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Cadia

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157 Über fast alle Zweifel erhaben

About Cadia

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    Orbitales Trümmerstück
  • Birthday 01/06/1985

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  • Gender
    Male
  • Location
    Salzburg

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  • RSI Handle
    Cadia
  • Meine Schiffe
    Merchantman
    Caterpillar
    350r

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  1. Lass mal von dir hören, falls du nochmal auftauchst hier! ;)

    1. Dawn

      Dawn

      Das denke ich aber auch! ;-)

       

  2. Herzlich willkommen Spooky und Chriss. Willkommen in Galaktisch Österreich
  3. Ein herzliches Willkommen allen neuen ISFA Mitgliedern
  4. Sie hatte dem Wachmann alles an Beleidigungen um die Ohren gedroschen, was sie im Repertoire hatte. Zumindest hatte er aufgehört, über sie zu lachen und versuchte sie zu ignorieren. Sein Kopf war schon ganz rot und es fehlte nicht mehr viel, bis er die Nerven wegschmeißen und auf sie los gehen würde. Das war genau das, was Lucia wollte. Nun begann der nächste Teil, das Starren. Lucias Augen durchbohrten den Mann förmlich. Sie war gespannt, wie lange er das aushalten würde und hoffte, dass die Wachablöse noch etwas auf sich warten lassen würde. „Was glotzt du so?!“ Es fing an zu wirken. Lucia starrte weiter. Der Wachmann kam der Barriere immer näher. „ Was ist, hä? Hat‘s dir die Sprache verschlagen?“ - Starren.- „Du beschissene Tussi…. Ich hoffe, wir bekommen was von dir ab, wenn der Boss erst mit dir fertig ist.“ Mit einem dreckigen Lachen wandte er sich wieder von ihrer Zelle ab. –„Schlappschwanz“, hauchte Lucia ihm nach. Der Mann erstarrte, das Lachen blieb ihm im Hals stecken. Blitzschnell drehte er sich um. „Na warte, du Fotze….“ Er machte Anstalten die Barriere zu deaktivieren und Lucia bereitete sich darauf vor, diesen Mann mit bloßen Händen zu töten. Die Tür zur Brigg öffnete sich zischend. „Louis! Weg da!“ Schlagartig nahm der Wachmann Haltung an. „Capitan!“ Lucia blickte zur Tür und hielt den Atem an. Ein magerer Mann betrat die Brig. Der lange braune Mantel wirkte maßgeschneidert. Seine dunklen Haare lagen streng zurückgekämmt an seiner Kopfhaut an. Ein dünner Oberlippenbart, eine Narbe, fett und rosa, die sein hageres Gesicht in zwei Hälften teilte. Lucias Magen verkrampfte sich und ihre Knie wurden weich. Sie kannte dieses Gesicht. Mit zwei weiteren Männern im Schlepptau baute der Mann sich vor ihrer Zelle auf und grinste sie an. Vor zehn Jahren hatte sich dieses Grinsen in ihren Geist gebrannt. Mitten auf der Straße in den Pariser Vorstädten. Sammy keuchte und fiel, als der Schuss ihn in die Brust getroffen hatte. Chesira schrie und zog ihr Messer. Das Grinsen des Mörders traf Lucia wie eine Ohrfeige. Er hatte sie angeschaut, als er den Schuss abgegeben hatte. Ihr galt diese Kugel. Nicht ihren Körper sollte sie töten, sondern ihre Seele. „Mademoiselle Monrowe!“ Sie erinnerte sich an das kleine schwarze Büchlein, das Runicer auf der Tiara gefunden hatte. Ihr Vater hatte darin jemanden beschrieben. Den Mann mit der Narbe im Gesicht, der sie alle verraten hatte. Wie war gleich sein Name? „Roche….“, presste Lucia heraus. Der Mann mit der Narbe breitete die Arme aus. „Wie ich ´öre, eilt mein Ruf mir voraus.“ „Mademoiselle Monrowe, Sie wissen doch warum Sie hier sind?“ Er war es, er war der Mann von der Straße, er hatte Sammy getötet. Er hatte Papa verraten und an die Vanduul ausgeliefert. Wahrscheinlich war er es auch, der für den „Unfall“ verantwortlich war, bei dem Maman und Tante Claire getötet wurden. Der Verräter, der Mörder, der Handlanger von Martin Adams. Sie wollte ihn anschreien, ihn verfluchen, durch diese Barriere springen und ihm das Herz heraus reißen. Stattdessen blieb sie ruhig und schüttelte nur den Kopf. „Ich ´abe die letzten zwanzig Jahre nur mit einer einzigen Aufgabe verbracht, und diese Aufgabe steht nun vor mir. Ich kann dir versichern, es waren zwanzig außerordentlich frustrierende Jahre für mich.“ Roche kratzte sich an der Narbe, während er weiter sprach. „Martin gefiel sich immer in der Rolle des besorgten Ziehvaters und er `at Fehler gemacht. Er dachte seine Zuckerbrot-und-Peitschen- Strategie würde dich über die Jahre mürbe machen, doch du `ast immer das Zuckerbrot abgelehnt und die Peitsche hat dich nur noch widerspenstiger gemacht. Ich `abe ihm damals schon gesagt, gib mir das Mädchen, für eine Woche, vielleicht für zwei, ich würde ihren Willen zerbrechen wie einen Zweig. Aber nein, Martin Adams war zu weich dafür. Damals begriff ich, dass er nicht denselben Weitblick besaß wie ich. Seine Schwäche `at uns beide an diesen Punkt geführt, Lucia. Es ist wie einen Zahnarztbesuch hinaus zu zögern. Es ist unausweichlich und tut später nur noch mehr weh.“ „Was … willst du von mir?“ Lucia zog in ihrem Unterbewusstsein bereits eine Mauer hoch. Sie fügte Stein um Stein in diese Mauer ein, je länger Roche sprach. Eine Wehrmauer um ihre Seele, um sie vor dem zu schützen, was da kommen mochte. „Naiverweise `offe ich tatsächlich noch auf eine Kooperation deinerseits. Dieses Spiel dauert bereits viel zu lange. Nun gibt es nur noch zwei Möglichkeiten, wie diese Sache ausgehen kann. Entweder, du sagst mir, was ich wissen will und diese unangenehme Sache endet für dich schnell und unproblematisch…“ – „Oder?“ - „Oder ich führe dich durch ein Tal des Schmerzes, des Leids und der Erniedrigung und zwar so lange, bis dir die erste Option wie eine Erlösung vor kommt.“ Lucia schluckte schwer. Sie fühlte, wie sie den Hass auf diesen Mann, zu etwas formen konnte. Wie er neue Kraft in ihr weckte. „Lebe und gib niemals auf…“, murmelte sie. – „Was `ast du gesagt?“ – „Ich sagte, was willst du von mir?“ Roches Haifischgrinsen wurde noch breiter. „Was ist in diesem Safe im Büro deines Vaters und wie kann man ihn öffnen?“ - „Das ist alles?“ – „Oui, das ist alles…“ Lucia hatte ehrlich gesagt kaum eine Ahnung, wovon dieser Bastard da sprach. Sie hatte eine verblassende Erinnerung an ihre Kindheit. Sie spielte im Büro ihres Papas mit ihren Puppen. Da war tatsächlich ein großer Save hinter seinem Schreibtisch. Sie hatte ihren Papa gefragt, was er da eingeschlossen hatte. Er sagte nur, „Alles und Nichts….“ Roche stutzte, sie hatte diesen letzten Gedanken laut ausgesprochen. Lucia wusste, dass sie ihm keine befriedigende Antwort liefern konnte und selbst wenn sie die Antwort hätte, würde sie sie ihm nicht geben. „Mir fallen gerade eine ganze Menge Dinge ein, die ich dir gerne sagen möchte, Roche…. Aber ich denke ‚Fahr zur Hölle!‘ fasst das alles recht gut zusammen.“ Die Mauer war fertig, sie war bereit, alles zu ertragen. Sie würde stärker sein als der dunkle Schatten, der sie ihr ganzes Leben lang verfolgt hatte. Sie würde ihm nichts geben, keinen Sieg zugestehen, ihn an ihrer Mauer zerschellen lassen und am Ende würde sie sterben und Roche hätte alles verloren. „Wie Madame wünschen...“. Roche machte eine kurze Verbeugung in ihre Richtung, dann wandte er sich an seine Männer. „Sie ge´ört euch…“ Louis der Wachmann setzte ein gehässiges Lächeln auf und öffnete ihre Zelle. Die beiden anderen stürmten hinein und gingen auf Lucia los. Gegen einen hätte sie vielleicht eine Chance gehabt, aber niemals gegen alle drei gleichzeitig. Sie nahm die Schläge hin, versuchte nur vergeblich, ihr Gesicht zu schützen. Roche verließ die Brigg, ohne auch nur einmal zurückzublicken. Sie prügelten ihr jeden Widerstand aus dem Leib dann hielten zwei sie am Boden fest. Sie merkte wie man ihre Kleider zerriss. Durch geschwollene Augen sah sie zu Louis auf, der sich vor ihr aufgebaut hatte. Er spuckte auf sie, knöpfte seine Hose auf und ihre Mauer bekam einen Riss. _____________ Der Tisch war reichlich gedeckt, als Sarah die Messe betrat. Frisches Obst, eine dampfende geschmorte Ente, gepökeltes Fleisch. Sie konnte sich kaum erinnern, das letzte Mal so viel echtes Essen auf einen Haufen gesehen zu haben und fühlte, wie ihr das Wasser im Mund zusammenlief und der Magen fordernd knurrte. Ihr Haar war frisch gewaschen und duftete angenehm. Die Dusche war eine echte Wohltat gewesen. Ganz allgemein fühlte sie sich sauber und ausgeruht und trotzdem nagte etwas an ihr. Sie konnte nur noch nicht genau bestimmen, was es war, aber es trübte ihre Stimmung. Mademoiselle Johnson, ich freue mich, dass sie meine Einladung angenommen haben.“ Roche stand plötzlich hinter ihr in der Tür. „Bitte, setzen Sie sich, Sie sehen hungrig aus.“ Sarah setzte sich zögerlich auf einen der freien Plätze. Roche tat es ihr gleich, und nahm ihr gegenüber Platz. „Was ist mit meinem Geld?“ Das war etwas, das sie zumindest noch klären wollte, bevor der Abend anfing, „nett“ zu werden. Roch lachte, „ Sie kommen immer gleich zur Sache, was? Seien Sie unbesorgt, Ihr Honorar ist so gut wie überwiesen.“ Sarah nickte, während Roche fort fuhr, „aber lassen sie uns zuerst eine Kleinigkeit essen. Ich `atte gerade eine kleine Unterredung mit meinem anderen Gast und das `at mich zugegebener Weise sehr `ungrig gemacht.“ „Sie müssen die Pastete probieren, mein Koch ist ein wahrer Magier.“ Sara nahm sich zögerlich ein kleines Stück. Es war wirklich köstlich. „Sie sagen… Sie wollen mir ein Angebot machen.“ Die Art und Weise, wie sie das Wort „Angebot“ betonte, war ihr im Nachhinein fast etwas peinlich, aber sie war neugierig. „Oui, das wollte ich.“ Roche säuberte die Mundwinkel mit einer Serviette und griff nach einem Weinglas. Hinter einem der Vorhänge kam ein Mann hervor. Er war dunkelhäutig und riesig wie ein Kleiderschrank. Er trug einen Anzug, der aus allen Nähten zu platzen schien, und eine dunkle Sonnenbrille. Steif marschierte er zum Tisch, eine Weinflasche in der riesigen Hand, und schenkte Roche wortlos Wein in sein Glas ein. „Ich würde Ihnen gerne eine fixe Anstellung anbieten, Mademoiselle Johnson.“ –„ Hmhm...“ – „Sie sind effizient, hartnäckig und scheinbar völlig skrupellos. Genau die Eigenschaften, die ich für mein Team suche. Ich bezahle gut, sehr gut.“ Sarah stutzte, war sie wirklich skrupellos? War das das Bild, das andere von ihr hatten? Auf der anderen Seite hatte eine Fixanstellung auch seine guten Seiten und Monrowe Enterprise war ein respektabler Arbeitgeber. „Wie gut?“ - „20 000 Credits,“ antwotete Roche ohne Umschweife und Sarah staunte nicht schlecht, „Pro Woche, natürlich.“ Das war fast zu gut, um wahr zu sein. Sarah wollte es zwar nicht, suchte aber dennoch nach einem Haken. „Worum geht’s bei der Sache überhaupt?“ Roche setzte sein Haifischgrinsen auf. „Es ist an der Zeit, aus dem Schatten heraus zu treten, Mademoiselle. Ihr Engagement hat uns Lucia Monrowe in die Hände gespielt. Und dieses Mädchen hat Geheimnisse, die uns außerordentlich nützlich sein werden. Martin Adams hat einen Tresor in seinem Büro und ich will verdammt sein, diesem Idioten dabei zu helfen, noch reicher zu werden. Mit den Informationen, die uns diese Lucia liefern wird, sind wir in der Lage, uns den großen Kuchen selbst zu holen. Ich habe zwanzig Jahre wegen seiner Inkompetenz verschwendet, aber nun habe ich die Mittel, mir den Lohn für diese Jahre selbst zu nehmen. Mir dabei zu helfen soll ihr Schaden nicht sein, Mademoiselle Johnson.“ Sarah blieb die Pastete fast im Hals stecken. Roche sprach da von Verrat, als ob er von Wetter sprechen würde. „Miss Monrowe hat nicht gerade einen sehr … kooperativen Eindruck gemacht….“ – „Das lassen sie meine Sorge sein. Ihr `übscher Arsch ge´ört mir. Sie wird das niemals durchhalten.“ Roche machte beiläufig ein paar Eingaben in sein Mobiglass. „Ihr Geld ist überwiesen, Mademoiselle, und mein Angebot steht. 20 000 pro Woche plus Bonuszahlungen.“ – „30 000!“ - „Oui…einverstanden.“ – „Ich denke darüber nach.“ – „Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie sie brauchen. Einen schönen Abend noch.“ Roche trank seinen Wein in einem Zug aus, stand auf und ließ Sarah in der Messe zurück.
  5. „Aber natürlich!“, Roche war in Hochstimmung. Dieses Schiff war ihm bereits viel zu lange ein Dorn im Auge. Auch wenn es gegenwärtig nicht weiter wichtig war, es in einem Feuerball vergehen zu sehen, war ein persönliche Genugtuung. Diese Söldnerin hatte sich tatsächlich selbst übertroffen. „Madame Johnson, ich würde mich freuen wenn Sie mir auf der Möwe Gesellschaft leisten würden. Sagen wir… zum Abendessen? Ich ′abe mir erlaubt, Ihnen bereits ein Quartier herrichten zu lassen. Ein warmes Essen? Eine ′eiße Dusche? Wir ′aben echtes Wasser an Bord, müssen Sie wissen. Ich würde mit Ihnen gerne etwas besprechen. Etwas rein Geschäftliches, versteht sich. Ich würde Ihnen gerne eine Anstellung anbieten. Überlegen Sie es sich…. Aber ich wäre sehr beleidigt, wenn Sie mir nicht zumindest Gesellschaft beim Abendessen leisten würden. ′ören Sie sich zumindest mein Angebot an, oui?“ Roche kratzte sich an der Narbe, die sein Gesicht durchzog. Diese Frau war effizient und skrupellos. Sie würde sich hervorragend in seinem Stab machen. Es war schließlich schwer, gutes Personal zu finden - und Roche brauchte gute Leute, wenn er seinen Plan auch in Tat umsetzen wollte. Effiziente, skrupellose Leute. „Das Schiff mit Mademoiselle Monrowe an Bord sollte an Landebucht 3 landen…. Sie wird bereits erwartet. Für Ihre Ghost ′aben wir Bucht 5 geräumt, Madame Johnson. Ich freue mich schon.“ Roch schloss den Com-Kanal mit einer beiläufigen Handbewegung. Seufzend sah er wieder nach draußen in die Leere, wo die beiden kleinen Schiffe in der Dunkelheit trieben. „Sind die Waffen scharf und aufgeschalten? Wir wollen kein Risiko eingehen.“ –„Oui, Capitan!“, dröhnte es aus Richtung des Waffenoffiziers. Roch lächelte gehässig. „ Komm, kleines Reh…“, murmelte er vor sich hin, während, nach einem kurzen Moment, die Aurora ihren Kurs korrigierte und auf Landebucht 3 zuhielt. „Branko, geh und begrüße unseren Gast.“ Der schwarzhäutige Riese hinter ihm nickte nur kurz. Hinter seiner Sonnenbrille war es unmöglich, irgendeine Gefühlsregung auszumachen. Nur dieses knappe Nicken und er verließ die Brücke in Richtung Landebucht 3. ______________________________________________________________ Lucia lungerte immer noch im Cockpit der Aurora herum, während aus der Angst und der Verzweiflung langsam blanke Wut wurden. Martin Adams und seine verfluchten Handlanger hatten lange genug in ihrem Leben herumgepfuscht. Wieder hatte ihr der nette Onkel Marti alles genommen. Mit einer schnellen Handbewegung zog sie ihre Halbautomatik aus dem Halfter. Da war er immer noch. Dieser schlampig weggefeilte Name des Polizeibeamten, den sie vor zehn Jahren mit seiner eigene Waffe erschossen hatte. Das war es, dass ihr damals die Freiheit gebracht hatte. Weg von der verfluchten Erde, weg von Adams, weg von ihrer Scheiß-Vergangenheit. Ein neues Leben zwischen den Sternen. Mal besser, mal schlechter. Sie überprüfte ihr Magazin. Fünf Kugeln waren noch übrig. Man würde ihr diese Waffe wegnehmen, das wusste sie bereits jetzt. Sie hatte dieser Söldnerin geduldig zugehört, aber bisher kein Wort gesagt. ~Was er mit mir vor hat? Das wüsste ich auch gerne… Goldener Käfig, ja klar. Ich frage mich was goldener war? Das Waisenhaus, die Entzugsklinik oder der Moment, in dem er meine Eltern umbringen hatte lassen….~ Die Aurora nahm ruckend Fahrt auf und bracht sie dem weißen Ungetüm einer Fregatte immer näher. „Danke!“, sagte Sie nur knapp. – „Wofür?“, knackste es aus dem Com. „Dass du zumindest darüber nachgedacht hast. …. Ich hoffe, all dieses wunderbare Geld macht dich glücklich und killt nicht das letzte bisschen Anstand, das du scheinbar noch in dir hast.“ Die landende Aurora spiegelte sich in den Gläsern von Brankos Sonnenbrille wieder, der allein mit verschränkten Armen in Landebucht 3 wartete. Die Aurora kam zischend zum Stillstand und senkte sich in die hydraulischen Landestützen. Die Pilotenkanzel hob sich und eine zierliche Frau sprang heraus. Verheult und abgerissen, grinste sie ihn abschätzig durch ihre tief ins Gesicht hängenden blonden Strähnen an. Lucia beobachtete den Mann, der geduldig zu warten schien. Er war leicht zwei Meter groß und breit wie ein Catarpillar. Er schien unbewaffnet zu sein, sein Fehler. Er würde ihren ganzen Zorn zu spüren bekommen. Niemals würde sie sich kampflos ergeben. „Mademoiselle Monrowe, willkommen auf der Möwe!“, dröhnte es über die Lautsprecher. „Wenn Mademoiselle diesem Mann ihre Ausrüstung übergeben und ihm in ihr … Quartier folgen würde.“ „Wie wärs, wenn du dir deinen Scheiß-Akzent so tief in deinen Arsch schiebst, bis du daran erstickst? Das wäre ungemein höflich von Monsieur!“ Die Stimme in dem Lautsprecher seufzte leise. „Branko… Si‘l-vous-plaît.“ Der Schwarze Hüne vor ihr explodierte förmlich aus seiner Starre und rannte auf sie los. Lucia zog ihre Halbautomatik blitzschnell und schoss. Alle fünf Kugeln trafen ihr Ziel, doch sie schienen keine Wirkung zu haben. Der Mann war bei ihr, er bewegte sich schneller, als sie es für jemanden mit so einer Masse für möglich gehalten hatte. Mit einem Rückhandschlag der linken Pranke fegte er ihr die Pistole aus der Hand, die rechte, zu einer Faust geballt, traf sie im Gesicht. Es fühlte sich an, als wäre sie von einem Kleinlaster angefahren worden. Lucia wurde von den Beinen gerissen, drehte sich im Flug um 180 Grad und prallte gegen die Außenhülle der Aurora, mit der sie hergebracht worden war. Verbissen kämpfte sie darum, bei Bewusstsein zu bleiben, während Sterne vor ihren Augen tanzten und sich ihr Mund mit warmen Blut füllte. Branko setzte nach. Packte sie beidhändig, drückte ihre Arme gegen ihren Torso wie ein Schraubstock und hob sie völlig mühelos in die Luft. Lucias schrie und tobte, ihre Beine trommelten gegen seinen Brustkorb, jedoch ohne Effekt. Ihr geschundenes Gesicht spiegelte sich in seiner Sonnenbrille. Sie spuckte ihm ihr Blut ins Gesicht, versetzte ihm einen Kopfstoß, der ihm die Brille aus dem Gesicht fegte. Dann hielt sie entsetzt inne. Zwei metallische Augen starrten sie an, summend und surrend fokussierten sie, grob in die Augenhöhlen eingenäht, kalt und ohne Gefühl. „Was zum…“ Branko drehte sich um, Lucia immer noch im Schraubstockgriff und trug sie Richtung Schleuse. Ihr Kampfgeist erwachte erneut. Sie mühte sich ab, spannte jeden Muskel, jede Sehne gegen diesen unbarmherzigen unmenschlichen Griff. Irgendwie gelang es ihr, ihren Taschenlaser aus dem Stiefel zu ziehen. Sie zielte aus dem Handgelenk und schoss. Ein Laserstrahl stanzte ein faustgroßes Loch in ihren Peiniger, vom Bauch bis zum Hinterkopf und ließ eine Lampe ausgehen und einen Lautsprecher an der Decke verglühen. Der Riese brauchte ein paar Augenblicke, bis sein Körper realisierte, was soeben geschehen war. Die Lichter in den Augen erloschen. Schwer kippte er auf die Knie und fiel dann krachend zur Seite. Der Griff um Lucia lockerte sich etwas und sie kämpfte sich irgendwie aus der Umklammerung heraus. Der kleine Sieg war nur von kurzer Dauer. Kaum hatte sie sich befreit, waren schon drei Männer in schwarzer Kampfausrüstung bei ihr. Klickend ließen sie ihre Teleskopschlagstöcke einrasten und gingen auf sie los. Sie bekam noch mit, wie sie, verzweifelt und entkräftet, die Arme in die Höhe riss um die Schläge abzuwehren. Doch die harten Schläge kamen unbarmherzig und brutal und prügelten ihr den Kampfeswillen aus dem Leib. Irgendwann verlor sie das Bewusstsein und die Welt aus Schmerzen wurde schwarz und still. Lucia erwachte in der Brigg. Sie trug eine Art Krankenhauskittel. Scheinbar hatte man sie verarztet, doch sie fühlte sich dennoch so, als ob sie durch einen Fleischwolf gedreht worden wäre. Ihre Kleidung fand sie, zusammengelegt und gewaschen, neben sich auf der Pritsche. Schnell zog sie sich an und überprüfte, nicht zum ersten Mal, erfolglos die Stärke der Energiebarriere, welche als ihre Zellentür fungierte. Der Wachmann auf der anderen Seite der Barriere lachte gehässig, als sie von der Energiewand zurückgeschleudert wurde. Lucia rieb sich die Glieder und funkelte ihn wild an. Sie ging dazu über, den Mann mit Schmähungen und Beleidigungen zu bewerfen, in der Hoffnung, er würde irgendwann die Nerven wegschmeißen. Sie konnte dabei außerordentlich kreativ sein.
  6. Lucia stand lange am Schott des fremden Schiffes. Die Verzweiflung in Cesiras Augen verursachten fast physischen Schmerz. „Ich komme zurück…“ raunte sie, während ihre Augen feucht glänzten. Die Tiara löste sich und schwenkte behäbig zur Seite. Lucia rannte durch das Schiff zum Cockpit um eine bessere Sicht zu haben. Ihre Nase an die Verglasung gepresst beobachtete sie wie Ihr Tiara langsam beschleunigte. Immer schneller wurde und plötzlich sprang. Lucia wollte jubeln und weinen zugleich. Da ging es hin ihr neues Leben, und sie war kein Teil mehr davon weil ihr altes sie letzten Endes doch eingeholt hatte. Sie kramte eine Zigarette hervor und bemerkte erst jetzt, dass sie völlig allein auf dem fremden Schiff war. Wo waren Harold und seine Leute abgeblieben? Sollte Chassy nicht…. Ach Chassy was hast du nur gemacht? Lucia wollte sich ehrlich bei ihnen Entschuldigen. Vor allem bei dieser Namoir. Die tapfere Frau hatte ordentlich einstecken müssen, ließ sich aber niemals kleingriegen. Bewundernswert, dachte Lucia. Auch sie würde so einiges einstecken müssen, soviel war sicher. Sie würde es ertragen und auf ihren Moment warten um zurück zu schlagen. Sei stark und Lebe. Am Leben war sie immerhin noch. Lebe und gib niemals auf. Ein Scheiß wird sie aufgeben. Ein leichtes Ruckeln zeigte ihr an das die Aurora dieser Kopfgeldjägerin angedockt hatte. „Bitte legen sie sich in die Schlafkoje!“ dröhnte es aus den Lautsprechern. Es war also so weit. Lucia nahm einen tiefen Zug und marschierte auf das Schott zu. Vorsichtig betrat sie die kleine Aurora und zwang sich auf den Pilotensitz. Wo sie es sich so gemütlich wie möglich machte. „Scheiß auf die Schlafkoje.“ Sagte sie laut, ohne sicher zu sein ob sie auch gehört wurde. Die Aurora war remote gesteuert. An sich wäre es kein Problem die Steuerung zu umgehen. Lucia entschied sich dagegen. Da draußen lauerte eine ungeduldige, schwer bewaffnete Hornet nur darauf, dass sie einen Fehler beging. Sie würde nicht besonders weit kommen. Vorerst musste sie mitspielen. Sie wartete eine halbe Stunde, vertrieb sich die Zeit mit rauchen und ihr einziger Trost bestand darin das Innere der Aurora gehässig mit Asche zu verunreinigen. Dann plötzlich sprang eine breite Fregatte in das System. An ihren weißen Flanken prangte das Emblem von Monrowe Enterprise. „Es ist so weit…“ murmelte Lucia zu sich selbst und dämpfte ihre Zigarette auf der Konsole vor sich aus. „kommt und holt mich...“ ___ Roche war guter Dinge. Entspannt stand er auf der Brücke und aktivierte den Kom Kanal zu Sarah. „Salute, Mademoiselle Johnson. Wie ich sehe ´atten Madame einen äußerst erfolgreichen Fischzug zu Ende gebracht. Meine Gratulation!“ – „Mister Roche. Ihre Zielperson befindet sich in meinem Gewahrsam an Bord meiner Aurora.“ –„ Manifique, und diese Constilation ist dann also die Dreingabe?!“ Roche wartete nicht auf Sarahs Antwort. Er wartete nicht einmal auf die Ergebnisse des Scans. Wenn sich noch jemand auf dem Schiff befände hätte er eben Pech gehabt. Roche nickte nur seinem Waffenoffizier zu. Der verstand sofort und feuerte eine vorbereitete Salve Raketen auf das Schiff ab. „Achso nein, das ist nur das….“ Der Abschuss der Raketen ließ Sarah im Satz innehalten. Die Salve traf die Constilation mittschiffs. Sarah sah gebannt zu wie die Explosion sie in zwei Teile brach die von nachfolgenden Explosionen in ihre Einzelteile zerlegt wurden. Roche hatte dieses Schiff einfach zerstört, wie einen Käfer den man beiläufig zerquetscht. ____ „Ich hoffe doch die Lieferung war zu Ihrer Zufriedenheit Mr. Jokks?“ Martin Adams grinste in seinen Monitor, das Gesicht seines Gegenübers war von einem Vollvisier Helm verdeckt, wie jedes Mal wenn Martin mit ihm sprach. „Alles in bester Ordnung, Mr. Adams. Es freut mich, dass sie auch das mit den Clustermienen für mich geregelt haben.“ Die Stimme klang eigenartig verzerrt aber durchaus zufrieden. Martin lehnte sich in seinem Ledersessel zurück und schenkte sich einen teuren Brandy in einen Schwenker. „Auf mich ist eben Verlass, Mr. Jokks. Ich hoffe doch das beruht auf Gegenseitigkeit? Da wird wohl jemand einen verflucht schlechten Tag haben was?“ – „Ich habe Ihnen die vereinbarte Summe überwiesen Mr. Adams. Meine Beweggründe gehen Sie nichts an.“ Martin lachte verschmitzt, und prostete dem Bildschirm zu. „ Ein kleiner Scherz! Gute Güte, Jokks, warum sie immer so ….verbissen sein müssen. Was sie mit dem Zeug anstellen ist mir ohnehin gleichgültig. Ich bin nur ein Geschäftsmann und es war mir wie immer eine Freude mit Ihnen Geschäfte zu machen, Jokks. Schönen Tag.“ – „Ebenso.“ Martin wartete bis die Videokonversation erlosch und genehmigte sich einen großzügigen Schluck. Der schwere Alkohol brannte seine Kehle hinunter. Er unterdrückte ein Hüsteln, und seufzte zufrieden. Heute hatte er wieder ein lukratives Geschäft über die Bühne gebracht. Es war ein guter Tag. Verträumt beobachtete er die feinen Linien die der Brandy im Glas hinterließ während er ihn hin und her schwenkte. Da spiegelte sich der große Tresor hinter ihm im Kristall des Schwenkers und seine Miene verfinsterte sich. Roche hatte schon eine ganze Weile nichts mehr von sich hören lassen. Mürrisch stellte er sein Glas auf dem polierten Mahagonitisch ab und aktivierte seine Kom-Einheit erneut. „Mal sehen ob der Schwachkopf das kleine Luder mittlerweile auftreiben konnte.“