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Cypher's Stories

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Teil 2 - Unerwartete Begegnung

Cypher

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// Am 24.01 noch einmal leicht verändert

Prolog

Eine Woche verging, während sie auf der Jagd nach den Piratenschiffen waren. Unerwarteterweise waren es die Piraten selbst die sie zu ihnen führten. Ein Notrufsignal wurde aufgefangen, zwar nicht für ihr Geschwader bestimmt, aber wen störte das schon. Als sie an den Koordinaten ankamen, orteten die Scanner eine Station welche zwischen Asteroiden versteckt war.

Das Gebiet sah aus als hätte hier ein kleiner Krieg geherrscht und offensichtlich hatten die Piraten verloren. Mehrere Wracks, begleitet von einigen erkalteten Leichen schwebten durch das All. Der Funk war Tot und die Station sah auch nicht mehr allzu stabil aus. Jegliches Anzeichen dafür wer das verübt hatte fehlte, ebenso konnten die großen Schiffe nicht dicht genug für eindeutigen visuellen Kontakt heran fliegen um die Lage aufzuklären. So wurde beschlossen einige Trupps an Bord der Station zu schicken, um auszukundschaften was sich ereignet hatte und ob sich dort eventuell noch Überlebende von der Forschungsstation befinden könnten.

Kapitel 1

Die Einzelteile seiner Waffe vor sich ausgebreitet, saß Logen in seiner Kabine. Mit bestmöglichster Sorgfalt hatte er seine Waffe gereinigt und wollte sie gerade wieder zusammenschrauben, als er bemerkte das jemand ihn anschaute.

Ein belustigtes schmunzeln auf den Lippen, stand Lucy in voller Montur in der Tür, ihren Helm unter den Arm geklemmt.

Logen wusste was Sie so amüsant fand. Seit geraumer Zeit saßen sie auf diesem Schiff fest und sonderlich viel gab es nicht zutun. Bisher hatte er es nur als unglaublich nervtötend und zeitraubend empfunden, die Waffe zu zerlegen, zu reinigen und dann wieder zusammen zusetzen. Doch mittlerweile entspannte es ihn sogar und hatte ihn dazu gebracht dies mehrmals am Tag zu wiederholen. Um genau zu sein, dachte Logen sich, war es für ihn schon zu einer Art der Meditation geworden.

„Luc…ähm Sergeant, was kann ich für sie tun?“, sagte er nicht ganz sicher wie er sie ansprechen sollte.

„Basteln Sie ihr Gewehr wieder zusammen und packen sie ihre Ausrüstung zusammen. Wir müssen in einer halben Stunde im Hangar sein.“, entgegnete sie knapp.

Unverzüglich machte er sich daran den Rest seiner Waffe zu verbauen und schnappte sich seine Ausrüstung. So wie sich das anhörte hatten sie eine Chance bekommen, diesen beengenden Träger zu verlassen und darauf wollte er auf keinen Fall verzichten.

Auf den Weg zum Hangar fing Lucy an zu erklären worum es sich bei den Einsatz eigentlich handelte, Logen hörte aber gar nicht richtig hin, da er

viel zu sehr von ihren anmutig hin und her schwingenden Hüften abgelenkt war. Als sie das bemerkte, drehte sie sich abrupt um und drückte ihn gegen die Rohre, welche an der Wand entlangliefen.

„Wenn ich mit ihnen rede hören sie gefälligst zu und starren nicht auf meinen Arsch, haben sie mich verstanden?“, flüsterte sie wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt.

„Ja, Mam.“, hauchte er leise als Antwort, während ihn ein Ventil schmerzhaft in den Rücken stach.

Jetzt war es um ihn geschehen, er wusste nicht warum, doch sie hatte ihn nun vollkommen in ihren Bann gesogen.

Sie setzte sich wieder in Bewegung, wobei Logen diesmal wirklich versuchte seine Augen geradeaus zu richten, und erläuterte den Rest des Ablaufs. Dann blieb sie wieder stehen und Logen dachte schon sie wollte ihn schon wieder anfahren. Doch dann schaute sie nur über die Schulter und lächelte ihn verführerisch an.

„Jetzt dürfen sie mir auf den Arsch glotzen, Private.“

Logen blieb der Mund offen stehen und wäre fast gegen eine offene Kabinentür gelaufen. Hatte er sich gerade verhört? Schnell fasste er sich wieder und beeilte sich hinterherzukommen.

Im Hangar angekommen, warteten Roke und Viktor schon auf sie. Ein weiterer Trupp machte sich ebenfalls Einsatzbereit.

Ihr Begleitschutz, sechs Hornets, waren schon dabei aufgetankt und aufmunitioniert zu werden. Roke hantierte mit einem Raketenwerfer, als er die beiden kommen sah und begrüßte sie scherzend.

„Da seid ihr ja und ich hatte mich schon gefreut, dass ich mit unserem Technikfreak allein auf die tote Station darf.“

„Sie werden drüber hinwegkommen. Und was haben Sie mit dem Werfer vor? Bestenfalls verschaffen der uns einen Freiflug im All, wenn Sie damit rumballern.“

Missmutig blickte er den Raketenwerfer an, schnallte ihn sich dann doch über. Lucy fing indessen an mit dem Piloten zu sprechen.

Logen ging in der Zeit zu Viktor, um sich zu erkundigen was aus den Forschungsdaten geworden war.

„Die Daten? Achja, ich hab sie an einen Kumpel von mir weitergeleitet der wird mir demnächst sagen können was sie wert sind. Und dann…“

Viktor hielt inne, als er Lucy rüberkommen sah.

„Seid ihr fertig mit plaudern? Wir müssen los.“

„Lass uns das nach der Mission besprechen.“

Logen bestätigte das mit einem Nicken und folgte ihm in den Transporter.

Nachdem sie sich festgeschnallt hatten, ertönte über Funk die überschwängliche Stimme des Piloten.

„Willkommen beim Militärischen Taxidienst, bitte achten sie darauf, dass ihre Waffen jederzeit gesichert sind und versuchen sie offenes Feuer zu vermeiden. Der Ausstieg befindet sich an der Rückseite des Fahrzeugs, der Notausstieg ist derselbe. Möglicherweise könnten Turbulenzen auftreten, durch Laser- oder Raketenbeschuss. Ansonsten wünsche ich ihnen einen angenehmen Flug.“

Logen musste lachen, während Roke gar nicht begeistert schien.

„Verrückte Piloten…“, murmelte er.

Im nächsten Moment erhob sich der Transporter und trug die Besatzung durch Unendlichkeit des Raumes auf die Station zu.

Hätte nun jemand in dessen Observationsdeck gestanden, welches sich ein gutes Stück über den runden Hauptbereich der Konstruktion befand, könnte er die militärische Präzision der Acht Flugobjekte begutachten. Der Haupthangar war versiegelt, deshalb wichen die beiden Transporter zu den beiden Nebenhangars aus, jeweils begleitet von zwei Hornets. Die beiden übrigen Abfangjäger kontrollierten in einem größeren Radius die Umgebung. Der Transporter kam langsam an einer der kleineren Andockschleusen zum stehen. Mit einem letzten Funkspruch drehten die beiden Hornets bei, um in Lauerstellung auf ihren Einsatz zu warten.

"Viel Glück da drinnen, jetzt seid ihr auf euch gestellt."

Ihr Squad machte sich bereit zum Eingriff und positionierte sich hinter der Schleuse.

"Alle bereit?", vergewisserte Lucy sich, bevor sie dem Piloten ein Zeichen gab.

Zischend öffnete sich die Schleuse und Logen stürmte als erster hinein. Zunächst Schutz suchend hinter einer Kiste, sicherte er sein Team ab. Dabei konnte er einen ersten Blick auf das Chaos im Inneren der Station werfen.

Von seiner Position aus ging eine Treppe an der Wand entlang zum eigentlichen Verladebereich. Eine veraltete Freelancer mit geöffneter Laderampe, nahm den größten Platz des Hangars ein und mehrere Vorratskisten waren an der gegenüberliegenden Wand gestapelt. Dazwischen lag ein umgekippter Mech, mit einem toten Piraten an Bord. Eine Spur aus Munition führte zu einem weiteren Piraten, zumindest von der Hüfte aufwärts, der neben einer Steuerkonsole für das Hangartor lag. Anscheinend hatte sich auch noch ein dritter in der Freelancer aufgehalten, doch anhand der großen Blutmenge an den Cockpitscheiben, konnte man wohl daraus schließen, dass er das gleiche Schicksal erlitten hatte. Der Rest seines Squads war inzwischen dazugekommen und sah dieses Blutbad ebenso angewidert an wie Logen.

"Was war denn...", begann Roke, Lucy schnitt ihm jedoch das Wort mit einem Handzeichen ab.

Roke und Logen deutete sie an die verbogene Tür zu sichern, welche tiefer in den Bereich hineinführte, während sie und Viktor die Freelancer durchsuchen würden. Langsam vorrückend passierten sie die Leiche neben der Steuerkonsole und nahmen Position Rechts und Links von der Tür ein. Logen schaute mit angelegter Waffe in den Gang hinein. Doch außer einem Werkzeugwagen war der Gang leer.

"Alles sauber.", gab er an Roke weiter.

Lucy und Viktor kamen wieder aus dem Freelancer, mit sichtlich beunruhigten Gesichtern.

"Regelrecht zerfetzt wurde der Kerl da drinnen.", sagte Viktor mit zittriger Stimme.

"Reißen sie sich wieder zusammen Private und geben sie über Funk die aktuelle Lage weiter. Ach und ihre Visiere können sie öffnen, die Luftversorgung funktioniert noch.“

Sobald er die Verschlüsse geöffnet hatte, kroch ein widerlicher Gestank in Logens Nase, es war kaum auszuhalten.

"Wollen wir unsere Zeit wirklich mit dieser toten Station verschwenden?", wandte Roke ein.

"Wir werden unseren Job erfüllen, die Lage aufklären und nach Überlebenden Ausschau halten, so wie es geplant war.“

"Soll dass ein Scherz sein? Hier liegt eine halbe Leiche und dann glauben sie noch an Überlebende?", ungläubig deute er auf die Überreste des Piraten.

" Solange wir nichts Bestimmtes wissen werden wir nicht umkehren, verstanden?“, sagte sie energisch und war mit einem Satz im stockdunklen Gang verschwunden. Verärgert schaute Roke ihr hinterher.

"Jetzt werden wir den Raketenwerfer vielleicht doch noch brauchen..."

Mit mulmigem Gefühl folgten sie ihrem Sergeant.

Je weiter sie vorankamen, desto schlimmer wurde es. Immer häufiger waren die Toten entstellt oder ihnen fehlten gleich ganze Gliedmaßen. Doch noch schlimmer als die ganzen Toten war nur noch die absolute Stille. Die einzigen Laute die sie wahrnahmen, war ihr eigenes Atmen und das knarzen der Ausrüstung.

"Meint ihr dass es vielleicht einen Streit zwischen den Piraten gegeben hat und sie sich gegenseitig umgebracht haben?", mutmaßte Roke, während er misstrauisch einige Spinde an der Wand musterte.

"Sei nicht albern, selbst die würden sich nicht so zurichten.", tat Viktor die Vermutung ab.

Auf einmal kam in einen der Spinde Bewegung und brach auf. Herausgestürzt kam ein Mann mit nervösen Blick und brüllte unvermittelt los.

"Endlich, ihr seid da! Wenn wir nicht sofort verschwinden werden wir alle sterben!"

Unverzüglich reagierte das Squad, Logen schlug ihn unverblümt nieder und richtete den Lauf seiner Waffe auf dessen Gesicht. Lucy ließ ihn ebenfalls nicht aus den Augen, während Roke und Viktor den Umkreis absicherten.

"Schnauze! Wer bist du und was verdammt ist hier passiert?!", wollte Logen gereizt wissen.

"Was? Scheiße, ihr seid ja gar nicht von Darlow."

"Darlow? Sag uns gefälligst was hier los war!", sagte er und erhöhte den Druck ein wenig.

"Haha...ihr habt keine Ahnung wer das hier veranstaltet hat oder? Dann seid ihr schon so gut wie tot, ihr wisst es nur noch nicht!", trotz seiner misslichen Lage fing der Typ ernsthaft an zu lachen.

"Wichser.", kurzerhand schlug Logen ihn bewusstlos.

"Elender Piratenabschaum, Ich würde ihn zu gerne aus der nächsten Luftschleuse werfen..."

"Nein, er ist bis jetzt unsere einzige Inform..."

Lucy brach ab, als sie plötzlich eine Explosion aus dem inneren der Station durchrüttelte.

Kurz darauf sprang der Funk an. Zuerst war nur eine von rauschen verzerrte Stimme zu vernehmen, doch dann drang einiges durch.

"...sind hier! Überall!...können nicht mehr stan.....", der Rest bestand nur noch aus Gewehrfeuer und Schreien.

Entsetzt starrten sie sich gegenseitig an. Lucy bekam sich zuerst wieder in den Griff.

"Na los worauf wartet ihr noch, wir müssen sofort dahin!", schrie sie die anderen an.

"Und was ist mit dem?", fragend sah Viktor zum bewusstlosen Piraten.

"Lassen wir den hier verrotten, wir haben jetzt andere Probleme.", meinte Logen.

Er hatte nicht die geringste Lust, seine Zeit mit einem Sklavenhändler zu verschwenden, wenn ein anderer Trupp unter Beschuss war.

„Logen hat Recht, um den können wir uns später noch kümmern. Sperrt ihn wieder in den Schrank und dann los.“

Schneller, aber immer noch langsam genug um auf jede Gefahr reagieren zu können, liefen sie den Kampfgeräuschen entgegen. Kurze Zeit später kamen sie den Lärm sehr nah und rückten nur noch sehr vorsichtig vor.

Ein Stück vor ihnen, preschte unerwartet einer ihrer Leute mit schreckensweiten Augen und blutbespritzter Kleidung aus einer der Seitentüren. Er feuerte noch sein ganzes Magazin in den Eingang, bis er zu ihnen aufschaute.

"Wir müssen...", war er im Begriff zu sagen, doch im gleichen Moment flog etwas blitzschnell aus dem Eingang und nagelte ihn regelrecht an die gegenüberliegende Wand.

"Verdammt, ich glaub den können wir abschreiben...", meinte Roke halblaut.

Während langsam das Blut aus dem erschlafften Soldaten rang, ertönten fremdartige Laute aus dem Eingang. Schnell suchten sie sich notdürftig Deckung.

Angespannt beobachteten sie wie zuerst ein Schatten in den Gang fiel und dann die Gestalt in ihr Sichtfeld kam.

Es war ein Vanduul.

Kapitel 2

Natürlich hatte Logen schon Vanduuls gesehen, doch bisher nur auf Bildern und in Videos. Dies war seine erste echte Begegnung. Er hatte zwar damit gerechnet irgendwann auf diese widerwärtige Kreaturen zu treffen, doch nicht das es schon so früh passieren würde.

Grausam lachend zog der Vanduul sein Messer und schritt auf den Toten zu. Zwei weitere seiner Art betraten durch die Tür den Flur.

"Scheiße, wo kommen die auf einmal her?!", flüsterte Viktor mit schreckensweiten Augen.

"Ich glaub das mit der Rettungsmission können wir vergessen..."

"Seid gefälligst Still!", befahl Lucy.

Doch es war bereits zu spät. Einer der Vanduul streckte seinen Kopf in ihre Richtung und stieß einen Kriegsschrei aus. Sofort wurden seine Artgenossen aufmerksam.

"Mist! Roke, eine Handgranate los!"

Unverzüglich ließ Roke eine Granate vor dessen Füße segeln. Mit einem Ohrenbetäubenden Krachen bohrten sich unzählige Granatensplitter in den Körper des Vanduuls. Zwar war sein Anzug gepanzert, doch die Explosion war einfach zu nah, er wurde buchstäblich auseinandergerissen.

"Feuer!"

Logen legte auf den Vanduul mit dem Messer an und schoss. Der störte sich jedoch wenig daran und stürmte unverblümt weiter auf ihn zu. Er wollte weiterschießen, doch das Magazin stellte sich als leer heraus. Starr blickte er der hässlichen Fratze des Vanduuls entgegen, wissend dass er nicht schnell genug nachladen könnte. Logen glaubte ein Lächeln auf seinen Mundwinkeln zu erkennen und schon musste er sich vorstellen, wie der Vanduul ihn bei lebendigem Leib zerreißen würde. Da traf plötzlich eine Salve in die ungeschützte Seite des Vanduuls, welcher voller Schmerz aufbrüllte und dann zusammenbrach.

Voller Erleichterung nickte er Viktor dankbar zu, bevor er ein neues Magazin einlegte.

Der letzte Vanduul hatte sich inzwischen hinter einer Säule in Deckung begeben und ließ nun ungezielte Schüsse auf sie herabregnen.

Lucy deutete ihnen an auf ihr Zeichen Feuerschutz zu geben.

Während der Vanduul von ihnen beharkt wurde, sprinte sie los, sprang über einen umgestürzten Aktenschrank und rollte sich ab.

Logen hätte zu gern das verdutzte Gesicht des Vanduuls gesehen, als Lucy ihr ganzes Magazin in dessen Kopf entleerte.

Der erschlaffte Körper glitt zu Boden und danach herrschte wieder Stille.

„Fuck! Yeah! Wir haben’s diesen Vanduulärschen gegeben! Niemand legt sich mit der Army an ihr Wichser!“, fing Roke an und trat gegen eine der Leichen.

„Halten sie gefälligst ihre dämliche Klappe, Private! Wir haben einen ganzen Trupp verloren, verdammt!“

„Das ist doch nicht unsere Schuld! Was können wir dafür wenn die sich…“

Logen hatte es schon geahnt, doch Roke schien nichts mitzubekommen. Lucys Faust traf ihn vollkommen unvorbereitet. Trotz des Helms flog er auf den Boden und schaute verdattert zu seinem Sergeant auf.

„Haben sie es jetzt verstanden? Gut, dann behalten sie die Tür da vorn im Auge.“

Ohne ein Wort zu sagen, folgte Roke ihrer Anweisung.

Selbst in dieser ernsten Situation musste Logen sich ein Lachen verkneifen. Vielleicht sollte er das auch mal bei Roke versuchen, obwohl das dann wahrscheinlich zu dem gleichen Ergebnis wie im Hangar führen würde.

„Was machen wir jetzt? Ich mein die Wahrscheinlichkeit, dass hier noch welche von der Forschungsstation leben ist nicht gerade hoch und so wie es hier aussieht…“, fragend sah Viktor ihren Sergeant an.

„Und was wenn es doch so ist? Wollen sie die hier einfach zurücklassen?“

Viktor hatte schon den Mund geöffnet um zu antworten, ließ es dann aber doch bleiben.

„Schön, dann ist das geklärt.“

Einen Fuß vor den anderen setzend, bewegte ihr Sergeant sich vorwärts.

Logen zuckte kurz mit den Schultern und folgte ihr. Er verstand zwar wieso Viktor hier schnellsten wieder weg wollte, aber er würde einen Dreck tun und hier Zivilisten zurücklassen, wenn er die Möglichkeit hatte sie rauszuholen.

Roke kam gehetzt um die Ecke und sah beunruhigend blass aus.

„Ich störe ja nur ungern, aber...da kommen noch mehr!“

Lucy gab ihnen ein Zeichen sich bei der Tür Stellung zu beziehen. Logen warf sich sogleich neben die Tür und spähte vorsichtig in den Raum.

Was früher wohl einmal die Messe gewesen war, hatte sich in ein Chaos aus Tischen, Stühlen und Besteck verwandelt. Der Stationskoch wäre vollkommen ausgerastet. Wenn er denn noch gelebt hätte. Nur anhand seiner Kleidung konnte Logen ihn noch identifizieren, viel war nicht mehr von ihm übrig. Wahrscheinlich hatte ihn irgendeine Energiewaffe gebrutzelt.

Schon wollte Logen Roke fragen wieso er neuerdings Angst vor Schatten hatte, als eine Bewegung im angrenzenden Raum seine Aufmerksamkeit erregte.

Die Augen angestrengt in die Dunkelheit gerichtet, riss er sie sofort wieder auf, als er erkannte was da auf sie zukam.

„Oh nein…“

Noch gerade rechtzeitig zog er seinen Kopf zurück, bevor auch schon die ersten Geschosse auf die Wand trafen und durch die offene Tür flogen.

Sofort erwiderten die anderen das Feuer, richteten aber herzlich wenig an.

Eine Granate scharf gemacht, warf Logen sie dem anrennenden Feind entgegen. Er sah noch wie ein Vanduul gegen die Wand geschleudert wurde und sich nicht mehr rührte. Doch gleich darauf folgte der nächste.

„Haltet drauf!“

Während die Vanduul in Deckung sprangen, ließ Logen sich zurückfallen und griff nach einem neuen Magazin an seinem Gürtel.

Er konnte immer noch nicht fassen, dass sie hier auf Vanduul gestoßen sind. Was hatten sie hier eigentlich zu suchen? Hatten die Piraten etwa versucht mit ihnen Geschäfte zu machen? Das konnte er sich nicht vorstellen. Aber das die Vanduul ausgerechnet jetzt hier auftauchten, war das Zufall?

Logen schüttelte den Kopf und schalt sich selbst für den Unsinnigen Gedanken.

Gerade wollte er sich wieder der Tür zuwenden, als er dieselbe unverständliche Sprache tiefer in der Richtung hörte, welche sie zuerst eingeschlagen hatten.

Jäh zischten mehrere Schüsse gefährlich nahe an seinem Kopf vorbei, fanden aber ein anderes Ziel. Schreiend fiel Viktor um, als er in Schulter und Arm getroffen wurde.

Logen zögerte keinen Moment und begann den Unsichtbaren Gegner zu beschießen. Lucy ließ sich von der Tür zurückfallen und gab ihm Feuerunterstützung. Roke gab unterdessen blindes Unterdrückungsfeuer in den Flur ab, um die Vanduul auf Abstand zu halten.

„Wir müssen hier weg, sofort!“

Mündungsfeuer blitzte auf und gab Logen einen Hinweis auf das Versteck des Gegners. Sein Gewehr knatterte los. Doch ob er wirklich was erwischt hatte, wusste er nicht.

„Nein! Wenn hier noch welche am Leben sind können wir nicht einfach…“

„Vergiss es Lucy, wir werden hier sonst bald eingekesselt! Und wenn wir hier nicht auch draufgehen wollen, müssen wir hier jetzt verdammt noch mal weg!"

Einmal schoss er noch über die schon bröckelige Deckung, als ihm aufging das er sie gerade mit ihrem Vornamen angesprochen hatte.

„Ähm…Ich meinte natürlich Sergeant!“

Lucy schaute verärgert auf, ihr schienen beide Optionen nicht wirklich zu gefallen. Als sie den am Boden liegenden Viktor sah, schien sie sich jedoch entschieden zu haben.

„Na schön, dann hör aber auch endlich auf mich mit Sergeant anzureden. Jetzt nimm Viktor, wir geben dir Feuerschutz! Roke, wir hauen ab!“

Eindeutig erleichtert von dem Befehl, verpasste Roke einem Vanduul noch ein Abschiedsgeschenk in Form seiner letzten Granate und zog sich von der Tür zurück.

Mit dem verwundeten Viktor auf dem Rücken, kämpfte Logen sich vorwärts. Hin und wieder spürte er ganz nah Einschläge, doch kurz darauf hörte er die Gewehre von Lucy und Roke losstottern und der Beschuss hielt für einen Moment inne.

Auf keinen Fall umschauen, ging es ihm die ganze Zeit durch den Kopf, auf keinen Fall umschauen.

Trotzdem kamen sie nicht schnell genug voran, langsam aber sicher holten ihre Verfolger auf. Als sie eine Schleusentür erreichten, zerstörte Roke das Türschloss und ließ sie einrasten. Im nächsten Moment krachten auch schon die ersten Vanduul dagegen.

„Die Tür ist vielleicht nicht Vanduul sicher, aber hoffentlich hält sie das eine Zeit lang auf.“

Vor sich konnten sie schon das verbogene Tor und die dahinter wartende Freelancer sehen. Eine intakte Schleusentür hielt sich noch zwischen ihnen auf.

„Schneller!“

Die blockierte Schleusentür gab langsam nach und sie konnten wieder die nervenaufreibenden Geräusche der Vanduul vernehmen. Logen ging auf, dass auch wenn sie diese Tür wieder blockierten ihnen nicht genug Zeit blieb um vom Shuttle abgeholt zu werden.

Logen passierte die Schleusentür und setzte den ohnmächtigen Viktor ab.

„Was hast du vor, Logen?“

Nun blieb auch Lucy stehen und beide sahen ihn fragend an.

„Roke gib mir mal deinen Raketenwerfer.“

„Aber...“

„Gib ihn mir einfach!“

Roke verstand zwar immer noch nicht was genau er vorhatte, reichte ihm aber trotzdem den Werfer.

„Du erwischt die niemals alle, wer weiß wie viele da noch sind.“

Logen ignorierte ihn und ging schnell alle Checks durch. Ein paar Schritte vor der Schleuse positionierte er sich und zielte auf den gegenüberliegenden Eingang.

Entweder sahen es die Vanduul nicht, dass er mit einem Raketenwerfer auf sie zielte oder sie kümmerte es einfach nicht. Logen wusste es nicht, es war ihm aber auch egal.

„Sobald ich geschossen habe und durch die Schleuse bin, schließt du sie verstanden?“

„Sollten wir nicht schießen sobald…“

„Machen sie es einfach, Private.“

Lucy nickte ihm vorausahnend zu, sie hatte wohl begriffen was er beabsichtigte.

Inzwischen brachen die Vanduul langsam durch die Schleuse. Ein letzter Versuch und die Vanduul stürmten hindurch.

„Noch ein bisschen weiter…“

Schüsse kamen immer näher und einer streifte jetzt sogar seine Uniform. Mindestens eineinhalb dutzend Vanduul waren nun schon durch die zerstörte Schleuse gekommen.

„Nun schieß doch endlich!“

„Weißt du Roke, ich hatte nie die Absicht auf die Vanduul zu schießen…“

„Wie?!“

Als die Ersten die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, schwenkte Logen den Werfer herum und zielte auf die nur leicht verkleidete Außenwand.

„Flieg!“

Alle schrien es gleichzeitig, damit der abrupte Druckunterschied in der Luft ihnen nicht das Trommelfeld zerfetzte. Die Rakete jagte über die Köpfe der vordersten Vanduul hinweg und steuerte direkt auf ihr Ziel zu.

Das Triumphgefühl der Vanduul, verschwand umgehend als sie verstanden was im nächsten Moment passieren würde. Einige beschleunigten ihren Versuch zu Logen und den anderen zu gelangen, doch der war schon hinter der sich schließenden Schleusentür verschwunden.

Die Station erschütterte leicht unter dem Einschlag. Es gab eine Explosion und todbringende Schrapnelle flogen durch die Luft.

Erst dachte Logen sein Plan wäre nicht aufgegangen und holte schon zu einem Fluch aus, als er ein schreckliches Knarren vernahm. Es war Musik in seinen Ohren. Die Vanduul sahen hingegen weniger begeistert aus.

Mit einem Ruck, als würde eine riesige unsichtbare Faust nach der Außenhülle greifen, löste sich eine der Schutzplatten und legte den Blick auf den Weltraum frei. Augenblicklich wurde alles in Sekundenschnelle in die tödliche Kälte des Weltraums gesogen. Von den Vanduuls blieb nichts übrig.

„Weg…Sie sind einfach weg! Warum hast du nicht gleich gesagt was du vorhast?“

„Und dir die ganze Überraschung verderben? Niemals!“

Daraufhin mussten beide anfangen zu lachen. Es tat einfach gut nach der ganzen Anspannung.

„Wir haben hier immer noch ein Problem.“

Lucy zeigte auf den ziemlich mitgenommenen Viktor und sofort war ihre Stimmung wieder auf dem Tiefpunkt.

„Er sieht nicht so aus als hält er noch lange durch. Wir müssen uns beeilen. Roke versuchen sie über Funk eine Abholung anzufordern, umgehend.“

Während Lucy sich notdürftig um Viktor kümmerte und Roke am Funkgerät rumspielte, ließ Logen seinen Blick noch einmal über die verrostete Freelancer gleiten.

Es sah immer noch flugtauglich aus, müsste aber mal einen neuen Anstrich verpasst bekommen. Früher als kleiner Junge hatte er sich immer gewünscht genau so einen Transporter zu besitzen und er hatte sogar mehrere Miniaturmodelle besessen. Doch es war alles etwas anders gekommen als er sich gewünscht hatte.

„Ich bekomme keine Verbindung, irgendwas scheint mit dem Ding nicht zu stimmen…Moment mal…Nein, nicht schon wieder…“

Resigniert hielt Roke sein demoliertes Funkgerät hoch, wieder einmal war es im Laufe des Feuergefechts draufgegangen.

„Verdammt, wie kommen wir jetzt hier weg?“

Logen lehnte sich gegen die ramponierte Freelancer und klopfte zweimal dagegen.

„Wie es aussieht werden wir wohl selbst fliegen müssen.“

„Was, mit dem Schrottteil?“

Ungläubig schaute Roke zu dem alten Schiff hinauf.

„Hey, immer mit der Ruhe, dass Schiff ist stabiler als es aussieht. Außerdem was für eine Wahl haben wir?“

Unpassenderweise fiel in diesem Moment ein loses Metallteil von der Tragfläche.

„Nunja…wir wollen ja nicht das System damit verlassen, oder?“

Roke schien sich nur ungern mit den Gedanken anzufreunden, doch bevor er protestieren konnte, kam Lucy dazwischen.

„Solange wir heil zum Träger kommen, aber…kannst du das Ding überhaupt fliegen?“

„Klar.“

„Du hast gesagt du kannst das Teil fliegen!“

Über den dröhnenden Lärm der alten Maschine hinweg, versuchte Logen zu antworten, als das Schiff aus für ihn unerkenntlichem Grund einen enormen Schwenker abwärts machte.

„Das war vielleicht etwas geflunkert…“

Langsam bekam er das Schiff wieder in eine stabile Lage und begab sich auf Kurs zu dem Träger. Die Hornets welche sie zu Anfang begleitet hatten, waren inzwischen auch schon wieder aufgetaucht und brachten sie auf den neuesten Stand.

In einem kleinen, aber sehr anstrengenden Gefecht, hatten sie sich gegen zwei Vanduul Jäger behauptet. Dabei haben sie jedoch auch zwei ihrer Kameraden verloren, sodass sich ihre Eskorte nun verkleinert hatte. Anscheinend hatten die Vanduul sich in dem Haupthangar befunden und nicht erwartet, dass sich jemand hier her verirren würde, schon gar nicht die UEE. Bis zu ihrem Eintreffen mit der Freelancer, hatte auch niemand gewusst, was eigentlich auf der Station geschehen war. Nachdem sie das Schiffskom wieder hinbekommen hatten, sendeten sie ihren Bericht. Sie bekamen unverzüglich den Befehl zurückzukehren, da es nach Ansicht des Oberkommandos keinen Bedarf für weitere Aufklärung gab. Vanduuls hinterlassen niemals Gefangene und ein Anzeichen von Überlebenden hatte es auch nicht gegeben, also wurde angenommen dass alle an Bord tot waren. Um zu verhindern dass die Station jemals wieder in Betrieb genommen wird, sollte nach Rückkehr aller Einheiten die Station aus dem Raum gefegt werden.

Davon sollte Logen aber im späteren Verlauf nur noch am Rande erfahren, denn zurzeit hatte er andere Probleme.

Kreischend streifte die Freelancer einen der Asteroidenbrocken, wobei Roke und Lucy angestrengt an die Decke starrten, als könnte sie die Flugbahn des Schiffs beeinflussen.

„Wenn das so weiter geht bringst du uns noch alle um, Logen.“

Roke hatte sich direkt neben ihn gesetzt und krallte seine Finger in das Sitzpolster.

„Möchtest du vielleicht das Steuer übernehmen?“

Mit schreckensweiten Augen sah Roke zu ihm, als hätte er es gerade tatsächlich ernst gemeint.

„Wie geht es Viktor?“

Über den notdürftig verbundenen Viktor gebeugt, erhob Lucy sich und kam zu ihnen rüber.

„Eine Weile wird er es wohl noch überstehen, aber ewig wird er das nicht mitmachen. Wir müssen uns beeilen.“

„Alles klar, dann schnallen sich jetzt wohl alle besser an.“

Lucy schnallte Viktor provisorisch an das Bett fest und sank dann ebenfalls in einen der Sitze.

„Oh Nein, bitte nicht“

Doch Logen hörte Rokes Klagen nicht mehr. Er beschleunigte und wurde ebenso wie alle anderen in den Sitz gedrückt.

Kleinere Asteroidenbröckchen prasselten auf die Frontscheiben und ließen hässliche Kratzer entstehen. Das linke Triebwerk fing plötzlich an zu stottern und ließ sie vom Kurs abkommen.

„Logen!“

„Ja, ich versuchs doch!

Um ehrlich zu sein hatte er noch nie zuvor eine Freelancer geflogen und die paar Stunden Flugübung von früher, waren schließlich an einem ganz anderen Flieger vollzogen worden. Hastig drückte er einige Knöpfe, wovon er glaubte das sie die richtigen sein und zu seiner eigenen Verwunderung, begann das zweite Triebwerk wieder aufzuflackern.

„War doch gar nicht so schwer.“

Sie waren jetzt nicht mehr weit vom Träger entfernt und konnten schon die offenen Hangartore sehen, als eine Erschütterung ihr Schiff aus dem Takt brachte, aber dennoch auf den Hangar zuraste.

„Was war das?!“

Kaum hatte Roke es ausgesprochen bekam Logen eine Nachricht über Funk mitgeteilt.

„Es sieht wohl so aus als….ähm hätte sich gerade eine unserer Tragflächen gelöst…“

„Sie hat sich was?!“

„Keine Sorge, dass wird schon schiefgehen.“

Sie kamen schnell rein, viel zu schnell. Logen versuchte sein Möglichstes um das Schiff abzubremsen, da sie ansonsten beim Aufprall höchstwahrscheinlich auf dem ganzen Hangardeck verteilt würden. Alle Möglichen Warnlampen leuchteten, was ihm nicht unbedingt mehr Mut machte. Roke saß einfach nur mit zugekniffenen Augen neben ihm, während Lucy einigermaßen gefasst wirkte. Viktor war immer noch bewusstlos und bekam überhaupt nichts mit.

„Wir kommen viel zu schnell rein!“

„Ich weiß, Ich weiß. Aber daran lässt sich jetzt auch nicht mehr viel ändern.“

Der Boden kam rasend schnell näher und Logen spürte den Aufschlag in allen Knochen.

Sie rutschten den ganzen Hangar entlang, wobei sie an mehreren stehenden Jägern und Bombern haarscharf vorbeischlitterten. Einen rissen sie sogar fast frontal um, zum Glück war es aber nur ein unbewaffnetes Schulungsschiff. Logen wollte sich gar nicht vorstellen was passierte wenn sie einen mit voller Bewaffnung aus dem Weg rammten.

Das Ende des Hangars kam immer näher, Logen konnte nicht hinsehen, er schloss die Augen und hoffte auf das Beste.

Ein Krachen und Quietschen umgab sie lautstark, bis sie durch einen harten Schlag fast aus den Sitzen geworfen wurden. Zuerst ein Auge öffnend, dann jedoch beide, stieß Logen einen erleichterten Seufzer aus.

„Eine Bilderbuchlandung, oder nicht?“

Kapitel 3

Nervös ging Lucy vor dem Operationssaal auf und ab. Logen und Roke saßen in einer kleinen Warteecke und hingen ihren eigenen Gedanken nach.

Hätte er nur schneller reagiert, dachte Logen. Immerhin hatten die Schüsse ihm gegolten nicht Viktor. Nur Lucy schien sich noch mehr Vorwürfe zu machen, da sie ihr Squad zuerst gedrängt hatte weiter vorzurücken.

Logen entschloss sich sie aufzumuntern und ging zu ihr rüber.

„Viktor wird das schon schaffen, da bin ich mir sicher.“

„Und was wenn nicht? Dann bin ich schuld, schließlich habe ich euch dort reingeführt.“

„Aber mit einem guten Grund, wer konnte den ahnen das wir auf eine ganze Meute von Vanduuls stoßen? Wären wir nicht so unterlegen gewesen, hätte ich mit dir die ganze Station abgesucht. Verflucht, Ich würde sogar noch einmal zurückkehren, aber das Oberkommando hat anders entschieden. Wo sind die Marines, wenn man sie mal braucht..."

Logen konnte es einfach nicht fassen, dass die Station ohne weiteres aus dem All gepustet werden sollte. Er hatte sich zwar beschwert, aber wen interessierte schon die Meinung eines einfachen Soldats?

Da fiel ihm auf das Lucys blaue Augen immer noch auf ihm ruhten. Sie schien etwas antworten zu wollen. Doch wurden sie von einem hereinkommenden Arzt unterbrochen, der sofort die Aufmerksamkeit auf sich zog. Gespannt erwarteten sie eine Aussage zu Viktors Zustand.

„Ich kann sie beruhigen, er wird durchkommen. Jedoch mussten wir ihm…seinen Arm abnehmen.

Das schien Logen etwas radikal, er war aber trotzdem froh zu hören, dass Viktor noch lebte.

„Heißt das er bekommt so einen Roboterarm angeschraubt?“, fragte Roke umgehend.

Als würde er ein Kleinkind vor sich haben, schaute der Arzt Roke an.

„Wir nennen so etwas Prothese, aber wenn sie so wollen...ja ein Roboterarm.“

"Genial!"

„Wann können wir zu ihm?“, brachte Logen sich ein.

„In ein paar Tagen, doch Ruhe braucht er jetzt am meisten.“

Ohne ein weiteres Wort verschwand der Arzt wieder, während Roke sich vor den beiden positionierte.

„Wie wäre es wenn wir den heutigen Tag mit einer Flasche Sacra beenden? Viktor kann zwar nicht dabei sein, aber ich wette er wollte auch das wir den heutigen Tag feiern. Nach dem ganzen Schlamassel haben wir uns das doch verdient."

„Sacra?“, Logen konnte nichts mit dem Begriff anfangen.

„Stand zumindest auf den Flaschen drauf, die ich gefunden hatte. Wie wärs seid ihr dabei?“

Fragend sah Logen zu Lucy rüber. Zu seiner Verwunderung nickte sie zustimmend.

„Na dann, alle mir nach!“

Schon leicht angeheitert, unterhielten sie sich lautstark in der Kabine von Logen und Roke. Sie hatten einen Stuhl dazugeholt, sodass alle am kleinen Tisch Platz hatten.

„Woher hast du eigentlich gewusst dass die Außenwand nachgeben würde? Ich mein hätte das nicht geklappt wären wir jetzt Vanduulfutter.“, fragte Roke während er noch eine weitere Runde verteilte.

„Ich hatte natürlich Durchschlagskraft mit der Dicke des Stahls berechnet und…“

Roke blickte ihn verständnislos an und Logen musste grinsen.

„Ernsthaft? Ich hab einfach nur geraten und das Glück war anscheinend mit uns.“

Alle brachen daraufhin wieder in schallendes Gelächter aus. Roke wollte seinen Becher greifen, brauchte aber zwei Anläufe bis es klappte. Er hatte schon wesentlich mehr getrunken als die beiden.

„Sobald Viktor aus dem Bett ist, muss er das Zeug unbedingt probieren. Das haut ihn gleich wieder aus den Latschen.“

So wie Roke momentan aussah, würde es bei ihm wohl auch nicht mehr lange dauern, dachte sich Logen. Aber er konnte ihn schon verstehen, dieser Sacra war verdammt gut.

Er wollte sich gerade selbst nachfüllen, als ihm auffiel das Lucy ihn schon eine Weile mit merkwürdigen Blicken musterte.

Fast hätte er durch die Ablenkung, den Sacra auf dem Tisch verteilt, riss ihn aber noch rechtzeitig wieder hoch.

Die Augen immer noch auf Logen gerichtet, stoppte sie Roke in seinem erneuten Redefluss darüber wie er sich als Held des Tages darstellte.

„Private Hanks, wieso machen Sie nicht einen Kontrollgang durch die angrenzenden Ebenen?“

„Was? Einen Kontrollgang? Hier?“, gab er leicht lallend wieder.

„Das war ein Befehl, Private.“, mit gereizter Stimme erhob sie sich und packte Roke am Kragen.

Der griff noch schnell nach der halb vollen Flasche, bevor sie ihn vor die Kabinentür geschoben hatte.

„Moment Mal, und was macht ihr beide hier solange?“

„Ich werde Private Konarskis…Ausrüstung überprüfen.“, deutete sie an.

„Seine Ausrüstung? Aber die liegt doch gar nicht…Oh.“

Das letzte was Roke sah, war das schelmische Grinsen was Logen ihm zuwarf, bevor die Tür vor ihm ins Schloss fiel.

„Das passiert nicht gerade wirklich, oder?“, als wüsste die Flasche ein Antwort darauf schaute er sie an.

„Das war das letzte Mal das Logen von mir Sacra bekommt. Das war echt nicht fair von ihm, ich war so nah dran den Sergeant rumzukriegen, so nah.“

Bei dem Versuch den Unterschied seiner Flasche zu zeigen wäre er fast umgefallen.

„Was sagst du, du weißt wo wir noch ein paar Verwandte von dir finden können? Worauf warten wir dann noch!“

Berauscht durch den Alkohol fing er an ein altes Marschlied vor sich hinzusummen und schwankte den Flur hinunter.

- Zur gleichen Zeit -

Eine einzelne Rakete löste sich aus der Startplattform des Trägers, angetrieben durch das blau aufleuchtende Triebwerk und glitt in völliger Stille durch den Raum. Den Asteroidenbrocken wich sie gekonnt aus, ganz auf das Ziel konzentriert. Das Wrack einer vollständig demolierten Freelancer kreuzte ihre Flugbahn, doch die Rakete brachte sich durch einen Rechtsschwenk außer Gefahr. Einen kurzen Moment die Orientierung verloren, fand sie ihren Bestimmungsort wieder. Ein letztes Mal blitzte das blaue Licht auf, bevor die Rakete unterhalb des Observersationsdeck verschwand.

Sekunden danach verging die Station in einer Geräuschlosen Explosion.

Fortsetzung folgt...



5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

So, bin jetzt endlich dazu gekommen bei dir weiter zu lesen ;)

 

Mich hätte es allerdings noch interessiert, was die Vanduul dort auf der Raumstation getrieben haben.

 

Aber ansonsten schöner Teil!

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So, bin jetzt endlich dazu gekommen bei dir weiter zu lesen ;-)

 

Mich hätte es allerdings noch interessiert, was die Vanduul dort auf der Raumstation getrieben haben.

 

Aber ansonsten schöner Teil!

 

Toll das es dir gefällt :)

 

Was den Grund für die Anwesenheit der Vanduul angeht, dass wird sich eventuell im weiteren Verlauf der Geschichte noch auflösen. Mir kam da gerade erst eine Idee, welche ich hoffe gut umzusetzen ;)

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hat mir sehr gut gefallen^^ ist stimmig und spannend. Ich mags wie du mit den verschiedenen archetypen spielst.

 

Aber ... achtung jetzt kommt konstruktive kritik  ( also jammern auf hohem niveu ;) )

 

Sacra .... tztztz böser Cypher ;)  wenn man Gaunt´s gohsts gelesen hat ist Sacra leider zu einem alten freund geworden der für immer mit dudelsackklängen und dem Duft nach Nahlholz  verbunden ist, und ich wieder lust bekommen mit meinem Lasergewehrkolben auf die verkommen Diener des erzfeindes einzuprügeln.  Möge die Heilige Beathi meine hand leiten und der Gott Imperator der Menschheit meiner armen Seele gnädig sein... Männer von Tanith wollt ihr ewig Leben!?

 

kurz ... lass dir deinen eigenen Schnaps einfallen :D

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