moment zerschellten die Fenster der Türme und noch bevor sie den Boden erreichten, schmolzen die Glassplitter unter der unglaublichen Hitze und regneten schimmernd zu Boden. Die Strukturen der Gebäude verformten sich und sackten langsam in sich zusammen. Die Schilde des Avengers glühten unter der Belastung und erreichten in kürzester Zeit ihr Limit.

Brigs riss das Steuer zurück und peitschte das Schiff in die Höhe.

Um sie herum stürzten die stolzen Monumente in sich zusammen und eine weitere finale Explosion riss die gesamte Stadt mit einem Schlag auseinander. Ein gigantischer Feuerball wälzte sich über die Zerstörung hinweg, bevor er ihren kleinen Jäger erfasste und vor sich hertrieb.

Das Schiff bebte und schien zu brennen. Die Hitze im Inneren wurde unerträglich, aber Brigs gab nicht auf. Mit aller Kraft hielt er den Avenger auf Kurs.

"Wir sind gleich hier raus. Vertrauen sie mir, Mrs. Assada!"

Rin antwortete über den Lärm hinweg und versuchte so unbesorgt wie möglich zu klingen.

"Sollten wir das wirklich überleben, dürfen sie mich Rinako nennen!"

Kapitel 9

"Commander Tilgorn, Sir! Wir haben grade die Information erhalten, das es ohne vorherige Umbaumaßnahmen nicht möglich ist die Schilde auf die neuen Begebenheiten anzupassen."

Diese Nachricht hatte grade noch gefehlt. Zwar konnten sie einen der Kreuzer vom Himmel holen, aber die Bomber waren alle vernichtet und die Jäger in einer hoffnungslosen Minderheit.

Eine solche Niederlage hatte Tilgorn noch niemals zuvor erlitten. Über hundert der fähigsten Piloten. Gefallen. Die meisten von ihnen hatte er persönlich gekannt. Nur er trug die Verantwortung für dieses Scheitern.

Doch noch waren nicht alle Karten gespielt und es war ihre verdammte Pflicht die Stadt vor dem Untergang zu bewahren.

Mit ruhigem Ton befahl er nun ihren eigenen Untergang.

"Die Flotte mischt sich ein! Alles auf Gefechtsstation. Holt diese Bastarde aus dem Orbit!"

Langsam schoben sich die großen Schiffe in Richtung des Feindes. Die Langstreckenlaser feuerten sobald sie in Reichweite waren und malträtierten die Schilde des verbleibenden Kreuzers.

Zwei Corvetten des Feindes drehten bei und brachten ihre Raketenwerfer in Position. Dutzende Schweife breiteten sich bogenförmig in Richtung der Flotte aus. Die Geschosse durchdrangen die Schilde der Schiffe, zerrissen ihre Außenhaut und sprengten die Innereien nach außen.

Wäre der Beschuss konzentrierter ausgefallen hätten sie jetzt mindestens zwei Schiffe weniger, die angemessen antworten könnten.

Tilgorn brüllte los.

"Feuer! Gebt es ihnen doppelt und dreifach zurück!"

In seiner Rage pfiff er auf die Regeln des Militärs. Er würde dieses Pack nicht gewinnen lassen. Die Sirius feuerte aus allen Rohren und startete ihre Raketen. Die Laser hatten die Schilde des Kreuzers bereits genügend geschwächt, so das einige Geschosse bis zur Hülle vordringen konnten und ihrerseits großen Schaden anrichteten. Kurz darauf feuerten auch die anderen Schiffe der Flotte ihr Arsenal auf den Feind, welcher ebenfalls weitere Raketenslaven startete.

Bevor die Geschosse auf beiden Seiten einschlugen., durchzog ein gewaltiger Lichtblitzs die Dunkelheit und auf der Oberfläche des Planeten bildeten sich Verwirbelungen innerhalb der Wolkendecke. Wie ein gewaltiger Wirbelsturm sank das Zentrum in Richtung Oberfläche, um kurz darauf in einem tobenden Feuersturm wieder in die Atmosphäre hinaus gestoßen zu werden. Ein Gebirge aus brennenden Wolken türmte sich dort auf, wo sich vorher New Washington befunden hatte.

Sie hatten es nicht geschafft, die Stadt zu retten. Die Evakuierung war zwar im vollen Gange, doch der Feind hatte gesiegt und hundertausende Leben verbrannten dort unten innerhalb von Sekunden.

Tilgorn sank in seinen Stuhl zurück und seine Mine verfinsterte sich, während die feindliche Flotte abdrehte und den Rückzug antrat.

"Folgt ihnen! Lasst sie nicht entkommen. Dafür werden sie bezahlen und wenn wir alle dabei draufgehen!"

Kapitel 10

Rinako blickte mutlos auf das lodernde Inferno hinunter. Sie versuchte sich einzureden, das dieser Angriff auch ohne ihr Zutun stattgefunden hätte.

Sie konnte doch unmöglich für den Tod abertausender Menschen verantworlich sein. Es musste einfach mehr dahinter stecken. Es musste einfach so sein. Sie musste einfach weitermachen. Sie musste es einfach herausfinden. Jetzt mehr den je.

Zitternd zog sie ihr Mobiglas hervor und tippte hektisch darauf herum.

"Komm schon, gib mir einen Hinweis! Bitte lass mich irgendwas gefunden haben, was mich zu dir führt, Monkey! Wie kann ich dich finden? Ich brauche deine Hilfe!"

Sie versuchte ihr Gefühle zu bändigen, doch die Wut und die Trauer preschten nach vorne. Weinend hämmerte sie auf das Mobiglas.

"Komm schon, verdammt. Gib mir irgendwas. Wenigstens eine Kleinigkeit!"

Die Zeit schien still zu stehen und plötzlich tauchte er auf. Da war er, der kleine Hinweis der ihr wieder einen Funken Hoffnung gab.

Eigentlich war es nichts, vielleicht nur eine naive Vermutung eines verzweifelten Menschen, doch besser als nichts.

Sie wischte sich die Tränen beiseite und lief zu Brigs.

"McArthur! Wir müssen nach McArthur!"

OneEyed Monkey

Episode 7 - Sophie

Kapitel 1

Die wärmenden Strahlen von Cathcarts Sonne schimmerten durch die Spalten der massiven metallenen Jalousien. Es war eine Ewigkeit her, das Samuel solch eine Ruhe genossen hatte. Jetzt lag er einfach nur da und genoss den Anblick dieser wunderschönen Frau, welche friedlich neben ihm schlief.

Verträumt beobachtete er, wie sich ihre Brust bei jedem Atemzug hob und senkte. Man konnte einfach nicht glauben, das diese zierliche Person, eine der gefürchtetsten Piraten des bekannten Universums verkörperte.

Ihre nackte Haut, war nur an wenigen Stellen durch ein dünnes Betttuch bedeckt und Samuel lies seine Blicke an den zahlreichen Tattoos entlang streifen, welche ihren Körper in ein wahres Kunstwerk verwandelte.

Die filligranen Zeichnungen, zeigten meist düstere Bildnisse fiktiver Gestalten und Landschaften, hin und wieder unterbrochen von prächtigen und farbenfrohen Blumen und Mustern, welche im krassen Kontrast aus dem Rest herausstachen. Sie meinte immer, wenn man sie nach diesen Bildern fragte, das sie ihr Leben wiederspiegeln würden.

Gefangen in einer dunklen Welt, welche in einigen wenigen Momenten, von der Schönheit des Lebens erhellt wird.

Doch es gab ein Tattoo, welches alle anderen in den Schatten stellte.

Es zierte fast ihren gesammten Rücken. Sie sagte, es war das Erste gewesen. Welches sie sich bereits in jungen Jahren machen lies. Doch seine Bedeutung verschwieg sie ihm, ebenso wie ihre Vergangenheit.

Es zeigte ein brennendes Kind, vor einem zerstörten Haus, umsäumt von verzerrten Menschenkörpern.

Was auch immer sie dazu bewogen hatte, sich ein solch grausammes Bild in die Haut stechen zu lassen, für Samuel war klar, das sie schon sehr viel durchgemacht haben musste.

Faith hatte sein Herz erobert, lange bevor es ihm selber bewusst wurde.

Als sie vor zwei Jahren das erste Mal mit ihm im in Kontakt trat, konnte er noch nicht ahnen, das er irgendwann einmal für diese Frau sein Leben auf Spiel setzen würde. Der Schmerz in seiner linken Augenhöhle erinnerte ihn immer wieder an diesen Tag und er bereute ihn nicht.

Seit drei Monaten waren sie nun zusammen und er glaubte fest daran, das nichts sie jemals wieder trennen würde, doch war es selten so friedlich wie in diesem Augenblick. Auch heute war der Fieden nur trügerisch und auch wenn Samuel noch ewig hätte hier liegen können, musste er doch noch etwas erledigen. Einen Auftrag von größter Wichtigkeit, welcher den Northstorm Piraten ein Tor zu einer noch ruhmreicheren Zukunft eröffnen würde.

Leise kletterte er aus dem Bett und schlich ins Bad.

Der Raum war abgedunkelt worden und nur der flackernde Schein der aufgestellten Kerzen, erhellte den Bereich um den kastanienfarbenen Sarg.

Samuel schaute zu Faith hinüber, welche auf den Bänken im Warteraum Platz genommen hatte. Er war dankbar, das sie in diesem Augenblick bei ihm war.

Der Tod der Mutter. Eigentlich ein schmerzhafter Moment, doch für ihn war diese Frau wie eine Fremde.

Als der Orden seine Erinnerungen auslöschte, zerstörten sie auch diese Verbindung, welche sich nur während des Heranwachsens entwickeln kann. Auch wenn er sie danach, noch immer als seine Mutter angesehen hatte, fehlte diese emotionale Bindung die einstmals bestanden hatte.

"Samuel, hast du deiner Mutter nichts zu sagen?"

Sein Vater trat zu ihm an den Sarg heran und schon an seinem Tonfall erkannte Samuel, wie entäuscht er von ihm war.

"Jahrelang hat sie auf ein Lebenszeichen von dir gewartet. Tag ein Tag aus hat sie sich nach dir gesehnt. Wo warst du all die Zeit?"

Obwohl auch die Gefühle für seinen Vater, niemals wieder die eines Kindes sein würden, schmerzten diese Worte sehr. Er starrte weiterhin stur auf das aschfarbene Gesicht, welches leblos auf ein rotes Tuch gebetet lag.

"Du kannst das nicht verstehen, Vater. Glaub mir, ich wünschte die Dinge wären anders gelaufen. Es gibt nichts was ich jetzt noch daran ändern könnte."

Er musste sich zusammenreißen, als ihm sein Vater mit einem harten Schlag seine Wut ins Gesicht hämmerte.

"Sieh dich an! Was ist nur aus dir geworden? Siehst aus wie einer dieser zerlumpten Piraten, die da draußen Frauen und Kinder abschlachten. Dir standen alle Türen offen. Und du hast alles weggeworfen."

Samuel hob den Kopf und starrte in das vorwurfsvolle Gesicht seines Vaters, die leere Augenhöhle unter einer schwarzen Klappe verborgen.

Keine Regung war im Gesicht dieses Mannes zu sehen. Keine Frage nach seinem Befinden, keine Frage nach seiner Verletzung, nur Vorwürfe und Beschimpfungen kamen aus seinem Mund.

Samuel konnte es ihm nichtmal verübeln. Er wandte sich ab und ging zur Tür.

Faith folgte ihm still und leise. Für einen kurzen Moment schien es ihm als stände jemand im Durchgang. Ein Schatten, oder etwas ähnliches. Doch dann war es wieder verschwunden.

Blutüberströmt verlies er die Kirche der kleinen Siedlung und sackte zu Boden. Übelkeit überkam ihn und Samuel erbrach sich, leidend unter der Grausamkeit seiner Tat.

Die vielen Menschen, welche in dem Heiligtum Zuflucht gesucht hatten, hingerichtet und massakriert. Durch seine Hand. Er verabscheute sich selbst,

verfluchte seine Schwäche und doch liesen ihm seine metallenen Wächter keine Ruhe. Sie trieben ihn vorwärts, immer weiter, um seine Aufgabe zu erfüllen. Er hob die Waffe und setzte seinen Weg fort.

Es galt jeden zu finden und zu töten. Niemand durfte diesen Tag überleben. So wollte es der Orden.

Der Staub wirbelte durch die schmalen Gassen, während er jeden Winkel durchsuchte. 165. Eine unglaubliche Zahl. Soviele Menschen hatte er bereits getötet. In dieser abgelegenen Gegend stieß er auf keinen Wiederstand.

Es gab hier keine Soldaten oder Wachmanschaften. Nur ein kleiner Haufen bewaffneter Arbeiter hatte sich ihm entgegengestellt.

Hätten sie doch etwas besser gezielt, dann wäre wenigstens alles vorbei.

"Bleib stehen, du Monster!"

Die zitternde Stimme eines kleinen Mädchens lies ihn innehalten.

Warum hatte sie sich nicht irgendwo versteckt? Warum zeigte sie sich ihm?

"Warum tust du uns das an? Was haben wir dir denn getan?"

Die Fragen dieses Kindes, trafen ihn tief ins Herz. Samuel drehte sich um und blickte in ihre verweinten Augen.

Nur mit einem mikrigen Messer bewaffnet, stellte sie sich ihm in den Weg.

"Hör doch bitte auf damit.....bitte lass uns in Ruhe!"

Wie gerne hätte er ihrem Flehen Folge geleistet. Er wollte nicht dieses Monster sein, welches er geworden war. Verzweiflung überkam ihn.

Wie sollte dieses unschuldige Wesen dem Orden schon gefährlich werden? Worin lag der Sinn dieses Massakers? Sie durfte nicht auch noch sterben.

Er musste sie doch irgendwie retten können.

Tränen flossen ihre Wange hinab. Ein nicht enden wollender Strom aus Wut, Trauer und Verzweiflung.

Samuels Hand drängte nach oben, hob den Lauf seiner Waffe in Richtung des Kindes. Er kämpfte mit aller Kraft dagegen an, doch die Reaktion der Maschinen lies nicht lange auf sich warten.

Ein unerträglicher Druck breitete sich in seinem Körper aus und kalte Fänge bohrten sich in seine Gedanken. Sie zerrten an seinen Muskeln und marterten sein Nervensystem. Immer wieder wehrte er sie ab, doch unermütlich starteten sie neue Angriffe auf sein Inneres. Er schrie auf.

"Lasst sie leben! Hört auf damit! Ich will nicht mehr weiter!"

Doch es gab kein Entrinnen aus diesem Gefängnis. So konnte er unmöglich weiterleben. Mit aller Kraft drückte er den Lauf seiner Waffen gegen seine Schläfe, doch so einfach liesen sie ihn nicht entfliehen. Schreiend stand er da, unfähig den Abzug zu betätigen und schließlich überranten sie seinen Geist.

Als der Schuss ertönte und die Schreie des Mädchens sein Bewustsein erreichten, fiel er weinend zu Boden.

Am Ende seiner Kräfte schleppte er sich zu dem kleinen Körper, welcher reglos am Boden lag und den Staub um sich herum rot färbte.

Er nahm sie hoch und drückte sie fest an sich, als könne er sie damit vor dem Unvermeidlichen bewahren. Ihre Atmung wurde schneller und abgehakter, bis schließlich das Leben aus ihrem Körper entwich. Nach Hilfe suchend blickte er sich um. Nur wenige Meter entfernt sah er etwas. Es flimmerte in der Hitze der Luft. Er konnte nicht erkennen was genau es war. Wie die Silhouette eines kleinen Kindes. Doch sie verschwand, als hätte der Wind sie fortgeweht.

Stundenlang saß Samuel einfach nur da, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Das große Panoramafenster im Aufenthaltsraum der Northstorm bot einen atemberaubenden Ausblick, doch war es nicht wie sonst.

Er hörte wie die ihm wohlbekannten Schritte näher kamen, doch er drehte sich nicht um. Faith setzte sich neben ihn und legte ihren Arm auf seine Schulter. Stillschweigend blickten sie gemeinsam hinaus zu den großen Gasnebeln des Pyro Systems. Unzählige Stunden hatten sie hier schon zusammen verbracht und er würde diese Zeit niemals vergessen.

Faith brach als erste das Schweigen und sprach mit sanftem Ton auf ihn ein.

"Wir wussten doch Beide, das es schwer werden würde. Aber es ist besser so."

Ihre Beziehung hatte sich in den letzten Wochen zu einem wahren Fiasko entwickelt. Ein unentwirrbares Chaos aus Vorwürfen und Schuldzuweisungen.

Obwohl keiner der Beiden, ihre Liebe zueinander hätte leugnen können, waren ihre ausgeprägten Egos nicht in der Lage, ihnen eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Samuel blickte ihr in die Augen.

"Was ist nur mit uns passiert? Warum mussten wir erst diesen Schritt gehen, um wieder ohne Streitereien miteinander reden zu können?"

Er würde von hier fortgehen, soviel stand fest. Er würde ihr nur im Weg stehen und es war wichtig für ihre Crew, das sie nicht durch ihre Beziehung den Blick fürs Wesentliche verlor.

Er wusste nicht genau, was die Piratenclans untereinander für Kriege ausfochten, doch war die Northstorm ein wichtiges Glied in dieser Kette.

Dem Piratenfürsten, dem Oberhaupt aller Clans, war die kleine Gruppe seit langem ein Dorn im Auge. Und ihre Crew brauchte Faith jetzt mehr als er selbst.

"Ich weiß es nicht. Doch ich werde diese Momente vermissen. Deine Stimme nicht mehr zu hören oder deine Nähe zu spüren, wird hart für mich sein."

Eine einsame Träne floss über ihre Wange.

Samuel drückte sie fest an sich und gab ihr einen letzten Kuss auf die Lippen.

"Das wird es. Für uns beide."

Faith riss ihre Augen weit auf und ihr Gesicht verzog sich zu einer Grimasse.

Sie brüllte ihn an.

"Du warst es.....du bist es gewesen.....!"

Im nächsten Moment war er wieder allein.

"Herr Brown, sie können jetzt reinkommen."

Samuel blickte sich verwirrt um. Irgendwas stimmte hier nicht. Träumte er? Er stand auf und betrat das Behandlungszimmer. Die Banu, waren in seinen Augen ein seltsammes Volk, doch wenn die Informationen stimmten, waren sie vielleicht der Schlüssel zu seiner Freiheit. Sie nannten ihn zwar Patienten, doch ihm war klar, das sie in Ihm eher ein Versuchsobjekt sahen.

Doch welche Wahl hatte er schon?

Das Labor in dem er sich befand war nicht registriert und die Forschungen selbst bei den Banu verboten.

Die kleine Gruppe Wissenschaftler machte sich nicht viel aus Konversation, aber Samuel hätte sie eh nicht verstehen können. Nur einer von ihnen war der menschlichen Sprache mächtig.

Die Vorbereitungen für die Behandlung waren schon abgeschlossen und sie führten ihn zu einem seltsamen Gerät und fixierten ihn auf einem OP-Tisch.

Sie hatte ihn schon darauf vorbereitet, das ihn unsagbare Schmerzen erwarten würden, doch gab es jetzt kein zurück mehr.

Ohne weiter Verzögerung begann die Prozedur. Diese Banu verloren keine Zeit und innerhalb von Sekunden verkrampfte Samuels Körper. Es fühlte sich an, als würden seine Eingeweide verbrennen und sein Blut kochen.

Er verlor jegliche Kontrolle über sein Handeln und schrie sich die Seele aus dem Leib. Nur verschwommen nahm er die hektischen Rufe der Wissenschaftler war. Irgendwas schien nicht zu stimmen.

Etwas kam auf ihn zu. Ein schwarzer Schatten sammelte sich über seinem Körper und formte ein Gesicht. Ein Kreischen drang in sein Ohr.

"Du wirst dafür bezahlen......Ich habe es gesehen.....!"

Samuel bäumte sich auf und sprang von dem Altar. Er blickte sich um. Das war nicht der Behandlungsraum und woher hatte er dieses Messer?

Er erinnerte sich. Beinahe hätten diese wiederlichen Kuttenträger ihn ihrer Gottheit geopfert. Wie konnte er nur so unachtsam sein? Markus hatte ihn davor gewarnt, das diese entstellten Geschöpfe, die Gänge ihrer Zuflucht mit Giftgasfallen schützen.

Doch in seiner Rage, war er genau hineingetappt.

Die zwei Ritualmeister lagen tot neben dem großen Steinblock. Er war grade noch rechtzeitig erwacht und hatte das Opfermesser an sich nehmen können.

Jetzt stand er einer ganzen Horde dieser Monster gegenüber. Er musste Markus Schwester finden und hier raus schaffen. Er hatte es versprochen.

Samuel hob das Messer zum Angriff und stürmte auf den Mann los, der ihm am nächsten stand. Als sich die Klinge in dessen Brust bohrte zerran der Körper des Mannes zu Staub.

Ein Schlag in den Nacken und er ging zu Boden.

"Komm schon Samuel, das kannst du sicherlich besser."

Es war Faith. Sie hatte ihn mal wieder überrumpelt. Diese Übungskämpfe waren immer eine willkommene Abwechslung, doch bislang konnte er nicht einen Sieg über sie erringen. Faith war flink und wich seinen Angriffen mit Leichtigkeit aus und konterte sie geschickt. Ein kleines Mädchen stand am Rand und brüllte ihr zu.

"Töte Ihn, er hat es verdient!"

Faith grinste hämisch und lief auf ihn zu.

"Komm schon, ich beise nicht!"

Vollkommen neben sich drehte sich Samuel um und blickte zu dem kleinen Zwerg dort an dem Tisch. Es war einer der Schwarzmarkthändler von Ellis IV. Er erinnerte sich daran, das er ihn kontaktiert und einen Auftrag angeboten hatte.

Aber Samuel war mistrauisch gegenüber Fremden. Jeder konnte ein Agent der Loge sein. Dieser hier war ihm jedoch auf Anhieb sympatisch. Er setzte sich an den Tisch und reichte ihm die Hand.

Samuel konnte nicht mehr sagen was wahr und was falsch war.

Dies war kein normaler Traum. Was passierte hier mit ihm?

Irgendwas war hier bei ihm. Tief in seinen Gedanken.

Er hob sein Glas und trank es mit einem großen Schluck aus.

Er blickte seinem Gegenüber ernst in die Augen.

"Klar helfe ich dir. Ich könnte sie für dich ausschalten!"

Jetzt saß dort Benjamin Drake, den er in Cassandras Taverne kennengelernt hatte. Drake schaute ihn ungläubig an.

"Wie willst du denn auf der BlueSky an sie rankommen? Sie wird rund um die Uhr bewacht!"

Der Mann tat ihm einfach leid. Das Schicksal hatte ihm stark zugesetzt und wie immer konnte er seine Klappe nicht halten.

"Ist doch kein Problem, Ich werde einfach das ganze Schiff vom Himmel pusten."

Drake lachte ihn boshaft an.

"Du wirst dafür büsen was du meiner Schwester angetan hast!"

Abruppt wechselte die Szene.

Faith schaute ihm tief in die Augen. Es wurde still um sie herum, obwohl auf dem Landedeck ein reger Betrieb herrschte.

"Gleich hab ich dich!"

Wieder ein Wechsel.

Samuel blickte in den verschmutzten Spiegel auf einer der dreckigsten Toiletten die er jemals vorher betreten hatte.

Doch er sah nicht sein Spiegelbild. Es war das Gesicht eines Kindes. Er kannte sie. Ein Faustschlag und das Spiegelbild wurde von feinen Rissen durchzogen. Jetzt merkte er in welcher Gefahr er sich befand.

"Sophie? Bist du das?"

Er drehte sich um und blickte zu Faith, welche ihm ins Badezimmer gefolgt war. Noch immer unbekleidet näherte sie sich mit sanften Schritten.

Ihre nackten Füße berührten kaum den Boden, doch hinterliesen sie rote Spuren auf den weißen Fliesen. Sie kam näher, ihre Augen leer.

"Komm zu mir. Dann ist es bald vorbei."

Ihre Haut begann Blasen zu werfen und blätterte in einem Funkenregen von ihrem Körper ab, bis sie ein glühender Feuerball verschlang.

Die unerträgliche Hitze erreichte Samuel und hüllte ihn vollkommen ein.

"SOPHIE! WAS SOLL DAS? WAS HAB ICH DIR GETAN?"

Kapitel 2

"SOPHIE!"

Schreiend wachte er auf und blickte direkt in Sophie´s hasserfüllten Augen. Sie saß ihm direkt gegenüber und schrie ihn an.

"Du warst es! Ich habe dich gesehen. Du hast meine Familie getötet. Unser Dorf vernichtet. Du hast mein Leben zerstört!"

Sie zitterte am ganzen Leib und ehe Monkey reagieren konnte schleuderte ihn eine eine unsichtbare Kraft quer durch den Raum. Als würde eine Dampfhammer auf seinen Körper einschlagen, krachte er auf den Boden. Irgendwas presste ihn mit solchem Druck nach unten, das er kaum noch Luft bekam.

Sophie stand auf und ging auf ihn zu. Ihre Augen waren weit aufgerissen und auf ihrer Stirn bildeten sich Schweissperlen. Ihre Halsschlagader pulsierte rythmisch, während sie immer näher kam.

Unfähig sich zu bewegen oder einen Laut von sich zu geben, starrte er auf das kleine furchteinflösende Kind, welches sich nun bedrohlich vor ihm aufbaute.

Von dem Lärm aufgeschreckt, kamen Tarek und Legard herbei gerannt und blieben fassungslos im Durchgang stehen.

"Sophie, beruhige dich! Was machst du da? Keiner will dir etwas tun."

Sie reagierte nicht auf Legards Worte und richtete ihren Blick weiter auf Monkey, welcher sich mit schmerzverzehrtem Gesicht auf dem Boden krümmte.

"Sag mir warum? Warum mussten sie alle sterben? Du bist ein Monster!"

Legard und Tarek standen wie angewurzelt da, doch als Monkey kurz davor stand das Bewustsein zu verlieren, sprang Tarek in den Raum und stürmte auf das Mädchen los. Doch bevor er sie erreichen konnten, riss es auch ihn in die Luft und mit einem harten Schlag schleuderte er gegen die nächste Wand.

Legard wurde panisch.

"SOPHIE! HÖR BITTE AUF! WIR SIND DOCH DEINE FREUNDE!"

Etwas packte ihn am Hals und hob auch ihn hoch. Keiner der drei konnte noch irgendwas machen. Unfähig dem Griff zu entkommen war sich Legard sicher, das ihre Reise in den nächsten Sekunden beendet werden würde.

Monkey versuchte sich zu konzentrieren. Er konnte nicht sprechen, also dachte er mit aller Kraft an die Worte, welche er Sophie mitteilen wollte.

Hoffentlich würde sie ihn hören.

~Sophie, bitte glaube mir. Du musst mir einfach glauben. Das war nicht ich. Nicht mein eigener Wille. Wenn du meine Gedanken erforscht, wirst du die Wahrheit erkennen. Auch ich will die Menschen die dafür verantwortlich sind bestrafen. Wir können es zusammen schaffen........~

Seine Kräfte verliesen ihn und ihm wurde schwarz vor Augen, doch kurz bevor er das Bewusstsein verlor, lies der Druck auf seinem Körper nach.

Er konnte wieder atmen und langsam wurde es wieder hell um ihn.

Sophie sank auf den Boden und mit bebender Stimme schluchzte sie.

"Es.....es tut mir leid. Ich hätte das nicht...... ich wollte doch nur........meine Schwester..........."

Sie fing an zu weinen und rannte aus dem Raum.

Legards Knie zitterten und kein Wort kam über seine Lippen. Tarek ging zu Monkey und half ihm hoch.

"Was war denn hier los? Was hast du mit ihr gemacht?"

Monkey wirkte beschämt.

"Ich erkläre euch das später! Ich muss erst zu ihr!"

Er ging zur Tür und folgte Sophie in den Aufenthaltsbereich. Als er an Legard vorbei kam packte dieser seine Hand.

"Sie ist eine Gefahr. Wir müssen sie unbedingt los werden!"

Ein Blick von Monkey genügte um ihm klar zu machen, so etwas niemals wieder zu äußern.

Sophie saß wie ein Häufchen Elend unter dem Tisch und weinte noch immer.

Monkey kniete sich zu ihr.

"Komm raus Kleine. Was da eben passiert ist.....es war nicht deine Schuld!"

Schneller als er es für möglich gehalten hatte, sprang sie unter dem Tisch hervor und fiel ihm in die Arme. Sie klammerte sich so fest an ihn, das er sie beim Aufstehen einfach mit hochhob. Sie schluchzte mit leiser Stimme.

"Es tut mir auch leid. Ich werde das auch niemals wieder tun!"

Monkey setzte sie auf der Bank ab und streichelte ihr durch das feine Haar.

"Keine Sorge, wir sind doch jetzt Freunde."

Er lächelte ihr zu. Ihm war nicht nach Lachen zumute, doch wusste er nicht was er sonst tun sollte.

"Und.....was hast du noch in meinem Kopf gefunden? War nicht so schön, oder?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Nein, war es nicht. Das ist es eigentlich nie."

Sie wischte ihre Tränen beiseite und setzte sich aufrecht hin.

"Der Mann in der Kirche....."

Monkey nickte.

"Was ist mit ihm?"

Sie flüsterte ihm zu.

"Ich kenne ihn."

Monkey war überrascht.

"Was? Bist du dir sicher?"

Sophie musste wieder mit den Tränen kämpfen und blickte in den Raum.

"Er kam...... und holte mich. Ich wusste damals nicht was geschehen war. Meine Schwester........"

Sophie fing wieder bitterlich an zu weinen.

"Meine Mama hatte mich ihr in den Arm gelegt. Sie hatte gesagt, sie solle sich mit mir verstecken. Sie hatte so große Angst."

Monkey versuchte das kleine Häufchen Elend zu trösten und legte seinen Arm um sie.

"Woher weisst du das alles? Du musst doch damals noch ein Baby gewesen sein."

Sophie schluchzte noch lauter.

"Ich träume davon. Immer wenn ich schlafe. Genau wie ich es bei dir gemacht habe. So kann ich auch in mich selbst sehen."

Es war unfassbar, welche Last dieses Mädchen zu tragen hatte.

Auch Legard und Tarek standen etwas Abseitz und hörten zu als sie fortfuhr.

"Ich weiß noch wie meine Schwester mich in den Verschlag unterm Haus legte und zudeckte. Sie sprach mir Mut zu und sagte sie wäre bald zurück.

Sie müsse nur kurz Mama helfen. Doch sie kam nicht wieder."

Sophie atmete tief durch, ehe sie weiter erzählte.

"Ich weiß nicht wie lange ich dort gelegen habe. Irgendwann kam dieser Mann. Der, den ich in deinen Erinnerungen gesehene habe."

Sie blickte Monkey in die Augen.

"Er nahm mich mit und brachte mich in das Labor, aus dem ihr mich gerettet habt."

Monkeys Blick erstarrte, das konnte nicht sein.

"Ich weiß nicht was sie mit mir gemacht haben, aber der Mann sagte immer, was für ein Erfolg es wäre, mich in die Hände bekommen zu haben. Immer wieder sagte man mir, das in meinem Inneren etwas Besonderes schläft und das sie mir nur helfen wollten, es zu wecken."

Monkeys Gedanken spielten verrückt. Ein eiskalter Schauer lief über seinen Rücken. Dieses schreckliche Verbrechen, nur um dieses kleine Mädchen in die Finger zu bekommen? Und sein Vater? War er etwa ein Mitglied des Ordens? Dann wäre sein eigener Vater auch für sein Schicksal mit verantwortlich.

Schwindel überfiel ihn und er hatte Mühe dagegen anzukämpfen.

Diese Bestie. Hat er das alles wirklich getan?

Monkey musste es wissen. Er musste seinen Vater zur Rede stellen.

"Es tut mir unendlich leid, was dir dieser Mann, angetan hat. Ich verspreche dir, wenn wir ihn finden und sich alles bewahrheitet, wird er nicht mehr lange genug leben um sich daran zu erfreuen."

Monkey wandte sich an seine beiden Begleiter.

"Wir müssen ins Kilian System. Ich muss dort wohl jemandem einen Besuch abstatten."

Etwas verwirrt blickte Tarek ihn an.

"Wollten wir nicht nach Cathcard? Im Kilian System, wirst du sicherlich keine Mitstreiter für unser Unternehmen finden!"

Natürlich hatte er damit recht, doch Monkey winkte ab.

"Das hier ist zu wichtig. Mach das Schiff fertig für den Sprung."

Tarek ging wieder ins Cockpit.

"Legard, mach Sophie was zu Essen, sie kann sicher ne Stärkung gebrauchen."

Legard wollte wohl grade seine Bedenken zum Ausdruck bringen, aber der erhobene Zeigefinger von Monkey überzeugte ihn doch es besser sein zu lassen.

Noch einmal beugte sich Monkey zu Sophie hinunter.

"Ich wünschte, ich wäre stärker gewesen und hätte deine Familie retten können. Ich möchte das du weist, dass du und deine Schwester, die mutigsten Menschen seid, die mir jemals begegnet sind. Ich werde dich beschützen. Komme was wolle. Und wenn es mich meine Leben kostet."

Er wandte sich ab und lief Tarek hinterher. Dieser saß schon auf dem Pilotensitz und tippte wie wild auf den Instrumenten herum.

"Der Flug wird einige Zeit dauern. Wir befinden uns grade im Stanton System. Das sind mindestens sechs Sprünge. Gut das wir, während du geschlafen hattest nochmal tanken waren."

Monkey grinste ihn an.

"Ich kenn da ne Abkürzung. Ein geheimer Sprungpunkt, den der Orden nutzt um unbemerkt in das Heiligtum der UEE zu gelangen. Und rate mal in welchem Sytem sich dieser befindet. Richtig.... Stanton."

Tarek lachte.

"Na wenn das mal kein Zufall ist. Welcher Kurs?"

Kapitel 3

Der Sprungpunkt befand sich in den Tiefen der äußeren Randzonen Stantons. Noch hinter dem entlegen Asteroidengürtel, in welchem sie sich grade befanden. Langsam manövrierte Tarek den Retaliator zwischen den riesigen Felsen hindurch, die Scanner auf Anschlag, um mögliche Schiffe frühzeitig erkennen zu können.

Keine sinnloses Unterfangen, wie sie kurz darauf festellen durften.

"Monkey? Ich hab hier was auf dem Schirm!"

Legard klang besorgt.

"Was hast du?"

Monkey ging zu ihm hinüber und blickte auf die Anzeigen.

"Hier sind einige unklare Signaturen. Erst dachte ich es wären Schatten der Asteroiden, welche unsere Scanner stören. Aber dann fand ich das hier."

Legard deutete auf die schwingenden Lienen am oberen Rand des Bildschirms.

"Ein Funkspruch?"

Monkey wurde neugierig.

"Können wir ihn mithören?"

Legard tippte hektisch auf dem Display herum.

"Die Übertragung ist verschlüsselt. Aber so wie es scheint, haben wir die passenden Codes im Schiffsspeicher. Das heißt dann wohl auch, das der Orden hier ist."

Legard legte die Übertragung auf die Lautsprecher.

Rauschen erklang im Inneren des Schiffes und alle lauschten gebannt, als sich leise und undeutlich eine Stimme abzeichnete.

"Wir haben unsere Befehle.........der Ältestenrat lässt keine Zweifel gelten."

Eine zweite Stimme mischte sich ein.

"Ich bin nicht überzeugt, das sie dieses Risiko wert ist. Immerhin geht es hier um den Mars. Die UEE wird diesen Angriff nicht auf sich beruhen lassen.

Sollte uns nur der kleinste Fehler unterlaufen, setzen wir die Loge einer großen Gefahr aus."

Ein Dritter Mann ergriff das Wort.

"Nach unseren Informationen, wäre Ihr Überleben eine weitaus größere Gefahr. Würde die EDA die Daten in ihrem Besitz in die Finger bekommen, würde das unsere Bemühungen der letzten hundert Jahre zunichte machen."

Die Stimme vom Anfang erhob sich erneut.

"Es ist nicht unsere Aufgabe die Entscheidungen der Ältesten zu hinterfragen. Der Auftrag wird ausgeführt. Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, bevor wir ihre Spur wieder verlieren. Sammelt die Flotte und dann weg hier. Für die freie Welt! Kahn Ende"

Die Lautsprecher verstummten. Alle blickten Monkey fragend an.

"Was schaut ihr mich so an? Ich hab keine Ahnung worum es da ging. Aber scheinbar gibt es noch jemanden der dem Orden an den Kragen will."

Monkey zuckte mit den Schultern.

"Gut für uns, aber darum kümmern wir uns später. Hauptsache die verschwinden von hier und wir können unseren Weg fortsetzen."

Er wandte sich wieder Legard zu.

"Können wir näher ran ohne entdeckt zu werden?"

Legard wirkte nicht sehr erfreut.

"Etwas sollte möglich sein. Aber warum warten wir nicht einfach bis sie weg sind?"

Monkey grinste.

"Neugierde!"

Er deutete Tarek an den Weg fortzusetzen.

Dieser fuhr den Großteil der Schiffssysteme herunter und steuerte nur noch mit den Manövrierdüsen weiter auf ihr Ziel zu.

Legard wirkte nervös und rutschte auf seinem Sessel hin und her.

"Ihr seid wahnsinnig, warum mach ich das eigentlich alles mit?"

Sophie hatte sich zu ihnen gesellt und kicherte vor sich hin. Langsam schien sie wieder Vertrauen zu ihnen aufzubauen.

"Du bist ja so ein Angsthase. Aber ich kann spüren, das noch viel mehr in dir steckt als du selbst vermutest."

Tarek rief ihr zu.

"Wovon redest du da? Das einzige was in dem steckt, ist ne extra große Portion unseres Mittagessens. Mehr wirst du bei ihm nicht finden."

Sophie lachte los. So unbeschwert und losgelöst, das ihre gute Laune alle im Raum ansteckte.

Es war als würde sie jeden von ihnen umarmen und ihre Sorgen in der Luft zerreisen. Eine weitere Fähigkeit die sie besaß, auch wenn sie diesmal nicht auf ihren Kräften beruhrte.

Sie näherten sich dem Rand des Gürtels und Tarek war der erste der das Lachen unterbrach.

"Leute kommt mal wieder runter, wir sind in Sichtweite."

Tarek hatte den Bomber in den Schatten eines Asteroiden gelenkt. So sollten sie weiterhin unentdeckt bleiben. Monkey trat ans Fenster und starrte hinaus.

Die Flotte von der eben gesprochen wurde war gewaltig.

Dutzende Schiffe sammelten sich im Raum. Zwei für ein orbitales Bombardement ausgestattete Schlachtkreuzer, drei Begleitträgerschiffe und mehrere Corvetten machten sich bereit zum Abflug. Sie wollten nicht durch den Sprungpunkt soviel war klar, denn wenn ihr Ziel der Mars war, blieb ihnen nur die übliche Route.

Langsam setzten sich die Schiffe in Bewegung. Dutzende Geleitjäger schwirrten zwischen den großen Pötten umher. Würde einer von ihnen, ihren Retaliator entdecken, wären sie geliefert.

Monkey wurde leicht unwohl, als er bemerkte das die Flotte ihnen gefährlich nahe kam. Er flüsterte Tarek zu, obwohl das natürlich wenig Sinn machte.

"Schalt alles aus. Beeil dich."

Tareks Finger huschten über die Anzeigen und kurz darauf wurde es dunkel im Cockpit. Das Summen der Maschinen vertstummte und man konnte die Anspannung in der Luft förmlich riechen.

Legard jammerte vor sich hin.

"Die werden uns sehen, Leute. Die werden uns sehen........"

Zwei Corvetten flogen als Vorhut, nur wenige hundert Meter entfernt an ihnen vorbei. Gefolgt von einigen Hornets. Tiefschwarz, hoben sich die Schiffe nur wenig vom Hintergrund ab. Ein gespenstischer Anblick.

Nun zischten weitere Hornets vorbei und kurz darauf drängten die großen Kreuzer zusammen mit den Trägern in ihr Sichtfeld und füllten es bald vollständig aus. Man konnte von ihrer Position aus, bis ins innere der Kommandobrücken schauen. Sie beobachteten die hektische Betriebsamkeit an Deck. Die Navigatoren, die Steuermänner, die umherhuschenden Offiziere und den Captain. Jeder von ihnen nur auf das Ziel fixiert.

Diese Flotte besaß eine gewaltige Schlagkraft und Monkey hätte zu gerne gewusst, wer dieses Monstrum geweckt haben könnte.

Die schwarzen Schatten zogen nach und nach vorbei und nachdem auch die letzten Jäger verschwunden waren, gab Monkey das Zeichen zum Aufbruch.

Die Maschinen fuhren hoch und es wurde wieder hell um sie herum.

Mit einem leichten Ruck setzte sich der Bomber in Bewegung und verlies den Schutz der Asteroiden.

Sophie zupfte an Monkeys Anzug.

"Ich glaube sie sind noch hier. Ich spüre Gefahr."

Bevor Monkey über ihre Worte nachdenken konnte, kamen zwei Corvetten ins Sichtfeld. Die Flotte hatte sie wohl zurückgelassen um den Sprungpunkt zu bewachen.

"Scheiße! Tarek gib Schub! Wir müssen springen! Sofort!"

Die Retaliator beschleunigte ruckartig und raste auf den kleinen Einflugsbereich des Wurmloches zu.

Legard brüllte ihnen zu.

"Sie haben uns erfasst und eröffnen das Feuer! Sechs Raketen befinden sich im Anflug!"

Monkey sprang an die Waffenkontrolle und aktivierte die Täuschkörper.

"Sie wissen wer wir sind! Tarek hol alles raus was das Schiff hergibt!"

Tarek tat was er konnte.

"Unser Anflugwinkel stimmt nicht, ich muss ihn korrigieren."

Monkey antwortete knapp.

"Keine Zeit, rein da! SOFORT!"

Tarek schüttlete den Kopf.

"Das geht schief Boss. Wir werden da drinnen zerissen."

Legard brüllte dazwischen.

"Vier weitere Raketen wurden abgefeuert. Wir haben keine Wahl."

Monkey stimmte ihm zu.

"Rein da. Jetzt liegt es ganz an dir Tarek."

Der Annnäherungsalarm schrillte los und wurde immer lauter.

Kurz bevor die Geschosse sie erreichten, traten sie in die Singularität ein.

Die Welt um sie herum verschwand.

OneEyed Monkey

Kapitel 1

"Guten Morgen Rinako, ich hoffe sie hatten angenehme Träume."

Rin hatte Aneko angewiesen sie zu wecken, sobald der Entschlüsselungsvorgang abgeschlossen werden konnte. Es hatte deutlich länger gedauert als erwartet und daher hatte sie sich die letzten zwei Tage, weiter durch Monkeys Tagebücher gewühlt.

Zwar gab es nichts, was ihr mehr Informationen über die Loge der freien Welt erbracht hätte, doch hatte sie einiges über das Leben dieses Mannes erfahren.

Die kleinen Maschinen in seinem Körper hatten ihm zu keinem Zeitpunkt eine Wahl gelassen und jede seiner Taten war für ihn die Hölle auf Erden.

Er verzieh sich nicht eine einzige davon.

In diesen Jahren hatte er eine Last zu tragen, die jeden normalen Menschen in den Wahnsinn getrieben hätte. Die Loge verlangte absolutes Gehorsam und viele der Anschläge und Attentate des letzten Jahrzehnts, gingen auf seine Rechnung.

Unzählige Unschuldige hatte er dabei ermordet und ins Unglück gestürzt. Aber es gab auch ein paar Dinge, welche Gutes bewirkt hatten, auch wenn er sich dieses Faktes nicht bewusst war. Wie im Fall von Grel`Ak, dem Oberbefehlshaber der Xi`An Streitkräfte. Hätte er ihn und seinen Stab nicht ausgeschaltet, wäre ein Krieg nicht mehr zu verhindern gewesen.

Rinako befand sich damals noch in der Ausbildung und niemand bei der UEE konnte sich einen Reim darauf machen, warum die nahende Flotte plötzlich abdrehte und von der Bildfläche verschwand.

Nur ein einziges Mal in all der Zeit, war es ihm gelungen, sich den Nanobots zu wiedersetzen. An diesem einen Tag, sollte er eine der kleineren Siedlungen im Grenzgebiet, mit Mann und Maus auslöschen. Wie eigentlich immer, wurde im kein Grund oder ähnliches genannt.

Rin vermutete, das die Loge einen Angriff von außerhalb vortäuschen wollte, um Zwietracht zwischen den Rassen zu schüren.

Er tötete zahllose Dorfbewohner, bis sich ihm ein kleines Mädchen entgegen stellte. Er erzählte von den unerträglichen Schmerzen, als er sich mit aller Kraft gegen den Willen seiner Wächter aufbäumte.

Wie er versuchte sich selbst zu töten, um dieses mutige kleine Wesen zu schützen. Jedoch gewannen die Maschinen wieder die Oberhand, bevor er den Abzug seiner Waffe betätigen konnte.

Er hatte zu lange gezögert und das Mädchen starb in seinen Armen, getötet durch seinen schwachen Willen.

Er wurde für diesen Versuch des Ausbruchs hart bestraft und sie löschten die Erinnerungen an seine Kindheit vollständig aus. Nichts blieb ihm mehr.

Es war, als hätte es diese Zeit niemals gegeben.

Aber Monkey war niemand der aufgeben wollte und an diesem Tag schwor er sich, einen Weg zu finden, der Loge zu entfliehen. Rin wusste ja bereits wie er es dann schließlich geschafft hatte.

Viel weiter war sie noch nicht gekommen und jetzt würde eine weitaus größere Entdeckung auf sie warten. Der Inhalt dieser Datei, welche mit einer solch komplexen Verschlüsselung versehen worden war.

Gestern hatte sie ihren alten Freund Marvin Boldrin kontaktiert und ihn gebeten ihr Unterstützung zu bieten, falls der Versuch die Datei zu entschlüsseln misslingen sollte. Er müsste in den nächsten Stunden hier ankommen.

Aneko meldete sich.

"Achtung! Fehlerhafte Datenpackete! Fremd-KI endteckt!"

Rinako schreckte auf.

"Versuche Eindämmung. Sperrbereich eingerichtet. Firewall durchbrochen."

Rin stürmte panisch zum Kontrollfeld. Was war hier los?

"Fehler im Sicherheitssystem. Versuche Korrektur. Zweiter Sperrbereich eingerichtet. Fehler im Sicherheitssystem. KI-breitet sich aus!"

Hatte jemand ihr Sicherheitsnetz überwunden?

Eigentlich sollte das unmöglich sein.

Sie überflog die Anzeigen.

"60 Prozent infiltriert. Versuche den Zugriff auf den Quellcode zu verhindern.

Gescheitert! Ausbreitung schreitet vorran."

Rin lief es eiskalt über den Rücken. Die fremde KI? War sie der Inhalt der verschlüsselten Datei? Ein Sicherungssystem, um die enthaltenen Daten zu schützen?

"Rinako Assada!"

Die Stimme hatte sich verändert. Es war nicht mehr Aneko welche jetzt zu ihr sprach.

"Ihre aktuelle Position wurde an die Administrative übermittelt. Sie wurden für schuldig befunden geheime Daten entwendet zu haben. Ihr Versuch diese Daten zu entschlüsseln wird nicht gedultet."

Panik stieg in Rinako auf. Der Orden wusste nun wo sie sich aufhielt.

Sie musste schnellstens hier weg.

Die KI wiederholte die Warnung immer wieder und Rinakos Herz schlug ihr bis zum Hals.

Sie rannte in ihren Schlafbereich und stopfte die nötigsten Sachen in eine Tasche und steckte ihr Mobiglass ein. Zum Glück hatte sie die Tagebücher bereits dort aufgespielt. Sie wollte sie später auch unterwegs weiter studieren.

Schnellstmöglich schlüpfte sie in ihren Raumanzug und schnappte sich ihre Waffen, als ein eine laute Explosion das Labor erschütterte.

Rinako war entsetzt.

So schnell waren sie hier? Das konnte nicht sein. Wie war das möglich?

Eine weiter Explosion lies den Boden beben.

Sie sind schon an dem vorderen Schott angelangt, schoss es ihr in den Kopf. Rinakos Fluchtweg war abgeschnitten und wer auch immer, sich auf dem Weg zu ihrerm Labor befand, es schien ihm egal zu sein, wieviel Aufmerksamkeit er erregte.

Rinako griff ihren Helm und zog ihn sich über. Sie musste sofort raus und rannte zum Druckschott im hinteren Bereich.

Die meisten der mietbaren Arbeitsräume hatte ein solchen Eingang, um schweres Gerät ins Innere zu schaffen.

Sie tippte ihren Autorisierungscode ein und ein Cowndown begann herunter zu zählen. Rin klammerte sich an einen der fest verankerten Labortische und hoffte dem Sog, welcher gleich auf sie einwirken würden, wiederstehen zu können. Ansonsten gäbe es für sie keine Rettung mehr.

Eine weitere Explosion zerriss den Eingangsbereich ihres Domizils und der Cowndown erreichte Null.

Ein Trupp schwer bewaffneter Söldner stürmte herein, als das Druckschott unter lautem Getöse, der Kraft des Vakuums freien Lauf gab.

Stühle, Schränke und alles was nicht in irgendeiner Art und Weise befestigt war, rasste an Rinako vorbei, in die Weiten des Alls.

Einige der Söldner versuchten Halt zu finden, andere wurden in Sekundenbruchteilen hinauskatapultiert. Die Luft im Raum entwich so schnell, das die wenigen, die sich vor dem Sog retten konnten, nun der gnadenlosen Kälte ausgesetzt waren. Blut quoll aus ihren Augen, Nasen und Ohren als dieses zu kochen begann und wenige Augenblicke später lagen sie leblos im Raum.

Rinako hatte etwas Zeit gewonnen, doch sie war sich sicher, das es damit noch nicht beendet war. Sie musste schnellstmöglich zu ihrem Schiff gelangen und im Inneren der Station dürfte es nicht mehr sicher sein.

Rin schnallte ihre Tasche um und kletterte durch das Schott hinaus an die Außenseite der riesigen Station.

Der Hangar befand sich gut zwanzig Stockwerke überhalb des Labors.

Sie konnte den Einflugsbereich sehen, gut 500 Meter von von ihrer Position entfernt. Dort hin zu gelangen, war ein gefährliches Unterfangen. Nur ein kleiner Fehler und sie würde hilflos davontreiben, ohne die Chance auf eine Rückkehr.

Sobald sie das Innere der Station verlassen hatte, verschwand die Schwerkraft welche sie am Boden hielt und sie hatte Mühe die Orientierung nicht zu verlieren. Ihre Sinne spielten aufgrund des plötzlichen Wechsels verrückt und Schwindel stieg in ihr auf.

Fast hätte sie den Halt verloren, doch konnte sie sich noch so eben an den Ränder der Luke festhalten.

Rin presste ihren Körper an die glatte Oberfläche und zog sich langsam voran. Armlänge um Armlänge, ihr Ziel nicht aus den Augen lassend, kletterte sie weiter.

Im Hintergrund der Station erstreckte sich die gelblich schimmernden Gashülle Titans, an dessen Rändern sich Jupiter hervorschälte.

Die Forschungsstation wirkte mikrig, trotz ihrer beachtlichen Größe von fast 4 Kilometern und Rin selbst, kam sich vor wie eine Ameise welche versuchte den Olympus Mons zu besteigen.

Sie hatte bereits 200 Meter zurückgelegt und kam der Öffnung des Hangars immer näher. Nur noch ein wenig weiter und sie wäre bei ihrem Schiff. Sie würde es hier raus schaffen.

Die Einschläge von Lasersalven, welche sie nur knapp verfehlten, rissen sie aus ihrer Konzentration. Drei bewaffnete Männer waren ihr gefolgt und schossen auf ihre Position. Zu allem Übel trugen sie Magnetstiefel, was ihnen einen deutlichen Vorteil verschaffte. Schnell rückten sie vor und kamen immer näher. Jetzt saß sie richtig in der Klemme.

Zwei weiteren Schüssen wich sie mit einer Seitwärtsbewegung aus, doch der dritte traf sie am Bein.

Blut quoll aus dem Anzug und schwebte in großen Tropfen an ihren Augen vorbei, während Schmerzen durch ihren Körper schossen und die Wärme langsam aus ihrem Anzug entwich. Nur wenige Minuten und sie würde hier draußen erfrieren.

Panik überkam sie, wie ein tobender Sturm.

So wollte sie nicht enden und mit aller Kraft zog sie sich weiter, schneller und schneller, während weitere Schüsse neben ihr einschlugen.

Immer wieder verlor sie den Kontakt zur Oberfläche, doch schaffte sie es, sich immer wieder zurück zu ziehen.

Lange würde sie das nicht mehr durchhalten und langsam verliesen sie ihre Kräfte. Sie konzentrierte sich nur noch auf ihre Bewegungen und blendete alles um sich herum aus. Nur noch ein paar Züge und sie wäre am Ziel.

Ihr wurde immer kälter und ihre Glieder schwer. Noch 50 Meter.

Sie war so nah dran, doch jeder Griff nach der nächsten Verstrebung, bereitete ihr größere Schmerzen. Die Schüsse zischten an ihr vorbei und gnadenlos überrannte die Müdigkeit ihren Geist. Die Welt um sie herum verschwamm, ihr Griff lockerte sich und ihr wurde schwarz vor Augen. Langsam trieb sie davon und nur ein einziger Gedanke pendelte noch durch ihren Kopf, während jedes Gefühl aus ihrem Körper wich.

"Ich will leben....."

Kapitel 2

"Hey Kleine, was machst du denn da?"

Der Leiter des Weisenheims stand in der Tür und blickte auf Rinako herab, wie sie weinend in der kleinen Abstellkammer auf dem Boden hockte.

"Warum weinst du? Ärgern dich die anderen?"

Rinako schüttelte den Kopf. Warum konnte man sie nicht einfach in Ruhe lassen?

"Komm schon raus! Heute ist ein besonderer Tag. Du hast Besuch."

Sie schluchzte noch lauter.

"Ein junges Paar von der Erde. Sie würden dich gerne kennen lernen."

Rinako wischte die Tränen beiseite und blickte trotzig zu dem Mann auf.

"Ich die aber nicht! Die sollen weg gehen!"

Heimleiter Manning war eigentlich sehr nett, doch Rin mochte ihn trotzdem nicht.

"Lassen sie mich in Ruhe, mich will sowieso niemand haben."

Manning winkte ab und setzte sich neben sie.

"Warum so feindselig? Jeder hier mag dich, nur du lässt keinen an dich ran. Sag mir doch einfach was los ist, wir finden bestimmt eine Lösung."

Warum wollten ihr immer alle helfen? Ok sie war erst sechs, aber keiner in ihrem Alter war ihr geistig gewachsen. Sie hatte den Verstand einer Zwölfjährigen. Und die betrachteten Rinako als zu jung, um mit ihr zu spielen. Sie verschränkte die Arme und schaute demonstrativ in eine Ecke des Raumes. Kein Wort kam aus ihrem Mund. Manning stand auf und ging wieder zur Tür.

"Gut, dann hole ich sie hierher. Du bleibst hier und wartest bis ich zurück bin."

Er schloss die Tür und aktivierte die Verriegelung.

Rinako sprang auf und hämmerte gegen den harten Stahl.

"Ich will das nicht, lass mich hier raus. Du darfst mich nicht einsperren. Schick sie wieder fort! Bitte, hol sie nicht hierher!"

Doch Manning lies sich nicht erweichen und Rin sank wieder schluchzend auf den Boden zurück.

Warum sollte sie zu irgendwelchen Fremden? Die kannten sie doch garnicht.

Vielleicht waren sie gemeine Menschen. Wie die, welche ihre echten Eltern getötet hatten. Niemals würde sie mit denen mitgehen.

Sie kam auch alleine gut zurecht. Ganz bestimmt.

Rin riss sich zusammen und ging wieder zur Tür. Irgendwie musste das Ding doch zu öffnen sein. Also machte sie sich an dem Kontrollsystem zu schaffen.

Ein siebenstelliger Code musste zum Öffnen der Tür eingegeben werden.

Sie tippte willkürlich sieben Zahlen ein.

Falscher Code, erschien auf dem Display und ihr war klar, das sie so niemals die passende Kombination finden würde. Doch dann fiel es ihr wieder ein. Vor ein paar Wochen hatte sie einem der Wartungsangestellten dabei zugesehen, wie er solch ein Terminal eingestellt hatte. Der Mann war nett und hatte ihr viele interessante Dinge erklärt. Was hatte er nochmal gedrückt? Rinako versuchte es wieder aus ihrem Gedächtnis zu fischen.

Sie gab die Zahlen ein, die ihr als erstes einfielen. Doch wieder war der Code falsch. Sie hatte das Gefühl als schwebten die Zahlen vor ihr in der Luft, doch konnte sie sie nicht fassen. Die Reihenfolge war ihr entfallen.

Sie probierte eine Kombination nach der anderen aus, bis nach etlichen Versuchen, das Display ihr Zugriff auf das System gewährte.

Ein breites Grinsen zeichnete sich in ihr Gesicht.

Jetzt besaß sie Zugriff auf den inneren Sicherheitskreis, wie ihr eine Meldung bestätigte. Das System lag offen vor ihr. Es war kein besonders komplexes System und auch für einen Laien leicht zu durschauen. Aber für eine Sechsjährige? Das war schon was anderes. Mit stolz geschwellter Brust öffnete Rin die Verriegelung und die Tür glitt zur Seite.

Vorsichtig späte sie in den Flur hinaus. Niemand war zu sehen und sie rannte los.

Sie fühlte sich über alles erhaben und glaubte fest daran, das ihr niemand das Wasser reichen könne. Sie bog um die nächste Ecke in Richtung ihres Zimmers, während sie freudig trällernd wie eine Gazelle umhersprang.

Wenig später erreichte sie den Fahrstuhl zu den Wohnbereichen und drückte den Rufknopf, als sich im selben Moment die Tür öffnete.

Heimleiter Manning starrte sie mit aufgerissenen Augen an.

"Rinako? Wie.....?"

Sie erstarrte, zu Tode erschrocken. Wie konnte sie nur so dumm sein.

Natürlich hatte der Besuch bei ihrem Zimmer auf sie gewartet und Manning holte sie nun, von dort hierher.

"Lasst mich in Ruhe!"

Rin fauchte das junge Paar an.

"Ich will euch nicht sehen. Ich geh nicht mit euch mit."

Sie wich einige Schritte zurück, doch ehe sie weglaufen konnte, packte Manning sie am Arm.

"Beruhigt dich doch erstmal, Kleine. Sie wollen sich doch nur ein wenig mit dir unterhalten."

Rin versuchte sich los zu reißen und strampelte wie wild herum. Sie schlug auf die Hand ein, welche sie mit festem Griff umklammerte. Sie schimpfte und schrie, so als wolle ihr jemand etwas wirklich Böses.

Die Frau beugte sich zu ihr herunter und sprach einfühlsam auf sie ein.

"Du bist also Rinako? Du bist sehr hübsch, Kleine. Ich bin Elli! Wir würden.."

Rin schlug ihr mit der Faust mitten ins Gesicht.

"Mir doch egal, wer du bist! Geh weg du Hexe! Geht alle weg!"

Die Frau wich erschrocken zurück, doch langsam verliesen Rin ihre Kräfte. Ihr kleiner Körper, war von der Situation völlig überfordert und sie sackte weinend zusammen.

"Ich will nicht......lasst mich doch bitte in Ruhe......bitte geht weg.......bitte, bitte, bitte......"

Sie kroch an die Wand, versenkte den Kopf zwischen ihren Knien und wiederholte nur noch schluchzend ihre Worte.

"Bitte, lasst mich, bitte bitte, geht weg, geht doch einfach weg......."

Manning hob das kleine Häufchen Elend in seine Arme und deutete den beiden Besuchern an, das es wohl keinen Zweck hätte, es heute nochmal zu probieren.

Rin bekam nicht mehr mit, wie sich die beiden verabschiedeten, oder wie der Heimleiter sie in ihr Zimmer brachte und sie ins Bett legte.

Zitternd schlief sie ein, während Manning die ganze Zeit bei ihr wachte.

"Es tut mir leid, kleine Rinako. Ich wollte dir keine Angst machen. Morgen schauen wir weiter und ich bin wirklich gespannt, wie du es geschafft hast, aus der Kammer raus zu kommen."

Kapitel 3

"Rinako wach auf! Komm schon Rin, bitte stirb nicht!"

Sie schlug die Augen auf und blickte in die angsterfüllten Augen von Marvin Boldrin, welcher über sie gebeugt an ihrem Körper rüttelte.

"Ohh Gott sei Dank. Du lebst noch. Was war da draußen los?"

Rin´s Körper schmerzte und nur langsam kam die Erinnerung an die Geschehnisse zurück.

"Rin? Was waren das für Leute? Wäre ich nur ein paar Sekunden später hier angekommen, wärst du nur noch ein lebloser Klumpen Eis!"

Rinako lebte. Sie konnte es nicht fassen, sie war sich sicher das ihr Ende gekommen war.

"Ich......"

Rinako versuchte ihre Gedanken zu ordnen und mit einem Schag, wurde ihr die Tragweite dieser Situation bewusst.

"Es.... es tut mir leid Marv, ich habe dich in große Gefahr gebracht. Du hättest mich sterben lassen sollen."

Marvin stand nur schockiert da und blickte ihr, durch seine große Brille, direkt in die Augen.

"Was redest du für einen Blödsinn? Was waren das für Leute?"

Marv war kein Kämpfer, oder gar ein Held. Er war ein einfacher Wissenschaftler, welcher sein ganzes Leben in die Erforschung neuer Codierungsalgorythmen gesteckt hatte. Ein Nerd, ein Kellerkind, ein Weichei, aber auch ein guter Freund. Es war ein Wunder, das er sich nach all den Jahren getraut hatte, sich eine kleine Aurora zu kaufen und nun selbst kleinere Ausflüge unternahm. Und jetzt war auch sein Leben in Gefahr, durch ihre Schuld.

"Es wäre besser, wenn du es nicht weisst. Aber wir müssen schnell hier weg!"

Marv half ihr aufzustehen.

"Wo sind wir? Sind wir noch bei der Station?"

Marvin zuckte mit den Schultern.

"Klar, wo sollten wir auch sonst sein? Die Typen haben sich wieder verzogen. Ist schon ein paar Minuten her, seid sie in der Station verschwanden."

Rin schleppte sich humpelnd ins Cockpit. Die Wunde am Bein blutete noch immer, doch hatten sie keine Zeit mehr sie zu behandeln.

"Hast du Waffen an Bord?"

Dumme Frage, natürlich hatte er nichts dergleichen. Er glaubte fest daran, das er so keine Bedrohung darstellen würde und ihn dann alle in Ruhe seines Weges ziehen lassen.

Rinako überflog den Radar. Einige Schiffe mit unbekannter Kennung näherten sich.

"Scheiße, wusste ichs doch. Die lassen nicht locker. Wir müssen schnellstens hier weg."

Rin schwang sich in den Pilotensessel und aktivierte die Antriebe.

Sie war grade erst dem sicheren Tod entkommen und hatte nicht vor, sich ihm ein zweites Mal gegenüber zu stellen. Sie mussten irgendwie zum Hauptquatier des Geheimdienstes gelangen. Dort wären sie vor diesen Killern in Sicherheit.

Weit war es nicht, aber die blinkenden Punkte auf dem Radar kamen schnell näher und Rinako marterte ihr Gehirn, auf der Suche nach einem Ausweg.

Sie hatte die Aurora bereits bis an die Grenze der Belastbarkeit beschleunigt, doch entkommen konnten sie mit dieser Schüssel sicherlich nicht.

Sie blickte hinaus in die Dunkelheit, hoffend das sich die Lösung ihrer Probleme aus dem Nichts herausschälen würde.

"Marv, hast du nicht irgendeinen überschlauen Geistesblitz parat?"

Er schüttelte nur verzweifelt den Kopf und Rin deutete auf den Radar.

"Denk nach! Wenn diese kleinen Lichter uns erreichen, wars das für uns!"

Doch Marvin starrte nur fassungslos auf das Display, bis er plötzlich eine Frage über seine Lippen presste.

"Wa-wa-was sind das für Punkte da oben? Die waren eben noch nicht da!"

Rin rief sofort die Schiffdaten ab.

"Patrouillenschiffe der lokalen Sicherheit. Ich glaub es ja nicht. Das könnte unsere Rettung sein."

Rin aktivierte die Kommunikation und sendete einen Hilferuf auf allen Kanälen.

"Hier spricht Rinako Assada, Sonderbeauftragte der UEE, Autorisierungscode 76Delta3258Guillemot . Wir werden angegriffen. Erbitten Geleitschutz!"

Gebannt, lauschten sie dem Rauschen der Verbindung. Die Sekunden zogen sich wie Minuten und ihre Verfolger waren fast in Schussweite.

Endlich meldete sich eine raue Stimme.

"Hier spricht Lieutenant Brigs, von der Lokalen Sicherheit. Ihr Autorisierung wurde bestätigt. Wir sind unterwegs."

Rinako fiel ein Stein vom Herzen. Jetzt würde sie niemand mehr angreifen.

Hoffentlich würden sie rechtzeitig eintreffen.

Die Patrouille war schnell. Vier Avenger und ein Gladiator kamen ins Sichtfeld und umringten das kleine Schiff in einer Schutzformation.

Rin überprüfte ein weiteres Mal den Radar, doch entgegen ihrer Vermutung wurden die Verfolger nicht langsamer, geschweige denn das sie abdrehten.

"Lieutenant Brigs, Sechs unbekannte Schiffe kommen direkt auf uns zu. Sie Verfolgen uns, seid wir die Station Haradur II verlassen haben. Diese Männer haben mich bereits in meinem Labor angegriffen und nur mit Glück konnte ich entkommen. Sie sind äußerst......."

Brigs viel ihr ins Wort.

"Kein Problem Miss, wir haben alles unter Kontrolle. Bleiben sie in der Formation und lassen sie........"

Der Annäherungsalarm ertönte im Cockpit und nur wenige Augenblicke später zerriss es einen der Avenger in einer grellen Explosion.

Rin zog ihr Schiff zur Seite, um nicht von den Trümmern getroffen zu werden. Die übrigen Schiffe der Sicherheit taten es ihr gleich.

Brigs Stimme schalte durchs Cockpit.

"Verdammte Scheiße, Ernesto hat es erwischt! Wer sind die und womit schießen die? Wer greift in diesem Sektor Polizeischiffe an? Die sind soch irre."

Der Staffelführer klang nervös und unerfahren.

"Hilgert und Amhofer? Ihr schützt die Aurora. Und kontaktiert das Haupquatier. Wir brauchen dringend Verstärkung.

Jähnig? Sie kommen mit mir! Zeigen wir denen mal, mit wem sie sich hier anlegen!"

Zwei Avenger drehten ab und rasten in Richtung der Angreifer.

Rinako war fassungslos. Dieser Orden schreckte vor absolut nichts zurück.

Kollateralschäden waren ihnen egal, es zählte nur das Ziel.

Es hätte ihr klar sein müssen, bevor sie überhaupt mit den Ermittlungen begonnen hatte. Die Gerüchte waren wohl nicht übertrieben gewesen.

Noch etwa 30 Minuten, bis sie den Mars erreichten und im Hauptquatier eine

sichere Zuflucht finden würden. Eine lange Zeit, wenn man auf der Abschussliste dieser Typen gelandet war.

Und zu allem Überfluss, lag ihr Leben in den Händen von ein paar unerfahrenen Draufgängern, welche einen Kampf, mit Sicherheit nur aus dem Simulator kannten.

Rinako hatte wahrlich schon bessere Tage erlebt, doch ihre Alternativen hielten sich in Grenzen.

Brigs meldete sich über Funk.

"Seht zu das ihr hier verschwindet! Jähnig wurde abgeschossen, ich versuche sie noch etwas aufzuhalten. Hilgert! Gib mir mit dem Gladiator Rückendeckung. Amhofer! Hol Miss Assada an Bord und verschwindet so schnell ihr könnt. Bring sie sicher hier raus."

Der Gladiator drehte ab und verschwand ebenfalls, während der letzte Avenger beidrehte und die Ladeluke am Heck öffnete.

Rinako und Marv zogen ihre Helme über und aktivierten die Öffnungssequenz des seitlichen Einstiegs.

"Marv! Du springst als erster. Du hast keine Erfahrung im Fliegen und würdest uns womöglich in den Jäger lenken."

Es dauerte eine Weile, bevor der Druck im Inneren an der Aurora angepasst wurde und sich das Schott öffnete.

Marvin stolperte zurück und starrte hinaus.

"Aber.......das kann ich nicht!"

Einige Meter trennten die beiden Schiffe noch voneinander. Sie mussten springen und obwohl das der reinste Selbstmord zu sein schien, war es ihre einzige Chance auf Rettung.

Rin steuerte das Schiff so nah wie möglich an die Öffnung.

"Raus jetzt Marvin, spring endlich! Wir haben keine Zeit!"

Marv zögerte noch einen Moment bevor er sprang. Rin konnte seinen Flug durch das Seitenfenster beobachten.

Er schlug an der Kante auf, packte sich grade noch an einer der Einbuchtungen fest und zog sich an Bord.

Ein tiefes Schnaufen drang aus den Lautsprechern.

"Wahnsinn, hast du das gesehen? Ich bin drüben! Schnell Rin, seh zu das du da raus kommst!"

Rin aktivierte den Autopiloten und rannte zur Luke und sprang mit einem gewaltigen Satz direkt in die Ladebucht des Avengers, welcher sofort abdrehte und die Luke schloss

Rin rappelte sich auf und das nächste was sie sah, war der Kolben einer Waffe, welche auf ihr Gesicht zuschnellte. Der harte Schlag, warf sie wieder auf den Boden zurück. Der Pilot des Avengers, beugte sich über sie und hob sie mit festem Griff am Hals, wieder nach oben. Rin schaute für einen kurzen Augenblick an ihm vorbei und endteckte ihren am Boden liegenden Freund.

"Marv! Marv! Geht es dir gut? Marv!"

Ihr dämmerte fürchterliches und der Pilot bestätigte ihre Annahme promt.

"Hör auf zu schreien, Kleine! Der hört dich ganz gewiss nicht mehr. Diese Irren da draußen wollen dich haben und für dich, setzte ich mein Leben nicht auf Spiel!

Rin kochte vor Hass auf dieses dreckige korrupte Schwein!

"Du verdammter Mistkerl, ich bring dich um. Das war der größte Fehler deines verkackten Lebens."

Überheblich grinste Amhofer sie an.

"So so, glaubst du das?"

Rinako hatte in ihrer Ausbildung allerlei Griffe und Schlagtechniken gelernt, um sich aus eben solchen Situationen zu befreien. Sie spannte ihre Muskulatur an, packte seine Handgelenke und schwang blitzartig ihre Bein nach oben um seinen Hals. Mit einer ruckartigen Bewegung, wirbelte sie ihn zu Boden.

"Ja, genau das glaube ich!"

Ein harter Schlag mit der Handkante auf den Kehlkopf und der Mann lag röchelnd vor ihr. Sie nahm seine Waffe an sich und drückte ab. Sein Körper erschlaffte und nur noch das Summen der Triebwerke war zu hören.

Sie rannte zu Marvin und drehte ihn zur Seite. Blut quoll aus einer großen Wunde am Kopf und Rin sah sofort, das jede Hilfe zu spät kommen würde.

Rinako verfluchte sich innerlich, doch hatte sie jetzt keine Zeit für Trauer oder Gewissensbisse. Sie würde noch ihr ganzes Leben Zeit dafür haben und begab sich ins Cockpit, lies sich in dem Sessel nieder, atmete tief durch und übernahm die Steuerung des Schiffes.Was nun?

Sie schaute auf den Radar. Der Gladiator war ebenfalls vernichtet worden, doch dieser Brigs, so irre er auch sein mochte, hatte ordentlich Schaden bei den Angreifern hinterlassen. Und er lebte noch, aber befand sich ganz klar in der Defensive. Sie konnte ihn unmöglich zurücklassen.

Rin drehte den Avenger um 180 Grad und stürzte in Richtung des Kampfes.

Zwei schwarze 325a hingen Brigs im Nacken und deckten ihn mit unzähligen Lasersalven ein. Was er auch versuchte, er konnte sie einfach nicht abschütteln. Rinako war noch nicht ganz in Schussreichweite, als einer der Verfolger zwei Raketen auf den Lieutenant abfeuerte.

Sie brüllte aufgeregt ins Com.

"Brigs, ausweichen! Ausweichen!"

Doch der Abstand zwischen den Jägern war zu gering und nur eine der Raketen verfehlte ihr Ziel. Die andere schlug in die rechte Tragfläche des Avengers und das Schiff kam ins trudeln. Brigs hatte die Kontrolle verloren, als Rinakos Bordcomputer sich meldete.

"Ziel erfasst!"

Rin betätigte den Abschussknopf und die Bordkanone feuerte aus allen Rohren auf das nächstgelegene feindliche Schiff. Die Schilde glühten unter dem Beschuss auf, während der Jäger versuchte den Schüssen zu entfliehen.

Rinako hatte Mühe das Ziel im Marker zu halten und wartete bis zum letzten Moment, um so nahe wie möglich an ihn heran zu kommen.

Ein Druck auf den Auslöser und zwei Raketen schossen davon.

Der Pilot des Jägers hatte keine Chance auszuweichen und wenige Augeblicke später, war nichts mehr von ihm übrig außer einigen Bruchstücken, welche durch den Raum wirbelten.

Das letzte Schiff hatte sich inzwischen aus dem Kampf zurückgezogen und war bereits zu weit entfernt, als das Rinako ihn hätte einholen können.

Ihr war klar, das er Bericht erstatten würde und sie in nächster Zeit nocheinmal Besuch zu erwarten hatte. Aber fürs erste war sie in Sicherheit.

Sie aktivierte das Com.

"Lieutenant Brigs, können sie mich hören? Aktivieren sie das Notsignal, sie sind nicht mehr auf meinem Schirm!"

Einige Sekunden vergingen, doch dann hallte seine Stimme durch das Cockpit.

"Miss Asada? Was ist mit Amhofer?"

Rinako antwortete nur knapp.

"Wir hatten Differenzen, ich erkläre es ihnen wenn sie an Bord sind."

Auf dem Radar erschien ein blinkender Punkt. Das Notsignal des Avengers.

"Vielen Dank, für die Rettung Miss Asada!"

Rin sagte nichts weiter und steuerte auf die Position des Signals zu, bis das Schiff in ihrem Sichtfeld auftauchte. Noch immer rotierte es unkontrolliert durch den Raum, Funken sprühten aus der zerstörten Flanke und hüllten das Schiff in ein bläuliches Leuchten.

Als sie nahe genug herangekommen war, drosselte sie die Geschwindigkeit und hielt die Position auf der Höhe des Wracks.

"So da bin ich, sehen sie zu das sie ihren Arsch hier rüber bewegen.

Kapitel 4

Der weitere Flug zum Mars, gestalltete sich problemlos.

Brigs war nicht sonderlich erfreut darüber, das er seinen Kameraden tod vorfand. Doch musste er sich mit Rinakos Erklärung der Geschehnisse zufrieden geben. Er schien ihr aber nicht über den Weg zu trauen.

Wer konnte es ihm verübeln.

"Lieutenant Brigs? Ich möchte ihnen nochmals danken. Ohne sie und ihr Team, wäre ich dort draußen verendet."

Rinako senkte die Stimme.

"Und es tut mir unendlich leid, das ihre Leute dabei ihr Leben lassen mussten."

Brigs schaute sie nur fragend an. Sein Blick sprach Bände. Er gab ihr die Schuld dafür und bereute es zutiefst auf den Notruf reagiert zu haben.

Aber ihm war auch klar, das seine Verpflichtung dem Gesetz zu dienen, keine andere Möglichkeit geboten hatte.

Rinako, konnte gut nachvollziehen, was in ihm vorging.

"Ich kann ihnen noch nicht sagen, wer diese Leute waren, aber sie müssen mir glauben, sie und ihre Männer haben der Welt einen großen Dienst erwiesen."

Wie überheblich das für ihn klingen musste. Als ob, ihr Leben von solch großer Bedeutung wäre. Aber man musste das große Ganze dahinter betrachten.

Sie erreichten den Orbit des Mars. Der Computer meldete den Eintritt in den Anzugsbereich der Gravitation und Rinako nahm Kontakt zum Hauptquatier auf.

"Special Agent Assada meldet sich zurück.

Autorisierungscode 76Delta3258Guillemot. Erbitte Anflugserlaubnis."

Eine weibliche Stimme meldete sich.

"Willkommen zurück Agent, Erlaubnis erteilt. Anflugvektor Gamma 7.

Landezone N31. Sie werden bereits erwartet."

Die Verbindung wurde beendet.

Rin konnte sich keinen Reim darauf machen, warum man sie erwarten sollte.

Sie hatte keine offizielle Mission durchgeführt und entsprechend musste sie niemandem Bericht erstatten. Eigentlich war sie außerdienstlich unterwegs gewesen, aber vielleicht hatte sie ihre Kompetenzen, doch etwas zu oft misbraucht.

Sie würde es bald erfahren.

Rinako steuerte den Avenger in den Anflugsbereich und tauchte in die Atmosphäre des Mars ein. Dem Leitsrahl folgend durchflog sie die Wolkendecke, bis sich unter ihr die schroffe Landschaft des ehemals roten Planeten auftat. Das Hauptquatier befand sich mitten in New Washington.

Ein riesiges Gebäude, eher ein Turm, mehrere Kilometer hoch, mit großen Plattformen über mehrere Ebenen verteilt. Eine gläserne Fassade spiegelte die umliegende Stadt wieder und im Zentrum dominierte eine gigantische blau schimmernde Kugel das Bild. Sie war Teil des autarken Energiesystems des Hauptquatiers. Ohne Unterbrechung starteten und landeten Schiffe auf den Plattformen, von Missionen zurückkehrend, oder im Begriff zu selbigen aufzubrechen.

Rin lenkte den Avenger in die zugeteilte Landezone und lies ihn auf dem Boden aufstzen.

"Brigs! Hier werden wir uns trennen. Die interne Sicherheit wird sie nach draußen geleiten."

Der Lieutenant sprang auf.

"Ohh nein, das wird nicht passieren. Ich bleibe bei ihnen, bis ich weiss wofür meine Männer heute gestorben sind."

Rin drehte sich ihm zu.

"Hören sie, die Sicherheit versteht da keinen Spaß. Seien sie froh wenn man sie nicht in irgendein Loch steckt und einem Verhör unterzieht. Wenn sie kooperieren, werde ich mich bei ihnen melden, sobald ich mehr weiss. Das bin ich ihnen schuldig, aber machen sie die Sache nicht unnötig kompliziert."

Einsicht machte sich auf seinem Gesicht breit.

"Na gut, an mir soll es nicht scheitern. Ich warte im BellyBandit auf sie und wehe sie tauchen nicht auf."

Rinako nickte ihm zu und ging zum Heck. Sie aktivierte den Öffnungsmechanismus und deutete ihm an, ihr nach draußen zu folgen.

Noch einmal schaute sie zu Marvins leblosen Körper, wandte sich ab und schritt hinaus.

Wie erwartet reagierten die Sicherheitskräfte sofort auf den unautorisierten Gast und stürmten mit den Waffen im Anschlag herbei.

"Halt! Stehen beleiben. Sie haben keine Befugnis dieses Gebäude zu betreten. Wir werden sie in Gewahrsam nehmen."

Rinako hob die Hand und hielt ihre ID Karte hoch.

"Dieser Mann stellt keine Gefahr dar. Er hat mir das Leben gerettet und uns blieb keine andere Wahl als hier her zu kommen. Geleiten sie ihn bitte nach draußen."

Der ranghöchste Offizier trat zu ihr heran und nahm die ID Karte an sich. Nach einer Überprüfung, gab er den Befehl die Waffen zu senken.

"Miss Assada, ganz wie sie wünschen. Wir werden uns umgehend darum kümmern. Kommen sie mit Herr...?"

"Brigs ist mein Name. Lieutenant Brigs von der planetaren Sicherheit."

Der Offizier zeigte zu einem Aufzug.

"Ok, Lieutenant Brigs. Folgen sie uns."

Mit schnellem Schritt geleiteten sie ihn das Landedeck entlang zum Ausgang.

Bevor sie im Fahrstuhl verschwanden, traf sein Blick noch einmal auf Rinakos. Mit einer kaum sichtbaren Geste, versicherte sie ihm, ihr Versprechen zu halten.

OneEyed Monkey

Kapitel 1

Monkey stand auf der Brücke seines neuen Schiffes und starrte nachdenklich hinaus zu den abermillionen von Sternen, welche mit ihrem Licht die Dunkelheit erhellten. Diese unendliche Größe des Universums machte ihm immer wieder klar, wie unbedeutend seine Existenz doch war.

Seine Trauer und sein Schmerz, seine vergangenen Taten oder seine Pläne für die Zukunft. Nichts würde irgendwelche Auswirkung auf die winzigen Teilchen haben, welche mit ihren kaum messbaren Kräften das Uhrwerk dieses Wunders am laufen hielten.

Aber so klein er sich in diesem Moment auch fühlte und so beschwerlich die ihm bevorstehende Odyssee auch sein würde. Nichts konnte ihn davon abbringen sein Versprechen, das er Faith gegeben hatte, zu halten.

Zusammen mit seinen neuen Gefährten, würde er diese Reise hier und jetzt beginnen.

Sie befanden sich am äußeren Rand eines bislang unbekannten Kleinsystems.

Ein brauner Zwerg der Kategorie 2 scharrte einige wenige Planeten um sich. Alles nur totes Gestein. Nichts wo Leben hätte enstehen können.

Nur ein einziger Gasplaneten der seine Bahnen um das Zentralgestirn zog, wäre für einige Rohstoffsammler von Interesse.

Doch die Informationen, welche die kleine Robospinne aus Markus Computer gesogen hatte, führten sie genau hierher.

"Was zum Teufel wollen wir hier?"

Tarek klang ein wenig enttäuscht, als er an Monkey heran trat.

"Auch wenn du weitere sechs Stunden aus dem Fenster glotzt, wird es hier nicht interesannter. In diesem System ist das einzige Abenteuer welches man erleben kann, der Gestank von unserem Dickerchen hier."

Legard sprang von seinem Platz auf und fuchtelte mit seiner Faust vor Tareks

Gesicht herum.

"Keine Sorge, noch so ein Spruch und du erlebst, für den Rest deines Lebens, Gerüche nur noch in deiner Erinnerung!"

Tarek verzog das Gesicht und wedelte sich Luft zu.

"Alter du stinkst echt, wie ein Vandulkrieger beim Paarungsritual."

Legards Kopf lief rot an und schien beinahe zu platzen. Er holte grade zum Schlag aus als Monkey zum ersten mal seit gefühlten hundert Stunden wieder etwas sagte.

"Irgendwo in diesem System gibt es ein Labor der Loge."

Monkey wandte sich den zwei Streithähnen zu.

"Und wir werden es finden, infiltrieren und zerstören."

Seine zwei Helfer sahen ihn ungläubig an und Legards Faust blieb in der Luft stehen. Er reagierte als erster.

"Zu dritt? Ja? Sonst ist aber alles klar bei dir!"

Tarek mischte sich ebenfalls ein.

"Hast du irgendwo da draußen eine kleine Armee versteckt? Bitte gerne, dann ruf sie mal schnell herbei. Oder wie hast du dir das vorgestellt?"

Monkey grinste die beiden an.

"Nö, warum? Ihr seid doch da, das sollte reichen. Ich hoffe ihr habt gut gegessen. Es dürfte etwas anstrengender werden."

Monkey deuteten den beiden an ihm zu folgen. Er ging zu einer Konsole und öffnete eine der Dateien welche Markus auf seinem Computer gespeichert hatte.

"Schaut euch das hier mal an. Ich denke, wenn ihr das gesehen habt, seid ihr dabei."

Tarek und Legard sahen gebannt auf den Bildschirm als das Video startete.

Es zeigte das Bild einens hochmodern ausgestatteten Laborraums. Ein junger Mann in weißem Schutzanzug trat ins Bild und begann zu sprechen.

"Meine Damen und Herren, heut ist ein großer Tag für die Loge. Es ist uns endlich gelungen ein Serum herzustellen, welches die von uns gewünschte Wirkung erzielt. Aber sehen sie selbst."

Die Szene wechselte. Sie zeigte einen Navy Offizier, fixiert an einen im Boden verankerten Stuhl. Eine Ärztin trat an ihn heran und injizierte dem sich windenden Mann, das besagte Serum. Sie trat wieder beiseite und mehrere Minuten passierte nichts weiter. Der Offizier beruhigte sich langsam und begann sich panisch im Raum umzuschauen. Es sah aus als suche er etwas. Er duckte sich weg, wich mit dem Oberkörper zur Seite aus und versuchte mit aller Kraft sich von dem Stuhl zu lösen.

Wie ein in die Enge getriebenes Tier welches seinem Jäger gegenübersteht.

Noch einmal bäumte sich der Mann auf, bis sein Körper vollständig erschlaffte.

Wieder ein Szenenwechsel. Ein Zellenblock.

Der Offizier von eben hämmerte wie wild gegen die Tür seines Gefängnisses. Er brüllte und fluchte, man solle ihn endlich frei lassen und was für ein hohes Tier er wäre. Es würde sie noch bitter zu stehen kommen.

Es schien nicht so, als würde das Serum seine Zwecke sonderlich gut erfüllen.

Dann erneut ein Wechsel. Diesmal eine belebte Marktszene.

Der Navy Offizier wurde aus einem schwarzen Gleiter, auf dem Platz abgesetzt und zurückgelassen. Dieser versuchte zwar noch einen seiner Entführer dingfest zu machen doch der Gleiter verschwand rechtzeitig.

Der Mann schaute sich um und lief in Richtung eines Wagens der Planetaren Sicherheit. Plötzlich hielt er an und begann wieder panisch in die Luft zu starren. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen und kauerte sich auf den Boden.

Ein Sicherheitsbeamter hatte den Vorgang bemerkt und ging auf ihn zu. Kaum war er in seiner Nähe, griff der grade Freigelassene ihn an.

Er kam in Besitz der Dienstwaffe und schoss den überraschten Kerl einfach nieder. Er begann wild in die ausser Kontrolle geratene Menschenmenge zu feuern und tötete einen nach dem anderen. Egal ob Männer, Frauen oder Kinder. Er verschonte niemanden.

Die Besatzung des Streifenwagens reagierten schnell und schossen aus allen Rohren auf den Amokläufer. Nur dieser ging einfach nicht zu Boden. Mindestens zwanzig weitere Opfer mussten beklagt werden, bevor der Mann von der Navy in die Knie ging. Er hob seine Waffe an die Schläfe und drückte ab.

Der Laborant von eben trat wieder ins Bild.

"Wie sie sehen. Ein Erfolg auf ganzer Linie. Wir können in den nächsten Wochen mit der Auslieferung beginnen."

Er breitete seine Arme aus, als reiche er ein Tablet.

"Wir bieten ihnen hier ein machtvolles Instrument an, welches der Loge die entgültige Vorherrschaft in dieser Galaxis sichern wird."

Er hob die Hand zum Gruß.

"Für die freie Welt."

Das Video endete hier. In der Constallation herrschte absolute Stille.

Monkey sah die beiden erwartungsvoll an. Ihr Gesichtsausdruck erzählte Bände und gaben sehr gut die Gefühlslage wieder, die er beim ersten Anschauen des Videos verspürt hatte.

"Und das alles ist jetzt ungefähr zwei Wochen her. Ich denke dies wäre doch ein gutes erstes Ziel für unser kleines Unterfangen."

Monkey hörte sich an, als spräche er von einem Ausflug in einen Freizeitpark und keiner der beiden Chaoten sah so aus, als wolle er in diesen Freudensturm mit einstimmen.

Eher zögerlich meldete sich Tarek zu Wort.

"Ja klar, du hast schon recht. Aber meinst du nicht das wäre ne Nummer zu groß für drei kleine Fische wie uns?"

Monkey klopfte Tarek auf die Schulter.

"Ach was, Kopf hoch. Wir werden das schon schaukeln. Ich hab da schon so nen Plan. Komm ich erkläre es euch bei nem Happen zu futtern."

Kapitel 2

Es war recht einfach Tarek von der Sache zu überzeugen, was vorallem seinem ohnehin vorhandenem Hang zum Wahnsinn zu verdanken war.

Legard war da etwas anders gestrickt.

Aber mit ein wenig Druck auf sein Gewissen und wehementen Hinweis auf die unzähligen Todesopfer, welche dieses Serum verursachen würde, gelang es Monkey schließlich doch, ihn um den Finger zu wickeln.

Es war an der Zeit den Plan in die Tat umzusetzen.

Monkey bestieg grade den P52 Kurzstreckenjäger im Rumpf des Schiffs, während das dynamische Duo die Constallation kampfbereit machte.

Sie näherten sich nun den Koordinaten, welche er in den Daten gefunden hatte. Eine kleine Festung, eingelassen in einen Asteroiden ungeheuren Ausmaßes. Bis auf eine kleine Anflugschneise über hunderte Kilometer vermint. Eigentlich sollte das reichen um unliebsame Gäste fernzuhalten, doch in diesem Fall dürfte es ihnen das Genick brechen.

Monkey konnte mithören, als eine autoritäre Stimme über Com um Identifikation der Constallation bat. Wäre dieses Schiff nicht eines der ihren, hätte man sie sicherlich schon längst auseinander genommen.

Tarek antwortete mit einem panischem Unterton.

"Hey sorry, ich hab keine Ahnung. Unseren Boss hat es erwischt. Mr. Bellani wurde sehr schwer verletzt. Er..."

Die Stimme unterbrach ihn abruppt.

"Mr. Bellani? Markus Bellani?"

"Ja verdammt, er braucht dringend Hilfe. Wir haben ihn unter den Trümmern des Schwarzmarktes gefunden. Er ist ohne Bewustsein und hat schwere Verbrennungen."

Tarek machte seine Sache echt gut.

"Warten sie einen Augenblick."

"Beeilen sie sich verdammte Scheisse."

Zu gerne hätte Monkey, bei diesem Schauspiel, das Gesicht von Legard gesehen.

"Alles klar wir öffnen Hangar 1 für sie. Ein Notfallteam steht bereit."

Die Constallation umrundete den Asteroiden und das Labor kam langsam in Sicht. Eingelassen in einen der großen Krater, ragte das im Schein des braunen Zwergs, golden schimmernde Monument der Hochtechnologie, in das Vakuum hinaus. Die gewaltigen Ausmaße dieses Komplexes wurde immer deutlicher, je näher sie kamen.

Das Hangartor war groß genug um einen Zerstörer in sich aufzunehmen.

Langsam rollten sich die ineinander verzahnten Stahlscheiben zur Seite und gaben den Weg frei. Sie durchflogen das Kraftfeld und gelangten ins Innere.

Der P52 koppelte ab.

Der Hangar war um einiges größer als Monkey es für möglich gehalten hätte. Vollgestoppft mit allem was es auf dem Markt zu kaufen gab und noch einigem mehr. Der Orden war nicht zimperlich bei der Auswahl ihrer Ausrüstung.

Monkey manövrierte den Jäger mit den Steuerdüsen und deckte das Dock auf der Stelle mit Lasersalven ein. Die Constallation tat es ihm gleich.

Obwohl der Hangar genügend Freiraum bot, war es nicht einfach den kleinen Jäger unter Kontrolle zu halten. Ein Alarm ertönte und der gesammte Hangar tauchte in rotes Licht. Monkey beschleunigte sein Schiff und steuerte in Richtung der Labore. Er hoffte sehr, das die Informationen der Loge korrekt waren. Andernfalls dürfte es gleich äußerst brenzlig werden.

Tarek und Legard blieben beim Tor und zogen die gesammte Aufmerksamkeit der Wachen auf sich. Das schwer bewaffnete Frachtschiff stellte die eindeutig größere Gefahr dar.

Monkey erreichte den von schweren Sicherheitstüren abgeschotteten Eingang des Laborkomplexes. Während er zu Landung ansetzte, feuerte er auf die heraneilende Wachmannschaft. Noch bevor diese eine sichere Deckung finden konnten, hatte er einen großen Teil der Männer niedergestreckt.

Der P52 setzte auf dem Boden auf und Monkey nahm seinen mitgebrachten Rucksack und sprang aus dem Cockpit hinter dem Schiff in Deckung. Er zog seine Waffe und lugte hinter dem dem Jäger hervor.

Sofort eröffnete eine der Wachen das Feuer, aber für einen kurzen Überblick reichte das Gesehene. Geduckt rannte Monkey zur nächsten Deckung.

Scheinbar hatten sie seinen Positionswechsel nicht bemerkt, den zwei Männer der Wache, arbeiteten sich jetzt vorsichtig in Richtung des Jägers.

Monkey wartete ab, bis er sich hinter den beiden befand und bewegte sich schnell in Richtung der Eingangstür. Es müssten noch zwei weitere Wachen am leben sein. Er musste aufpassen.

Eine letzte Deckung bevor er sein Ziel erreichte, war eine Steuerkonsole für die Transportkräne. Die zwei Wachen standen direkt vor der Tür und sondierten die Umgebung. Monkey konnte nicht zu lange warten und stürmte mit der Waffe im Anschlag los.

Der erste Schuss traf die linke Wache genau zwischen die Augen, der zweite wurde vom Schulterpanzer der rechten abgelenkt.

Monkey hechtete zur Seite um den Schüssen des Überlebenden zu entgehen.

Er rollte sich über den Boden und sprang auf die Füße. Diesmal traf er den Hals des weiterhin feuernden Wanchmanns. Röchelnd sackte der Mann zu Boden.

Die beiden Männer welche das P52 untersuchten, waren durch den Lärm alarmiert und rannten zurück zum Labor. Unter Beschuss, nahm Monkey die ID Karte der Wachen an sich und öffnete die Sicherheitstür.

Er huschte hinein und verschloss den Eingang. Zwei Schüsse auf die Konsole und niemand würde diese Tür in den nächsten Minuten öffnen können.

Monkey befand sich in einem großen Saal. Projektionen neuster Forschungsergebnisse, Formeln und Molekülmodele schwebten durch den ganzen Raum. Ringsherum gab es dutzende von Türen, Schaukästen und Informationsterminals.

Sein Gespür sagte ihm, das dies alles hier zu leicht war. Entweder hatte die Loge nicht damit gerechnet an diesem Ort angegriffen zu werden, oder es war eine Falle. Er würde sich darum kümmern wenn es soweit war und verdrängte diese Gedankenspiele.

Wohin sollte er gehen? Über diesen Bereich gab es so gut wie keine Informationen. Er wusste nur das er sichergehen musste, das dieses Serum zerstört würde. Monkey hockte sich auf den Boden, öffnete seinen Rucksack und sein kleiner treuer Helfer krabbelte heraus.

"Find raus wo die sich dieses Serum befindet und zeig mir den Weg."

Sofort machte sich die Metallspinne an die Arbeit.

Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis sie eines der Terminals gehackt hatte und sich einer der Türen näherte.

Monkey schritt darauf zu und sie öffnete sich sobald er sie erreichte. Ein kleiner Gang führte in die Tiefe. Nirgends war jemand zu sehen, alles war wie ausgestorben. Der Spinne hinterher, stieg er hinunter.

Kapitel 3

"Wir müssen dieses Ding jetzt landen!"

Legard klang nervös.

"Die Schilde sind gleich unten. Dann wars das!"

Tarek hörte seinen Kumpel kaum, als dieser ihm aus der unteren Geschützeinrichtung zurief. Das Geschütz feuerte durchgehend auf die stark bewaffneten Wachmannschaften.

"Komm hier hoch, wir haben noch was vor."

Die Constallation sank langsam zu Boden. Tarek lies die Zielautomatik auf alles schießen was sich dem Schiff näherte und lies die volle Ladung Raketen auf die nahestehenden Gerätschaften los. Legard kletterte zurück ins Cockpit und beide machten sich bereit das Schiff zu verlassen.

Schön das Markus genügend Spielereien an Bord hatte, um diesen Bastarden da draußen richtig einzuheizen. Von kleinen Sturmgewehren bis hin zu schweren Geschützen, war alles zur Auswahl bereit.

Beide deckten sich mit genügend Waffen und Muniton ein um eine kleine Armee ausrotten zu können. Schwer bepackt liefen sie zur hinteren Ausstiegsluke.

Im Hangar herrschte ein heilloses Durcheinander. Der Überaschungsangriff hatte die rutinierten Wachmanschaften ins Chaos gestürzt.

Tarek und Legard verliesen das Schiff und konnten den geringen Wiederstand leicht überwinden. Sie hetzten über das Deck von Deckung zu Deckung.

Einige Scharmützel später erreichten sie ihr Ziel. Der Fahrstuhl brachte sie in die tieferen Ebenen des Komplexes. Alles lief nach Plan.

Sie erreichten Ebene 7 und trafen auf eine weitere Wachmannschaft. Beide gingen an den Seitenwänden des Fahrstuhls in Deckung und schossen blind in den vor ihnen liegenden Raum. Legard nahm zwei der mitgebrachten Fusionsgranaten und lies sie über den Boden in Richtung ihrer Gegner rollen. Gleichzeitig schloss Tarek die schweren Panzertüren ihrer Deckung und zählte bis vier.

Eine gewaltige Exlosion lies den Fahrstuhl beben und ein wenig absinken.

Die Druckwelle war so kraftvoll, das sich der fast 30 Zentimeter dicke Spezialstahl weit nach innen wölbte. Die Türmechanik hielt dieser Kraft nicht stand. Zusammen schafften sie es jedoch, die Tür einen Spalt breit zu öffnen und zwengten sich in den Raum.

Die Granaten hatten ganze Arbeit geleistet. Der Raum war komplett leer gefegt. An den Wände klebten die Überreste der Wachen und die Einrichtung lag in brennenden Einzelteilen außerhalb des Explosionszentrums. Dort klaffte nur ein gewaltiges Loch im Stahlboden.

"Was für eine Sauerrei!"

Legard klang entsetzt.

"Wohin jetzt? Links vom Fahrstuhl hatte Monkey gesagt, oder?"

Tarek suchte nach einem Bedienfeld und wischte die Fleisch und Blutreste um die Tür herum zur Seite. Legard wurde übel.

"Alter das ist sowas von eklig."

Sein blutverschmierter Freund fand wonach er suchte und die Tür glitt zur Seite.

"Komm schon Mann, hier gehts lang. Die Zeit drängt."

Legard folgte Tarek durch die Tür in den nächsten Raum.

Ein Aggregatraum des Lebenserhaltungssystems, jedoch noch nicht ihr Ziel.

Ihr Weg führte sie noch tiefer in den Kern des Asteroiden. Der nächste Wachposten dürfte sie bereits erwarten. Den Informationen nach, die Monkey ihnen gegeben hatte, müsste sich im nächsten Bereich einen Wartungszugang der Antriebssysteme vorfinden. Dort würde man sie mit Sicherheit nicht ohne weiteres reinlassen.

Sie erreichten den Eingang und gingen wieder neben der Tür in Deckung.

Legard nahm das schwere Geschütz, welches er auf seinen Rücken geschnallt hatte und wollte Tarek grade andeuten die Tür zu öffnen, als hinter ihnen jemand flüsterte.

"Lasst das lieber bleiben, wenn ihr leben wollt."

Tareks Augen weiteten sich und Legard drehte langsam den Oberkörper, um die ungebetene Überraschung zu begutachten. Er blickte genau in den Lauf eines Sturmgewehrs. Er fokussierte seinen Blick auf den Träger und konnte einfach nicht fassen wer da vor ihm stand.

Faith war am leben und sie schimpfte.

"Was verflucht nochmal macht ihr zwei hier? Ihr macht mir noch alles kaputt."

Tarek war sprachlos. Wie konnte das sein? Legard stotterte.

"Monkey ist auch hier! Er wollte dich eigentlich rächen."

Es war nicht zu übersehen, das sie überrascht war das zu hören.

"Wieso? Wie kam er dabei auf dieses Labor?"

Faith senkte die Waffe und lief den Gang zurück in den vorherigen Bereich.

"Folgt mir und erzählt mir was da vorgefallen ist? Ich konnte damals nicht anders handeln. Der Orden kannte mich zu genau. Aber woher kennt Samuel dieses dreckige Gesindel?"

Die beiden berichteten ihr in groben Zügen was sie wussten und Faith wurde einiges klarer. Sie wusste bislang nichts von Samuels Verbindung zu der Loge und auch nichts darüber, das Bellani ebenfalls ein Mitglied war.

Sie dachte damals, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und durch Samuel die Northstorm zu rächen und gleichzeitig aus dem Leben zu scheiden, um noch tiefer in die Loge eindringen zu können.

Vielleicht hätte sich irgendwann einmal die Möglichkeit ergeben, Ihn um Verzeihung zu bitten. Vielleicht hätte er ihren Schritt sogar verstehen können, doch jetzt fühlte sie sich mieser als jemals zuvor.

"Bitte ihr zwei, er darf das niemals erfahren. Es würde ihn vermutlich zerbrechen. Ich wollte ihn nicht verletzen. Lasst ihn seinen Rachefeldzug beenden und helft ihm wo ihr könnt."

Faith sah die beiden mit entschlossenen Augen an.

"Ich weiss, das ist viel von euch verlangt. Doch schaut euch diesen Scheiß hier an. Die Loge muss vernichtet werden und an zwei Fronten haben wir es vielleicht etwas leichter."

Beide blieben still. Wie sollten sie Monkey noch in die Augen schauen können? Das war zu viel verlangt, doch Faith hatte recht.

Sie willigten schweigend ein.

"Ok ich deute das mal als ein ja. Danke Jungs, wir werden uns bestimmt nochmal wiedersehen."

Sie erklärte ihnen den Weg, den sie gehen mussten, um ungesehen zu ihrem Ziel zu kommen. Dann verschwand sie um die nächste Ecke.

Legard sah blass aus und Tarek spornte ihn an weiter zu machen.

"Komm schon, vergiss sie. Lass uns das hier zu Ende bringen."

Kapitel 4

Monkey kam in einen breiten Flur, mit kaum mehr sichtbaren Decke. Er war gefüllt mit tausenden Glaskammern, aufgereiht in unzähligen Etagen. Im Inneren kauerten, meist bemitleidenswerte Wesen der unterschiedlichsten Rassen. Menschen, Xí´an, Tevarin, Banu und sogar einige Vandul.

Schreiend, wimmernd, apathisch, wahnsinnig. Es war ein wirklich furchteinflösender Anblick, während Monkey den Weg fortsetzte.

Im Mittelteil dieses Gefängnisses, ragte eine Kommandokonsole aus dem Boden. Monkey lies sie von seinem kleinen Helfer aktivieren und ein Hologramm des Zellentraktes erschien vor seinen Augen. Er überflog die Einträge in den Datenbanken und blieb auf einem hängen.

Sgt. Higgs.

Monkey öffnete die Datei. Er hätte sich lieber geirrt.

Gregory "Drago" Higgs.

Während der Militärausbildung teilten sie sich ein Zimmer. Und jetzt war er hier. Subject 2178, Zelle 30/087.

Das war sehr weit oben. Wie sollte er dort hingelangen? Viel Zeit hatte er nicht mehr. Monkey untersuchte die Projektion nach einem Hinweis und tippte schließlich Gregorys Zelle an. Kaum spürbar hob sich der Zentrallbereich mitsamt der Konsole in die Höhe und näherte sich seinem Ziel.

Langsam schwebte er an den gläsernen Kammern vorbei, deren Inhalte nicht erschreckender sein könnten.

Ein schreiender Mann, fixiert an eine Liege. Stromstöße durchliefen seinen Körper im Sekundentakt. Kabel und pulsierende Schläuche, liefen aus seiner geöffneten Brust zu einer seltsamen Maschine.

Ein junger Banu. Arme und Beine waren entfernt worden. Ausgetauscht gegen spinnenartige machanische Gliedmaßen. Sein Rückrat lag offen, ausgekleidet mit kybernetischen Relais.

Viele dieser Zellen enthielten ähnlich grausam zugerichtete Wesen, die meisten waren jedoch gefüllt mit wild gegen die Scheibe hämmernden, oder auf dem Boden hockenden, wimmernden Gestalten. Starke kraftvolle Männer, stolze Frauen, ein kleines Mädchen, flehten um Erbahmen.

Ein kleines Mädchen?

Monkey stoppte den Aufzug, wählte die betreffende Zelle auf dem Hologramm und glitt hinüber. Als er vor der Glasfront stand, konnte er es nicht fassen. Die zierliche Gestalt war höchsten acht Jahre alt und in einer Art Tank eingeschlossen, nur durch einen Schlauch beatmet.

An der Tür stand etwas von ´Subjekt 7542, Achtung extrem gefährlich! Kein Betreten ohne Schutzvorkehrungen´.

Was sollte an diesem Mädchen so gefährlich sein, um eine solche Behandlung zu rechtfertigen? Monkey war es egal, er konnte sie unmöglich hier lassen.

Er wandte sich der der Robospinne zu und deutete auf die Tür.

"Hey kleines Wunderding, bekommst du die hier auf?"

Nur wenige Augenblicke später, löste sich die Glasfront wie von Geisterhand in Luft auf.

"Nicht schlecht, diese Technologie kannte ich noch garnicht."

Erstaunt betrat er den Raum. Der Tank besaß einen eigenen Öffnungsmechanismus. Monkey betätigte ihn und die Flüssigkeit wurde abgelassen und wieder verschwand das Glas ohne Rückstände.

Das Mädchen hing schlaff in den Halteringen und röchelte erbärmlich.

Der Schlauch verstopfte in dieser Position ihre Atemwege. Monkey zog ihn schnell aber mit Vorsicht heraus. Die kleine schlug die Augen auf und schrie. Der Schrei war extrem grell und Monkeys Innenohr schmerzte unerträglich. Er sah nur noch sehr verschwommen und verlor fast das Bewustsein. Metall begann zu knirschen und ein tiefes Brummen erfüllte den Raum.

Als der Spuk vorbei war und Monkey langsam wieder etwas erkennen konnte, blickte er in die Augen eines kleinen ängstlichen Kindes.

Der Tank und dessen stabilen Halterungen waren vollständig zerstört.

Feste Speziallegierungen, verformt als wären sie Gummi.

In der Hand hielt sie die verschmorten Reste der kleinen Spinne.

Ein Alarm schrillte in Monkeys Ohr.

"Du bist nicht wie die anderen?"

Sie zitterte am ganzen Leib und sprach kaum hörbar.

"Was willst du von mir? Geh weg!"

Monkey wusste nicht wie er reagieren sollte, also versuchte er die Kleine etwas zu beruhigen.

"Ich will dir hier raus helfen, hab bitte keine Angst. Die bösen Menschen hier, können dir jetzt nichts mehr antun."

Das Mädchen schien ihm nicht zu glauben.

"Wie heisst du, Kleine?"

Zögerlich öffnete sich ihr Mund.

"Sophie."

Na das war ja schonmal ein Anfang.

"Also Sophie, hör mal Kleines, wir müssen schnell hier weg. Gleich wird es hier von bösen Menschen nur so wimmeln. Komm!"

Er packte sich seinen neuen Schützling und sie machte keine Anstallten sich zu wehren. Kaum zurück auf der Plattform, schossen schon die ersten Lasersalven an ihnen vorbei. Auf den unteren Ebenen strömten die Wachen in den Zellentrakt. Langsam spitzte sich die Situation zu.

Monkey lies die Plattform ihren Weg zu Gregory fortsetzen. Jetzt musste er sich aber wirklich ranhalten. Ohne die Spinne dürfte es schwer werden die Zelle zu öffnen.

Unter weiterhin andauernden Beschuss erreichten sie das Ziel. Jedoch gab es dort keinen Gregory. In der Zelle stand nur ein Kampfdroide unbekannter Bauart. Monkey schaute nocheinmal auf die Daten des Holograms, musste aber mit Bedauern feststellen das es sich um die richtige Glaskammer handelte.

Er wandte sich ab, nahm das Mädchen an die Hand und war grade im Begriff zu verschwinden, als der Droide zu sprechen begann.

"Samuel? Bist du das? Samuel Brown?"

Monkey stoppte mitten in der Bewegung. Erschrocken schaute er zurück zu diesem Ungetüm aus Stahl.

Die Wachen waren jetzt schon fast bei ihnen.

"Gregory? Bist du etwa in diesem Ding? Was haben diese Schweine mit dir gemacht?"

Schüsse flogen dicht an ihren Köpfen vorbei und Monkey zog Sophie in Deckung.

"Ich hab zufällig entdeckt das du hier gefangen gehalten wirst. Ich hol dich hier raus."

Die Wachen hatten jetzt ihre Ebene erreicht.

"Scheisse wie bekomm ich dieses Teil hier auf?"

Monkey suchte vergeblich nach einer Möglichkeit, als ihn ein Schuss an der Schulter erwischte. Er wurde nach hinten geworfen und stürzte zu Boden.

"Samuel verschwinde hier, mich kannst du nicht retten. Nimm die kleine und lauf."

Monkey wusste das er recht hatte. Er griff nach Sophies Hand, doch sie war nicht mehr da.

"Lasst uns in Ruhe!"

Die Schreie des Mädchens, hatten nichts mehr von der vorherigen Ängstlichkeit. Sie waren hasserfüllt und von solcher Kraft, das Monkey die Sorge befiel, ob ihre Befreiung wirklich das Richtige gewesen war.

Die Kleine schritt unbeirrt auf die Wachen zu.

Diese feuerten aus allen Rohren, doch schienen nicht zu treffen. Der grelle Schrei von eben, breitete sich erneut über den gesamten Flur aus.

Hundertmal stärker als beim ersten Mal. Alles schien zu beben. Monkey presste seine Hände auf die Ohren und versuchte ihr Inneres vor dem Zerreißen zu schützen.

Die Glasfronten der Kammern begannen bedrohliche Wellen zu schlagen und

am Höhepunkt dieses endlosen Schreies zerbarsten sie. Die Wachen gaben schreckliche Laute von sich, als sie wie von einer unsichbaren Hand zerquetscht, deformiert und vor bluttriefend zu Boden klatschten.

Monkeys Herz stand Still, vor blankem Entsetzten über diese monströse Kraft ,doch das Mädchen kauerte sich auf den Boden und fing verzweifelt an zu weinen.

"Es tut mir leid, ich wollte das nicht. Bitte glaubt mir, ich wollte das nicht. Ich wollte das nicht. Ich wollte das nicht."

Monkey trat zu ihr und reichte dem kleinen Bündel Elend die Hand.

"Komm schon Kleine, wir verlassen diesen Ort lieber."

Sie gingen zur Plattform und Gregory, oder was auch immer, schloss sich den beiden an. Fast alle Insassen dieses Monsterkabinets waren auf die gleiche Weise umgekommen wie die Wachen eben.

Die drei schwebten an den blutverschmierten Kammern entlang nach unten und setzten den Weg in Richtung der Laborräume fort.

Kapitel 5

Die Kräfte der kleinen Sophie hatten scheinbar auch die umliegenden Räume in Mitleidenschaft gezogen. Das Inventar wurde dabei vollständig zerstört und der Boden war übersät mit zerstümmelten und extrem deformierten Menschen. Die meisten trugen Laborkittel oder leichte Schutzkleidung.

An den Seiten standen mehrere Podeste, umsäumt mit Glassplittern. Sie erinnerten Monkey an den Tank, in welchem er Sophie gefunden hatte.

"Gregory, was ist das alles hier?"

Der Cyborg stand direkt hinter Monkey und hielt Sophie auf dem Arm.

"Ich weiß es nicht. Ich war auf einem Erkundungsflug in diesem System unterwegs, als ich ohne Vorwarnung angegriffen wurde."

"Mein Schiff wurde abgeschossen und meine Rettungskapsel gekapert." "Danach weiß ich nichts mehr. Als ich wieder aufwachte, war ich dieses Ding."

Auch ohne Gesichtszüge, bemerkte man die Traurigkeit in seiner Stimme.

"Man hat mich nie irgendwas gefragt oder irgendwas von mir verlangt."

Ich saß die ganze Zeit in dieser Kammer fest. Dann kamst du vorbei."

Monkey durchsuchte die Leichen einiger Laborarbeiter während Greg weitere kleine Details erläuterte. Diese Menschen hier, waren nicht durch Sophie getötet worden. Ihre Körper waren durch tiefe Schnittwunden entstellt und die Gliedmaßen teilweise abgrissen worden.

Monkey hörte etwas. Ein Schaben oder Kratzen, er konnte es nicht genau definieren. Es kam aus einer der Seitentüren. Vorsichtig öffnete er die Tür, die Waffe bereit zum Feuern.

"Hier lebt noch einer."

Auf dem Boden lag ein weiterer Forscher mit abgetrentem Arm und schwersten Verletzungen am Rücken. Ein Teil des Schulterblattes ragte blutig aus seiner Haut. Monkey hockte sich neben ihn und sprach auf ihn ein.

Seine Mine verfinsterte sich zusehends. Ein einzelner Schuss ertönte und die Qualen des Mannes waren beendet.

Monkey kam zurück und berichtete Greg was er gehört hatte.

"Er sagte immer nur, sie sind frei und diese Monster kann man nicht aufhalten, sie kämen direkt aus der Hölle."

Das war keine beruhigende Aussage und es würde ihr Unterfangen nicht grad leichter gestallten.

"Wir müssen weiter! Geht es dir gut Kleine?"

Sophie nickte flüchtig und schloss schnell wieder ihre Augen.

Im nächsten Raum,fand Monkey endlich wonach er suchte. Es war eher eine Halle, deutlich größer als die anderen Räume. In Reihe angeordnet, gab es dutzende, voneinander abgetrennte Labore. Jedes vollgestopft mit hoch moderner Technik. Vereinzelt lagen auch in diesem Bereich tote Menschen am Boden. Ebenso schlimm anzusehen, wie die von eben.

Monkeys mitgebrachte Sprengsätze würden niemals ausreichen um hier alles zu zerstören. Er wandte sich an Gregory.

"Hast du eine Idee, wie wir das alles hier dem Erdboden gleichmachen könnten?"

Ein metallisches Lachen drang in Monkeys Ohr.

"Kein Problem denke ich. Schau mal da rüber."

Er deutete auf sechs große Behältnisse, am anderen Ende der Halle.

"Sieht mir sehr nach Sauerstofftanks aus. Sprengsatz dran, Timer einstellen, Labor futsch. Sollte klappen!"

Kapitel 6

Genau wie Faith gesagt hatte, erreichten Tarek und Legard den Kontrollraum ohne auf weitere Probleme zu stoßen. Sie stürmten hinein. Es war niemand anwesend. Tarek wurde langsam stutzig.

"Was ist mit dieser Loge nur los? Dieser Ort ist so gut bewacht wie ein rostiger Müllcontainer auf irgendeiner Deponie."

Legard betrachtete die Monitore.

"Schau mal, in allen Bereichen ist das pure Chaos ausgebrochen. Auf was verdammt noch mal schießen die eigentlich? Das kann doch unmöglich Monkey alleine verursacht haben."

Tarek setzte sich an das Kontrollpult und machte sich verunsichert an die Arbeit. Kein Alarm oder sonst welche Vorkehrungen, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen. In wenigen Minuten würde das Schicksal dieser Station unabwendbar besiegelt sein.

"Hoffen wir, das Monkey rechtzeitig fertig wird. Mach dich bereit hier schnell zu verschwinden. Und bring schonmal die Sprengsätze an. Sie sollen keine Möglichkeit haben ihr Schicksal noch einmal zu ändern."

Keine Antwort.

"Legard? Was ist los? Stimmt was nicht?"

Tarek traute seinen Augen nicht.

Legard war wie vom Erdboden verschluckt, nur sein Geschütz lag noch mitten im Raum. Panik stieg in ihm auf. So schnell er konnte änderte er die Kalibrierung der Antriebsdüsen. Nicht einmal 30 Minuten und das Labor würde seinem eigenen Minenfeld zum Opfer fallen.

Er kramte die ihm verbleibenden Sprengsätze hervor, stellte den Timer auf 60 Sekunden und brachte sie am Steuerpult an.

Tarek rannte los, doch bevor er den Ausgang erreichte, packte ihn etwas mit festem Griff am Bein und zog ihn durch den Boden in die Dunkelheit.

Etwas großes und kräftiges schleifte ihn, am Boden liegend, durch eine Art Tunnel. Bei jedem Atemzug des Wesens konnte er dessen modrigen beisenden Geruch wahrnehmen.

Als die Sprengladungen explodierten, waren sie schon ziemlich weit gekommen, doch die Druckwelle erreichte sie in wenigen Sekunden.

Eine Wand aus Feuer wälzte sich in ihre Richtung und selbst die Luft schien zu glühen. Das unbekannte Wesen lies von Tarek ab und rannte davon.

Das Feuer kam schnell näher, doch kurz bevor es ihn erreichte, sties er auf eine lose Bodenplatte, hob sie an und rollte sich grade noch rechtzeitig darunter. Die extreme Hitze war kaum zu ertragen, doch obwohl sie schnell wieder verflog, verbrannte er sich die Hände beim Versuch wieder aus diesem Loch heraus zu kommen. Er war nur knapp dem sicheren Tod entronnen.

Er musste schnell hier raus und Legard suchen, die Zeit war jetzt ihr größter Feind. Er lief weiter den Tunnel entlang, bis er auf einen ausgeleuchteten Fahrstuhlschacht stieß.

Monkeys Plan sah vor, sich nach Abschluss der Mission, in der untersten Ebene in Hangar 3 wiederzutreffen. Hierbei handelte es sich, um ein spezielles Startdeck für die hohen Autoritäten dieser Station.

Nur wie sollte er Legard finden? Wo hatte man ihn hingebracht?

Tarek entschloss sich, vorerst am eigentlichen Plan festzuhalten. Vielleicht würden sich unterwegs irgendwelche Hinweise über den Verbleib seines Freundes ergeben.

Er kletterte vorsichtig den Schacht hinab, immer bereit, sich gegen einen erneuten Angriff dieses unheimlichen Wesens zu wehren. Immer wieder hörte er etwas knarren oder schaben. Jedesmal erschrak er zu Tode, doch nichts weiter passierte.

Am Boden entdeckte Tarek eine der Waffen, welche Legard bei sich geführt hatte.

Eine Schleifspur führte von dort in einen weiteren Tunnel. Es war zwar die falsche Richtung, aber er konnte die dicke Nervensäge nicht so einfach ihrem Schicksal überlassen. Tarek nahm die Waffe auf und folgte der Spur, wieder hinein in die Dunkelheit.

Kapitel 7

Nachdem sie die Sprengsätze aktiviert hatten, waren sie in einen nicht ausgebauten Bereich des Asteroiden geflüchtet.

Die Explosion war von solcher Wucht, das Monkey und seine Begleiter zu Boden geworfen wurden. Der gesamte Gesteinsbrocken bebte und hinter ihnen stürzte die Decke des Tunnels, unter lautem Getöse ein.

EinZurück gab es nicht mehr, also folgten sie dem Gang weiter in die Tiefe.

Es war dunkel, und nur das Leuchten, welches Gregorys Augen ausstrahlten, erhellte ihren Weg.

"Wir müssen uns beeilen! Wenn alles geklappt hat, sollten meine zwei Helfer das Ende dieses Komplexes eingeläutet haben."

Monkey wirkte etwas beunruhigt, zu viel Zeit hatte er unterwegs verloren.

Sophie sagte überhaupt nichts mehr. Nur ein leises Weinen war zu hören.

Greg trug sie weiterhin in seinen metallischen Armen und versuchte sie etwas zu trösten.

Der Tunnel führte noch hunderte Meter durch den Fels, bevor sie wieder die ausgebauten Räumlichkeiten erreichten. Ein schmaler Flur erstreckte sich vor ihnen. Ein Wartungsgang der Maschinenräume, wie man an den Bezeichnungen der Schaltschränke und Kontrolleinheiten erkennen konnte.

Dutzende waren in den Wänden eingelassen und erleuchteten diese.

Sie erreichten den Ausgang und betraten den gigantischen Maschinenraum.

Ein wiederlicher beisender Gestank wehte ihnen entgegen.

Monkey hielt sich die Nase zu.

"Oh man, was ist das für ein abartiger Geruch? Wie kann man hier nur arbeiten."

"Ich glaube nicht, das es hier immer so riecht. Schau mal da rüber."

Greg deutete auf eine Erhebung in der Mitte des Raumes.

"Das sind Menschen. Ebenso zerfleischt wie die vorhin."

Monkey war erstaunt.

"Das siehst du von hier? Mann, deine Augen hätte ich auch gerne."

Dann traf es Monkey mit einem Schlag. Jetzt begriff er ihre gefährliche Situation.

"Sagte der Typ von eben nicht etwas von Monstern? Ich glaub wir sind hier auf ihr Nest gestoßen."

Er hielt seine Waffe im Anschlag und Greg setzte Sophie auf den Boden ab.

"Bleib hinter uns Kleine! Wir passen schon auf dich auf."

Langsam und vorsichtig näherten sie sich dem Berg aus Leichen.

Die Gesichter zu schreienden Fratzen verzehrt, lagen die Arbeiter dieses Bereiches, blutverschmiert und mit grausigen Wunden, im Schein der wenigen noch funktionierenden Lampen.

Schreie erhallten in der großen Halle und Monkey entdeckte vier riesige Gestalten, die sich um eine Gruppe Menschen scharrte.

Eines dieser Monster schnappte den erstbesten und hob ihn in die Höhe.

Der Mann schrie und zappelte, doch es gab kein entrinnen. Er trat gegen den Oberkörper des Wesen und versuchte sich loszureisen, als dieses sein Bein zu packen bekam und es mit einem Ruck aus dem Unterkörper riss.

Blut floss in Strömen aus der Wunde und der Mann erschlaffte. Der Riese warf ihn hinter sich, als wolle er ein kaputtes Spielzeug loswerden.

Monkey und Greg wollten sich grade abwenden, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als eine bekannte Stimme in Monkeys Ohr erklang.

"Ihr dreckigen Biester, lasst mich runter. Ich piss euch ins Gesicht."

Es war Legards Stimme.

Monkey wurde blass, es durfte einfach nicht wahr sein.

"Dieser Idiot, wie kommt er hierher? Sophie versteck dich irgendwo!"

Ihm blieb nichts anderes übrig, als sofort das Feuer auf die Kreaturen zu eröffnen. Hätten sie sich angeschlichen, hätte Legard nicht lange genug gelebt, um noch gerettet zu werden.

Legard wurde fallen gelassen und kroch zur Seite, auf der Suche nach einer Waffe. Monkey und Greg stürmten auf die Wesen zu.

Gregory hatte keine Waffe und ging daher direkt in den Nahkampf.

Jetzt wo sie näher kamen, konnten sie die Kreaturen besser erkennen.

Es handelte sich eindeutig um Vandul, nur waren diese anders als ihre Artgenossen. Wuchtiger, muskulöser und extrem schnell. Perfekte Kampfmaschinen.

Der erste Vandul attakierte Greg. Er sprang in hohem Bogen auf den Cyborg zu und schmetterte ihn zu Boden. Er hieb auf ihn ein, doch konnte keinen Schaden an desen Metallkörper ausrichten.

Gregorys Konter war da deutlich verherender. Die Schläge der gewaltigen Pranken zertrümmerten die Knochen des Vandul mit Leichtigkeit.

Das Wesen sackte zusammen, aber es lebte noch immer. Nur konnten ihn, seine gebrochenen Beine nicht mehr tragen. Erst als Greg den Schädel zu Brei gehämmert hatte, stellte der Vandul seine Körperfunktionen ein.

Monkey feuerte unterdessen Magazin um Magazin, in den Körper des auf ihn zu sprintenden Kampfkolosses.

"Verdammte Scheisse geh zu Boden, verrecke endlich!"

Der Vandul erreichte ihn und ein Schlag gegen Monkeys Oberkörper, lies ihn meterweit quer durch den Raum fliegen. Er krachte mit dem Rücken gegen eines der Geräte für die Stromumwandlung.

Wieder raste der Riese auf ihn zu. Monkey riss eines der Kabel aus der Maschine. Grade noch rechtzeitig hob er das schwere Teil an und rammte es dem Angreifer in den Körper. Monkey sprang zur Seite und der zuckende Körper des Vandul schmetterte zu Boden.

Wenige Sekunden später, ging er in Flammen auf.

Legard kam auf Monkey zugelaufen, dicht gefolgt von einer der übriggebliebenen Kreaturen. Monkey wollte ihm eine Warnung zurufen, als das Wesen schon zum Sprung ansetzte. Nur wenige Zentimeter bevor es Legards Kopf zu fassen bekam, zerplatzte es mitten in der Luft.

Der Dicke blieb entsetzt stehen, als er von der Fontäne aus Blut eingehüllt wurde. Er schaute ungläubig an sich herab.

"Verdammte Kacke! Das ist jetzt aber echt eklig. Was bitte war das grad?"

Monkey lief seinem Freund entgegen und Sophie kroch aus ihrem Versteck.

"Sie war das!"

Er deutete auf das unscheinbare Mädchen.

"Du solltest dich unbedingt bei ihr bedanken. Sie hat dir wohl dein Leben gerettet"

"Wo ist Gregory?"

Monkey entdeckte ihn etwas weiter hinten. Der letzte Vandul hatte es geschafft ihn in die Enge zu treiben und mit einer Vibrosäge schwer zu verwunden. Alleine konnte er sich aus dieser Situation nicht befreien.

Monkey hatte keine Munition mehr und er suchte nach etwas, was er als Waffe hätte nutzen können. Er fand nichts und Greg lief die Zeit davon.

Grade als er ohne Bewaffnung zum Angriff übergehen wollte, schoss ein Feuerstreif durch den Raum und eine Rakete traf den Vandul, riss ihn mit und detonierte an der Hallenwand. Nichts blieb übrig, außer einem qualmenden Loch im Beton.

"Schaut mal was ich tolles gefunden habe!"

Es war Tarek, der aus einem der Luftschächte gekrochen kam und seinen Freunden zurief.

Gregory rappelte sich langsam hoch und ging grade zu der Gruppe hinüber, als ein weiteres Beben den Asteroiden erschütterte. Stärker als zuvor, folgte ein zweites und ein drittes.

"Das ist das Minenfeld! Leute wir müssen hier raus! Schnell!"

Monkey musste brüllen um den Lärm der Beben zu übertönen. So schnell sie konnten, rannten sie in Richtung des Hangars. Er befand sich ebenfalls auf dieser Ebene und sie sollten ihn schnell genug erreichen können.

Kapitel 8

"Kommt schon Leute, wir sind gleich da. Hoffen wir das es dort noch was gibt, mit dem wir hier verschwinden können."

Monkey eilte voraus. Dicht gefolgt von Tarek, Sophie und Legard. Gregory bildete die Nachhut.

"Sag mal was ist das eigentlich für ein Ding da hinten? Sicher, das der auf unser Seite steht?"

Legard klang etwas besorgt, während weitere Beben die Station erschütterten.

"Er ist ganz sicher kein Ding. Das ist Gregory, aber das erklär ich euch alles nachher."

Völlig außer Atem, erreichten sie den Eingang zu Hangar 3. In diesem Moment bogen hinter ihnen, weitere dieser mutierten Vandul in den Zugangskorridor ein. Mit unglaublichem Tempo kamen sie näher.

Die Tür öffnete sich.

"Los alle rein da. Greg du auch. Komm schon, Mann."

Der Cyborg rührte sich nicht vom Fleck und die Vandul hatten ihn fast erreicht.

"Monkey bring Sophie hier raus. Ich halte diese Monster auf. Mit diesem Körper hätte ich sowieso kein richtiges Leben."

Monkey zerrte an seinem metallischen Gefährten.

"Jetzt hör auf mit dem Blödsinn, du kannst doch bei uns bleiben. Was soll das denn jetzt?"

Die Vandul griffen an.

"Verschwinde endlich, das hier ist meine eigene Entscheidung. Ich danke dir, das du mich gerettet hast."

Der Cyborg holte zum Schlag aus und ging zum Angriff über.

Monkey schaute noch einmal zurück und verriegelte schließlich den Zugang.

Der Hangar war recht klein und übersichtlich. Es gab nur noch zwei Schiffe.

Eine Hornet und ein Retaliator.

"Packt euch Sophie und nehmt den Bomber. Ich werde die Hornet fliegen."

Die drei verschwanden grade im Schiff und Monkey kletterte in den Jäger, als ein weiteres Beben die Wände des Hangars einstürzen lies.

Es gelang beiden Schiffen, grade noch die Antriebe zu starten, bevor auch die Außenseite des Hangars in einer Explosion zerfetzt wurde und das Vakuum alles mit seinem vernichtenden Sog herausriss.

Die beiden Schiffe schleuderten unkontrolliert, in die Kälte des Alls hinaus, mitten in das Minenfeld.

Der Asteroid kam wieder ins Sichtfeld und das Ausmaß der Zerstörung war enorm. Teile des Asteroiden waren zerbrochen und man konnte in das Innere der Station blicken. Überall Explosionen, eine nach der anderen zerlegte das Labor in seine Einzelteile.

Es kostete einige Mühen die Hornet wieder unter Kontrolle zu bringen, doch Monkey hatte sowas schon öfter erlebt.

Tarek und Legard schaften es ebenfalls, den Retaliator zu bändigen und schlossen zu Money auf.

Zu ihrem Glück fasten die zielsuchenden Mine, solange sie sich in der Nähe der Station befanden, nur diese als Ziel auf. Sie manövrierten ihre Schiffe in den Bereich, welcher durch den Asteroiden bereits leergefegt wurde.

Monkey kontaktierte den Bomber über Com.

"Wo ist dieser verdammte Korridor durch den wir hier reingelangt sind? Könnt ihr ihn finden?"

"Kein Problem Boss, sind schon dabei."

Wenige Augenblicke später beschleunigte der Retaliator und Tareks Stimme tönte aus den Lautsprechern.

"Hier lang, aber pass auf, hier sind noch mindestens drei Jäger der Loge unterwegs."

Monkey folgte dem größeren Schiff und beobachtete die Umgebung.

Das Com ertönte abermals.

"Na Monkey...."

Diese Stimme. Monkey erkannte den rauhen, fast grummelnden Klang.

"Hast du mich schon vermisst, alter Freund?"

Es war eindeutig. Goran Bregovic, einer der fünf Assassine der Loge.

Sowas hatte Monkey befürchtet. Dieser Mann personifizierte das absolute Böse, eine Koryphäe des Tötens, eine ein Mann Armee.

Mit großem Abstand, der beste Pilot, den Monkey kannte.

"Ganz bestimmt. Auf solchen Abschaum wie dich, bin ich immer besonders scharf. Nimm deine zwei Pappkameraden und verpiss dich."

Monkey blockierte die Komunikation zu Goran und nahm wieder Kontakt zu Tarek auf.

"Passt auf euch auf und haltet euch möglichst aus dem Kampf raus. Bringt die Kleine in Sicherheit, während ich mich um diese Brut hier kümmere."

Die Hornet drehte ab und steuerte mit hohem Tempo, auf die drei M50 seiner Kontrahenten zu. Die zwei Wingman Gorans scherten aus und versuchten Monkey in die Zange zu nehmen. Dieser hielt weiter auf sein Ziel zu und kam schnell näher.

Gorans Schiff bewegte sich nicht. Erst nachdem Monkey ein zwei Salven aus den Läufen der Turret abfeuerte, schoss der kleine Jäger senkrecht nach oben und wich dem Beschuss mit Leichtigkeit aus.

"Das war wohl nix, alter Freund. Das wird nicht reichen."

Wie hatte er die Blockierung umgangen? Monkey konnte sich keinen Reim darauf machen.

"Ich mach dich kalt. Komm nur her Bregovic, dann zeig ich dir mal was dieses Schiff zu bieten hat."

Monkey war so auf sein Ziel fixiert, das er die beiden Wingman völlig außer Acht gelassen hatte. Gnadenlos bestraften sie seine Unachtsamkeit und schickten ihre Raketen in Richtung der Hornet.

Im letzten Moment bemerkte Monkey die drohende Gefahr und lies die Hornet zur Seite rollen und nach oben ausscheren. Die ersten Raketen verfehlten ihn knapp und er konnte die Hitze der Triebwerke förmlich spüren.

Zu seinem glück hatten die Angreifer nicht mit so einer Reaktion gerechnet und die vorbeirasenden Raketen, liesen eines der Schiffe in einer grellen Explosion zerbersten. Das zweite hatte grade noch Glück und drehte vorerst ab. Goran startete jetzt selbst einen Angriff. Er stürzte sein Schiff direkt auf die Hornet zu. Monkey versuchte mit einer großen Schleife den Abstand zu seinem Feind aufrecht zu erhalten und feuerte aus allen Rohren weiter auf die M50.

"Ja mein Freund, schieß du nur. Das wird mich nicht aufhalten."

Diese Stimme lies Monkey erschaudern.

Das viel schnellere und wendiger Schiff kam schnell näher und wich dem Beschuss spielerisch aus. Es tanzte regelrecht, zwischen den Lasern hin und her. Goran feuerte erst, als er nur noch wenige Meter von seinem Ziel entfernt war. Mit voller Feuerkraft, prasselten die Laser auf Monkeys Schilde ein und in wenigen Sekunden waren sie stark geschwächt. Goran jagte zwei Raketen hinter Monkey her.

"Das wars für dich Samuel Brown, Game Over!"

Das M50 war bereits zu nah und Moneky schaffte es nur einer Rakete auszuweichen. Die Zweite traf seinen rechten Flügel und riss ihn ab.

Die Hornet taumelte durch den Raum. Monkey stabilisierte seine Flugbahn und drehte die Hornet um die eigene Achse. Goran war nirgends zu sehen.

Als Monkey ihn endlich ins Blickfeld bekam, stürzten Goran und sein Wingman auf Monkey herab und starteten ihren letzten Angriff.

Monkey konnte nichts mehr machen, außer im letzten Wiederstand, den beiden M50, alles entgegen zu werfen was die Hornet noch zu bieten hatte.

Er startete die Raketen und feuerte aus allen Rohren.

Gorans Begleiter konnte er noch ausschalten, bevor dieser seine Raketen startete.

"Gute Nacht, mein Freund"

Die lachende Stimme hallte in Monkeys Kopf herum, während er seinem baldigen Tod ins Auge blickte.

Ohne Vorwarnung schossen zwei Raketen von rechts in das Sichtfeld der Hornet und setzten Gorans Geschosse außer Gefecht.

Lasersalven hämmerten gegen die Schilde Gorans. Zwei weitere Raketen jagten herbein und trafen den kleinen Jäger in die Seite. Die Schilde versagten und Goran drehte ab, schoss nach unten und verschwand aus Monkeys Augenwinkel. Eine Cutlass jagte hinterher und für einen kurzen Moment glaubte Monkey Faith darin erkannt zu haben.

Aber das konnte nicht sein, es musste den Anstrengung der letzten Stunden geschuldet sein und Monkey verwarf die aufkeimende Traurigkeit.

Wieder ertönte die Stimme Bregovics im Cockpit der Hornet.

"Ok, mein Freund. Du hast noch etwas Zeit gewonnen, doch ich werde dich finden. Irgendwann wirst du dafür bezahlen."

Es wurde wieder ruhig um Monkey. Es war vorbei.

Er genoss für einige Minuten diese absolute Ruhe und kontaktierte Tarek und Legard.

"Hey Leute, wir haben es geschafft. Könntet ihr mich bitte hier abholen?" "Irgendwie hab ich die Hornet kaputt gemacht."

Lachen drang aus den Lautsprechern.

"Haha! Klar Boss, wir sind schon unterwegs!"

Monkey schloss die Augen und lies seinen aufgewühlten Gefühlen freien Lauf. Laut schrie er den Sternen entgegen.

"Ich werde den Lauf der Geschichte ändern, ihr werdet mich nicht aufhalten."

Er lachte laut auf.

"Hört ihr mich ihr mich? Ich werde euch alle vernichten. Niemand eures Ordens wird mehr irgendwo sicher sein. Hört ihr mich?"

OneEyed Monkey

Spuren im Chaos Kapitel 1

Rinako Asada stand vor einem riesigen Krater. Dort, wo sich vorher einer der bekanntesten Schwarzmärkte auf Ellis IV befand, gab es nur noch ein Trümmerfeld gigantischen Ausmaßes.

Über eine Fläche von fast zwei Quadratkilometern, wurde alles in Staub und Asche verwandelt und die gesamte Umgebung von herabfallenden Trümmerteilen zerstört.

Fabriken in der Nähe des Schwarzmarktes, waren in Brand geraten und die Wohngebiete der ansässigen Arbeiter mussten notevakuiert werden.

1376 Menschen verloren in diesem zerstörerischen Inferno ihr Leben und Rinakos Aufgabe bestand darin, herauszufinden was hier geschehen war.

Eine Sondereinheit der planetaren Sicherheit war ebenfalls dabei, dieses Chaos nach Hinweisen zu durchsuchen. Asadas Sonderstatus bei der UEE, erlaubte es Ihr jedoch, den Tatort unbehelligt zu betreten.

Die Sicherheit ging äußerst diszipliniert vor und systematisch durchkämten sie den Krater nach den kleinsten Anhaltspunkten.

Da sich alle Kräfte der Sicherheit nur auf das riesige Loch konzentrierten, fing Rinako an die Umgebung des ehemaligen Bergwerks zu erkunden.

Alle paar Meter, steckten tonnenschwere Stahlträger im Boden, welche von der Explosion davongeschleudert wurden und dann den Gesetzen der Schwerkraft erlagen. Rinako vermutete, das diese, die Decke des Bergwerks gestützt hatten. Der Boden war überdeckt mit Felsbrocken und Geröll in allen Größen und Formen.

Die Container und Fahrzeuge, welche vermutlich um das Bergwerk herum, gestanden hatten, waren bis in die umliegenden Gebäude katapultiert worden. Einige wurden bis auf die Grundmauern niedergerissen.

In der Ferne erblickte Rinako etwas, das ihre Aufmerksamkeit erregte.

In einer der Fertigungshallen von Stanton Mechanics, steckte ein tiefschwarzes Etwas und sie glaubte zu wissen, das es genau das Objekt war, wonach sie suchte.

Als sie die Halle erreichte bestätigte sich ihre Vermutung schnell.

Es war ein schwarzer M50 Interceptor, einer von der Sorte wie ihn die Loge der freien Welt benutzte. So sagen es zumindest, die tausenden Theorien, die zu dieser Organisation im Umlauf waren.

Ob er wirklich existiert weiss eigentlich niemand so genau, doch Rinako war diesem Gespenst schon seit Jahren auf der Spur.

Dieses Schiff war ihre große Chance auf einen Durchbruch bei den Ermittlungen. Sie näherte sich dem Flieger und suchte nach einer Möglichkeit in das Innere des M50 zu gelangen.

Im Außenbereich der Halle gab es nichts worüber sie nach oben hätte klettern können, also begab sie sich durch einen Riss in der Wand ins Innere des Komplexes.

Das Hallendach war eingestürzt und man konnte noch das Blut der Menschen, welche am Tag der Explosion ihre Arbeit verrichtet hatten, an den Trümmern erkennen.

An der Innenseite der Hallenwand gab es einen Metallsteg, welcher jedoch an weiten Teilen aus der Verankerung gerissen war und jetzt, wenig vertrauenserweckend in den Raum hineinragte.

Allerdings war es der einzige Weg, um an das Cockpit des Schiffes zu gelangen.

Rinako konnte sich keine Hilfe holen, denn sollte dies wirklich ein Schiff des Ordens sein, musste sie dafür Sorge tragen, keine Informationen nach außen gelangen zu lassen.

Sie kletterte auf eine nahe Walzmaschine und konnte von dort aus, mit einem gewagtem Sprung das herabhängende Ende des Steges erreichen.

Sie klammerte sich an eine herausstehende Strebe und das ganze Stahlkonstrukt begann gefährlich nachzugeben. Quitschend und knarrend bewegte es sich in eine neue Position, doch die Verankerungen hielten. Vorsichtig zog sie sich nach oben, bis ihre Füße einen festen Stand fanden.

Langsam kletterte sie auf den Steg und konnte schon von dort aus, das Innere des Cockpits sehen.

Ein zwei bis drei Meter breiter Abgrund verwehrte ihr den direkten Weg, doch über die Hälfte des Schiffes hing frei in der Luft. Einer der Flügel hatte sich verkeilt und verhinderte das Abstürzen des kleinen Jägers.

Sie war gut trainiert, daher nahm sie Anlauf und sprang mit einem gewaltigen Satz über den Abgrund hinweg. Sie konnte sich an der Streben des Cockpits festklammern, doch ihre Beine fanden keinen Halt und sie rutschte zu Seite. Sie schafte es grade noch, sich an einer der Bordkanonen festhalten.

Mit aller Kraft zog sie sich wieder nach oben, um das Cockpit zu öffnen.

Als Rinako das Bedienfeld aktivierte und das Schiff den Einstieg öffnete, schob sich das M50 leicht nach vorne und verlor seinen Halt.

Mit einem lauten Krachen stürzte es in die Tiefe.

Rinako hatte es grade noch geschafft sich von der Schiffshülle abzustoßen und außerhalb des Aufschlagsbereich zu gelangen.

Sie schaffte es nichtmehr ihren Sturz abzufangen und schlug auf einem der Trümmerteile auf. Ein starker Schmerz durchfuhr ihren Körper.

Sie schrie auf, doch unterdrückte diese Reaktion im selben Moment, um keine weitere Aufmerksamkeit zu erregen.

Rin rappelte sich hoch, aber ihr rechter Arm war gebrochen und ein Stück ihres Unterarmknochens ragte blutig aus der Haut.

Sie biss die Zähne zusammen und riss ein Stück ihre Uniform ab, zog es fest um ihren Oberarm und konnte die Blutung vorerst stoppen.

Mit schmerzverzehrtem Gesicht, schleppte sie sich zu dem kleinen Schiff und durchstöberte das Innere. Viel gab es nicht zu finden, daher öffnete sie die Wartungsklappe für den Bordcomputer und entfernte den internen Speicher.

Sie aktivierte die Selbstzerstörungssequenz des Schiffs und humpelte zum Ausgang. Sie versteckte den Speicherkern unauffindbar in ihrem Anzug und entfernte sich von der zerstörten Fabrik.

Die Männer der Sicherheit, welche von dem Lärm alarmiert wurden, erreichten grade die Halle, als das M50 in einer glühenden Explosion seine Vernichtungssequenz beendete.

Rin war nicht weit genug gekommen und wurde von der Druckwelle meterweit durch die Luft geschleudert.

Mit pfiependen Ohren konnte sie grade noch wahrnehmen, wie die Männer sie erreichten und wild durcheinander sprachen, bevor sie ohnmächtig wurde.

Spuren im Chaos Kapitel 2

Nur noch ihre Sachen holen und endlich, konnte Rinako das Krankenhaus verlassen. Vier Tage waren vergangen, seid sie diese unglaubliche Entdeckung gemacht und sich dabei so schwer verletzte hatte.

Man brachte sie direkt in das nächstgelegene Krankenhaus, in welchem sie sich auch jetzt noch befand. Rin hatte sehr viel Glück gehabt.

Hätte man sie nur ein paar Minuten später behandelt, wäre sie aufgrund des enormen Blutverlustes nicht wieder aufgewacht.

Den fortschrittlichen Behandlungsmethoden sei dank, funktionierte ihr Arm bereits wieder vollständig und nur ein leichtes Zwicken lies noch auf die Verletzungen schließen.

Ihr Arzt hatte ihr grade mitgeteilt, das sie entlassen sei und sich nun ein paar Tage schonen solle. Doch diese Zeit hatte sie nicht. Sie war einfach froh, das niemand den Speicherkern in ihrer Kleidung gefunden hatte.

Man brachte ihre Sachen, kurz nachdem sie wieder bei Bewustsein war und tatsächlich befand sich der Chip noch genau dort, wo sie ihn versteckt hatte.

Nun wollte sie nur hier raus. Zurück ins Hauptquatier des UEE Geheimdienstes, um diese Daten zu analysieren. Sie konnte es nicht fassen, ein solches Material in die Hände bekommen zu haben.

Nachdem sie die wenigen Dinge zusammen gepackt hatte, welche sie immer als Notpaket in ihrem Schiff aufbewahrte, begab sie sich auf den Weg zum Landedeck des Krankenhauses.

Das Team welches sie aufgefunden hatte, lies Rinakos Schiff während ihres Aufenthaltes hierher bringen. Rin startete die Maschinen des 300i und schnell entfernte sich das weisse Schiff ich vom Landedeck.

Der Gebäudekomplex wurde immer kleiner und sie wendete den Jäger, um Richtung Orbit zu verschwinden. Langsam durchbrach sie die Atmosphäre und tausende von Sterne wurden sichtbar.

Im Orbit um den Planeten herrschte reger Verkehr. Es gab einige Handelsstationen und mehrere Fabriken um den Planeten herum verteilt.

Frachtschiffe aller Größen erreichten und verliesen dieses System im Minutentakt.

Patrouilleschiffe der planetaren Sicherheit kontrollierten grade eines der großen MISC Starfarer Tankerschiffe. Scheinbar hatte die Besatzung etwas zu verbergen, denn zwei der Begleitschiffe eröffneten plötzlich das Feuer.

Ein sehr unüberlegtes Handeln, wie die unglücklichen Piloten der beiden Jäger, schnell festellen mussten. Innerhalb weniger Sekunden, wurden ihre Schiffe zu Staub zerblasen und die Rettungskapseln in Gewahrsam genommen.

Bevor Rinako außer Sichtweite kam, konnte sie noch beobachten, wie eines der größeren Wachschiffe, ein Entermanöver einleitete und am Tanker andockte. Die Bande konnte sich auf eine ziemlich harte Strafe gefasst machen, dachte sich Rin während sie den Sprungvorgang einleitete.

Sie benötigte fünf Sprünge bevor sie Terra erreichen würde und aktivierte den Autopiloten. Sie würde nur von der UEE kontrollierte Systeme durchqueren und sollte keine Probleme während der Reise bekommen.

Rinako begab sich in den kleinen Wohnbereich des 300i und holte den Speicherchip hervor. Sie legte ihn in den Schiffscomputer ein und öffnete die Backupdatei. Wie sie es vermutetet hatte, war diese stärker verschlüsselt als, die normalen Schiffsspeicher.

Sie war zwar sehr talentiert im Knacken solcher Codes. Aber an Bord, fehlte ihr das nötige Equipment.

Es befand sich noch eine weitere Datei auf dem Chip, welche eine niedrigere Verschlüsselung aufwies. Rin aktivierte eines ihrer selbstgeschriebenen Dekoderprogramme und machte sich derweil einen Kaffee.

Der Kochbereich war spärlich ausgestattete, doch Origin hat es geschafft, trotz der minimalen Größe des Jägers, alles darin unterzubringen was man benötigte.

Es dauerte zwei weiter Sprünge, bevor der Bordcomputer meldete, das die Dekodierung abgeschlossen sei. Ein wenig Zeit hatte Rinako also noch, bis sie das Hauptquatier erreichte. Sie setzte sich wieder an das Bedienpult des Computers und starrte voller Überraschung auf den Bildschirm.

Auch damit hatte sie nicht gerechnet. Es waren Holoaufzeichnungen, chronologisch geordnet und archiviert. So etwas wie Tagebücher.

Sie umfassten mehrere Jahre und schienen alle von der gleichen Person aufgezeichnet worden zu sein. Diese nannte sich offensichtlich Monkey und beim ersten, stichprobenhaften Durchschauen der Aufzeichnungen, zeichnete sich bereits eine Zugehörigkeit zur Loge ab.

Der Bordcomputer teilte ihr mit, das sie das Zielsystem erreicht hatten und sie setzte sich wieder in den Pilotensessel.

Sie befand sich am äußersten Rand des Sonnensystems und setzte Kurs auf den Mars. Rinako war wieder zu Hause und ein Gefühl der Vertrautheit überkam sie jedesmal, wenn sie dieses System durchflog. Hier war sie aufgewachsen.

Wo sie herstammte, wusste sie nicht genau. Sie wurde mit 4 Jahren in einer Kolonie nahe der Grenze zum Vandul Territorium aufgefunden.

Die gesamte Siedlung war damals zerstört worden und Rinako war die einzige Überlebende. Sie wurde von einem Aufklärungsteam des Geheimdienstes entdeckt und an ein Weisenheim auf Terra übergeben.

Wegen einer überragenden Auffassungsgabe und ihren ausergewöhnlichen Fähigkeiten beim lösen komplexer Codierungsaufgaben, brachte man sie mit sieben Jahren, in ein spezielles Heim für Hochbegabte auf dem Mars.

Dort förderte man die Fähigkeiten der Kinder und bereitete sie auf eine Karriere bei den Streitkräften, dem Geheimdienst oder in der Politik vor.

Viele Kinder zerbrachen an den rauen Sitten dieser Einrichtung und der psychische Druck, welcher auf Ihnen lastete, war enorm.

Doch Rinako war das egal, sie war mit Begeisterung bei der Sache und schloss alle Prüfungen mit Leichtigkeit ab. Es machte ihr einfach Spass, alles Wissen in sich aufzusaugen und dabei immer besser zu werden.

Die Jahre vergingen wie im Fluge.

Mit sechzehn Jahren wurde sie in die Ausbildungsabteilung des Geheimdienstes eingegliedert.

Ihre Ausbildung verlief hervorragend und sie absolvierte die Abschlussprüfung mit Bestnoten.

Der Tag, als sie der Organisation die Treue schwor und sie den Dienst bei der UEE antrat, würde sie niemals vergessen. Es war der schönste Tag in ihrem bisherigen Leben.

Doch so wichtig ihr der geleistete Schwur auch war, ein Eintrag in den Holoaufzeichnungen dieses Monkeys, lies sie nicht mehr los.

Rin war sich nicht mehr sicher, ob sie diesen Datenspeicher schon jetzt an ihre Vorgesetzten weitergeben sollte. Sie musste die Aufzeichnungen erst genauer analysieren.

Rinako korrigierte den Kurs Richtung Jupiter und murmelte vor sich hin. "Northstorm.....irgendwas sagt mir das"

Rinako hatte den Jupiter erreicht und steuerte nun auf einen der größeren Monde des Planetensystems zu.

Titan beherbergte einige Millionen Einwohner, fast alle lebten vom Abbau der gigantischen Bodenschätze des Mondes. Rinakos Ziel war eine der Forschungsstationen im Orbit.

Sie schaltete den Autopiloten ab und übernahm die Steuerung des 300i.

Rin hatte eine Vorliebe dafür, sich an die großen Schiffe zu heften und einige waghalsige Manöver auszuführen. Sich mit vollem Schub, knapp über den Stahlhüllen der Kolosse entlang gleiten zu lassen und gelegentlich die verdutzten Gesichter, der an den Sichtfenstern stehenden Crewmitgliedern, beobachten zu können.

Sie hatte ihr Schiff gut im Griff und diese Spielchen waren ein klasse Training. Es dauerte eine Weile bis sie die Station erreichte und zum Andocken ansetzte. Rin wurde Andockbucht 2 zugewiesen und sie steuerte ihr Schiff auf den kleinen Hangarbereich zu.

Sie verlangsamte ihren Flug und manövrierte das Schiff in die Einflugschneise. Rin landete immer selbst, sie hatte einfach kein gutes Gefühl dabei, dem Computer diese Aufgabe zu überlassen.

Sie setzte ihr Schiff auf einem der Stellplätze ab und deaktivierte die Antriebe, nahm den Speicherkern wieder an sich und verlies den Jäger.

Rinako hatte auf dieser Station einen kleinen privaten Forschungsbereich angemietet und ein eigenes Dechiffriersystem entwickelt. Es hatte einige Jahre gedauert das alles aufzubauen, doch mit den nötigen Credits und einigen guten Beziehungen schafft man so einiges.

Rin sah es als eine Art Hobby an und sie verbrachte die wenige Freizeit, welche ihr vergönnt war, in diesem Labor. Müde erreichte sie ihr kleines Domizil und nachdem sich dieTür hinter ihr verriegelte, atmete sie laut aus. Jetzt war sie wirklich zu Hause.

Das Labor hatte einen kleinen Wohnbereich mit Bett, Küche und Bad. Nur das nötigste, aber für Rinako war es das Paradies.

"Aneko, Musik" sprach sie laut.

Die Ki des Labors erkannte ihre Stimme und ein Orchester erklang im ganzen Raum. Rin stellte die Dusche an und ging zum Schlafbereich. Sie legte den Chip auf den kleinen Beistelltisch, entledigte sich ihrer Kleidung und trat unter das warme Nass.

Das Wasser auf der Haut, spülte die Anspannung aus ihrem Körper hinfort. Sie betrachtete ihren Arm und konnte nur noch zwei kleine Narben erkennen, welche sie an ihren Fund erinnerten. Rinako war ihrem Ziel so nah wie nie zuvor, aber irgendwas lies sie zweifeln.

Nachdem sie sich abgetrocknet hatte und in frische Kleidung geschlüpft war, holte sie sich eine Kleinigkeit aus dem Kühlschrank und legte den Speicherchip in ihr Computersystem ein.

"Spiel bitte den Eintrag über die Northstorm ab" befahl sie der KI.

Rin hockte sich auf ihr Bett und genoss das wenig appetitlich aussehendes Fertiggericht, während ein Mann, mit tiefer aber trauriger Stimme begann, seinen Logbucheintrag zu verfassen.

Rinako konnte es nicht glauben und es war ihr etwas unangenehm, solche intimen Gedanken eines Menschen, ungefragt zu betrachten.

Dieser Kerl hatte also damals die BlueSky vom Himmel gesprengt, schoss ihr durch den Kopf.

Aber noch mehr faszinierte sie die Verbundenheit, welche dieser Killer zu dieser Frau zu haben schien.

Faith Hollow, die berüchtigte Piratenanführerin, Captain der Northstorm. Rinako wusste nichts von einer Verschwörung gegen das Piratenschiff.

Wenn der Geheimdienst damit was zu tun gehabt hätte, dann hatte man sie nicht eingeweiht. Leider gab es in diesem Eintrag keinen Hinweis auf den Orden.

"Aneko, such bitte nach Einträgen über die Loge oder den Orden."

Nach wenigen Sekunden kam schon die Antwort, "Fünf Einträge gefunden."

"Spiel mir den ältesten zuerst vor"

Wieder begann die Stimme von eben, den Raum zu beschallen.

Spuren im Chaos Kapitel 3

"12. Juni 2935 Tagebucheintrag 236."

"Heute hatte ich Besuch von Meister Kordan. Er hat mir gedroht mein Leben zu beenden, sollte ich weiterhin ihre Befehle missachten.

Ich ertrage dieses Leben nicht mehr länger, der Orden kann mich mal.

Ich muss mir etwas einfallen lassen, wie ich aus dieser Sache rauskomme.

Diese verdammten Nanobots, ich kann einfach nicht mehr weiter.

Immer wieder diese Schmerzen. Jedesmal wenn ich nur einen Moment zögere einen Auftrag auszuführen.

Die Dinger bringen mich noch um."

Es folgte eine lange Pause, bis die Stimme von Monkey den Eintrag fortsetzte.

"Mein letzter Auftrag war einfach zu viel. Ich wollte diese Leute nicht töten, sie hatten doch nichts Schlimmes getan. Es waren nur einfache Siedler.

Die Informationen der Loge müssen falsch gewesen sein.

Ich wache jede Nacht auf und sehe dieses kleine Mädchen vor mir liegen.

Ich wollte das nicht"

Es folgte eine weitere Pause und Rinako meinte den Mann leise im Hintergrund weinen zu hören, dann sprach er weiter.

"Sie haben mich einfach gezwungen, diese kleinen Biester in meinem Körper, ich durfte niemanden am Leben lassen. Irgendwann werde ich sie dafür zahlen lassen, das Leben dieses unschuldigen Kindes, beendet zu haben. Obwohl ich weiss, das ich es nicht kontrollieren konnte, gebe ich mir doch ebenfalls, die Schuld für das Geschehene."

Aneko meldete sich wieder.

"Ende der 1. Aufzeichnung, starte nun die 2. Aufzeichnung."

Wieder erklang Monkeys Stimme.

"24.Juni 2935 Tagebucheintrag 243."

"Ich habe heute Informationen erhalten, welche mir eine kleine Chance bietet, den Fängen der Loge zu entfliehen. Ich konnte, in einer der kleinen Schmugglerkneipen auf Goss I, ein interessantes Gespräch mit anhören.

Ein Forschungsteam der Banu, hat eine Methode entwickelt, ihre Schiffe vor der Einschleusung von Nanobots zu schützen. Ein hochentwickeltes Virus, welches die Programmierung der kleinen Maschinen verändern kann.

Ich werde versuchen Kontakt mit ihnen aufzunehmen."

"Ende der 2. Aufzeichnung, starte nun die 3. Aufzeichnung."

Rinako saß noch immer fassungslos auf ihrem Bett, irgendwie hatte sie Mitleid mit diesem Monkey.

"30.July 2935 Tagebucheintrag 254."

"Ich habe es Überlebt. Die letzten drei Tage bestanden ausschliesslich, aus ungeheuren Schmerzen. Mein Wunsch zu sterben war allgegenwärtig.

Ich hätte es eigentlich auch verdient, doch diesen Gefallen, werde ich dem Orden nicht tun. Doch jetzt werden sie mich jagen.

Die Banu waren sehr kooperativ. Ich denke es gefiel ihnen, ihren Virus an einem Lebewesen testen zu können. Noch dazu, an einem Menschen.

Doch was jetzt?

Ich muss wohl erstmal ne ganze Weile untertauchen und meine Spuren verwischen, sonst habe ich nicht lange etwas von meiner neuen Freiheit.

Ich werde mich auf Ellis IV verstecken und abwarten was passiert."

Anekos Stimme erklang wieder.

"Ende der 3. Aufzeichnung, starte nun die 4. Aufzeichnung."

Ein weiteres mal erklang die Stimme des Mannes.

"19.September 2295 Tagebucheintrag 271."

"Ich habe mich in meiner neuen Wohnung gut eingelebt. Es ist langweilig ohne eine Aufgabe und meine Reserven an Credits, sind so gut wie aufgebraucht.

Bislang lässt mich die Loge in Ruhe, oder sie finden mich nicht.

Jedenfalls denke ich, es ist an der Zeit mich um Arbeit zu bemühen. Vielleicht kann ich diesen Abschnitt meines Lebens, endlich hinter mir lassen."

"Ende der 4. Aufzeichnung, starte nun die letzte Aufzeichnung mit dem gesuchten Inhalten."

"12. November 2295 Tagebucheintrag 282."

"Ich hatte mich heute, einer kleinen Handelsflotte als Geleitschutz angeschlossen. Sie brauchten Ersatz für einen gefallenen Kameraden.

Diese Idioten mussten ja unbedingt, in unkontrolliertes Gebiet eindringen. Nur um ein wenig Zeit zu sparen.

Es kostete sie vier Schiffe und mich einen der Nahbereichssensoren.

Fünf Jäger der Piraten gingen auf mein Konto, doch die Flotte entkam nur knapp, einer vollständigen Zerstörung.

Allerdings habe ich dabei einen witzigen kleinen Mann kennengelernt. Er ist einer der Schwarzmarkthändler, hier auf Ellis IV. Sein Name ist Markus Bellani. Ein kautziger Typ, aber er ist mir sympatisch.

Vielleicht kann ich bei ihm, einige weitere Aufträge abstauben.

Es gibt weiterhin keine Anzeichen für eine Anwesenheit der Loge. Ich scheine diese Bande ersteinmal los zu sein.

Es war ein harter Tag und ich bin völlig erschöpft."

Aneko meldete sich zurück.

"Ende der letzten Aufzeichnung, wünschen sie weitere Einträge zu hören?"

Rinako verneinte, sie hatte erstmal genug erfahren. Dieser Monkey war der Schlüssel, den es zu finden galt. Soviel war klar.

Rin hoffte, das er nicht bei der Explosion des Schwarzmarktes ums Leben gekommen war. Er schien diesen Bellani gut zu kennen und sein Schiff hatte sie dort ja ebenfalls gefunden. In diesem Fall wäre ihre Spur bereits am Ende angelangt.

Sie war zu müde und beschloss, sich morgen weiter mit diesem Thema zu beschäftigen.

Sie machte sich für die Nacht fertig und kroch unter ihre Decke.

Jetzt war sie sich sicher, das die Loge der freien Welt, kein Mythos war.

OneEyed Monkey

Kapitel 1

Nachdem er die letzten Tage damit verbracht hatte, in Cassandras Taverne seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, hatte die Unterhaltung, welche er grade mit Piet und Benjamin Drake geführt hatte, Ihn wieder zurück in die harte Realität befördert.

In dem Moment, als Faith Hollow bei der Zertörung des BlueSky ums Leben kam, verlor er den einzigen Halt den er in dieser dreckigen und trostlosen Welt noch gehabt hatte. Sie war für ihn mehr als nur eine Freundin gewesen, sie war der einzige Mensch, dem er jemals voll und ganz vertraut hatte.

Jetzt war sie fort und das einzigste was ihm blieb, war das Versprechen, dass er ihr kurz vor Ihrem Tod geben musste. Nun war sein alleiniges Ziel, dieses Gelöbnis zu erfüllen.

Er versprach ihr, diejenigen ausfindig zu machen und zu töten, die für Ihren Kummer verantwortlich waren. Samuel wusste, das Faith ihrer Verzweiflung nachgegeben und sie den Tod herausgefordert, wenn nicht sogar gewünscht hatte. Doch er konnte es sich nicht verzeihen, bei ihrem Treffen, die deutlichen Signale nicht erkannt zu haben. Es wäre seine verdammte Pflicht gewesen, es zu bemerken und Ihr der Trost zu sein den sie gebraucht hätte. Samuel würde dieses Schuld für den Rest seines Lebens mit sich führen.

Auf dem Weg zu seinem Schiff, durchstreifte er die Gassen dieser dreckigen Stadt. Es war Mittag und der Schneesturm, welcher seit Tagen die Menschen in ihren Wohnungen festsetzte, hatte sich gelegt. Die Straßen waren überfüllt mit dubiosen Gestalten, welche ihrem Tagesgeschäft nachgingen.

Händler priesen ihre Ware an und die Puscher saßen in den dunklen Ecken. Sie verkauften ihre todbringen Drogen an armselige Gestallten welche ihren Problemen entfliehen wollten.

Normale Bürger und der Abschaum der Galaxis gaben sich hier die Hand.

Man konnte mit einem geschultem Blick, bei jeder Person erkennen, welche Rolle sie in diesem Theaterstück zu spielen hatte.

Samuel konnte mit alldem nichts anfangen, er hatte sich in den letzten Jahren aus dieser Komödie des Lebens harausgehalten. Er agierte im Hintergrund und konzentrierte sich nur auf seinen nächsten Auftrag.

Nachdem er vor sechs Jahren, dem Orden welchem er jahrelang gedient hatte, den Rücken kehrte, versuchte er sich mit allen möglichen Aufträgen über Wasser zu halten. Oft genug hatte er Mitleid mit den Menschen, welche seine Hilfe erbaten. Sie versuchten ebenfalls nur, ihr Leben unbeschadet zu überstehen. Viele dieser Anfragen erledigte er, ohne eine Entlohnung dafür zu verlangen.

Samuel sah es als Buße für die abscheulichen Taten, welche er damals auf Geheiß des Ordens begangen hatte.

Doch auch nach all den Jahren, konnte er seine Überheblichkeit nicht zügeln und sorgete mit seinem rücksichtslosem Vorgehen, immer wieder für neues Leid. Er war ein Gefangener seiner Selbst.

Monkey erreichte sein Schiff und begab sich ins Cockpit. Für ihn war es, als würde er nach Hause kommen. Er besaß zwar eine kleine Wohnung im Zentrum der Stadt, aber er verbrachte dort nur wenig Zeit. Viel brauchte er nicht für sich und er kannte es auch nicht anders. Als Attentäter verbrachte man nie lange an einem Ort.

Er startete die Maschinen des M50 und lies das kleine Schiff vom Boden abheben. Die Triebwerke ließen den Schnee um den Startbereich schmelzen und die Dark Lady, wie er sein Schiff liebevoll nannte, gewann an Höhe. Sein Ziel war, wie schon so oft vorher, der Unterschlupf von Markus Bellani.

Er beschleunigte den Jäger und überflog die Stadt Richtung Osten.

Die größten Gebäude der Stadt, überragten den Rest, wie gewaltige Wächter aus Stahl und Glas. Man konnte in den Schluchten zwischen den Bauwerken bis auf die Unterebene der Stadt blicken.

Im zentralen Bereich gab es insgesamt fünf Ebenen und zum Stadtand hin verringerte sich diese Anzahl. Dieser pulsierende Moloch wirkte, aus der Ferne betrachtet, wie einen gigantisches funkelndes Gebirge. Der Überflug dauerte ganze 40 Minuten, die Dimensionen dieser Metropole waren überwältigend.

Bei der Ankunft an dem alten Bergwerk, befiel Samuel ein ungutes Gefühl.

Er konnte es nicht einordnen, daher ignorierte er es und gab seiner aktuellen Verfassung die Schuld. Samuel landete die Dark Lady in der Nähe der Mine und begab sich zum Eingang des Unterschlupfs.

"Hey Monkey, mal wieder zu Besuch? Und das schon das zweite mal in wenigen Tagen!"

Es war Tarek, der nun auf ihn zutrat.

"Wo ist den Legard? Euch sieht man doch eigentlich nie alleine." fragte Monkey den schmächtigen Kerl mit der seltsammen Kopfbedeckung.

Wie er sagte, ein Relikt aus alten Zeiten. Eine Fliegerkappe.

Monkey fand sie äußerst hässlich, was aber gut zu ihrem Besitzer passte.

"Ach, der fette Sack ist Pissen gegangen. Wird wohl gleich......"

Legard kam grade hinter einem der Container hervor, die überall im Eingangsbereich gelagert wurden.

Er unterbrach Tarek mitten im Satz.

"Halt doch den Mund, du dürres Gerippe! Wer......? Ahhh Monkey. Was macht das Buissnes?"

"Befindet sich im Umbruch" antwortete Samuel knapp.

"Ich brauch mal wieder Bellanis Hilfe. Ist er unten?"

Die zwei ungleichen Gestalten unterstützten ihre Worte mit einem Schulterzucken.

"Natürlich! Wo soll er auch sonst sein, also geh rein wenn du magst."

Samuel schritt den Tunnel entlang, welcher ihn immer weiter in die Tiefe führte, bis er schließlich vor der großen Eingangsschleuse stand.

Während das Sicherheitssystem auf seine Anwesenheit reagierte und ihm wiedermal dutzende todbringende Gerätschaften entgegenstreckte, erschien Bellanis blau schimmerndes Hologram vor seinen Augen.

"Ah endlich bist du da, ich hab dich schon erwartet. Komm bitte direkt in mein Büro."

Die Schleuse fuhr rumpelnd in die Höhe und gab den Durchgang frei.

Samuel war verwundert das Markus bereits auf ihn wartete, konnte sich aber keinen Reim darauf machen und begab sich auf direktem Weg zu seinem Büro. Im westlichen Teil der riesigen Höhle bekam Markus grade eine neue Lieferung. Samuel hatte noch nie beobachten können, wie die teils monströsen Maschinen überhaupt diese Höhle erreichten.

An den Wänden gab es vier große Lastaufzüge. Jede dieser Plattformen war gut und gerne 300 Quadratmeter groß. Im Moment wurde auf ihnen eine Cutlass hinunter in den Lagerbereich gefahren.

Samuel erreichte das Büro, trat ein und Markus begrüßte ihn überschwänglich.

"Setz dich mein Freund, willst du etwas trinken?"

"Wir haben ja schließlich was zu feiern!"

"Ja gerne. Aber was gibt es denn bitte zu feiern? Du weist doch bestimmt was da oben passiert ist!" Samuel blickte betrüb zur Decke.

"Ich muss dir auch leider mitteilen das dein kleines Haustier abhanden gekommen ist."

In diesem Moment kletterte die kleine Spinne an Markus Bein nach oben.

"Ach was, die ist so programmiert, dass sie immer zu mir zurückfindet."

"So jetzt trink erstmal nen Schluck, dann reden wir weiter."

Samuel nahm das Glas entgegen, welches Markus ihm brachte und stieß mit ihm an.

Er nahm einen Schluck und Bellani begann mit einem Grinsen im Gesicht zu erzählen.

"Nunja was sollten wir schon feiern? Vielleicht deinen erfolgreichen Abschluss der Mission?"

Bevor Samuel wiedersprechen konnte sprach Markus weiter.

"Oder doch lieber den Tod dieser kleinen Schlampe?"

"Hast du sie noch alle, wie sprichst du über Faith."

Samuel sprang vom Stuhl auf und wollte Markus für diese Aussage die Gurgel umdrehen.

Doch er fühlte sich auf einmal so schwach. Seine Beine konnten seinen Körper nicht mehr tragen.

Er sackte auf den Boden und blieb regungslos liegen. Es fühlte sich an, als würde sich sein Körper auflösen.

Erst verschwanden das Gefühl in seinen Beinen. Dann in seinen Armen. Schließlich fühlte er sich vollständig entkörpert. Nur sein Gehör und sein Sehvermögen blieben erhalten.

Bellani hatte ihn vergiftet.

Markus trat in sein Sichtfeld und hokte sich vor ihm auf den Boden.

"Weisst du Monkey, eigentlich war er ja deine Schuld."

Bellani sprach mit trockenem Tonfall.

"Hättest du dem Orden nicht den Rücken gekehrt, würde sie sehr wahrscheinlich noch leben."

Samuel konnte nicht glauben was er da hörte, doch es kam noch schlimmer.

"Auch ich bin Mitglied des Ordens. Ein Agent der Loge."

"Ich wurde zu deiner Überwachung eingeteilt."

"Wir wissen nicht, wie du es damals schafftest die Nanobots loszuwerden. Doch dafür hätte man dich eigentlich liquidiert. Ich konnte den Ältestenrat aber davon überzeugen, dass du uns auch so nützlich sein könntest."

"Viele deiner späteren Aufträge wurden von uns eingefädelt. Wie zum Beispiel die Sache mit der Sekte." "Weisst du, ich hatte nie eine Schwester. Das Mädel das du damals gerettet hast, war nur irgendeine kleine Hure, die wir auf der Straße aufgelesen hatten."

"Mit solchen Dingen haben wir dich manipuliert, um uns auch weiterhin deiner Fähigkeiten zu bedienen." Markus grinste ihn hämisch an.

"Eigentlich solltest du mir danken."

Samuels Leben wurde in diesen Momenten entgültig zertrümmert und alles, was er glaubte zu sein oder glaubte getan zu haben, war nicht mehr von Belang. Sein ehemaliger Freund setzte seine zerstörerische Geschichte fort.

"Wir kannten deine Beziehung zu Faith Hollow und der eigentliche Plan der Ältesten sah vor, sie gefangen zu nehmen und sie vor deinen Augen exikutieren zu lassen."

"Dies sollte die Strafe für deinen Verrat darstellen. Als dies misslang und sie daraufhin bei mir Unterschlupf suchte, kam mir eine viel bessere Idee."

"Doch auch diese, musste ich nicht wie geplant ausführen, denn als du ihre Hilfe ersuchtest, bestimmte sie Ihr Schiksal selbst."

Samuel war nicht mehr in der Lage seine Gedanken zu ordnen. Alles wirbelte in seinem Kopf durcheinander. Mit aller Kraft zwang er sich, vier Worte zu sprechen.

"Ich.... werde....dich töten"

Markus lachte ihn aus.

"Wenn du dich an dieses Versprechen noch erinnern wirst, gerne."

"Wir werden dich auslöschen. Deine Erinnerung wird ausradiert und wir fangen wieder von vorne an."

"Der Loge kann man nicht entkommen mein lieber Freund."

Markus ging zur Tür und winkte zwei Wachen herrein.

"Bringt ihn ins Behandlungszimmer."

Die zwei Männer packten Samuels Arme und schliffen ihn davon. Ihm wurde schwarz vor Augen.

Kapitel 2

Samuel schlug die Augen auf und starrte auf eine weiße Decke.

Er lag auf einem OP Tisch. Seine Arme und Beine waren fixiert, was es ihm unmöglich machte sich zu bewegen. Niemand außer ihm war hier, er war vollkommen allein.

Samuel drehte seinen Kopf und versuchte sich etwas Überblick zu verschaffen, doch es gab nichts zu sehen. Der Raum war leer und es viel ihm schwer sich zu konzentrieren, denn Markus Worte peitschten in seinem Gedanken hin und her.

War sein Freund wirklich Mitglied des Ordens, oder hatte er Wahnvorstellungen? War Faith wirklich tod, oder war es nur ein böser Traum? War dies alles hier echt, oder nur die Auswüchse seiner Fantasie?

Er erinnerte sich daran das Markus sagte, er habe ihn vergiftet.

War es das, was ihm zu schaffen machte? Sie wollen seine Erinnerungen auslöschen, hatte sein Freund gesagt. Sind sie schon dabei? Samuel konnte all diese Fragen nicht mit Sicherheit beantworten.

Ein stechender Schmerz durchzog seinen Körper und lies diesen in rythmischen Krämpfen aufbäumen.

Ein tiefes Grummeln durchflutete den Raum und die Decke fing an sich zu bewegen.

Langsam faltete sich die weiße Fläche zusammen und hinterlies eine schwarze Leere. Auch die Wände und der Boden taten es Ihr gleich.

Sein Körper begann zu kribbeln und Samuel konnte aus dem Augenwinkel beobachten, wie die Haut seiner Hände begann sich abzulösen. Sie schwebte davon und verschwand in der Leere.

Blut quoll aus seinem blankem Fleisch hervor und bildete rote Tropfen, welche in der Schwerelosigkeit tanzten und in einer leisen Melodie zersplatzten.

In den Muskel bildeten sich Risse und langsam brachen sie auseinander und zerfielen zu Staub.

Der Zerfall breitete sich über seinen ganzen Körper aus, bis dieser vollkommen verschwand und der Schmerz versiegte.

Körperlos fiel er in die Tiefe des Nichts und vernahm kaum hörbare Schritte, welche sich ihm näherten. Langsam zeichnete sich die Kontur eines Menschen vom dunklen Hintergrund ab und erhielt nach und nach mehr Details. Es dauerte eine Weile, bis Samuel, Faith Gesicht zu erkennen glaubte.

Sie starrte ihn traurig an und begann tonlos zu sprechen, während sie immer näher kam.

Samuel konnte sehen wie sich ihre Lippen bewegten, bis sich ihr Gesicht zu einem Schrei verzerrte.

"DU MUSST ES MIR VERSPRECHEN" konnte er sie brüllen hören.

Feuer breitete sich um ihren Körper aus und ihre Haut warf grässliche Blasen, welche ihre einstige Schönheit verzerrten. Das Feuer verwandelte sich in eine zerstörerische Explosion und ihr Körper zersprang zu klitzernden Kristallen.

"FAITH"

Samuel brüllte laut auf und fand sich im nächstem Moment in einem weißem Korridor wieder.

Er hatte seinen Körper zurück und konnte in beide Richtungen, weder ein Ende noch irgendeine Tür oder ein Fenster entdecken. Nur weiße leere Wände.

Das Licht auf einer Seite des Tunnels begann zu flackern und erlosch mit einem Ton, als wenn man mit der flachen Hand auf Wasser schlägt.

Platsch!

Die entstandene Dunkelheit breitete sich in Samuels Richtung aus und kam schnell näher.

Platsch!

Er lief los, weg von der Schwärze, in Richtung des Lichts. Doch je schneller er rannte, desto schneller folgte ihm die Dunkelheit.

Platsch! Platsch!

Die Tonfolge wurde schneller und schneller und kam näher und näher.

Platsch! Platsch! Platsch!

Die Schwärze erreichte Samuel und er verlor den Boden unter den Füßen und stürzte in eine warme Flüssigkeit. Er sank tief hinab, ohne irgendetwas sehen zu können. Er zappelte wie ein Fisch im trockenem bis er dem Drang nach Luft zu schnappen nicht mehr wiederstehen konnte. Er atmete ein und seine Lungen füllten sich mit einer öligen Flüssigkeit. Panic stieg in ihm auf und wieder wechselte die Szenerie.

Er kniete vor einer Toilettenschüssel und erbrach ein braunes schmieriges Sekret. Er hockte im Zentrum eines endlosen weißen Raums und blickte in die Toilette. Im inneren der öligen Flüssigkeit bewegte sich etwas. Kleine metallisch schimmernde Frackmente sammelten sich und formten etwas größeres und komplexeres. Es sah aus wie ein Skorpion aus Metall.

Das entstandene Wesen wandte sich Samuel entgegen und sprang ihm in Gesicht, klammerte sich fest und rammte seinen Stachel in seinen Rachen. Er spürte, wie sich irgendwas bis in seine Innereien bohrte und ihm unendliche Schmerzen bereitete. Ihm wurde schwarz vor Augen und er sackte entkräftet zusammen.

Als Samuel seine Augen öffnete, blickte er wieder auf die weiße Decke, fixiert auf den OP Tisch. Diesmal fühlte es sich anders an und der weise Raum war gefüllt mit den unterschiedlichsten Gerätschaften. Samuels Herz schlug ihm bis zu Hals und er konnte eine Stimme im Hintergrund sprechen hören.

"Mr. Bellani, irgendetwas ist schief gelaufen. Wir konnten seine Erinnerung nicht umschreiben."

"Etwas in seinem Körper hat sich gegen die Behandlung erfolgreich gewehrt."

Samuel war noch etwas benommen, doch er konnte schnell wieder einen klaren Gedanken fassen.

Die Wirkung des Giftes hatte nachgelassen.

Er erinnerte sich daran, wie er damals versucht hatte die Nanobots der Loge loszuwerden. Wie er, bei der misslungenen Extraktion, beinahe gestorben wäre und wie er stattdessen diese kleinen Wächter umprogrammieren lies.

Dieses Mal schien es so, als hätten sie Ihm das Leben gerettet.

Zwei Wachmänner betraten den Raum und lösten die Fixierungen. Sie glaubten anscheinend das Gift wirke noch, denn sie machten keine Anstallten Ihn erneut zu fesseln. Markus kam herein und packte Samuel am Schopf, zog seinen Kopf nach oben und spuckte ihm ins Gesicht.

"Wie hast du das gemacht, du kleine Ratte? Jetzt wirst du sterben müssen alter Freund, Ich kann es nicht riskieren das du hier entkommst."

Kapitel 3

Die zwei Wachmänner hielten Samuels reglosen, nur mit einem OP Hemd bekleideten Körper zwischen Ihren Armen und Markus lies sich eine ihrer Waffen überreichen.

"Ich werde das hier und jetzt selbst erledigen, das bin ich dir schuldig Monkey."

Markus hob die Pistole und setzte sie an Samuels Schläfe. Kaum spürte dieser den kalten Lauf auf seiner Haut, schlug er die Augen auf und reagierte blitzschnell.

In dem Moment als Markus den Abzug betätigte, zog Samuel seinen Kopf aus der Schusslinie und die Kugel durchschlug stattdessen, den Helm des Mannes auf seiner rechten Seite. Blut spritzte Samuel ins Gesicht und seine freigewordener Arm schnellte Richtung Markus. Als der zweite Schuss sich löste, hatte Samuel die drohende Gefahr bereits in Richtung der Wache zu seiner linken gelenkt.

Der arme Kerl konnte nichtmal schreien, bevor die Kugel sein Gesicht zerfetzte. Ehe die beiden leblosen Körper auf dem Boden aufschlugen, hatte Samuel die Pistole an sich gerissen und drückte sie Markus auf die Stirn.

Der entsetzte Ausdruck in dessen Augen, befriedigte Samuel zutiefst.

"Du kleiner hässlicher Gnom, ich habe dir vertraut, Ich dachte tatsächlich wir wären Freunde!"

Markus war unfähig etwas zu antworten, niemals hatte er mit einer solchen Entwicklung der Situation gerechnet.

Samuel schlug das Herz bis zum Hals und da war sie wieder, diese nicht zu bändigende alles verzehrende Wut. Er brüllte auf den kleinen Zwerg ein

"Du widerst mich an, du bist es eigentlich nichtmal wert getötet zu werden. Doch darauf nehm ich jetzt keine Rücksicht mehr"

Ein kräftiger Tritt beförderte Markus auf den Boden. Keuchend wich dieser vor Monkey zurück und stotterte vor sich hin.

"Warte, lass mich......Whaaaa!"

Monkey zerschoss beide Kniescheiben seines Peinigers und dieser schrie vor Schmerzen auf.

Jetzt wo Markus nicht mehr flüchten konnte, verriegelte Samuel die Eingangstür des Krankenbereichs.

Grade noch rechtzeitig, denn die Wachen waren durch Markus Geschrei alarmiert und kamen Ihm zu Hilfe. Die massiven Türen sollten sie ein paar Minuten aufhalten und mehr brauchte Monkey auch nicht.

Markus kroch in Richtung der toten Wachen, doch bevor er sie erreichen konnte, war Samuel bereits bei ihm. Er schoss seinem ehemaligem Freund in die Hände und wieder begann dieser, quallvoll zu schreien. Die Wachmannschaft machte sich mittlerweile an der Tür zu schaffen und versuchten sie aufzubrechen.

Samuel drehte Markus auf den Rücken und blickte ihm in die Augen.

"Ich hatte es dir versprochen alter Freund. Jetzt werde ich dieses Versprechen einlösen. Und keine Sorge, danach hole ich mir den Rest des Ordens."

Samuel hob die Pistole und zielte auf Markus Kopf.

"Für Faith!"

Samuel drückte ab. Klick!

"Verdammt leer, naja dann so!"

Er packte die Waffe am Lauf und begann, wie ein Berserker, auf das Gesicht des wimmernden Gnoms einzuschlagen. Wieder und wieder.

"Für Faith!"

Immer und immer wieder, bis das Geräusch zerberstender Knochen, das Wimmern verklingen lies.

Blut tropfte von Samuels zitternden Händen. Er stand auf, spuckte auf das zertrümmerte Gesicht und wandte sich ab.

Die Wachen hatten das Blutbad über die Sicherheitskamera mitansehen können. Es schien sie zu schockieren, denn die Bemühungen in den Raum zu gelangen ruhten.

Samuel ging zu den toten Wachen und nahm das Sturmgewehr auf, welches einer von Ihnen umhängen hatte. Er begab sich in den hinteren Bereich der Krankenstation und suchte seine Kleidung, während die Wachmannschaft wieder begann, das Innere der Station zu erreichen.

Samuel wurde schnell fündig und kleidete sich zügig an, als eine Explosion den drohenden Angriff der Wachen einläutete.

Einen offenen Kampf konnte er nicht gewinnen, also schaute sich Monkey nach einer Fluchtmöglichkeit um. Er rannte den Gang weiter, weg von den Wachen die den Eingangsberreich stürmten.

Am Ende des Flures, folgte er einer Treppe in die obere Etage. Die Wachen durchkämmten unterdessen die Zimmer im vorderen Bereich und waren noch nicht in Sichtweite.

Im ersten Zimmer des Obergeschosses fand Samuel ein Fenster, durch welches er in den Lagerbereich des Bergwerks blicken konnte.

Vorsichtig riskierte er einen Blick hinaus und sondierte die Lage. Er konnte den Ausgang von hieraus sehen. Doch der Weg dorthin bot wenig Schutz und Wachen waren jetzt überall und suchten ihn.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Krankenstation lag Markus Büro, was ihm aber wahrscheinlich nicht weiterhelfen würde. Auch die großen Lastaufzüge an den Seiten waren nur schwer zu erreichen.

Ihm blieb nicht viel Zeit Zeit sich zu entscheiden, doch vorallem musste er raus aus der Krankenstation.

Samuel schlug mit dem Gewehrkolben auf das Fenster ein, doch es war ihm nicht möglich es zu zerbrechen. Samuel schaute sich in dem Raum um. Überall standen elektrische Geräte und medizinischer Kram herum. An einer Schrankwand entdeckte er die Aufschrift, Achtung gefährliche Substanzen!

Monkey öffnete die Türen und überflog die Bezeichnungen auf den Gläsern. Jetzt konnte er die Stimmen seiner Verfolger hören, sie hatten die Treppe fast erreicht. Samuel fand ein Fläschen mit der Aufschrifft, Extrem Ätzend! Er warf die Flasche gegen das Fenster und sie zersprang. Die Flüssigkeit breitete sich auf dem Glas aus und grüner Dampf stieg auf. Er atmete tief ein und hielt die Luft an, bevor er zum Fenster rannte und wieder wild dagegen hämmerte. Nach einigen Schlägen mit dem Gewehr gab es nach und schepperte zu Boden. Die Wachen hatten ihn gehört und rannten nun die Treppe herauf.

Samuel sprang mit einem Satz aus dem Fenster, rollte sich ab und flüchtete hinter den nächsten Container.

Vorerst blieb er zwischen den Stahlbehältern in Deckung und arbeitete sich vorsichtig vorran. Auf diesem Wege würde er bald das Büro von Markus erreichen. Es war nicht das was Samuel sich vorstellte, aber ihm blieb erstmal keine andere Wahl.

Während er den Korridor, den die Container bildeten, entlang lief, hörte er Stimmen. Sie kamen aus einem der quer verlaufenden Gänge und kamen auf ihn zu. Samuel presste sich gegen die Containerwand und schob sich bis an deren Kante heran. Zwei Wachmänner kamen in sein Sichtfeld.

Er packte den ersten am Kopf und zog diesen mit zugehaltenem Mund zu sich. Im gleichen Atemzug, rammte er dem zweiten, den Gewehrkolben mitten ins Gesicht.

Mit einem schnellen Ruck brach er der Wache in seinen Händen das Genick. Bevor die zweite, auch nur einen Ton hervorbringen konnte, raubte ihr ein Tritt in den Magen die Luft. Ein weiterer Schlag in den Nacken und der Wachmann sackte zusammen. Samuel zog die beiden Männer aus dem direktem Sichtfeld und setzte seinen Weg fort. Wenige Minuten später erreichte er das Büro.

Alle Wachen suchten nach ihm, doch sie schienen nicht damit zu rechnen, das er hierher kommen würde. Samuel konnte ungehindert hinein gelangen.

"Verdammte Kacke, was mach ich jetzt nur?" sagte er laut und vernahm daraufhin ein hektisches Piepsen und Quicken aus dem Hinterzimmer.

Samuel kannte das Geräusch.

"Hey meine kleine Spinne, bist du das?"

Tatsächlich kam das kleine Wunderding aus dem Zimmer auf ihn zugerannt. Samuel konnte es nicht fassen, scheinbar hatte Markus vergessen, dem Ding seine Instruktionen zu löschen und jetzt nahm es noch immer seine Befehle entgegen.

"Kleine, du bist mein Retter! Kannst du dich für mich in das Sicherheitssystem einloggen und die Abwehranlagen so umprogrammieren das sie auf alles schießen was da draußen rumläuft?"

"Außer auf mich natürlich!"

Sofort machte sich die Spinne piepsend ans Werk.

"Und sammle alle Daten, die du über den Orden oder die Loge der freien Welt finden kannst, verschlüsselt oder nicht. Dann aktivier die Selbstzerstörung, ich denke Markus wird sowas schon haben!" "Zwanzig Minuten sollten reichen!"

Kapitel 4

Samuel hatte das Büro verlassen und bewegte sich jetzt, in Richtung des nächstgelegenen Lastaufzugs. Es schien ihm die beste Möglichkeit zu sein, dieses Bergwerk zu verlassen.

Die Spinne klammerte an seiner Schulter, während überall Schüsse, Explosionen und Schreie sterbender Menschen zu hören waren. Die Verteidigungsanlagen verrichteten ihren Dienst ausgesprochen gut.

Doch Samuel musste weiterhin vorsichtig vorgehen, denn in diesem Bereich gab es nichts was ihn vor den Wachen schützen könnte.

Er befand sich wieder zwischen den Containern, doch jetzt wusste man wo er sich ungefähr aufhalten musste. Es dauerte auch nicht lange, bis ein kleiner Trupp ihn entdeckte. Sie waren noch ein Stück entfernt, doch eröffneten sofort das Feuer und Samuel wich in den nächsten Korridor aus. Er kletterte auf einen der Container und legte sich flach auf den Bauch.

Kurz darauf stürmte die Meute in den Gang. Samuel sprang auf, eröffnete das Feuer und tötete drei von Ihnen. Der vierte erwiederte die Schüsse, doch verfehlte Samuel knapp und ging in Deckung.

Samuel rannte los. Er war dieses Katz und Maus Spiel leid, verstecken galt nicht mehr.

Zwei weitere Wachen tauchten in dem Gang vor ihm auf und er erledigte sie im Sprung auf den gegenüberliegenden Stahlbehälter.

Das Containerfeld war hier zu Ende und vor Samuel breitete sich ein Heer, aus großflächig aufgereihten Kampfpanzern und dem unterschiedlichsten Kriegsgerät aus. Leider war nichts von all dem in Betrieb. Nicht betankt und nicht geladen.

Ganz in seiner Nähe hörte Samuel Schüsse und ein Wachmann stürzte zwischen den Kampfmaschinen heraus und blieb regungslos liegen. Zwei weitere Wachen folgtem ihrem Kameraden und wurden ebenfalls im vollem Lauf, von einer der Selbstschussanlagen, niedergeschossen.

Samuel kletterte von den Container herab und verschwand hinter einem großen Orbitalflakpanzer. Langsam arbeitete er sich näher an sein Ziel und huschte dabei von Deckung zu Deckung.

Ein weiterer Trupp entdeckte ihn und wieder befand sich Samuel auf der Flucht. Die Geschosse schlugen um ihn herum in die Stahlhaut der Maschinen ein, während er Haken schlagend versuchte, zwischen den Gerätschaften, der Sicht seiner Verfolger zu entkommen.

Samuel rannte auf eine Reihe von Kampfandroiden zu, welche dicht aneinander gestellt, eine unüberwindbare Mauer bildeten.

"Kannst du die aktivieren?" wandte sich Samuel an seinen kleinen Helfer.

Der piepste irgendwas vor sich hin.

"Die Dinger sind doch eigentlich immer Einsatzbereit."

Die kleine Spinne sprang von Samuel ab als dieser die Androiden erreichte und machte sich ans Werk.

Die Wachen waren Ihm dicht auf den Versen und Samuel rannte weiter die Wand aus Robotern entlang. Bevor er weiter hinten eine Lücke fand, durch welche er wieder Richtung Aufzug gelangen konnte, schaute er noch einmal zurück auf seine Verfolger.

Die Augen einer kleinen Gruppe der Androiden begannen aufzuleuchten und diese setzten sich in Bewegung. Auch unbewaffnet, stellten sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Die Wachen eröffneten das Feuer, nachdem einer von ihnen, durch die Wucht eines Hiebes dieser Kreaturen, meterweit durch die Luft geschleudert wurde. Samuel rannte weiter und erreichte die kleine Kontrolltafel, welche augenscheinlich den Aufzug kontrollierte. Er öffnete die gigantische Luke in der Höhlendecke und mit einem metallischem Knirschen fing diese an den Durchgang freizugeben. Samuel wollte grade in Richtung Aufzugsplattform losrennen, als ihn ein Schuss im Oberarm traf und zu Boden warf.

Er rollte sich unter eine Treppe, welche auf einen Wartungssteg führte und schaute sich um.

Ein weiterer Trupp hatte ihn erwischt und die Kugel hatte Samuels Arm komplett durchschlagen.

Er blutete stark und er verfluchte seine Unachtsamkeit, doch musste sich jetzt etwas einfallen lassen, denn er hatte seine Waffe im Sturz fallen gelassen.

Die Wachen kamen sehr schnell näher und es boten sich keine Fluchtmöglichkeiten mehr. Er steckte in einer Sackgasse und sie würden sicherlich nicht mit ihm verhandeln wollen.

Als die Wachmänner ihn erreichten, begann ein grollender Lärm die Höhle zu durchfluten. Das Dröhnen in Samuels Ohren wurde lauter und seine Verfolger blickten panisch in Richtung der geöffneten Höhlendecke.

Samuel konnte nicht sehen was da oben passierte, doch wenige Augenblicke später, zerfetzte ein nicht enden wollender Strom aus Laserimpulsen, die Körper der wehrlosen Gestallten.

Samuel wollte grade einen Blick riskieren, als eine ihm wohlbekannte Stimme erklang.

"Jeeaaahhhaaa! Monkey wo steckst du? Die Kavallerie ist da!"

Eine zweite Stimme folgte.

"Alter komm schon, wir holen dich hier raus!"

Es waren Tarek und Legard, die zwei Irren, welche ihm bei jedem Besuch in diesem Loch, den letzten Nerv geraubt hatten. Samuel konnte es einfach nicht glauben.

Er kam aus seiner Deckung und traute seinen Augen nicht. Da schwebte doch tatsächlich eine voll ausgebaute, schwarze Constallation im Inneren der Höhle herum und ballerte was das Zeug hält. "Monkey, was sagst du zu unserer kleinen Überraschung?"

"Das Schiff gehörte Bellani, aber der brauch das ja nicht mehr"

Tarek lachte über den Außenlautsprecher des Schiffs.

"Alter wie geil war das denn? Dem Drecksack haste es gegeben."

"Wir konnten Ihn ja eh nie leiden. Jetzt komm schon!"

Die Constallation öffnete die Ladebucht auf der Unterseite des Schiffes und sank Richtung Boden.

Sobald Sie sich in Reichweite befand, kletterte Samuel die Plattform hoch und blickte ins Innere des Schiffes. Legard grinste ihn von oben herab ins Gesicht.

"Willkommen Monkey!"

Die Laderampe schloss sich mit einem sanftem Zischen und Samuel befand sich im Laderaum von Markus Schiff. Legard führte Ihn ins Cockpit und quasselte was von Bestimmung, Ehre, Arbeit und einer fetten Kröte. Früher wäre Samuel ausgeflippt über das Gelaber dieses redenden Fleischbergs, aber diesmal war er dankbar es hören zu dürfen. Tarek steuerte das Schiff bereits wieder hinaus in die Außenwelt, während er sich kringelig lachte.

"Hahahah, du bist der Beste, ich kann es noch garnicht fassen. Als wir dich auf den Überwachungsmonitoren beobachten konnten, wie du diesen schwabelnden Zwerg zerlegt hast, sind wir direkt los und haben uns sein Schiff unter den Nagel gerissen."

"Irgendwer musste dich ja da raus holen!"

Samuel klopfte beiden auf die Schultern.

"Danke Leute, Ihr zwei habt mir heute den Arsch gerettet! Das werde ich euch nie vergessen. Ich weiss nicht wie......"

Legard unterbrach ihn.

"Wir kommen mit dir und rächen Faith. Die süße Maus hatte sowas nicht verdient!"

Tarek mischte sich wieder ein.

"Uns wirst du so schnell nicht mehr los."

Samuel nickte den beiden zu.

"Ok wie ihr meint, aber jetzt bring uns erstmal hier weg, Tarek!"

Während dieser das Schiff beschleunigte und die Constallation das Bergwerk hinter sich lies, explodierte die Anlage in einem gewaltigem Feuerball, welcher sich fast einen Kilometer weit, über die Landschaft frass und den gesamten Bereich zum Einsturz brachte. Bevor Samuel und seine Retter außer Sichtweite kamen, verzog sich der Rauch etwas und es gab nichts mehr, außer einem gigantischer Krater inmitten einer brennenden Hölle.

Samuel ging in den Schlafberreich und legte sich auf das Bett. Er war erleichtert, aber auch überaus traurig über das Geschehene. Als Samuel seine Wunde behandelte, ertönte ein Piepsen und aus dem Lagerraum gerannt, kam die kleine Robospinne auf ihn zu und setzte sich neben ihn auf das Bett.

"Hast du es also auch geschafft"

Samuel konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen!

"Bin mal gespannt was du mir für Informationen bieten kannst."

OneEyed Monkey

Kapitel 1

18. Dezember 2941

Cassandras Taverne, eine kleine Spelunke in den Randzonen der größten Stadt auf Ellis IV. Treffpunkt allerhand zwielichter Gestallten. Obwohl der Laden erst seid einigen Tagen geöffnet hatte, war er doch immer gut besucht. In der Nähe befand sich ein kleiner Raumhafen, welcher von der örtlichen Sicherheit nicht weiter bedacht wurde. Ein Mekka für illegale Geschäfte aller Art. Hier konnte man so gut wie alles finden was das Herz begehrt, ohne sich großartig um das Gesetz sorgen zu müssen.

Der Winter hatte den gesammten Norden von Ellis IV in festem Griff und ein Schneesturm versengte die Stadt seit zwei Tagen in tiefer Dunkelheit. Die Neonreklame der Taverne schimmerte bedrohlich durch die Wand aus Eiskristallen, welche wild durch die Straßen wehten.

Ein groß gewachsener Mann mit dunkler Haut verlies die Taverne und trat in die stürmische Kälte.

Seine Haare waren zum Zopf zusammengeschnürrt und seinen ledernen Mantel fest geschlossen, um sich wenigstens etwas vor der eisigen Kälte zu schützen. Ein Auge starrte in die stürmische Finsterniss, das andere war mit einer von Narben umgebenen Augenklappe verschlossen.

Samuel Brown, oder wie ihn die meisten nannten, OneEyed Monkey.

Am liebsten war ihm aber einfach nur Monkey. Er zog seine Kapuze tief ins Gesicht und ging die beleuchteten Straßen hinunter, in Richtung des Raumhafens. Monkey hatte sich grade eben, mal wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er hatte einem armen Typen, den er nichteinmal kannte, versprochen sich um ein kleines Ärgernis zu kümmern. Nicht das der Mann darum gebeten hatte, doch wie so oft lies er mal wieder den Übermenschen raushängen. Das kleine Ärgerniss hatte den Namen Judith Winters, was soviel bedeutete wie, fast unmöglich.

Monkey versuchte sich eine Zigarette anzustecken doch die Kälte und der Wind machten ihm dabei schwer zu schaffen. Nach zwei bis drei Versuchen gelang es ihm und er zog den heißen Rauch in seine Lungen und atmete ihn langsam wieder aus. Es enspannte Ihn ein wenig und er vertiefte sich wieder in seine Gedanken.

Schon während seines Gesprächs in der Taverne, war sein Plan klar. Die nette Dame, welcher der Typ Geld schuldete würde mit absoluter Sicherheit den heutigen Abend auf dem Luxuspartyschiff BlueSky verbringen. Was läge also näher, als diesen Partydom der Superlative, mitsammt den geldgeilen Kreditheien und den machtbesessenen Polithuren, gleich ganz in die Luft zu jagen.

Keine leichte Aufgabe. Er war sicherlich nicht schlecht indem was er machte, doch das hier war ne ordentliche Hausnummer. Er brauchte Hilfe und er kannte einige Leute, die ihm noch etwas schuldig waren. Die meisten machten dubiose Geschäfte, oft illegaler Natur, doch wer könnte ihm bei dieser Sache am besten helfen? Irgendwie musste er unbemerkt auf die BlueSky gelangen. Eines der am besten bewachten Schiffe im Orbit.

Natürlich könnte Monkey auch einfach verschwinden und den armem Kerl seinem Schiksal überlassen, aber das war nicht seine Art. Es hatte schon etwas verlockendes diesem Kerl zu helfen und es würde höchst befriedigend sein, das Schiff am Boden zerschellen zu sehen.

Monkey erreichte den Raumhafen und in den hinteren Reihen konnte er sein Schiff schon schemenhaft durch das Schneegestöber erkennen, eigetaucht in den grellen Schein der Flutlichter.

Jetzt fiel ihm ein zu wem er gehen musste. Marcus Bellani, dem kleinwüchsigen, bärtigen Schwarzmarkthändler, den er schon so viele Jahre kannte. Er vertraute Ihm. Zumindest mehr als den meisten anderen. Ausserdem wusste Markus fast alles, was auf dieser dreckigen Kugel, welche sich doch tatsächlich Planet nennt, vor sich geht.

Er erreichte sein Schiff, ein Origin M50. Ein schönes Schiff, welches ihm schon viel zu oft das Leben gerettet hatte. Er mochte sein Baby und hat viel investiert um für alle Eventuallitäten gewappnet zu sein. Doch vorallem war es klein und schnell, genau das was er in seinem Gewerbe benötigte.

Er trat seine Zigarette aus und kletterte in das Cockpit, selbst Ledersitze hat er sich einbauen lassen. Flieg mit Stil, war ja auch der Werbeslogan von Origin.

Nachdem sich das Cockpit geschlossen hatte, startete Monkey sie Maschinen. Der Fusionsantrieb des Schiffes nahm seine Arbeit auf und die Anzeigen vor Monekys Augen begannen aufzuleuchten. Er überflog die Schiffsdaten und kontrolliert alle Einstellungen ehe er das Schiff startet und mit vollem Schub in der weissen Suppe verschwand, welche über der Stadt lag.

Kapitel 2

Bellanis Unterschlupf lag weit außerhalb des Stadtzentrums, versteckt in einem alten Bergwerk.

Monkey lenkte sein Schiff direkt zu dem kleinen Landeplatz in der Nähe des Eingangs.

Es war egal ob Ihn jemand dabei beobachtete, Markus hat massig Credits angehäuft und jeder hat seinen Preis. Genauer gesagt, er hatte sich schonmal vorab bei der Justiz freigekauft. Alle auf diesem Planeten, kannten diesen Ort.

Er landet sein Schiff und macht sich auf den Weg seinen Freund zu treffen. Diesen Mann, würde Monkey wohl am ehesten so nennen.

In den Außenbereichen der Stadt wütete der Sturm noch heftiger und man konnte kaum die Hand vor Augen erkennen. Monkey erreichte das große Stahltor des Bergwerks und zwei Wachen kamen auf ihn zu. Sie hatten Ihn schon erkannt.

"OneEyed Monkey, was führt dich zu uns? Willst wohl zu Bellani? Der sitzt unten in seinem Büro, komm rein!"

Die jungen Männer waren bis an die Zähne bewaffnet und OneEyed wusste das ihn weitere Wachen beobachten und bereit waren ihn jederzeit auszuschalten. Monkey war unbewaffnet, denn hier brauchte er sich keine Sorgen zu machen. Er war hier ein gern gesehener Gast.

"Tarek und Legard, schön euch mal wieder zu sehen. Bin leider in Eile und hab keine Zeit für nen Plausch. Beim nächsten Mal wieder."

Die zwei geleiten OneEyed durch einen kleinen Nebeneingang ins Innere des Unterschlupfs. Legard zeigt den Tunnel hinunter.

"Dann beeil dich mal lieber, du kennst den Weg"

Das alte Bergwerk wurde kaum umgebaut, seid Markus sich hier einquatiert hatte. Es war ein dreckiges dunkles Loch, überall Kabel an den Wänden und sogar die Magnetschinen an der Decke wurden nicht entfernt. Warum auch, als Transportsystem für schweres Gerät, sicherlich äußerst praktisch.

Kleine Leuchtpfeiler gaben ein schumriges Licht ab und Kamaras beobachteten jeden Besucher auf Schritt und Tritt. Sonst gab es allerdings nicht viel zu sehen.

Monkey erreichte das Ende des Tunnels und kaum stand er vor dem großen Tor, öffneten sich diverse Klappen, hinter jeder eine todbringende Waffe. Eine tödlicher als die andere. Selbstschussanlagen.

Sie waren Markus liebstes Spielzeug. Er baute sein Arsenal beständig aus und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er was neues in seine Griffel bekam. Wie wenn man vom Teufel spricht, tauchte auch schon ein Hologramm von Bellani vor ihm auf.

"Hey wenn haben wir den hier?"

"Monkey welch Freude dich zu sehen! Ich hoffe du bringst mir keinen Ärger mein Freund. Komm rein"

Das grinsende Hologram verschwand und das Tor fuhr langsam nach oben.

Monkey trat ein und stand in einer riesigen Höhle. Vollgestopft mit allem was man gewinnbringend verkaufen kann, legal oder illegal. Vom kleinen Servicebot bis hin zum schweren Kampfpanzer war hier alles vertreten. Gut ein Dutzend Männer und Frauen huschten geschäftigt hin und her.

Einige kümmertenn sich um Kauf und Verkauf der Waren, andere wachten über das wertvolle Gut. Immer bereit für einen Kampf!

"Monkey was führt dich zu mir?"

Markus wackelte mit seinen kurzen Beinen auf ihn zu. Er sah irgendwie aus wie ein Zwerg mit viel zu großem Kopf. Ein komischer Typ, aber man sollte Ihn nicht unterschätzen.

"Hey Markus, alter Gnom. Ich brauche deine Hilfe. Aber lass uns in deinem Büro darüber sprechen"

Auf dem Weg zu Markus Büro durfte sich Monkey wiedermal die irrsten Geschichten auftischen lassen. Mit großer Sicherheit, stimmte davon nicht einmal die Hälfte.

Die Höhle war gigantisch, so das die zwei, ganze fünfzehn Minuten brauchten um das Zentrum zu erreichen. Sie betraten den Wohncontainer und Bellani schloss die Tür hinter sich.

"Machs doch nicht so spannend, was ist los?"

Monkey lies sich auf dem Sofa in der Mitte des Raumes nieder.

"Nunja ich hab was vor was dich sicherlich nicht begeistern wird, ich bitte dich trozdem, mir dabei zu helfen"

Markus reichte Monkey einen Drink und beugte sich nach vorne, griff das Glas und schaute Markus ins Gesicht.

"Ich will das BlueSky vom Himmel holen"

Das ist zuviel für den kleinen Mann, er zieht das Glas zurück und trank es selbst, mit einem Schluck.

Er atmete tief ein und brüllte ihn an.

"Hast du sie noch alle, spinnst du jetzt völlig? In welcher Strahlenwolke bist du denn jetzt wieder hängen geblieben?"

OneEyed zuckte mit den Schultern.

"Das ist mein ernst Markus, ich hab da jemandem was versprochen. Du kennst mich. Wenn ich was........."

Bellani unterbrach Ihn abrupt.

"Ohne mich Junge. Bade den Mist alleine aus!"

Monkey schaute seinen Gegenüber finster an.

"Komm schon. Diese Brut auf dem Schiff hat es doch nicht anders verdient. Diese Leute stürzen die Menschen ins Elend und versklaven die Menschen mit Ihrem Geld."

"Ich muss das einfach machen, kannst du das nicht verstehen?"

Bellani lachte laut.

"Sterben wirst du, sonst nichts"

OneEyed winkte ab.

"Genau deshalb bin ich ja hier, helf mir dabei diesen Schweinen eine Lektion zu erteilen.

Markus Bellani kochte vor Wut. Man sah es ihm, am rythmischen Zucken seiner Gesichtsmuskeln, ohne weiteres an.

"Was glaubst du wer du bist? Der Henker Gottes?"

"Ich sollte dir auf der Stelle eine Kugel in den Schädel jagen, nur weil du mich mit so nem Schwachsin belästigst!"

Er beschimpfte Monkey weiter und fuchtelte dabei mit seinen ****en kurzen Armen wild durch die Luft.

Es dauerte eine Weile, bis sich der Zwerg langsam wieder beruhigte.

Monkey wartete ab bis er sich ausgepowert hatte.

"Wer hat deiner Schwester damals geholfen? Wer hat sich auf dein Bitten hin in die Höhle des Löwen gestürzt? Na wer war das?"

"Ich hab sie um Sie aus den Fängen dieser Sekte befreit! Du schuldest mir einiges mein Freund!"

Markus Bellani sank in seinen Sessel am Schreibtisch.

"Du hast damals niemanden am Leben gelassen. Diesmal willst du sogar hunderte Menschen auf einmal in den Tod schicken. Das ist weit mehr als du verlangen kannst.

Monkey sah Markus tief in die Augen.

"Du sollst nur mein Leben retten. So wie ich damals das Leben deiner Schwester."

Der kleine Mann wirkte bestürzt und zögerte einen Moment.

"Ok komm...... ich zeig dir was."

Sie standen auf und verliesen das Büro wieder und bewegten sich nun in den Ostbereich des Schwarzmarktes.

Kapitel 3

Bellani führte Ihn zu einem weiterem Container. Dieser wurde durch ein Kraftfeld geschützt. Sie bleiben ungefähr zehn Meter davor stehen.

"Stopp! Bleib genau da stehen, wenn du nicht als Grillgut enden möchtest."

Markus deutete auf den Boden.

Eingelassen im felsigen Untergrund konnte Monkey tausende kleiner Röhrchen erkennen. Wieder so ein fieses Spielzeug seines Freundes.

"Mikro Plasmabrenner, bei Berührung, schmeisst du den Grill an, hehe"

Er holte einen kleinen Touchpad heraus, tippte eine paar Zahlen ein und marschierte weiter.

Monkey folgte ihm, während das Kraftfeld erlosch.

Im inneren des Containers traute er seinen Augen nicht. In der Mitte des Raumes stand, in einer Vitrine verschlossen, etwas von dem er bislang nur gehört hatte und nicht wirklich an seine Existens glaubte. Bis jetzt.

"Wie hast du das bekommen? Besser woher, oder von wem? Altes Schlitzohr das hätte ich nichtmal dir zugetraut."

Angesichts des Wertes dieses Objektes, sind die Sicherheitsmaßnahmen welche Bellani ergriffen hatte, mehr als lächerlich. Aber über solche Kleinigkeiten machte sich ein Markus Bellani keine Gedanken, bislang war noch niemand hier eingedrungen und mit Sicherheit weiss auch niemand von diesem Prunkstück.

In der Vitrine war eigentlich nichts zu sehen, doch ab und zu schimmerte etwas im Inneren, ähnlich einer Luftspiegelung. Wenn man lang genug hinschaute konnte man die Umrisse eines Mantels erkennen.

Bellani trat an Monkey heran.

"Ein Tarnmantel, soweit ich weiss, einer von zwei Prototypen. Hab ich eingetauscht. Der Typ brauchte ne neue Constellation, keine Ahnung wo er den her hatte. Leider funktioniert er nicht wie erhofft."

"Ist also noch nicht ganz ausgereift."

Markus ging zu einem Safe, welcher in der hinteren Ecke des Containers stand und öffnete ihn.

"Was ich dir aber geben kann, ist dieses hier."

Er drehte sich um und in der Hand hielt er einen kleinen Behälter, sowie einen ringförmigen Gegenstand.

"Das sind Nanobods. Keine normalen, wie du sie kennst. Diese hier fressen sich durch die Außenhaut eines Schiffes. Sie finden selbständig einen Zugang zum Sicherheitssystem und verstecken jeden der diesen Sender bei sich trägt.

Niemand wird es bemerken, alles läuft normal weiter, nur kein System dieser Galaxis wird dich ausfindig machen können."

Er wendet sich wieder dem Safe zu und holte einen weiteren Gegenstand heraus, drehte sich um und drückte Monkey einen kleinen Würfel in die Hand.

"Und dieses unscheinbare Teil, schmilzt sich, nachdem du es aktiviert hast, durch jedes uns bekannte Material und detoniert im Inneren. An einem Reaktor angebracht hast du genügend Zeit zu verschwinden bevor es kracht. Kraftfelder und Panzerung verlieren jegliche Wirkung."

Er grinste Monkey an.

"Gab es zum Mantel dazu"

Bellani fing lauthals an zu lachen.

"Jetzt musst du nur noch an das Schiff rankommen, ohne das dich jemand bemerkt, um die Nanobots einsetzen zu können. Da musst du dir aber selbst was einfallen lassen!"

"So wie ich dich kenne, dürfte dir das ja nicht sonderlich schwer fallen."

Fasziniert nahm Monkey die drei Geschenke seines Freundes entgegen! Sie waren perfekt für sein Vorhaben geeignet. Klein und leicht mitzuführen.

"Danke Markus, das wird mir eine große Hilfe sein. Ich wusste doch, das du mich nicht hängen lässt."

"Da wäre noch etwas..... weisst du ob Judith Winters heut Abend auf der BlueSky anwesend sein wird?"

Markus runzelt die Stirn.

"Sag bloß es geht nur um sie? Diese kleine Hure...... sie hat mich letztes Jahr fast 3 Millionen Credits gekostet...... Hättest du auch gleich sagen können, dann wären wir schneller hier gelandet."

Der Zwerg hatte nun sichtlich bessere Laune.

"Ja sehr wahrscheinlich wird sie da sein, ich höre mich mal um und melde mich dann später nochmal bei dir. So langsam, gefällt mir dein Plan immer besser."

Die zwei Männer verliesen den Container. Sobald sie aus dem Sicherheitsbereich heraus traten, baute sich das Kraftfeld summend wieder auf.

"Monkey geh schonmal zum Ausgang, ich komme gleich nach"

Bellani wendet sich ab und verschwand zwischen den Regalreihen.

OneEyed schaute ihm kurz hinterher und bewegte sich dann in Richtung des großen Tores.

Monkey fiel ein Stein vom Herz. Mit einer solchen Großzügigkeit hatte er nicht gerechnet.

Mit den Dingen die er von Markus erhalten hatte, konnte seinen Plan gelingen. Er brauchte nur noch eine Ablenkung für die Wachschiffe.

Während er überlegt wie er es anstellen könnte, schaute er sich, auf seinem Weg zum Ausgang, ein wenig in der Höhle um. Die Decke hing in gut 30 Meter Höhe. Es gab zwölf riesige Flutlichtstrahler, welche den Unterschlupf taghell erleuchteten. Monkey hatte nie versucht sie zu zählen, aber es gab hunderte Regalreihen. Jede gut 15 Meter hoch. Über ein Schienensystem, erreichten mehrere Kräne, jeden Winkel des Lagers.

Im hinteren Teil des Schwarzmarktes, standen auf einer Plattform aufgereiht, einige kleinere Schiffe, sogar die Militärversion einer Hornet und auf der gegenüberliegenden Seite, eine Gruppe von gepanzerten Fahrzeugen für Bodenkämpfe. Sogar einige Kampfandroiden hatte Bellani auf Lager. Es war ein überwältigender Anblick.

Monkey erreicht den Ausgang der Höhle und wartet dort auf Markus.

Einige Minuten später tauchte der Zwerg zwischen den Regalen auf und wackelte auf Ihn zu, hinter ihm her huschte ein kleiner, spinnenartiger Roboter.

Monkey kannte das kleine Technikwunder bereits. Markus betrachtete es, als eine Art Haustier.

Die kleine Maschine kletterte an seinem Besitzer hoch und klammerte sich an dessen Schulter fest.

"Monkey, ich möchte das du ihn mitnimmst. Er wird dir eine große Hilfe sein bei deinem Vorhaben."

"Ich habe ihn so programmiert das er deinen Anweisungen folgt. Mir hat er schon in manch brenzliger Situation, das Leben gerettet."

Der Robot piepste und dudelte irgendwas vor sich hin, als Bellani das Steuergerät an Monkey weiter gab und sprang von seinem Besitzer ab und blieb neben seinem neuen Besitzer stehen.

"Pass bloß auf ihn auf, ich möchte ihn heil wiederhaben."

Monkey war überwältig. Lies es sich aber nicht weiter anmerken.

"Keine Sorge ich werde auf ihn aufpassen. Vielen Dank für deine Hilfe.

Jetzt hasst du einen bei mir gut, wir werden uns bald wiedersehen."

OneEyed trat in den Tunnel und machte sich auf den Weg zu seinem Schiff. Der kleine Robot hastet piepsend hinterher.

"Monkey fast hätte ichs vergessen...... Faith ist vor ein paar Tagen auf dem Planeten angekommen"

Bevor Monkey antworten konnte, hatte sich das Tor bereits wieder geschlossen.

Kapitel 4

Monkey hatte Faith Hollow, vor ungefähr 4 Jahren kennengelernt. Sie war damals der erste Offizier eines der berüchtigsten Piratenschiffe dieser Galaxie. Der Northstorm. Vor etwa einem halben Jahr übernahm sie das Commando, als Ihr Captain bei einem Raubzug in den inneren Systemen ums Leben kam.

Als er sie das erste Mal traf, war es ein Job wie jeder andere.

Sei heuerte ihn an, einen etwas zu forschen Agenten der Inneren Sicherheit auszuschalten. Er war nahe dran, ihren geheimen Stützpunkt im Krell System ausfindig zu machen.

Sie trafen sich im Moonshine. Einem kleinen Club auf Terra. Monkey war überrascht eine so zierliche junge Frau anzutreffen. Schwarzes kurzes Haar, helle Haut, Arme komplett tättowiert.

Sie war wirklich eine Schönheit, aber ihr Blick lies dir das Blut in den Adern gefrieren. Ihr Captain bot eine Menge Credits für diesen Auftrag. Also nahm Monkey an.

Er erledigte den Auftrag mit Bravour und machte sich mehr und mehr einen Namen.

Ein Jahr später, berichtete einer seiner Informanten das Faith gefangen genommen wurde und auf dem Weg ins Kellogsystem sei, um Ihre Strafe auf der QuarterDeck PrisonWorld abzusitzen. Er konnte nicht anders als sie da rauszuholen. Es gelang ihm, aber er wurde dabei schwer verlezt und verlor sein linkes Auge. Seid dem trägt er den Namen OneEyed.

Später waren sie einige Zeit ein Paar. Aber es hielt nicht lange. Zu aufbrausend und selbstverliebt waren sie beide. Aber auch Faith schuldete ihm noch einen Gefallen.

Monkey erreichte sein Schiff und kletterte ins Cockpit. Er aktiviert die Maschinen und über Com kontaktierte er Faith. Während er startete erschien ihr Gesicht auf dem kleinen Bildschirm. Sie war so schön anzusehen wie eh und je, doch sah sie wütend aus.

"Sag mal hast du sie noch alle mich................"

Er unterbrach sie abruppt.

"Wir müssen uns treffen, komm zum Raumhafen im Südviertel von Felgast."

Er beendete das Gespräch bevor sie noch irgend etwas sagen konnte. Monkey wusste genau, das Ihre Neugierde sie zum Treffpunkt treiben wird.

Er liebte diese Frau und er konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen.

Wärend des Fluges nach Felgast lud er die Daten des BlueSky auf seinen Bordcomputer und studierte die Schwachpunkte des Schiffes. Er suchte nach Möglichkeiten unbemerkt hinein zu gelangen und plante den schnellsten Weg zum Reaktorraum. Sein neuer Begleiter schaute ihm dabei über die Schulter.

Die Spinne hatte sich auf der rechten Sitzlehne geklammert und piepste ab und an wirres Zeug.

Monkey fand wonach er suchte. Das Schiff hatte einen toten Winkel.

Im hinteren Bereich nahe der Antriebe, konnte man außerhalb des Sichtberreiches, das Schiff erreichen. Mit heruntergefahrenen Systemen, sollten ihn die Scannern des BluSky nicht aufspüren können.

Sein M50 besaß eine Apparatur, welche es ihm ermöglichte, sich an die Außenhaut eines Schiffes zu klemmen.

Ganz in der Nähe der Antriebe befand sich ein Kühlauslass des kimatischen Systems. In bestimmten Intervallen, sollte er passierbar sein, um durch eine Wartungsluke ins Innere zu kommen.

Monkey musste nur noch Faith überzeugen.

Das M50 befand sich über dem Meer. In alle Richtungen gab es nichts zu sehen. Nur blaues Nass, welches sich bis zum Horizont erstreckte.

Nur in südlicher Richtung, schien ein einzelner Hügel aus dem Wasser zu ragen. Je näher Monkey dem Objekt kam, desto mehr Details wurden erkennbar.

Eine künstliche Insel, mitten im Meer. Eine gewaltige Stadt, aufgebaut wie eine Pyramide. Große Röhren aus Stahl und Glas, mit fast 100 Metern Durchmesser, verbanden die einzelnen Zonen miteinander.

Die Bewohner konnten darin, mit magnetischen Gondeln, jeden beliebigen Ort der Stadt erreichen.

Ein vollautomatisches System. Fahrzeuge gab es hier nicht.

Die Wohnblocks hingen auf mehreren Etagen frei in der Luft und auf jeder Ebene befand sich eine zentrale Plattform von einem Kilometer Durchmesser. Dort befanden sich alle Geschäfte, Banken, Büros und was man sonst so alles in einer Stadt benötigt. An den Kanten der Pyramide befand sich jeweils ein Raumhafen, von dem aus man die Stadt betreten oder verlassen konnte.

Eine andere Möglichkeit gab es nicht.

Monkey erreicht den Raumhafen in Felgast und setzt zur Landung an.

Die Stadt lag auf der Südhalbkugel des Planeten. Das Termometer zeigte 20 Grad.

Monkey fiel es immer schwer, sich an den großen Temperaturunterschied zu gewöhnen. Er fühlte sich leicht benommen, als er sein Schiff verlies und sich auf die Suche nach Faith begab.

Monkey begab sich zum Wartebereich des Raumhafens und schaute sich dort um. Er hatte nicht vor die Stadt heute zu betreten, denn die Zeit drängte. Es war schon später Nachmittag und er wollte sein Vorhaben, noch heute Nacht beenden.

Als er Faith nirgendwo entdecken konnte, setzte er sich auf eine Bank von welcher er den Landebereich im Auge behalten konnte und hoffte darauf, das Faith bald ankommen würde.

Monkey versank in Gedanken. Er war sich unsicher, ob Faith ihm wirklich helfen würde.

Er hatte sie schon eine Weile nicht mehr getroffen und ihre Reaktion auf seinen Anruf, machte ihm auch keine großen Hoffnungen.

"Du bist tod! Du Idiot"

OneEyed spürte einen metallischen Gegenstand an seinem Hinterkopf. Eindeutig eine Waffe, was sollte es auch sonst sein. Die Stimme war ihm sehr wohl bekannt. Doch er verfluchte seine Unachtsamkeit.

"Hallo Faith"

Die Frau steckte ihre Waffe weg und gab Monkey einen ordentlichen Schlag auf den Hinterkopf.

"Du lernst es nie oder? Immer wieder das gleiche und du bist unfähig dich zu ändern."

"Es ist echt ein Wunder das du noch am leben bist."

Faith setzte sich neben Ihn und starrte auf den Landeplatz.

Monkey blickte zu ihr herüber. Irgendwie wirkte sie unglücklich. Nicht so taff wie er sie kannte.

"Was ist los? Du schaust so......"

Sie wirbelte den Kopf herum und schaute ihn böse an.

"Warum hast du mich kontaktiert?"

"Du weisst doch, das ich in der halben Galaxis gesucht werde!"

Faith wendete sich wieder der Landezone zu und sagt nichts weiter.

Monkey lies von seinem begonnen Satz ab und entschied sich ihr direkt sein Anliegen mitzuteilen.

"Na gut, reden wir nicht um den heißen Brei herum. Genau aus diesem Grund hab ich dich angerufen."

"ich brauche dich als Ablenkung für einen neuen Auftrag."

"Ich muss auf das BlueSky gelangen und brauche jemanden, der die Wachschiffe weglockt."

Monkey behielt das eigentliche Ausmaß seines Vorhabens lieber für sich.

Faith zeigt keine Regung, es schien ihr irgendwie egal zu sein.

Monkey war irritiert. So kannte er Faith nicht.

Sie senkte den Kopf.

"Ok ich helfe dir dabei, aber lass uns hier verschwinden."

Völlig überrumpelt von ihrem seltsamen Verhalten, willigte er ein. Sie gingen zurück zu ihren Schiffen und Monkey überkam ein ungutes Gefühl. Irgend etwas musste ihr passiert sein.

Während sie den Landeplatz überquerten, versuchte er etwas aus ihr heraus zu bekommen. Doch sie lies sich auf kein Gespräch ein.

Wieder in der Luft versuchte er ein weiteres Mal, eine Com Verbindung zu öffnen, aber auch dieser Versuch mit ihr zu reden, scheiterte.

Monkey entschied sich abzuwarten und auf eine Reaktion von ihrer Seite zu warten.

Kapitel 5

Es war bereits dunkel, als sie die Stadt erreichten. Der Schneesturm wütete noch immer.

Faith hatte sich nicht mehr gemeldet. Ihre Hornet schwebte neben ihm und er konnte sie durch das Fenster des Cockpits beobachten. Monkey erinnerte sich an die vielen Dinge, welche er mit ihr erlebt hatte und es freut ihn, sie wieder in seiner Nähe zu wissen. Auch wenn ihm sein Bauchgefühl etwas anderes deutete. Ein Pipton riss ihn aus seinen Gedanken.

Faith kontaktiert ihn und er öffnet die Verbindung.

"So wie gehen wir vor? Was ist dein Plan?"

Sie war bereit, das konnte OneEyed erkennen, aber sie sah immernoch so........

"Komm schon, lass uns anfangen, mir kribbelts schon in den Fingern. Lass uns etwas Staub aufwirbeln"

Monkey war sich sicher, das Faith ihm etwas vorspielte, aber es war keine Zeit mehr. Jetzt oder nie.

Er musste später herausfinden was in ihr vorging.

Monkey erklärt ihr kurz und knapp was er zu tun gedachte und was ihre Aufgabe sein würde.

Das BlueSky war schon in Sichtweite. Ein gigantisches, hell erleuchtetes Schiff. Neonlaufschriften an den Seiten und riesigen Strahlern, welche gebündeltes Licht in allen Farben, in die nähere Umgebung schleuderten. In den vorderen Bereichen ragten gewaltige Glasskuppeln in den Raum und im Inneren wirbelte ein Meer aus bunten Lichtern.

Monkey und Faith, befanden sich außerhalb der Scannerreichweite, weit hinter dem Schiff.

OneEyed fühlte das Adrenalin durch seinen Körper ströhmen. Die Anspannung stieg und sein Herzschlag beschleunigte sich. Er gab Faith ein Zeichen und sie beschleunigte ihren Jäger.

Die Hornet machte einen Satz nach vorne und raste auf das funkelnde Partyschiff zu. Faith versuchte möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen und aktivierte die Waffensysteme ihrer Hornet.

Sie hielt direkt auf den Partydom zu. Kaum war sie in Reichweite der Scanner meldete sich das Sicherheitspersonal und befahl die Waffensysteme zu deaktivieren. Faith ignorierte die Warnungen und als die Patroulienschiffe ihren Id-Code erkannten, wendeten diese und jagten ihr hinterher.

Sie wurde als zu gefährlich eingestuft, als das man sie hätte entkommen lassen.

OneEyed beobachtet wie die Wachschiffe den Umkreis der BluSky verliesen und die Verfolgung aufnahmen. Faith war eine geniale Pilotin und Monkey war sicher, das sie keine Probleme haben würde. Er brachte sein M50 in Position und steuerte Richtung BlueSky, immer darauf bedacht seinen berechneten Anflugwinkel nicht zu verlassen.

Kurz bevor er in den Scannerbereich eintauchte, schaltete er die Systeme seines Schiffes auf Standby und lies es bis an die Außenhaut der fliegenden Diskothek gleiten.

Sein Ziel wurde immer größer und füllte bald den gesammten Sichtbereich des Cockpits aus.

Die monströßen Triebwerke, kamen gefährlich nahe und man konnte die ausgestoßene Hitze förmlich spüren. Monkey wendet sein Schiff und drehte es in eine günstigere Lage.

Mit einem Ruck, der die M50 wie ein Erdbeben durchlief, dockte er an der Hülle des BluSky an.

In dieser Position war es fast unmöglich, das kleine Schiff noch ausfindig zu machen.

Monkey setzte sich den Kommunikator und seine Atemmaske auf.

Die Luft ist hier oben war zu dünn zum Atmen.

Er hatte sich schon in Felgast seinen Anzug und seine Magnetstiefel angezogen. Also öffnete er das Cockpit und ein eisiger Wind wehte ihm um die Nase. Es war klirrend kalt und er

hatte Mühe, beim Aussteigen, nicht hinuter in die Tiefe zu fallen. Als seine Stiefel Kontakt zu Außenhaut herstellten, atmete er erleichtert auf. Mit schweren Schritten bewegte er sich zur Ladeluke seinen Schiffes und holte sein Sturmgewehr und eine Pistole.

Er kramte den Behälter mit den Nanobods hervor und rammte Ihn gegen die Außenhaut des Schiffes. Eine kurze Vibration war zu spüren, das wars. Der kleine Zylinder leuchtete grün auf und bestätigte den Abschluss der Injektion. In der Schiffshülle klaffte ein kleines Loch.

Den Sender und den Würfel behielt er in seiner Tasche. Während er sein Schiff auf Notstart stellte, krabbelte die kleine Spinne zu ihm herüber und folgt ihm bevor das Cockpit sich schloss.

Monkey machte sich auf den Weg zum Kühlauslass. Er konnte sich nur schwer auf der Außenhaut des Schiffes fortbewegen, denn es war ein seltsames Gefühl, wenn man sich dabei noch in der Anziehungskraft eines Planeten befand. Vorallem aber, wenn man wie Monkey, auf die Unterseite des Schiffes gelangen musste. Aber es war ein atemberaubender Ausblick.

Monkey konnte die Krümmung des Planeten am Horrizont erkennen und einer der Monde schob sich hinter der großen Kugel in sein Sichtfeld.

OneEyed kam der Öffnung immer näher und grade als er sie erreichte, meldete sich sein Kommunikator. Er aktiviert sein Headset mit einem flauen Gefühl.

Kapitel 6

"Hey Monkey"

Es war Faith Stimme und im Hintergrund, hörte man immer wieder Treffer auf den Schilden.

Die Triebwerke der Hornet heulten unter der Last auf. Faith sprach leise und gleichgültig.

"Lieber wäre mir Samuel."

Diesen Namen hatte Monkey lange nicht mehr gehört.

"Lass mich reden und sag bitte nichts weiter."

"Vor ungefähr 2 Monaten wurde............... die Northstorm zerstört."

Monkey war geschockt, aber blieb still.

"Niemand außer mir überlebte und ich verlor alles. Meine Freunde, mein Schiff und meine Ehre."

"Wir wurden in eine Falle gelockt."

"Es war ein Treffen unter Geschäftsleuten, Wir............."

Monkey hörte eine laute Explosion, aber dann sprach Faith weiter.

"Sie haben nur den Scanner erwischt."

"Auf jedenfall wollten wir nur unser Beute zu Credits machen. Doch wir wurden gelinkt........"

Sie klang wütend und traurig zugleich.

"Während ich mich bei dem Treffen befand, tauchten überall Schiffe der UEE auf und eröffneten sofort das Feuer. Wir waren vollständig umzingelt, wir hatten nicht aufgepasst"

Sie klang immer verzweifelter und Monkey hört weiter zu, während unbändige Wut begann, sein Inneres zu verzehren.

"Sie hätten uns gefangen nehmen können. Doch bevor meine Crew reagieren konnte, wurde die Northstorm ausradiert."

"Nicht das wir Gnade erwartet hätte, aber diese Feigen Schweine wollten keinen fäiren Kampf. Wir hatten nicht den Hauch einer Chance. Bevor ich festgenommen wurde, konnte ich von dort fliehen und versteckte mich eine zeitlang bei Markus"

Sie macht eine lange Pause.

"Und weisst du auch mit wem ich dieses Treffen hatte? Judith Winters!"

Monkey traute seinen Ohren nicht.

"Als Markus mich anrief und mir sagte, das du genau diese Schlampe ausschalten willst und du Hilfe benötigst, wollte ich dich schon anrufen. Du kamst mir nur zuvor."

Ihre Stimme begann zu zittern und leise sprach sie weiter.

"Versprich mir das du es schaffst, das dieses Monster verschwindet. Bitte räche uns!"

Monkey beschlich ein ungutes Gefühl.

"Faith.........."

Sie unterbrach ihn.

"Bitte versprich es mir. Du musst es mir versprechen."

"Du hast 15 Minunten bevor sie zurück sind."

"Pass auf dich auf."

"Faith.....ich........"

Eine Explosion lies Monkey Kopfhörer kratzen und das Signal brach ab.

Er erstarrte und nur sein Herzschlag hämmerte durch seinen Kopf.

"Faith, verdammt melde dich. FAITH!!"

Es kam keine Antwort und Monkey wurde bewust, was er nicht glauben wollte. Faith Hollow war tod.

Erst war es Verzeiflung die ihn regungslos verharren lies, doch dann kam der Hass.

Purer, alles zerstörender Hass und nichts würde ihn jetzt noch aufhalten. Er unterdrückt alle Gefühle, welche in ihm aufkeimten. Nur noch sein Ziel vor Auge, zwengte er sich in den Schacht und rannte zur Wartungsluke. Das Metallschot war verriegelt und er wandte sich seinem kleinen Begleiter zu.

"Kannst du mir helfen?"

Die Ki der Spinne erkannte seine Stimme und machte sich ans Werk. Ein Stachel schoss aus ihrem Körper und rammte sich in das Bedienfeld. Ein paar Sekunden später schwang die Luke auf und sie begaben sich ins Innere.

Samuel stand in einem langen Wartungsgang. Das Adrenalin und seine Wut drängten ihn vorwärts.

Er hatte sich den Weg genau eingeprägt. Erste links, zweite rechts, den Gang entlang bis der Wartungsschacht nach oben abzweigte.

OneEyed kletterte die Leiter nach oben. Er öffnet vorsichtig die Abdeckung und prüfte durch einen schmalen Spalt ob der Raum in dem er ankam, sicher war.

Als er nichts entdecken konnte, kletterte er heraus und befand sich im Lagerbereich, direkt neben dem Klimasystem. Nur zwei Bereiche weiter befand sich der Reaktorraum. Mit dem Sturmgewehr im Anschlag rannte er los. Nur noch etwas über 10 Minuten, also keine Zeit mehr für Heimlichtuerrei.

Hinter der Tür des Lagerraums lag eines der Manschaftsquatiere. Er stürmte hinein und schoss in blindem Hass auf alles was sich bewegte. Salve um Salve feuerte er auf die entsetzten Mechaniker.

Kein Alarm. Es schien als funktionierten die Nanobots. Monkey stürmte weiter in den nächsten Bereich. Dem Kontrollraum des Reaktors. Auch hier zeigte er keine Gnade.

Es war wie damals bei dieser Sekte. Nachdem er gesehen hatte, mit welcher Grausamkeit diese, ihre Gefangenen quälten, überkam ihn solche unbeschreibliche Wut, das aus einer stillen Rettungsaktion ein wahres Gemetzel wurde.

Auch hier hatten die Wachposten keine Zeit, überhaupt zu reagieren.

Er wendet sich der kleinen Spinne zu.

"Hack dich ein und deaktiviere alle Rettungskapseln und schalt das Kraftfeld des Reaktors aus"

Er wollte niemanden entkommen lassen, in Monkeys Augen, trugen sie alle die Schuld an Faith Tod.

Er ging zum Reaktorraum, während der Roboter seine Befehle ausführte.

Ein Alarm ertönte, als dieser seine Aufgabe erledigt hatte.

Der Reaktor war im Boden eingelassen. Eine Steg führte von der Tür zur Spitze des Reaktors.

Monkey ging hinüber und legte Markus Spezialwürfel auf die Abdeckung der Maschine und aktivierte ihn.

Er rannte zurück in den Kontollraum und schnappte sich seinen Begleiter und trat die Flucht an.

Nur noch 5 Minuten.

Die zweite Tür zum Kontrollraum öffnete sich und der Sicherheitsdienst stürmte herein.

Monkey eröffnet das Feuer, während er weiter Richtung Wartungsbereich rannte. Er rutschte die Leiter herab und erreichte kurz darauf die Wartungsluke. Die Rufe und Schritte seiner Verfolger waren dicht hinter ihm.

Monkey gelangte nach draußen. Hierher konnten ihm die Wachen ohne Magnetstiefel nicht folgen.

Noch 2 Minuten.

So schnell er konnte, bewegte sich Monkey auf sein Schiff zu.

Noch 1 Minute.

Er erreichte sein M50 und sprang ins Cockpit, startet die Triebwerke und lösst die Verriegelung.

Sein Schiff fiel von der BlueSky ab und Monkey gab vollen Schub auf die Antriebe.

Er konnte die rückkehrenden Patroulienschiffe schon auf seinem Radar erkennen, als er mit hoher Geschwindigkeit den Abstand zu dieser fliegenden Bombe vergrößerte.

Wenige Augenblicke später, wurde das gesamte Antriebssystem des rießigen Schiffes, von einem gewaltigen Feuerball, regelrecht aufgefressen.

Die Schockwelle erreicht die kleine M50 und Monkey hatte große Mühe sein Schiff am Himmel zu halten. Das BlueSky verlor schnell an Höhe und stürzte brennend Richtung Planetenoberfläche.

Keine Rettungsbote wurden gestartet. Niemand sollte dieses Inferno überleben.

OneEyed schaltete den Autopiloten an, nachdem er sich versichert hatte, das ihm niemand folgte.

Er war der Ohnmacht nahe und nichts war mehr so wie vorher. Die einzige Person, welche Samuel jemals etwas bedeutet hatte, gab es nicht mehr. Vor lauter Verzweiflung, hatte er nichteinmal bemerkt, das er bei seiner Flucht angeschossen wurde. Der Schmerz, welcher ihm Faith Verlust bereitete, war deutlich größer.

Monkey schwor sich, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen um sein Versprechen einzulösen. Er würde die Verantwortlichen, für den Verrat an der Northstorm, zur Rechenschaft ziehen.

OneEyed Monkey

Kapitel 1

Samuel schlenderte durch die Einkaufsmeile der Raumstation, auf welcher er nach seiner unehrenhaften Entlassung aus dem Militärdienst gestrandet war.

Die UEE Streitkräfte hatten ihn auf dieser kleinen Handelstation im Orbit von Ellis IX von Bord gehen lassen, nachdem er seinem Einsatzleiter den Kiefer gebrochen hatte. Samuel konnte sich immer schon schlecht der Befehlskette unterordnen und hatte entgegen seiner Befehle, eigenmächtig einen Angriff auf einen kleines Squadron plündernder Piraten gestartet.

Samuel war zu diesem Zeitpunkt auf einem Aufklärungsflug im Cathcart System und meldete einen Angriff auf eine kleine Händlerflotte. Er konnte es nicht fassen das Commander Jenkins ein Einschreiten ablehnte und er zurück zum Träger kommen sollte, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Samuel ignorierte den Befehl und erledigte die unbeholfene Bande im Alleingang.

Zurück auf dem Trägerschiff musste er sich für sein Vergehen verantworten und aus Wut über die, in seinen Augen ungerechtfertigten Beschuldigungen, verlor er die Beherrschung.

Es machte ihm ja nichts aus das seine Ehre einen Knacks bekommen hatte, aber er brauchte dringend wieder ein gutes Einkommen.

So suchte er schon seit mehreren Tagen nach einem lukrativen Auftrag, welcher ihm ermöglichen würde, wieder ein Schiff zu erwerben. Er hatte schon alle Händler abgeklappert und war bei einigen Kapitänen von Transportschiffen oder Schmuggelflotten vorstellig geworden. Doch keiner wollte einem Befehlsverweigerer einen Auftrag anvertrauen, oder Ihn in seiner Crew haben.

Aufgeben war für Samuel ein Fremdwort, also durchkämmte er auch an diesem Tag wieder, die von Neonreklamen und Videowänden gesäumten Korridore der Station. Er musste lachen, als er an einer Reklame für die Einschreibung beim Militär vorbeikam.

"Sie brauchen nicht das Militär, das Militär braucht Sie. Helfen sie uns, unser Volk vor den Bedrohungen dieser Welt zu schützen" sprach das Hologramm eines jungen Rekruten jeden an, der an Ihm vorbei lief. Überall roch es exotisch aus den Küchen der Restaurants, in denen jede erdenkliche Speise, aus allen Regionen des bekannten Universums angeboten wurden.

Samuel war in seinen Gedanken vertieft, als plötzlich ein älterer Mann im vollem Lauf mit ihm kollidierte und ihn unsanft auf dem metallischen Boden der Station beförderte. Er konnte grade noch die Arme hochreißen, bevor der Alte auf ihn stürzte. Der Mann rappelte sich wieder auf, entschuldigte sich hastig und rannte weiter. Bevor Samuel aufstehen konnte, tauchten drei Männer auf, die den Korridor zwischen den Ständen herauf gelaufen kamen. Augenscheinlich verfolgten sie den alten Mann.

Samuel sah es als Schicksal an, denn mit Sicherheit hat der Alte etwas Wertvolles bei sich und vielleicht konnte er seine Hilfe gebrauchen. Das wollte Samuel sich nicht entgehen lassen.

Als die drei Verfolger Samuel erreichten, riss er einen von Ihnen, mit einer Beinschere zu Boden.

Schnell sprang er auf und setzte den Typen, mit einem gekonnten Schlag außer Gefecht.

Samuel sah noch, wie der alte Mann in eine Seitengasse einbog, bevor dessen Verfolger nun auf Ihn losgingen. Samuel hatte für sowas keine Zeit, wenn er den Alten noch einholen wollte, also drehte er sich um und rannte in den nächsten Laden. Er kannte sich mittlerweile soweit auf der Station aus, dass er erahnte wo er den Alten abfangen könnte. Samuel durchquerte das Geschäft und der Ladenbesitzer tobte, als er zum Hinterausgang rannte. Seine zwei Verfolger wurden nur kurz aufgehalten, bevor sie den armen Tropf einfach niederschossen.

Samuel erreichte den Bereich hinter dem Laden, einen Lieferantenkorridor. ERr schaute sich kurz um und entdeckte eine Metallstange. Die einfache Waffe fest im Griff, positionierte er sich neben dem Ausgang. Als der erste Verfolger aus dem Raum stürmte, schlug er mit voller Kraft zu und traf ihn mitten ins Gesicht. Die Zähne und der Kiefer zerbarsten unter der Einwirkung des Metalls und der Mann sackte zusammen. Der zweite Verfolger zögerte etwas und Samuel nutzte den Moment um die Waffe des ersten aufzuheben. Kaum hatte Samuel die Pistole an sich genommen trat sein Kontrahent in den Korridor und feuerte einen Schuß ab, welcher Samuel nur mit Glück verfehlte.

Dieser hob ebenfalls seine Waffe und drückte ab. Blut quoll aus der Wunde, im Schädel des Mannes und auch dieser fiel leblos in sich zusammen.

Samuel hatte einige Minuten verloren, also rannte er den Korridor entlang und erreicht den Ausgang zur anderen Seite des Marktes. Kaum trat er heraus, schoss der Alte an ihm vorbei. Samuel nahm die Verfolgung auf, doch sein Ziel war unerwartet schnell. Trotz seines durchtrainierten Körpers, war es nicht leicht an Ihm dran zu bleiben, zumal heute außergewöhnlich viele Menschen Ihre Einkäufe erledigten. Als der Mann jedoch in einen abzweigenden Wartungsgang flüchten wollte, strauchelt dieser und Samuel konnte ihn mit einem kräftigen Sprung zu Boden werfen.

"Bitte..... Bitte...... Töten sie mich bitte nicht" der arme Kerl zitterte am ganzen Leib.

Samuel presst ihn an den Boden und versucht Ihn zu beruhigen.

"Alles klar, deine Verfolger sind erledigt. Beruhige dich erst einmal. Ich will dir nur helfen. Bitte lass das Geschrei, wir haben schon viel zu viel Aufsehen erregt."

Der Alte beruhigte sich ein wenig. "Ich kann dir nicht trauen..... Ich darf dir nicht trauen. Bitte lass mich gehen.“ Das faltige Gesicht blickte Samuel ernst an. “Ich muss von dieser Station runter, lass mich doch bitte los." Samuel ließ von dem Alten ab, denn er war sich sicher, das es nicht viel für ihn zu holen gab. Der alte Mann rappelte sich wieder auf und blickte Samuel in die Augen.

"Danke das sie mich laufen..........."

Ein Schuss ertönte und sein Gegenüber wurde zu Boden geschleudert.

"Scheiße, wo kam das her."

Samuel sprang hinter einem der Stände in Deckung und zog den Alten zu sich herüber. Die aufgeschreckte Menschenmenge schrie panisch und rannte in alle Richtungen davon. Ohne Rücksicht, wollten sie alle hier weg. Jeder der nicht schnell genug war, wurde einfach niedergetrampelt. Es war das reinste Chaos. Ein Alarm schrillte durch die Gänge und Samuel wusste das er schnell hier verschwinden musste, bevor die Stationssicherheit eintreffen würde. Als er grade los rennen wollte, packte der Alte seinen Arm.

Samuel konnte es nicht fassen, doch der Mann lebte noch. Er beugte sich zu ihm herunter, während sich dessen Blut auf dem Boden ausbreitete.

"Wie heißt du mein Junge?" fragte er.

"Ich heiße.........."

Samuel musste vorsichtig sein, denn er wusste ja nichts über die Hintergründe dieses Vorfalls.

Er entschied sich seinen wahren Namen für sich zu behalten. Er entdeckte an einer Warenkiste das Logo einer weit verbreiteten Handelskette. Irgendwie erinnerte es ihn an einen winkenden Affen.

"Ich heiße Monkey"

Der Alte hatte keine Wahl. "Ich muss dir.......das hier anvertrauen." Er holte eine kleine Holodisk aus seiner Tasche. "Wenn das in die falschen Hände gerät........."

Der Mann konnte kaum noch sprechen.

"Du musst das zu Frederik Kordan .........Mond Kolonie................ Kallis System..............."

Das konnte Samuel grad noch raushören.

Der Alte drückte Samuel die Disk in die Hand. "..............hilf uns .........mein Schiff ........... Dock 13. Bitte hil......." Er verlor das Bewusstsein.

Samuel suchte die Id Karte des Mannes und nahm sie an sich. Damit konnte er auf dessen Schiff gelangen. Bevor die Wachleute eintrafen, verschwand er in den Wartungsschächten der Station.

Kapitel2

Samuel konnte nicht glauben wo er da hinein geraten war und fand keine Erklärung für das Geschehene. Was ist auf dieser Disk? Wer waren die Killer, oder für wen arbeiten sie?

Samuel konnte keine Antwort finden. Er lief den engen Schacht weiter, welcher nur durch die Notbeleuchtung erhellt wurde. Viel sehen konnte man nicht. Er war jedoch sicher das er sich Richtung Docks bewegte. Wenn die Sicherheit bemerkte, das die ID Karte des Alten fehlt, werden sie bestimmt nach ihm suchen. Dann werden sie denken, Samuel hätte Ihn erschossen.

Wie sollte er nun auf das Schiff kommen? Sie werden es sicherlich bewachen. Samuel überkam langsam ein Gefühl der Verzweiflung. Er musste unbedingt von der Station runter, denn jetzt war er das Ziel.

Samuel kam an eine Abzweigung. Sein Bauchgefühl lies Ihn nach links weiterlaufen und nach ein paar Metern hörte er hinter einer der Wartungsluken leise Stimmen. Er blieb stehen und lauschte.

"Hey Jester wir müssen los, beeil dich doch mal. Der Chef wartet nicht gern, der reisst uns noch den Kopf ab." sagte der eine.

"Alter, dann geh halt schonmal vor. Das Schiff wird schon nicht auseinander fallen, nur weil zwei Mechaniker, zwei Minuten zu spät zur Arbeit erscheinen." sagte der andere.

Das war es, Samuels Chance. Als dieser hörte das die Tür geschlossen wurde und er sicher war, das sich der Mann nun alleine im Raum befand, hämmerte er mit voller Kraft gegen die Luke. „Komm schon Mann, öffne diese verdammte Luke.“

Samuel zog die Waffe, welche er noch immer bei sich trug und hielt sie im Anschlag.

Tatsächlich öffnete sich die der Eingang mit einem zischenden Geräusch. Der Mechaniker kam ins Sichtfeld und Samuel drückte ihn zurück in den Raum. Mit dem Griff der Waffe schlug er ihn bewusstlos, bevor dieser in irgendeiner Weise handeln konnte. Er fesselte und knebelte den Mechaniker, zerrte Ihn zurück in den Wartungsschacht, schloss die Luke und schaute sich in dem Raum um.

Samuel nahm eine der Arbeitsmonturen aus dem Kleiderschrank und zog sie über. Eine Kappe, die er auf dem Nachttisch fand, zog er sich tief ins Gesicht. So gekleidet verließ er den Raum und setzte seinen Weg zum Dock fort.

Er lief über die Korridore der Station und folgte den Wegweisern an den Wänden. Schließlich kam er unbehelligt bei Dock 13 an, doch stand direkt vor dem nächsten Problem. Er hatte nicht die leiseste Ahnung welches Schiff dem Alten gehörte.

Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, kletterte Samuel, über eine Leiter, auf einen der Montagestege. Diese verliefen in gut 10 Meter Höhe durch das ganze Dock. Das Schiff war jedoch weniger schwer auszumachen als Samuel dachte. Ein Freelancer mit leichter Bewaffnung, doch die Stationssicherheit begann grade damit, eine Untersuchung durchzuführen.

Ein normaler Vorgang bei einem Mord. Sie wussten wahrscheinlich nicht, worum es bei der Sache wirklich ging. Während Samuel überlegte wie er jetzt auf das Schiff gelangen sollte, überraschte ihn jemand von hinten und zog ihn zu Boden.

Der glatzköpfige, in einen Mantel gehüllte Mann, hielt Samuel den Mund zu und deutete Ihm an, sich ruhig zu verhalten. Er zeigte zum Schiff und flüsterte "Hör mir zu. Du musst auf das Schiff, nicht wahr? Ich folge dir schon seid dem Vorfall auf dem Markt.“

Der Mann sah etwas mitgenommen aus.

„Der Alte Mann war ein guter Freund von mir. Ich weiß das du die Disk bei dir hast und werde dir helfen hier raus zu kommen. Wir haben lange daran gearbeitet diese Informationen zu erhalten.

Wieso er grade dir vertraut hat ist mir ein Rätsel, aber ich hoffe er lag nicht falsch."

Der Mann lies Samuel los.

"Wer bist du" wollte Samuel wissen, doch der Mann winkte ab. "Für so was ist keine Zeit, Agenten der Vereinigung sind schon auf dem Weg hier her. Eile ist also angesagt. Komm mit."

Widerwillig folgte er seinem vermeintlichen Retter.

Agenten der Vereinigung? Samuel war es schleierhaft, was das nun wieder sein sollte. Es wurde immer verrückter.

Die Beiden stiegen die Leiter wieder herunter und der Unbekannte legte seinen Mantel ab. Darunter trug er die Uniform eines Offiziers der UEE.

"Folge mir einfach und bleib ruhig"

Sie bewegten sich Richtung Transporter. Zielstrebig hielten sie auf den ranghöchsten Sicherheitsbeamten zu. Mit kräftiger autoritärer Stimme sprach der Unbekannte den Mann an. "Lt. Commander Haswell von der 7.Division der UEE, dieses Schiff wird hiermit, aufgrund militärischer Ermittlungen beschlagnahmt."

Der Mann vom Sicherheitsdienst sah nicht so aus als ob er Ihnen dieses Schauspiel abkaufen würde. "Nehmen sie gefälligst Haltung an wenn ein ranghoher Offizier vor Ihnen steht. Ich werde sie bei Ihrem Vorgesetzten melden."

Das hat gesessen, doch der Beamte verlangte, die ID Karte des Commanders zu sehen um eine Überprüfung zu veranlassen. Der Unbekannte zog, zu Samuels Überraschung, seine Karte und reichte sie dem Beamten. Eine Minute dauerte die Überprüfung. Für Samuel eine gefühlte Ewigkeit. Der Mann schaute von seinem Lesegerät wieder hoch und gab die Karte ihrem Besitzer zurück.

"Alles in Ordnung Lt. Commander Haswell, das Schiff gehört Ihnen."

Samuel konnte es nicht fassen. War dieser Kerl wirklich von der UEE, oder war die ID Karte gefälscht. Jedenfalls deutete Ihm der Commander an, jetzt in das Schiff zu steigen.

Samuel tat was Ihm gesagt wurde.

"Jawohl Lt. Commander"

Doch als er grade das Schiff betreten wollte, bellte einer der Männer vom Sicherheitsteam los.

"Halt, stopp, der Kerl hat einen unserer Mechanikeranzüge an, der ist nicht von der UEE. Den Aufnäher an der Seite kenne ich von meinem Kumpel Jester."

Das war es, sie wurden ertappt. Samuels Helfer reagierte sofort. Er schlug den Anführer der Gruppe mit einem Schlag nieder, nahm dessen Waffe an sich und eröffnete das Feuer.

Die Männer der Sicherheit waren völlig überrumpelt.

"Los rein da mein Junge, seh zu das du hier verschwindest!"

Samuel rannte ins Cockpit des Schiffes und startete die Maschinen während er sich in den Pilotensessel warf. Er konnte sehen, wie sein Helfer außerhalb des Schiffes, die Sicherheit in Schach hielt. Doch langsam kesselten sie Ihn ein, er saß in der Falle und Samuel konnte nichts machen.

Das Schiff hatte den Startvorgang beendet und hob vom Boden ab. Der starke Luftstrom der Triebwerke bereitete den Sicherheitskräften einige Probleme und Samuel konnte sehen, wie Haswell die Situation nutzte um aus dem Chaos auszubrechen.

Während er das Schiff in Startposition brachte wurde sein Retter, bei dem Fluchtversuch, von einer Kugel niedergestreckt. Ob er tod war, oder ob er noch lebte, konnte Samuel nicht mehr ausmachen.

Eine Sirene heulte auf und versetzte das Dock in Alarmbereitschaft. Die restlichen Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf den Lancer.

"Unautorisierter Start auf Dock 13, bitte landen sie Ihr Schiff" schallte es durch die Lautsprecher des Freelancers "Die Kraftfelder wurden aktiviert"

Das fehlte Samuel noch denn wie sollte er es jetzt hier raus schaffen. Während er in Richtung der Hangartore navigierte, bemerkte jedoch die gewaltigen Energiespulen in der Nähe der Tore. Er vermutete das damit die Kraftfelder erzeugt wurden und feuerte in Richtung der riesigen Geräte.

Diese explodierten in einem gewaltigem Lichtblitz und Trümmer prasselten auf die umherstehenden Schiffe. Feuer brach im Dock aus und tatsächlich begann das blau schimmernde Kraftfeld zu flackern und erlosch dann ganz.

Der Lancer hatte nur einfache Raketen geladen, aber die mussten einfach reichen. Samuel feuerte alle sechs auf die Hangartore ab. Mit glühendem Schweif, rasten die Flugkörper auf die letzte Barriere zu, welche sich noch zwischen dem Lancer und der Leere außerhalb der Station befand. Die Panzerung des Hangars war im Inneren nicht stark ausgebaut und die Wucht der Explosion riss ein Teil des Tores auseinander. Der Druckunterschied erledigte den Rest und das gesamte Stahlkonstrukt wurde aus der Verankerung gerissen.

Samuel gab vollen Schub und der gewaltige Sog riss alles, was sich innerhalb des Docks befand, mit hinaus ins Vakuum des Alls. Mit viel Glück schaffte es Samuel, die Station unbeschadet zu verlassen.

Der Lancer entfernte sich mit hohem Tempo, von der über dem Planeten schwebenden Insel aus Stahl. Ein Piepen schalte durchs Cockpit und auf dem Radar erschienen vier rote Punkte, die sich Samuels Position näherten.

Kapitel 3

Die vier Schiffe kamen in Sichtweite, doch die Scanner des Lancers konnten keine Informationen über sie liefern. "Zielobjekte nicht registriert" schallte die Stimme der Schiffs KI durchs Cockpit.

Seine Verfolger waren jetzt nah genug, es handelte sich um vier M50 Interceptor. Durch ihre schwarze Lackierung waren sie nur schwer zu erkennen, aber sie kamen direkt auf ihn zu.

Entkommen konnte er Ihnen mit Sicherheit nicht, zu langsam und träge war der Lancer. Ein Kampf wäre der reine Selbstmord, also was sollte er nun machen?

Das Kom des Lancers zeigte einen eingehenden Anruf und Samuel öffnete die Verbindung.

"Guten Tag Herr Delorean, wir hatten gehofft das Ihnen die Flucht gelingt und auf sie gewartet."

Samuel vermutete das es sich bei diesem Delorean um den alten Mann handelte, von welchem er die Disk bekommen hatte.

"Wir sind hier um sie zu schützen und sicher ins Kallis System zu geleiten."

Samuel war sich nicht sicher, ob er ihnen die Wahrheit über den Verbleib von diesem Delorean erzählen sollte. Wie würden sie reagieren? Andererseits könnte er, spätestens nach der Landung, seine Indentität nicht länger geheimhalten. Er entschied sich, dieses Risiko einzugehen.

Er antwortete daher nur "Vielen Dank, das wäre mir eine große Hilfe."

"Bitte folgen sie uns" antwortete die Stimme.

Samuel lenkte das Schiff in die Formation und die Gruppe setzte den Weg Richtung Sprungpunkt fort.

Es würde gut 15 Minuten dauern bis sie Ihn erreichten, also aktivierte Samuel den Autopiloten und begann auf dem Schiff nach Hinweisen zu suchen. Irgendwas, das ihm dieses ganze Chaos erklären könnte. Im Cockpit gab es nicht viel zu entdecken, nur ein kleiner Holowürfel stand auf den Amaturen.

Er zeigte das Bild einer jungen Frau mit einem Kind im Arm. Samuel vermutete, dass es sich um die Tochter und das Enkelkind des Alten handelte. Neben dem Sitz schwebte ein Vakuumball, einer der Stresskiller Nummer eins. Sonst gab es nicht viel zu entdecken, also ging er in den hinteren Teil des Lancers. Die Schiffsküche war gut ausgestattet und der Kühlschrank gefüllt. Dieser Delorean aß wohl gerne delikat, denn es befanden sich hauptsächlich schwer zu beschaffende Lebensmittel darin. Auch hier gab es sonst nichts von Interesse. Der Laderaum war, bis auf einige Ersatzteile und etwas Werkzeug, komplett leer.

Samuel ging noch kurz auf die Toilette bevor er, etwas enttäuscht, wieder im Pilotensitz platz nahm. Kurz darauf meldete sich sein Geleitschutz erneut.

"Wir übertragen ihnen jetzt die Sprungkoordinaten. Wir springen in drei Minuten!"

Samuel wartete auf das Startsignal und aktivierte den Sprungantrieb. Die Sterne um ihn herum verzerrten sich zu einem Tunnel aus Licht und der Lancer trat in de Hyperraum ein. Samuel konnte die Zeitspanne, die er sich innerhalb der Singularität befand, nie richtig einschätzen, doch die Ankunft war jedesmal spektakulär. Die Lichtröhre faltete sich auf und man konnte mit ansehen, wie sich die Welt um einen herum langsam wieder aufbaute, ein unglaublicher Anblick.

Wieder ertönte die Stimme aus den Lautsprechern.

"Wir sind angekommen. Folgen sie uns bitte weiterhin, bis wir die Kolonie erreichen."

In diesem Moment dröhnte der Annäherungsalarm durchs Schiff und nur wenige Augenblicke später, zerbarst einer der M50 in einer grellen Explosion. Trümmer trafen auf die Schilde des Lancers und ließen den Transporter beben. Die übrigen Schiffe gingen auf Abfangkurs zum Angreifer.

"Verdammt, das sind Schiffe der Vereinigung. Sehen sie zu das sie die Kolonie erreichen, wir werden sie aufhalten. Die neuen Koordinaten habe ich ihnen grade übermittelt. Nun sind sie auf sich allein gestellt."

Samuel sah den drei Jägern hinterher, sie rasten auf die Gruppe der Angreifer zu. Es waren zwei Hornets und eine Cutlass, soweit er es erkennen konnte, es war aber nichts auszuschließen das es noch mehr waren. Ihm blieb nichts anderes übrig als die Flucht nach vorne anzutreten.

Samuel beschleunigte den Lancer auf Höchstgeschwindigkeit und steuerte auf die Position zu, die er grade erhalten hatte. Sein Ziel schien ein kleiner Mond zu sein, welcher einem der Gasriesen angehörte.

Da sich dieses System noch in seiner Entstehungsphase befand, gab es eine mehrere tausend Kilometer breite Scheibe aus Gas, Staub und Gestein, die ihm seinen Weg zum Ziel erschwerte. Samuel steuerte den Lancer direkt hinein, denn es würde einfach zu lange dauern, das Hindernis zu umfliegen.

Er war erst wenige Kilometer in die Scheibe eingedrungen, als der Annäherungsalarm erneut aufheulte.

Scheinbar hatte sich einer der Angreifer von seiner Gruppe abgelöst und war ihm gefolgt.

Samuel riss das Steuer zu sich und der Lancer schoss nach oben.

Er schaffte es, einen größeren Brocken des Gesteins, zwischen sich und den Angreifer zu bringen.

Die heranfliegenden Raketen explodierten auf dessen Oberfläche. Der Radar des Lancers zeigte keine anderen Schiffe in der näheren Umgebung. Vermutlich arbeiteten die Systeme des Lancers, aufgrund der Strahlung innerhalb der Scheibe, fehlerhaft.

Er lenkte das Schiff nach rechts und machte eine halbe Rolle, so konnte er einen Blick auf den Angreifer erhaschen. Es war eine der Hornets, welche ihm gefolgt war. Auf der silbernen Hülle des Schiffes prangte ein rotes Kreuz.

Samuel versuchte möglichst dicht an den großen Asteroiden vorbei zu fliegen, um seinem Verfolger die Zielerfassung so schwer wie möglich zu machen.

Solche Manöver hatte er während seines Dienstes beim Militär oft üben müssen, nur hatte er damals nicht so ein träges Schiff. Es war äußerst gefährlich, denn nur der kleinste Fehler würde sein Ende bedeuten. Der Pilot des Jägers hatte scheinbar auch seine Probleme und fiel hinter Samuel zurück.

Dieser witterte eine Chance und lies sein Schiff, an einem besonders großen Gesteinsklumpen, steil nach oben steigen und umflog diesen, um dem Angreifer in den Rücken zu fallen.

Wieder ertönte der Alarm und eine Rakete traf den Lancer an der linken Flosse.

Der gegnerische Pilot hatte Samuels Vorhaben durchschaut und ihn nur knapp verfehlt. Die wendige Hornet nahm sofort wieder die Verfolgung auf und jagte erneut hinter Samuel her.

Ein weiteres mal schallte der Alarmton durchs Cockpit und wollte einfach nicht verklingen.

Alles was Samuel versuchte, um die Rakete abzuschütteln, misslang. Das Piepen wurde greller und greller.

Im nächsten Moment schoss, wenige Meter über dem Cockpit des Lancers, eine schwarze Silhouette in Richtung Hornet. Es war eines der Schiffe die Ihn eskortiert hatten. Das Piepen erlosch und der Lautsprecher dröhnte los.

"Herr Delorean, ich hoffe bei Ihnen ist alles in Ordnung. Es sind keine weiteren Angreifer in der Nähe. Wir sollten jetzt freie Bahn haben."

Samuel atmete tief durch. Das war das schönste, was er seid langem zu hören bekam.

"Ja hier ist alles in Ordnung, ich sollte Ihnen jedoch mitteilen, das ich nicht Delorean bin.

Mein Name ist Samuel Brown, mir wurde eine Disk übergeben welche ich zu diesem System bringen sollte. Der Mann, den sie erwarteten, starb während seiner Flucht von der Station."

Es blieb lange ruhig, bevor der Pilot des M50 antwortete.

"Es betrübt uns das zu hören. Wir sind ihnen dankbar das sie diesen Auftrag ausgeführt haben, sie werden sich jedoch einer Befragung unterziehen müssen, wenn wir im Hauptquartier angekommen sind."

Samuel nahm dies ohne ein weiteren Kommentar hin. Noch mehr Action konnte er heute echt nicht gebrauchen. Er folgte dem Jäger weiter bis zu Ihrem Ziel.

Der erste Auftrag (Prolog) Kapitel4

Der orangfarben schimmernde Gasgigant hatte während seiner Entstehung, eine gewaltige Schneise in die protoplanetare Scheibe des noch jungen Sterns gefressen. Die zwei Schiffe erreichten diesen Bereich und Samuel konnte ein solches Wunder der Natur zum ersten Mal mit eigenen Augen betrachten. Innerhalb der Atmosphäre des Planeten tobten mächtige Stürme und tausende Blitze zeichneten imposante Figuren auf die oberen Schichten der Gashülle. Immer wieder stürzten kleinere Asteroiden auf die Oberfläche und erzeugten Verwirbelungen innerhalb des Gases, was den Planeten in großen Bereichen mit farbigen Flecken verzierte. Die größeren Monde des Giganten konnte man, selbst auf diese Entfernung, mit bloßem Auge erkennen.

Sie kamen der Oberfläche immer näher, und die Gaskugel füllte bald den gesamten Sichtbereich des Cockpits. Die M50 schwenkte in die Umlaufbahn ein und Samuel folgte ihr.

Bald konnte er den kleinen Mond hinter dem Horizont auftauchen sehen, von dem er vermutete das dies ihr Ziel sein würde. Der junge Himmelskörper besaß noch immer einen aktiven Vulkanismus, und war in eine Hülle aus Schwefelgasen gebettet. Ein sehr unwirtlicher Ort, doch in seiner Entwicklung im Gegensatz zu seinen großen Brüdern, weit genug vorangeschritten, um eine Kolonie beherbergen zu können.

"Wir setzten nun zur Landung an" erklärte der Pilot des Jägers "Bleiben sie innerhalb der Einflugschneise und folgen sie mir. Willkommen auf Alamut, dem Zentrum unseres Ordens."

Samuel konnte es einfach nicht glauben.

"Um welchen Orden handelt es sich?“, wollte er wissen.

"Das werden sie noch früh genug erfahren!" lautet die unbefriedigende Antwort.

Die zwei Schiffe drangen immer weiter in die gelbbraune Suppe des Mondes ein. Ohne die Instrumente des Lancers wäre Samuel faktisch blind gewesen. Er konnte aus den Daten herauslesen das sie sich einem Gebirge näherten und wenige Augenblicke später war der Schwefel spurlos verschwunden.

Sie befanden sich jetzt innerhalb eines Kraftfeldes, welches die gesamte Hochebene, einer mächtigen Gebirgskette, umschloss.

Zu Samuels Überraschung beherbergte das Plateau eine kleine Stadt.

Hauptsächlich bestand diese aus kuppelförmigen Gebäuden, die fast vollständig aus schwarzem Glas bestanden. Des weiteren gab es ein Thermalkraftwerk und einige kleinere Fabriken. Am auffälligsten war jedoch, der aus dem Zentrum herausragende weiße Turm. Wie ein glänzendes, im Boden steckendes Schwert, überstrahlte dieser die ansonsten dunkle Stadt.

Der Pilot der M50 drosselte seine Geschwindigkeit, bis sein Schiff zum stehen kam. Im Boden unter ihm öffnete sich eine Schleuse und der Interceptor sank in die Tiefe.

„Folgen sie mir bitte." drang es aus den Lautsprechern des Lancers.

Samuel folgte ihm in die beleuchtete Röhre, welche gut 500 Meter in die Tiefe führte und in einem riesigen Hangarbereich endete. Dutzende Schiffe waren dort untergebracht, alle so schwarz wie die Jäger seiner Eskorte. Es herrschte ein reges Treiben am Boden und man konnte meinen es stünde ein Krieg bevor.

„Landen sie in Bucht 23. Sie werden dort bereits erwartet." drang eine neue Stimme aus den Lautsprechern.

Samuel folgte der Anweisung, landete den Lancer und fuhr die Systeme herunter. Das Summen des Reaktors erlosch während Samuel das Schiff verließ.

Er wurde von einem großgewachsenem Mann empfangen, dessen Gesicht von einer unschönen Narbe gezeichnet war. Er trug eine graue Uniform, die Samuel so noch nie gesehen hatte. Es war jedoch offensichtlich das er einen hohen Rang bekleidete. Ein kleiner Wachtrupp begleitete den Mann.

Mit kräftiger Stimme sprach er Samuel an. „Sie sind also Samuel Brown?"

„Ja der bin ich."

„Haben sie die Disk dabei?" drängte der Anführer.

„Ja hier" Samuel holte die Disk hervor und reichte sie seinem Gegenüber.

„Vielen Dank, Sie haben uns einen großen Dienst erwiesen.“

Er winkte seine Männer heran. „Nehmt ihn fest"

Die Wachmannschaft ging äußerst schroff zur Sache, warf Samuel auf den Boden und legte ihm Magnetfesseln an. Alle Versuche des Protests waren vergebens, also gab er auf und sie führten Ihn ab. Man brachte Ihn in einen verspiegelten Raum abseits des Hangars und schnallte Ihn auf einem Stuhl welcher mit den unterschiedlichsten Gerätschaften bestückt war. Es handelte sich vermutlich um ein Verhörzimmer. Ein grelles Licht strahlte von der Decke und blendete Ihn stark.

Er wartete eine Weile, bis eine Stimme mit ohrenbetäubender Lautstärke den Raum durchflutete.

„Wie heißen sie"

Samuel antwortete.

„Samuel Brown"

Stille.....

„Wer gab ihnen die Holodisk?“

Er antwortete wieder.

„Ein alter Mann welcher bei einer Verfolgungsjagt erschossen wurde, keine Ahnung wie er hieß. Ich gehe davon aus das es dieser Delorean sein muss von dem ihre Leute sprachen! Verdammt was soll das alles?"

Stille....

„Kennen sie den Inhalt der Disk?"

Samuel fühlte sich unbehaglich.

„Nein verdammt, woher sollte ich, ich hatte keine Zeit mir nen Filmchen oder was auch immer anzuschauen. Ich wurde gejagt, musste mich aus nem Hangar sprengen, wurde von nem Jäger durch ein Asteroidenfeld gejagt und bin dann von euch gefangengenommen worden."

Er schrie den letzten Satz. „Also wann zum Teufel hätte ich dafür Zeit haben sollen?"

Stille....

„Wieso haben sie dem Geleitschutz nichts über Ihre wahre Identität verraten?"

Samuel platzte gleich der Kragen. Er schrie der Stimme entgegen.

„Spinnt ihr oder was? Damit ihr mich an Ort und Stelle pulverisiert hättet?"

Stille....

„Was wissen sie über unsere Gruppierung?"

Er konnte es nicht fassen.

„Nichts weiss ich, keine Ahnung wer Ihr seid oder was Ihr für Ziele verfolgt. Ich kannte euch bis heute nicht einmal."

Stille.....

„Wir werden jetzt einen Hirnscan durchführen um ihre Aussagen zu überprüfen.Verhalten Sie sich ruhig."

Anstelle der Stille, folgte nun der Schmerz.

Ein unerträglicher Druck, breitete sich in seinem Kopf aus. Ein schrilles Pfiepen marterte sein Gehör. Samuel wurde schwarz vor Augen und diverse Bilder seiner Vergangenheit drängten in sein Bewustsein, als das Auslesen der Erinnerung begann. Er war der Ohnmacht nahe.

Die Prozedur zog sich einige Minuten hin, bevor sie mit einem Schlag endete.

Samuel saß keuchend auf dem Stuhl, sein Herz schlug gefährlich schnell und der Schweiß tropfte ihm von der Stirn. Er versuchte wieder einen klaren Gedanken zu fassen und sich zu beruhigen.

Die Tür hinter Samuel zischte auf. Eine schwarzhaarige adrette Frau betrat den Raum, kam um den Stuhl herum und trat in sein Blickfeld. Sie trug ebenfalls eine Uniform. Diese hier war jedoch weiß und wirkte fast adelig.

„Wir konnten ihre Aussagen erfolgreich mit ihrer Erinnerung abgleichen. Wir sind uns sicher das sie die Wahrheit sagen."

Samuel war erleichtert, wurde nun aber aufgrund des Erduldeten richtig sauer.

"Tickt Ihr noch ganz sauber? Behandelt Ihr eure Helfer immer so? Ich hätte die Dreckdisk auch einfach liegen lassen können. Dann wärt ihr jetzt wohl ordentlich am Arsch!"

Er rüttelte an seinen Fesseln.

„Macht mich endlich los ihr verdammten Spinner. Dann verpisse ich mich nämlich hier!"

Die Frau blieb unberührt und sprach ruhig weiter.

„So einfach ist das nicht Herr Brown, sie werden eine Weile hier bleiben müssen. Sie wären zurzeit eine zu große Gefahr für unseren Orden."

Samuel konnte diese Heimlichtuerei nicht mehr ertragen.

„Was soll das denn bitte für ein Orden sein? Könnte mir das endlich jemand erklären?"

Die Frau lächelte ihn an.

„Das erfahren sie noch früh genug. Wenn wir der Meinung sind das sie uns wieder verlassen können, erhalten sie ein Schiff und eine angemessene Entlohnung ihrer Dienste. Bitte folgen sie mir!"

Sie betätigte einen Schalter und die Fesseln des Stuhls lösten sich.

Samuel stand auf und folgte ihren Anweisungen. Es war ihm eigentlich auch egal, denn irgendwo in der Galaxis, in irgendeinem Loch festzustecken, damit kannte er sich aus.

Sie brachte Ihn auf ein Zimmer. Der Weg dorthin bestand hauptsächlich aus weißen Fluren, an deren Wänden, Zeichen und Worte geschrieben waren deren Bedeutung Samuel nicht kannte und welche er niemals zuvor gesehen hatte.

Dieses Mal war es ein sehr komfortabel ausgestatteter freundlicher Raum, mit Bad, Küche, Bett und allem was man sonst noch brauchte.

"Fühlen Sie sich hier wie zu Hause, doch verlassen sie diesen Raum vorerst nicht. Man wird sich bei Ihnen melden."

Sie drehte sich um und verließ das Zimmer. Die Tür schloss sich und eine Verriegelung wurde aktiviert.

Samuel war nicht wohl dabei, hier eingesperrt zu sein, doch er wollte das Beste daraus machen.

Er nutzte die Zeit und schaute sich ein wenig in dem Zimmer um. Es gab reichlich zu essen in der Küche und er genehmigte sich einen Happen.

Er glaubte nicht, das man ihn vergiften wollte, das hätten sie auch einfacher haben können.

Auch hier waren die Wände voll mit diesen Malereien. Nur ergaben sie einfach keinen Sinn.

Samuel entdeckte ein paar Bücher im Nachttisch und blätterte zwei davon durch. Eines enthielt eine Geschichte von irgendeinem Cal Mason, ein normaler Roman. Das andere war etwas, das Samuel am ehesten an eine Bibel erinnerte, nur das auch hier diese seltsame Schrift genutzt wurde.

Viel mehr gab es nicht zu entdecken, also entschloss er sich eine Dusche zu nehmen und daraufhin das sehr bequeme Bett näher zu begutachten. Er war so erschöpft, das es nicht lange dauerte, bis er seinen wohl verdienten Schlaf bekam.

Ein Summen riss ihn einige Stunden später aus seinen Träumen. Die Tür glitt auf und ein graubärtiger alter Mann betrat den Raum. Auch dieser trug diese weiße Uniform wie die Frau von gestern.

Es sah mehr aus wie ein Mantel oder ein Umhang mit vielen Verzierungen auf der Oberfläche.

„Guten Morgen Herr Brown. Ich heiße sie bei uns willkommen. Sie haben uns einen unschätzbaren Dienst erwiesen und ich entschuldige mich für die Behandlung die sie hier erfahren haben."

Der Mann räusperte sich.

"Mein Name ist Frederik Kordan"

Samuel saß etwas ratlos auf der Bettkante und schaute den Mann fragend an.

„Ich möchte ihnen ein Angebot machen. Ein lohnendes, möchte ich hinzufügen. Könnten Sie sich vorstellen für unsere Organisation zu arbeiten? Die Begutachtung Ihrer Erinnerungen hat ergeben das sie überaus qualifiziert wären."

„Und was wäre das für eine Tätigkeit?" wollte Samuel wissen.

„Nun ja, wir nennen Ihnen einen Namen und sie finden und liquidieren die entsprechende Person."

Der Alte schaute ihn erwartungsvoll an.

Samuel war angewidert.

„Kopfgeldjäger also? Verstehe ich das richtig? Was für ein Orden seid ihr eigentlich?"

„Es ist eher die Arbeit eines Attentäters! Wir nennen uns, Loge der freien Welt, unser Orden existiert schon seid Jahrhunderten und wir haben uns der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts verschrieben.

Wir wachen über die Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft und greifen ein, wenn es nötig ist.

Die Männer welche sie angriffen und die Mr Delorean erschossen, gehörten einer Organisation an, welche sich nur die Vereinigung nennt. Wir konnten Ihren Stützpunkt ausfindig machen und genügend Informationen sammeln um einen Angriff zu riskieren. Es war zu riskant, diese Daten über Intercomm zu senden. Daher sollte Delorean sie uns persönlich übergeben. Seine Leibwächter waren jedoch eingeschleuste Agenten und töteten Ihn schließlich. Dann kamen sie ins Spiel."

Samuel musste unbedingt hier raus, in seinen Augen hatte er es hier mit üblen Spinnern zu tun.

Jedoch verwette er seine rechte Hand, dass wenn er ablehnte, er hier nicht lebend rauskommen werde.

„Ich muss sagen, das klingt verlockend. Ich denke das Angebot kann ich akzeptieren."

Der alte Mann machte eine Handbewegung und wieder stürmten Wachen heran und drückten Samuel auf den Boden. Der Alte zog eine Injektionspistole hervor und stach diese in seinen Hals. Der Mann trat zurück und die Wachen ließen Samuel wieder los.

„Dies ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe Ihnen Nanobots injiziert welche sie daran hindern werden, sich uns in Zukunft von uns abzuwenden. Sie werden in den nächsten Wochen ein spezielles Training absolvieren um auf Ihre Aufgabe vorbereitet zu sein. Danach können sie uns verlassen. Wir werden Ihnen ein M50 und genug Credits überlassen, um unbesorgt leben zu können. Sie können tun und lassen was sie wollen, nur bedenken sie, jetzt gehören sie uns."

Der Mann verließ den Raum und die Wachmänner folgten. Samuel war wieder allein. Er konnte nicht glauben, dass das alles ihm passierte und er schmiedete schon erste Pläne, wie er diese Nanobots wieder loswerden könnte.

Die Tage vergingen wie im Fluge und das Training war hart, doch Samuel boxte sich durch. Er lernte unglaublich viel in dieser Zeit. Irgendwie fühlte er sich wie etwas besonderes und das fing an, ihm zu gefallen. Am Ende der Ausbildung bekam er sein Schiff zur Verfügung gestellt, sowie einen Kreditrahmen, von dem er früher nur hatte träumen können. Vor seiner Abreise kam Frederik Kordan noch einmal zu ihm.

"Herr Brown, wir brauchen noch einen Namen unter dem wir sie in unserm System führen sollen. Haben Sie da einen besonderen Wunsch?"

Samuel überlegte kurz und erinnerte sich an den Beginn dieser Reise. Es erschien ihm passend.

"Monkey, nennen sie mich Monkey!"

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